Olga Tokarczuk AnnaIn in den Katakomben

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Inhaltsangabe zu „AnnaIn in den Katakomben“ von Olga Tokarczuk

Die Konstellation dieses Mythos ist aus vielen Kulturkreisen bekannt: Ein geliebter Mensch wird im Tausch für das eigene Lebensglück geopfert. Im Falle AnnaIns ist die das Opfer einfordernde Göttin ihre eigene Schwester. Die Sprache von Olga Tokarczuk, mit der sie die Gegensätzlichkeit und Hassliebe der Schwestern sowie ihre Welten beschreibt, ist einzigartig, bildreich und sehr poetisch. Der sechste Band der Mythenreihe im dtv.

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  • Rezension zu "AnnaIn in den Katakomben" von Olga Tokarczuk

    AnnaIn in den Katakomben
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    13. October 2008 um 14:40

    Von der Opferung eines geliebten Menschen für das eigene Glück Olga Tokarczuks Beitrag zur vom englischen Canongate Books Verlag ins Leben gerufenen Mythenserie ist eine Interpretation des annähernd viertausend Jahren alten sumerischen Mythos der Mondgöttin Inanna. Inanna, die ihr irdisches Königreich verlässt und sich in die Unterwelt begibt. Sie weist ihre Begleiterin an, sich im Fall, dass sie nach drei Tagen nicht zurückgekehrt sein sollte, an ihre drei Gottväter um Hilfe zu wenden. Durch sieben Tore geht sie, bei jedem gezwungen, sich eines göttlichen Attributs zu entledigen, bis sie nackt ist. Ihr Versuch, die Schwester Eriszkigal vom Thron zu stoßen scheitert und wird mit dem Tod bestraft. Zwei Gottväter (Enlil und Nanna) weisen sie schroff zurück, während der dritte Gottvater (Enki) zur Rettung künstlichen Phantome aus dem Schmutz seiner Fingernägel knetet. Da diese Wesen geschlechtslos sind, unterliegen sie nicht den Gesetzen der Sterblichkeit und können sich zwischen den Welten bewegen. Im Austausch für die Linderung ihrer Schmerzen überlässt Ereszkigal diesen Wesen den Leichnam ihrer Schwester, die daraufhin von diesen Phantomen mit Lebenskraut und Lebenswasser zum Leben erweckt wird. Inanna darf zurückkehren, unter der Bedingung, dass ein anderes menschlich-göttliches Wesen ihren Platz in der Unterwelt einnimmt. Inanna bedenkt ihren Gatten Dumuzi mit dem Blick des Todes und übergibt ihn den Dämonen. Aus Liebe zu ihrem Bruder erreicht Gesztianna einen Austausch gegen ihren Bruder und geht freiwillig in den Tod, während ihr Bruder ins Reich der Lebenden zurückkehrt. Olga Tokarczuk hat eine wunderbar archaische Sprache gefunden, um diesen Mythos neu, bildreich und sehr lebendig zu erzählen. Sie stellt ihre Erzählung in eine zweitlose Stadt auf Ruinen, unter der sich die Welt der Katakomben befindet. Symbolträchtige Aufzüge, die in alle verschiedenen Richtungen auf-, abwärts, quer und diagonal führen sind nur ein Teil des subtil variierten Mythos, den Olga Tokarczuk virtuos aus den verschiedenen Überlieferungen geformt hat. Großartige Figurenzeichnung und eine bildhafte, phantasiestarke Erzählweise machen „AnnaIn den Katakomben“ zu einem sehr starken, nachhallenden Leseerlebnis.

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