Oliver Bottini Im weißen Kreis

(39)

Lovelybooks Bewertung

  • 33 Bibliotheken
  • 4 Follower
  • 0 Leser
  • 30 Rezensionen
(15)
(16)
(6)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Im weißen Kreis“ von Oliver Bottini

Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun, das vor nichts zurückschreckt? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus ist und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät … Louise-Bonì-Krimireihe: Band 1: Mord im Zeichen des Zen Band 2: Im Sommer der Mörder Band 3: Im Auftrag der Väter Band 4: Jäger in der Nacht Band 5: Das verborgene Netz Band 6: Im weißen Kreis

Stöbern in Krimi & Thriller

Die sieben Farben des Blutes

Ein sehr interessanter Thriller mit klitzekleinen Kritikpunkten.

ChattysBuecherblog

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

Abgrundtiefer Thriller

saboez

Der Totensucher

Das ist Spannung vom Feinsten !!

Die-Rezensentin

Death Call - Er bringt den Tod

Wie immer fesselnd bis zur letzten Seite.

Blackfairy71

Schandglocke

Sehr zu empfehlen!

Fuexchen

Harte Landung

Super spannend mit einer tollen Ermittlerin!

.Steffi.

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • erst die Vorgängerbände lesen....

    Im weißen Kreis
    abuelita

    abuelita

    11. March 2017 um 09:20

    Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Bonì der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Eigentümer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der besitzt für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen "Brigade Südwest". Louise Bonì und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das "perfekte Opfer". Aber vielleicht ist es schon zu spät …(amazon)Die letzten Bände um und mit Louise Boni habe ich vor längerer Zeit gelesen und so habe ich mich hier doch etwas schwer getan, sie „wieder zu erkennen“ und ihre Wandlung im Laufe der Zeit auch zu verstehen.Die anderen Figuren blieben leider seltsam blass für mich. Das liegt auch am Schreibstil des Autors; er erzählt wirklich nur das Nötigste und hält sich relativ kurz. Zu der Geschichte – sie ist spannend, keine Frage, auch wenn es – für mich – einige Ungereimtheiten gegeben hat und auch wenn ich hier nicht alles glauben kann. In der Realität wäre sicher das eine oder andere nicht so….Auch der Schluss ist meiner Meinung nach typisch „Bottini“ mässig – nicht schlecht, aber irgendwie auch etwas unbefriedigend.Für "Neueinsteiger" ist es sicher besser, auch erst die Vorgängerbände zu lesen, vor allem um die Protagonistin besser zu verstehen und die vielen Personen und auch Handlungen, die aus der Vergangenheit resultieren, richtig zu ordnen zu können. 

    Mehr
  • Neonazis und das deutsche "Sommermärchen" - Louise Boni ermittelt

    Im weißen Kreis
    Girl56

    Girl56

    09. March 2016 um 11:00

    Im Oktober 2015 ist endlich ein weiterer Kriminalroman mit meiner Lieblingskommisarin Louise Boni erschienen, „Im weissen Kreis“ ist der Titel und zielt damit schon mitten ins Herz der Ermittlungen und Ereignisse, die auf die Kommisarin bzw. auf die Leser zukommen. Wie immer ermittelt Louise wieder im schönen Freiburg bzw. im Umland.  Der Autor Oliver Bottini hat das Jahr 2006 gewählt, Deutschland steht kurz vor seinem „Sommermärchen“, alle politischen und juristischen Instanzen sind darauf fixiert , dass im Lande Ruhe und Frieden herrscht. Da erfährt Louise von einem befreundeten Undercover-Agenten, dass in Baden-Baden ein eigenartiger Waffenhandel über die Bühne gehen soll. Louise schlägt in ihrer Behörde Alarm, man überlegt, für was und wen diese Waffen gebraucht werden könnten. Ehe sie sich versieht, ist sie inmitten von politisch brisanten Ermittlungen gegen eine Neonaziszene, die man in diesem Ausmaß in Baden-Württemberg nicht vermutet hätte. Außerdem spielt auf einmal Deutschlands koloniale Vergangenheit in Afrika und rassistische Anmaßungen aus dieser Zeit eine Rolle. Louise ermittelt wieder auf ihre ganz eigene Art, einzelgängerisch und intuitiv. Legt sich mit den übergeordneten Behörden an (Verfassungsschutz), riskiert sehr viel, um das potentielle Opfer zu schützen. Mehr kann man an dieser Stelle nicht erzählen, um niemandem den Spaß am eigenen Lesen zu nehmen. Ich habe mich gefreut, wieder mal einen Krimi aus der Reihe um Louise Boni zu lesen, und würde mich auch über einen weiteren Band aus dieser Reihe freuen. Es war nicht der spannendste bisher, aber wie gesagt, ich bin ein Fan und bleibe treu.

    Mehr
  • Stellenweise spannend, dann aber wieder ein wenig verworren

    Im weißen Kreis
    Meteorit

    Meteorit

    Rezension ,,Im weißen Kreis" von Oliver Bottini Im weißen Kreis ist der 6. Band um die Ermittlerin Louise Boni. Das Buch ist mit 300 Seiten am 15.10.15 im Dumont Verlag erschienen. Inhalt: Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Waffen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Louise geht der Sache nach, um ein mögliches Verbrechen zu verhindern. Ihre Ermittlungen führen sie in die Neonazi- Szene, und durch einen Zeitungsartikel stößt sie auf ein »perfektes Opfer «: Ludwig Kabangu, ein Ruander, der von der Universität Freiburg die Gebeine eines Ahnen zurückfordert. Deutsche Wissenschaftler hatten diese hundert Jahre zuvor zum Zweck der Rassenforschung nach Freiburg gebracht. Um ihn zu schützen, begleitet Louise Kabangu – und tatsächlich werden sie kurz darauf von zwei bewaffneten Männern überfallen. In höchster Not greift überraschend ein Sondereinsatzkommando ein und tötet die Angreifer – ein Einsatz, der offenbar vom Innenministerium in Stuttgart angeordnet wurde. Doch weshalb und in wessen Auftrag handelten die Täter? Als wenig später Louises Informantin ermordet wird, ist klar, dass die Gefahr für Ludwig Kabangu noch nicht vorbei ist … (Klappentext) Autor: Oliver Bottini wurde am 21. April 1965 in Nürnberg geboren. Er ist deutscher Schriftsteller und Journalist. Seine Jugend verbrachte Bottini in München, welches er nach dem Gymnasium und Zivildienst verließ, um sich den Traum eines anderen Lebens zu erfüllen: Für ein halbes Jahr bereiste er Australien und Neuseeland. Nach dieser Zeit fasste er den Entschluss, vorbereitend als beruflichen Weg des Autors, Germanistik, Italianistik sowie Markt- und Werbepsychologie an der LMU in München zu studieren. Seit 1995 ist er als freiberuflicher Lektor und Autor tätig und widmet sich in seiner Freizeit sportlichen Aktivitäten, wie Kung Fu und Qi Gong. 1999 und 2001 erhält Oliver Bottini erste Literaturstipendien von der Stadt München und der Bertelsmannstiftung. Um sich beruflich ein zweites Standbein zu sichern, geht Bottini 2001 einer zweijährigen Ausbildung in Familien- und Wirtschafts- Mediation nach. Der Durchbruch Bottinis kommt für ihn mit dem Kriminalroman „Mord im Zeichen des Zen“, für den er 2005 den 3.Platz des Deutschen Krimi Preises empfangen darf. Der Roman Sommer der Mörder, der 2006 erscheint, steht zweimal auf der KrimiWelt-Bestenliste und ebenfalls wieder den 3. Platz des Deutschen Krimi Preises. Für seinen dritten Roman verbrachte der Münchener zu Recherchezwecken drei Monate im kroatischen Osijek. In seinen Kriminalromanen entwirft Bottini die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì. Mit sehr viel Bedacht und hinreichend Zeit wachsen seine Romane, die vor Spannung, Humor und Struktur glänzen. (Autoreninfo) Cover: Das Cover finde ich sehr gelungen. Es ist einfach stimmig und mal etwas neues mit Wiedererkennungswert. Auch hinter dem Cover verbirgt sich noch ein gutes Motiv mit guten Farben.. Charaktere: Hauptperson in der Geschichte ist  Louise Boni. Sie ist eine bemühte Polizeibeamtin in Freiburg, die nun in einem neuen Fall von Rechtsextremismus gerufen wird. Sie ist soweit sympathisch, auch wenn ich die andauernden Erinnerungen an ihren verstorbenen Ex-Chef nervig finde. Das hätte man nicht so oft bennenen müssen, dass sie ihn vermisst und wie er diese Situation gemeistert hätte usw. Dann sind da noch viele verschiedene andere Charaktere. So wie z.B Kilian, der paar mal in  der Geschichte für 5 Minuten auftaucht, sodass man sich ihn nicht bildhaft vorstellen kann. Ben Liebermann ist auch eine fragwürdige Person. Es scheint, als wären Louise und Ben ein Paar aber zugleich auch wieder nicht.. Meiner Meinung nach, hätte man die Personen ein wenig ausführlicher beschreiben können, um ihnen so ein Gesicht zu geben.. Meine Meinung: Ich kannte bislang noch nichts von Oliver Bottini. Nur ein Buch ,,Ein paar Tage Licht" hatte sich fest schon auf meiner Wunschliste verankert. Nun hatte ich das Glück, bei der Leserunde zu seinem neuen Buch ,,Im weißen Kreis"  dabei zu sein und habe endlich mal ein Buch von ihm gelesen. Man wird ein wenig in das Buch hineingeworfen, alles geht ein wenig schnell. Wer ist wer und was macht wer sind die Hauptfragen, die man sich in den ersten Seiten stellt. Dazu kam, dass der Schreibstil ein wenig gewöhnungsbedürftig ist mit kurzen, abgehackten Sätzen mit vielen Kommas, anstatt einem ,,und". Daran gewöhnt man sich aber recht schnell und dann findet man diesen Schreibstil auch gut, er ist wie ein persönlicher Fingerabdruck. An die ganzen Personen und an das Geschehen habe ich mich nicht ganz so schnell gewöhnen können. Leider kommen mir die Personen auch nicht sehr bildhaft vor. Der typische ,,Film im Kopf" wie man das aus manch anderen Büchern kennt, bleibt leider oft aus. ,,Zum ersten Mal machte sie sich bewusst, was sie längst ahnte: dass möglicherweise bald ein Moment kommen würde, in dem sie keine Sekunde zögern durfte, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen." S.111 Spannend wird es trotzdem. Gerade als man noch denkt, dass es doch ganz einfach wäre und man die Täter schon versucht zu entschlüsseln, wird man in ein riesiges Neonazi-Nest geworfen, sogar der Ku-Klux-Klan wird behandelt. Das finde ich gut und die Umsetzung, dass auch der Staat etwas vertuscht bzw. dass es ihm mehr um Politik als um die Wahrheit geht ist wohl oft wahrheitsgetreu und somit realitätsnah. "Ein Opportunist und Angeber, wollte als harter Mann gelten und schlug nur zu, wenn der Gegner unterlegen war, dann allerdings unerbittlich. Der vermutlich zum Radikalen geworden war, weil er sich im selbsterklärten Kampf gegen Minderheiten für männlich hielt." S.78 Den Bezug zu Afrika, näher gesagt zur ehemalig deutschen Kolonie Ruanda, finde ich auch gelungen. Man lernt dazu, damalig gelerntes wird wieder aufgefrischt. Ich mag es immer sehr gerne, wenn man bei einem Krimi auch noch nebenbei was dazulernt. ,,Und hier sitze ich nun, in Deutschland, einer der Mörder von 1994, der vielleicht nur deshalb zum Mörder geworden ist, weil die Deutschen und die Belgier uns Ruander durch ihre rassistische Kolonialpolitik in verschiedene Ethnien unterteilt haben." S.281 Abschließend empfinde ich das Buch als lesenswert. Es ist ein guter durchschnittlicher Krimi für zwischendurch, der die dunklen Abgründe des Rechtsextremismus beleuchtet und behandelt. Ich finde aber, dass man die vorherigen Bände lesen sollte, damit man besser und vorallem schneller zurecht kommt..

    Mehr
    • 11
    Boris

    Boris

    28. February 2016 um 10:54
    Cridilla schreibt Die 2 Verfilmungen fand ich recht stimmig; Boni scheint eine sehr polarisierende Figur zu sein.

    Das finde ich gerade nicht. Warum mussten die Schauplätze nach NRW "verpflanzt" werden? Nur weil der WDR produziert? Die Bücher leben vom Schwarzwald!

  • Bedrückend beeindruckend

    Im weißen Kreis
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    09. December 2015 um 22:39

    Durch ihren früheren Kollegen Kilian, der jetzt als verdeckter Ermittler im Milieu der Russenmafia ermittelt, erfährt Louise Boní von zwei verkauften Waffen, einer Tokarev und einer Makarow. Diese sollen von der rechten Szene gekauft worden sein und für einen Anschlag verwendet werden. Janisch, derjenige, der die Waffen abgeholt hat, gerät sofort in Louise Bonís Fokus, doch er ist nur einer der äußersten Zipfel eines rechten Netzes. Die Szene scheint weitläufig und grobmaschig, so dass keiner so richtig zu erwischen ist und die Spur von einem zum nächsten führt. Gleichzeitig versucht sie herauszufinden, wer das Ziel ist, um demjenigen Schutz zu gewähren. Doch als Louise Boní immer weiter vordringt, wird sie plötzlich zurück gepfiffen. Von oben kommt die Anweisung, doch Boní denkt gar nicht dran, das Ziel, einen Afrikaner names Kabangu, aus den Augen zu lassen. Ich hatte das Glück, das Buch in einer Leserunde gemeinsam mit dem Autor zu lesen und so konnte nicht nur das Buch mit seiner Eindrücklichkeit beeindrucken, sondern auch der Autor mit detaillierten Zusatzinformationen, die einen schlucken lassen. Die rechte Szene scheint bei mir hier so weit entfernt, so unwirklich. Doch der Krimi macht einem bewusst, dass dies ein Trugschluss ist. Rechte Gedanken sind so schnell gedacht und in der „richtigen“ Gruppe geäußert, wird man gleich gefestigt und findet Gleichgesinnte. So spinnt sich ein feines Netz über das Land, in welchem dem rechten Gut Boden und Nahrung geliefert wird. Dabei sind viele „nur“ kleine Leute. Mitmacher, Befehlsausführer, Menschen, die Kleinigkeiten erledigen. Die Drahtzieher sieht man kaum und wenn, kommt keiner an sie ran. Jeder weiß nur ein Stückchen und man findet kaum Verbindung zu den anderen oder gar zu den Bossen am Ende der Nahrungskette. Zusätzlich scheint es in der rechten Szene ein Gemeinschaftsgefühl zu geben – da arbeiten Organisationen zusammen für den „guten“ Zweck, solange der Grundgedanke stimmt und man sich rechts einig ist. Ein erschreckendes Bild. Ich spreche von einem feinen Netz, doch auch der Ausdruck „brauner Sumpf“ trifft es gut, durch den sich Louise Boní hier wühlen muss. Doch zum Glück ist es Boní, denn viele andere Ermittler hätten sich an diesem Fall kaputt gestoßen. Doch Louise Boní ist eine eigenwillige Ermittlerin. Eine Einzelkämpferin. Störrisch und getrieben, verbissen und todesmutig. Es ist ihr egal, was ihre Chefs von ihr denken, es ist ihr egal, was diese anweisen. Boní denkt und handelt, aber nicht wie andere es möchten oder erwarten. Sie verfolgt ihr Ziel beharrlich. Beziehungen liegen ihr auch nicht so, da widmet sie ihr Leben lieber ihrem Job. Sie ist geradlinig, direkt und unverfroren. Eine Protagonistin, die einen staunend und bewundernd zurücklässt, von der man mehr lesen möchte. Der Schreibstil von Oliver Bottini ist kurz gehalten und erzählt wirklich nur das nötigste. Der Minimalismus ist spiegelt sich also nicht nur in seiner Hauptfigur sondern auch in seinem Stil. Die Ermittlung selbst hat mich am Ende sprachlos zurück gelassen. Das Ende ist unbefriedigend. Aber es ist keinesfalls schlecht, versteht mich nicht falsch. Es ist realistisch und bedrückend, es regt die Gedanken an und man grübelt noch Tage nach, warum. Aber diese Aufgewühltheit, die einen den ganzen Krimi über begleitet, die bleibt einem noch danach erhalten. Man kann nicht glauben, dass es so endet. Wieso nur? Das kann doch nicht das Ende sein, oder? Man ist fassungslos. Ich bin fassungslos. Nun möchte ich noch empfehlen, die Lousie Boní Reihe unbedingt in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Ich habe jetzt mit diesem Band begonnen, weil es normalerweise bei einer Krimireihe nichts ausmacht, mitten drin einzusteigen, doch diesmal war das recht schwierig. Das Buch wimmelt von Louise Geistern aus der Vergangenheit und ich fand es schade, dass mir die Informationen, wer da alles rumgeistert, zum Teil gefehlt haben. Also auf jeden Fall mit „Mord im Zeichen des Zen“ beginnen. Und zwar jetzt und sofort, falls ihr es noch nicht kennt. Und dann bis zu „Im weissen Kreis“ durchlesen. Fazit: Beeindruckend – vom ersten bis zum letzten Buchstaben, von der Hauptfigur Louise Boní bis zum gewählten Thema. Ein Krimi, der nachdenkt und nachdenken lässt. Absolut empfehlenswert.

    Mehr
  • Spannung mit einem brisanten, realistischen Hintergrund

    Im weißen Kreis
    dubh

    dubh

    06. December 2015 um 14:31

    Hauptkommissarin Louise Bonì erhält in ihrem sechsten Fall von einem Kollegen, der als verdeckter Ermittler arbeitet, den Hinweis, dass ein Mann zwei Pistolen im kriminellen russischen Milieu erstanden hat. Demnächst steht die Fußballweltmeisterschaft an und so folgt Bonì der Spur der beiden Waffen, um einen möglichen Anschlag oder ein anderes Verbrechen zu verhindern. Einigermaßen überrascht muss sie feststellen, dass sie bei ihren Nachforschungen wiederholt auf rechtes Gedankengut stößt: nicht nur der Besitzer des Wagens, mit dem die Schusswaffen aus Baden-Baden abgeholt wurden, ist ein alter Nazi, sondern auch der Fahrer des Autos am fraglichen Abend ist als Neonazi aktiv. Bei der folgenden Observierung stellt sich die Frage, wie tief andere Teile der rechten Szene in den Pistolenkauf verstrickt ist und was hier geplant wird... Bonì ist gewohnt engagiert, was die Suche nach dem Plan, der hinter dem Waffenkauf steckt, und einem möglichen Opfer angeht. Dabei geht sie bisweilen etwas ruppig vor und man merkt auch sonst recht schnell, dass sie kein einfacher Mensch ist. Sie verarbeitet noch den Verlust ihres ehemaligen Vorgesetzten Bermann und ist eigentlich noch nicht reif für dessen Nachfolger, den 'zugereisten' Leif Enders, der erstaunlich dicht an seiner Ermittlerin ist und sie ab und an bei Befragungen begleitet. Doch die beiden harmonieren recht gut - und Bonì kommt auch so zu ihren riskanten Alleingängen. Die Hauptkommissarin hat ihre Alkoholsucht im Griff, nun wäre es noch wünschenswert, dass sich ihr Privatleben etwas zu ihren Gunsten ordnet. Oliver Bottini hat mit "Im weißen Kreis" einen brandaktuellen, sehr gut recherchierten Krimi vorgelegt, der die ein oder andere deutlich erkennbare Parallele zur jüngeren deutschen Geschichte aufweist. Sei es der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn, die sogenannten 'Dönermorde', bei denen die einseitigen Ermittlungen noch heute äußerst beschämend sind oder aber auch etwas länger zurückliegende rassistische Forschungen, deren Zeugen noch heute in einigen deutschen Universitäten zu finden sind... So steht für mich auch nicht die vielleicht etwas sperrige Hauptfigur im Vordergrund, sondern die Handlung an sich, die deutlich macht, wie unrühmlich der deutsche Staat (bzw. einige seiner Behörden) auf den Terror der NSU reagiert hat. Zudem zeigt der Autor hier sehr gekonnt das rechte Netzwerk, dass nicht nur aus offensichtlichen Parteien und ihren Organisationen besteht, sondern auch aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten, einem Ableger des US-amerikanischen Ku-Klux-Klans, etc. Hier haben mich auch die vielen Details, die Oliver Bottini einbaut - wie beispielsweise die Tendenz der Autonomen Nationalisten, sich optisch den Antifas anzupassen - überzeugt, da sie deutlich machen, dass der Autor viel Ahnung von der Materie hat.  Auch die Sprache Oliver Bottinis hat mich beeindruckt. Eher ungewöhnlich, diese kurzen, reduzierten Sätze, die so treffsicher erzählen - aber für mich haben sie alles transportiert, was ich für einen intelligenten, politischen und packenden Roman benötige und somit war ich schon nach wenigen Seiten überzeugt. Dabei vernachlässigt der Autor den Spannungsbogen keinen Augenblick und findet einen realistischen wie beängstigenden Schlusspunkt. Für mich eine Leseempfehlung, weil dieses Buch so viel mehr als nur ein richtig guter Krimi ist. Manche Spannungsromane können mit den richtigen kritischen Fragen mehr bewirken als eine einzelne Nachrichtensendung - "Im weißen Kreis" ist genau so ein Beispiel. Weshalb ich dem Autor und seinem Werk eine große Leserschaft wünsche!

    Mehr
  • Ein neuer Fall für Louise Boni

    Im weißen Kreis
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    Nach einer längeren Ruhepause ermittelt Hauptkommissarin Louise Boni wieder. Dieses Mal führt der Hinweis auf einen illegalen Waffenkauf die eigenwillige Boni und ihr Team tief hinein in rechtsradikale Netzwerke. Es ist das Jahr 2006, ein deutsches Fußball-Sommermärchen am Entstehen und nichts soll das Bild eines weltoffenen Landes stören, schon gar nicht ein rechtsgerichtetes Verbrechen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, führen in abseitige Kreise wie den deutschen Ableger des Kukuxklans, aber auch in durchaus respektable Gesellschaften. Recht bald ist auch ein mögliches Opfer gefunden. Der Ruander Ludwig Kabangu hält sich gerade in Freiburg auf, um die zur Kolonialzeit geraubten Gebeine eines Vorfahren zurückzufordern, die dort zu "Forschungszwecken" aufbewahrt wurden.  Louise Boni setzt alles daran, nicht nur das rechtsradikale Netzwerk zu enttarnen - bald tauchen Parallelen zu einem Jahre zurückliegenden Polizistenmord auf -, sondern auch Kabangus Leben zu schützen. Keine leichte Aufgabe, denn dieser ist extrem eigensinnig und schleppt eine eigene dunkle Vergangenheit mit sich herum. Darin ähnelt er Louise Boni, die ihrerseits mit ihrer Alkoholikervergangenheit, Beziehungsunfähigkeit, Einsamkeit und dem Verlust ihres geschätzten Chefs zu kämpfen hat. Auch der Tod ihres Bruders Germain zieht sich wieder durch dieses Buch. Dies ist der sechste Band der Louise Boni-Reihe, der sich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen lässt. Man profitiert aber eindeutig davon, die Vorgängerbände zu kennen. Denn Oliver Bottini entwickelt mit Louise Boni einen sehr komplexen, interessanten Charakter. So wie es ihm bis in die Nebenfiguren gelingt, präzise, glaubhafte Figuren zu zeichnen. Der Fall zieht weite Kreise, ist äußerst faktenreich an die NSU-Morde und den Heilbronn Polizistenmord angelehnt. Mit zunehmender Spannung verfolgt man die Verstrickungen, immer wieder mischen LKA und Landesregierung mit, V-Männer spielen ihr undurchsichtiges Spiel und die Nähe zur Realität lässt den Leser schaudern. Oliver Bottini schert sich zum Glück nicht um Genregrenzen. Er schreibt literarisch und intellektuell anspruchsvoll, packt viel Politisches und Zeitgeschichtliches in seine Romane, verwendet dafür aber einen einfachen, ruhigen, klaren Stil. Es ist immer wieder ein großes Vergnügen, sie zu lesen.

    Mehr
    • 3
    Gulan

    Gulan

    01. December 2015 um 21:05
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

    Mehr
    • 6213
    kubine

    kubine

    01. December 2015 um 16:48
  • Leserunde zu "Im weißen Kreis" von Oliver Bottini

    Im weißen Kreis
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Endlich ein neuer Fall für Louise Bonì! Im sechsten Band der Krimireihe von Oliver Bottini steht wieder die Arbeit der Hauptkommissarin Louise Bonì aus Freiburg im Mittelpunkt. Der aktuelle Fall führt Bonì direkt in die rechte Szene - dabei gilt es einen geplanten Anschlag zu verhindern, doch niemand weiß, wo die Verbrecher zuschlagen werden.  Egal, ob ihr die Vorgängerbände schon kennt oder bisher noch kein Buch dieser Reihe gelesen habt - "Im weißen Kreis" bietet Krimifans Lesespannung vom Feinsten. Lasst euch diese Lektüre nicht entgehen und bewerbt euch direkt für die Leserunde! Mehr zum Buch: Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Waffen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Besorgt geht Louise der Sache nach, um ein mögliches Gewaltverbrechen zu verhindern. Bald findet sie den Besitzer des Autos, mit dem der Käufer die Waffen abgeholt hat. Der hat für den fraglichen Abend jedoch ein wasserdichtes Alibi. Der Fahrer war ein anderer – Ricky Janisch, Neonazi und Mitglied der rechtsextremen »Brigade Südwest«. Louise und ihr Team beginnen, Janisch zu observieren, und stoßen auf weitere Mittelsmänner, die alle der rechten Szene angehören. Je tiefer sie graben, desto erschreckender wird das Szenario: Haben sie es mit einem weitverzweigten Neonazi-Netzwerk zu tun? Und wie sollen sie ein Attentat verhindern, wenn ihr Gegner ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie noch nicht einmal das Ziel kennen? Da stößt Louise auf das »perfekte Opfer«. Aber vielleicht ist es schon zu spät … Mehr zum Autor: Oliver Bottini, geboren 1965, erhielt für seine Kriminalromane zahlreiche Preise, unter anderem viermal den Deutschen Krimi Preis, den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner ›Krimifuchs‹ sowie zuletzt den Stuttgarter Krimipreis für ›Ein paar Tage Licht‹ (DuMont 2014). Der erste Band der Louise-Bonì-Reihe, ›Mord im Zeichen des Zen‹, wurde 2014 mit Melika Foroutan in der Hauptrolle für die ARD verfilmt, weitere sollen folgen. Oliver Bottini lebt in Berlin. Zusammen mit dem Dumont Buchverlag vergeben wir 25 Exemplare von "Im weißen Kreis" unter allen, die sich bis zum 30.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bewerben*, und folgende Frage beantworten: Könnt ihr einer polizeilichen Befragung standhalten? Welches wasserdichte Alibi habt ihr für Sonntag, den 20.09.2015? Wir sind schon ganz gespannt auf eure Beiträge und drücken die Daumen für die Verlosung! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde - am besten innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches - sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken können.

    Mehr
    • 424
  • Enttäuschend

    Im weißen Kreis
    Nachtschwärmer

    Nachtschwärmer

    23. November 2015 um 21:12

    Dieses Buch war absolut nicht das, was ich erwartet  hatte. Die Protagonistin handelt oft eigenmächtig und scheint sich nicht besonders um andere zu kümmern, die Handlung ist verworren und der Zusammenhang kaum zu erkennen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auch nur eine Ahnung vom großen Ganzen zu haben. Von den vorkommenden Personen blieb mir einzig und allein Kabangu in Erinnerung obwohl er nur eine Nebenrolle einnimmt. Die Geschichte hat mich zu keiner Zeit in ihren Bann gezogen und obwohl schnell klar war, dass sie durch die NSU-Morde inspiriert war, konnte das die Sache auch nicht retten. Im Gegensatz zu "Ein paar Tage Licht" war dieses Buch eine echte Enttäuschung.

    Mehr
  • Im weißen Kreis

    Im weißen Kreis
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    23. November 2015 um 14:29

    Louise Boni wird von einem ehemaligen Kollegen, der nun undercover ist, auf ein illegales Waffengeschäft aufmerksam gemacht. Alles deutet darauf hin, dass die rechte Szene eine Mord plant. Nun gilt es herauszufinden, wer das Ziel ist. Es stellt sich heraus, dass Ludwig Kabangu aus Ruanda das Opfer sein könnte. Er ist in Deutschland, um die Knochen des Großvaters seiner Frau nach Afrika zu holen. Diese wurde während der Kolonialzeit Anfang des 20. Jahrhunderts nach Deutschland gebracht, um daran Forschungen zu betreiben. Obwohl es nicht unbedingt erforderlich ist, die Vorgängerbände des Buches „Der weiße Kreis“ zu lesen, wäre es dennoch sinnvoll gewesen, diese Bände zu kennen. Einiges hätte sich vielleicht eher erschlossen beziehungsweise wäre deutlicher geworden. Louise Boni ist eine Vollblutpolizistin, daher kennt sie keinen Feierabend und geht mutig, manches Mal sogar leichtsinnig in die Ermittlungen. Sie verlässt sich oft auf ihr Bauchgefühl und lässt Anordnungen oder Befehle außer Acht. Bei Befragungen geht sie oft sehr ruppig vor und auch bei Kollegen ist nicht sonderlich rücksichtsvoll. Auch in ihrem Privatleben gibt es einige Baustellen, Ihre Alkoholsucht hat sie zwar überwunden, aber mangelnde soziale Kontakte machen ihr zu schaffen. Louise will einen Mord auf alle Fälle verhindern. Daher übernimmt sie auch einige Male selbst die Überwachung von Kabangu, der es der Polizei wirklich nicht leicht macht. Bei den Ermittlungen kommen immer mehr radikale Gruppierungen ins Spiel, so dass man leicht den Überblick verlieren konnte. Aber auch andere Sicherheitsbehörden torpedieren die Ermittlungen. Ganz nebenbei erfuhr man auch noch einiges über den Völkermord in Ruanda. Dieser anspruchsvolle Krimi präsentiert interessante und komplexe Charaktere. Das undurchsichtige Umfeld ist sehr realistisch geschildert. Dieses Buch kommt ohne reißerische Action aus und ist trotzdem sehr spannend.

    Mehr
  • Ruhiger Krimi abseits vom klassischen Krimischema

    Im weißen Kreis
    Buecherlabyrinth

    Buecherlabyrinth

    20. November 2015 um 15:25

    Louise Boni wird von einem Undercover-Beamten auf eine Waffenlieferung aufmerksam gemacht, die in der rechten Szene für einen Mord gebraucht werden soll. Wer ist in Gefahr? Viele Anschlagsziele kommen in Frage und es gilt schnellstens herauszufinden, wer in Gefahr ist, um den Mord zu verhindern. Louise Boni ermittelt und das mit Leib und Seele. Sie arbeitet Tag und Nacht, ohne Pause, schläft selbst im Hotelzimmer der zu schützenden Person. Um Anordnungen oder Befehle kümmert sie sich nicht. Ihre Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, wie sie sich um alles schert, hat mich manchmal genervt. "Im weißen Kreis" ist kein klassischer Kriminalroman. Es gibt keine Mordermittlungen, sondern präventive Ermittlungen. Louise möchte um jeden Preis verhindern, dass die gelieferten Waffen zum Einsatz kommen. Interessant fand ich die vielen detaillierten Recherchen über die rechtsextreme Szene und ihre Beschützer, die V-Männern und die verschiedenen Instanzen der Polizei, die ihre Arbeit machen wollen, ohne dass der Rest der Polizei darüber Bescheid weiß. Realistisch war die Vertuschung der Gefahr an oberster Stelle, das Leugnen, dass es eine organisierte rechte Szene überhaupt gibt. Auch über die Hutu und die Tutsi habe ich manches gelernt. "Im weißen Kreis" ist ein sehr ruhiger Krimi, der allerdings recht schwer verdaulich ist, sowohl vom Inhalt als auch vom Schreibstil her. Ständig muss man aufmerksam lesen, um im kompakten, abgehackten Schreibstil nichts zu verpassen und die vielen Personen nicht durcheinander zu werfen. Die Geschichte habe ich gerne gelesen, ich fand das Buch gut, nur so richtig mitreißen konnte es mich nicht. Empfehlen kann ich es jedem, der gerne anspruchsvolle Bücher liest, die nicht in das klassische Schema von Kriminalromanen fallen.

    Mehr
  • Brisanter Thriller um Neonazis und Deutschlands Kolonialzeit

    Im weißen Kreis
    karinka

    karinka

    15. November 2015 um 13:26

    Von einer Informantin erhält Louise Boni den Hinweis, dass ein Mann zwei Waffen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Sie geht der Sache nach, um ein mögliches Verbrechen zu verhindern. Ihre Ermittlungen führen sie in die Neonazi-Szene. Schon bald stellt sich Ludwig Kabangu aus Ruanda als mögliches Opfer heraus, der in Freiburg ist, um die Gebeine des Großvaters seiner Frau nach Hause zu holen. Diese wurden während der Kolonialzeit Anfang des 20. Jahrhunderts zu „Forschungszwecken“ nach Deutschland gebracht. Hier erhält der Leser quasi nebenbei Einblicke in Deutschlands Kolonialzeit in Afrika sowie den Völkermord in Ruanda, bei dem 1994 in annähernd 100 Tagen Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi umbrachten. Als die Ermittlungen immer weiter in die rechtsextremistische Szene eindringen, der Ku-Klux-Klan auf den Plan kommt und staatliche Stellen scheinbar die Ermittlungen verhindern wollen, lässt Louise Boni nicht locker und ermittelt auf eigene Faust weiter. Ich muss gestehen, dass ich hier aufgrund der vielen verschiedenen Gruppierungen der rechtsextremistischen Szene ein wenig den Überblick verloren habe. Es hat mir aber nichts von der Lesefreude genommen und spannend war es allemal. Louise Boni ist eine Ermittlerin nach meinem Geschmack. Nicht aalglatt sondern mit Ecken und Kanten. Sehr stark und doch so verletzlich, immer am Rande der Erschöpfung („Keine Erschöpfung, die man loswurde, wenn man mal ein paar Wochen Urlaub machte. Wohl eine Art Seelenerschöpfung.“ S. 149). Die Dämonen, die sie verfolgen, lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Sie ist trockene Alkoholikerin, eigentlich sehr einsam. Diese Einsamkeit gibt ihr den Antrieb für ihre Ermittlungen. Da niemand zuhause auf sie wartet, kann sie sich so richtig reinknien in die Ermittlungen und über ihre Grenzen hinausgehen. Obwohl ihre Alleingänge manchmal sehr grenzwertig und kaum nachvollziehbar sind. Aber das macht ihre Persönlichkeit aus. Obwohl „Der weiße Kreis“ sich gut lesen lässt, ohne die vorhergehenden 5 Bände der Reihe um Louise Boni zu kennen, wäre es hier gewiss hilfreich mehr zu wissen. Man könnte sicherlich besser nachvollziehen wie Louise zu der Frau wurde, die sie jetzt ist. Für mich ist "Der weisse Kreis" von Oliver Bottini ein sehr lesenswerter Krimi, der 5 Sterne locker verdient hat.

    Mehr
  • Ein wirklich lesenswertes Buch mit absoluter Kaufempfehlung!

    Im weißen Kreis
    hans-bubi

    hans-bubi

    13. November 2015 um 16:16

    Das Fazit zuerst: Ein wirklich lesenswertes Buch mit absoluter Kaufempfehlung! Ein Krimi, der sich vom Mainstream in beeindruckender Weise abhebt. Dieses großartige Buch erhält von mir 5 von 5 Sternen! Es ist nämlich mehr als ein guter durchschnittlicher Krimi für zwischendurch. Der sechste Krimi mit Hauptkommissarin Louise Bonì, die wie immer im Alleingang, auch nachts, am Wochenende, kaum schlafend, immer in der Ermittlung ist. Bonì, die trockene Alkoholikerin, ein Wrack, psychisch isoliert, die mit Bermann (ihrem verstorbenen ehemaligen Kollegen und Exchef) redet und immer wieder Bermann. Genau das hat mich etwas genervt. Gut gelungen aber finde ich die Dialoge. Ein typischer Bottini halt.....

    Mehr
  • Ermittlerin im Neonazi-Milieu

    Im weißen Kreis
    frenx1

    frenx1

    06. November 2015 um 23:02

    Ein 65-jähriger Mann aus Ruanda, Ludwig Kabangu, kommt nach Freiburg, um die sterblichen Überreste des Großvaters seiner Frau in seine Heimat zu überführen. Eine Frau, Louise Bonì, sieht ihre Aufgabe darin, ihn zu schützen - denn die Neonazi-Szene ist alarmiert. Doch die Hauptkommissarin der Kripo Freiburg hat keinen leichten Job. Was mit der schlichten Information über ein Waffengeschäft beginnt, entpuppt sich schnell als Kampf gegen ein braunes Dickicht, in das kaum Licht gebracht werden kann - was unter anderem auch daran liegt, dass der Verfassungsschutz mitmischt. Das ergibt einen spannenden Plot und zugleich eine ermittelnde Hauptkommissarin, die mit fast allen Wassern gewaschen ist und ihre Frau steht. Allerdings wirkt Bonì sehr unnahbar und zum Teil zumindest wenig sympathisch. Nicht überzeugt hat mich außerdem, wie die Handlung erzählt wird. Man hat nie mehr Wissen als die Hauptfigur, man kann eigentlich nicht miträtseln, wer der Mörder ist, weil es viel zu wenige Informationen gibt. Als angenehm habe ich es empfunden, dass das Buch nicht direkt mit einem Mord beginnt, aber das führt auch dazu, dass man anfangs keine Ahnung hat, wohin das Ganze geht. Auch der Schluss des Buches ist wenig überzeugend, weil inhaltlich nicht wirklich dazu hingeführt wird. Sicher: das Buch ist gut geschrieben und an manchen Stellen auch spannend zu lesen - als Kriminalroman hat es mich aber enttäuscht.

    Mehr
  • Ein leider aktuelles Thema...

    Im weißen Kreis
    badwoman

    badwoman

    01. November 2015 um 18:19

    Der Autor Oliver Bottini legt mit "Im weißen Kreis" den sechsten Band der Reihe um die Ermittlerin Louise Boni vor. Leider ist dies erst der erste Band, den ich gelesen habe, der Einstieg fiel mir etwas schwer, die Personen musste ich erstmal kennen lernen. Dieser Krimi ist ungewöhnlich aufgebaut, er beginnt nicht mit einem Mord, der aufgeklärt werden muss, sondern mit einem illegalen Waffenkauf. Die Freiburger Kripo, allen voran Louise Boni, ermitteln fieberhaft, was es mit diesem Kauf auf sich hat, wer das Opfer sein wird. Immer tiefer arbeiten sie sich in einen braunen Sumpf vor, der trocken zu legen sehr schwierig ist, auch weil es scheinbar staatliche Stellen gibt, die die Aufklärung eher behindern als vorantreiben. Louise aber möchte unbedingt die Wahrheit ans Licht bringen bevor es für das mögliche Opfer zu spät ist. Louise Boni ist eine ungewöhnliche Kommissarin, die sich nur wenig um die Vorgaben ihrer Vorgesetzten schert und viele riskante Alleingänge wagt, wenn sie es für nötig hält. Für mich war ihr manchmal fehlender Teamgeist etwas, das sie mir eher unsympathisch gemacht hat, ebenso wie "ihre Toten", die sie nicht loslassen. So bleiben bis auf Enders, ihren direkten Vorgesetzten, die anderen Kollegen eher blass, sie hinterlassen wenig Eindruck beim Leser. Die leider aktuelle Thematik des Rechtsextremismus wurde in diesem Buch aber sehr interessant aufgegriffen, mit Zusammenhängen und Strukturen, die mir vorher so nicht klar waren. Auch die deutsche Rolle in Ruanda war neu für mich - sehr interessant! Das spannende Finale kann leider nicht über einige Längen hinwegtäuschen, doch im Großen und Ganzen kann ich dieses Buch als lesenswert weiter empfehlen. Das Cover erscheint mir sehr passend zum Buch, es erzeugt eine leicht melancholische Stimmung, wie sie dieses Buch auch ausmacht. Der Titel ist gut gewählt, der Sinn wird während der Lektüre klar.

    Mehr
  • weitere