Ich habe zuerst das Hörbuch gehört und der Autor hat mir so oft aus dem Herzen gesprochen. Mittlerweile habe ich mir zusätzlich das Buch besorgt um Passagen nochmal zu lesen. Kernaussage ist, dass Zeitmanagement nicht all unsere Probleme löst, sondern eher mehr verursacht und welche problematischen Vorstellungen wir übernommen haben, wie unsere "begrenzte Zeit" zu nutzen ist. Ich fand die Sichtweisen sehr erfrischend und haben mir manchmal einen anderen Blick auf gewisse Vorstellungen gegeben!
Oliver Burkeman
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Oliver Burkeman
4000 Wochen
Das Glück ist mit den Realisten
Leider nicht unsterblich
4000 Wochen
Leider nicht unsterblich
Das Glück ist mit den Realisten
Four Thousand Weeks: Embrace your limits. Change your life. Make your four thousand weeks count.
HELP!: How to Become Slightly Happier and Get a Bit More Done
Neue Rezensionen zu Oliver Burkeman
Oliver Burkeman, geboren 1975 in Grossbritannien, lebt als Journalist in New York. Mit Das Glück ist mit den Realisten. Warum positives Denken überbewertet ist, das in der 2012 erschienenen Originalausgabe den ganz wunderbaren Titel The Antidote trägt, legt er ein Buch vor, das vorführt, was exzellenter britischer Journalismus ist – smart, meinungsstark und selbstironisch.
Autor Burkeman hat seine Hausaufgaben gemacht. Unter anderem hat er sich bei Sozialpsychologen kundig gemacht, denen „anscheinend erlaubt ist, das Geld anderer Leute auszugeben, um das Offensichtliche zu beweisen.“ Die einschlägigen Erkenntnisse vieler dieser Forschungen sind aus der Literatur bekannt. Etwa die Theorie, „dass wir zwar gerne positive Botschaften über uns selbst hören, uns aber noch mehr nach dem Gefühl sehnen, überhaupt ein kohärentes, konsistentes Selbst zu sein“, ein Phänomen, das sich bei Dostojewski findet.
Das Streben nach Glück beschäftigt den Menschen seit je her und so landet denn Oliver Burkeman unweigerlich bei den alten Griechen, und speziell den Stoikern, die viel Schlaues und Weises gesagt haben, das heutzutage als Sprüche in Geschenkbändchen auftaucht. „Das alles leuchtete mir intellektuell ein, aber ich wollte wissen, ob heute wirklich jemand nach diesen Prinzipien lebt.“
Das Ehepaar, das er in der Folge aufsucht, lebt, trotz bester akademischer Qualifikationen, in prekären gesundheitlichen und finanziellen Verhältnissen, die ihnen vor Augen führten, dass die Einflussmöglichkeiten auf die Realität beschränkt sind. Eine Einsicht, die sich als enorm hilfreich erweist; der Autor erlebt es selber in der Schlange des Supermarktes.
Im Rahmen seiner Beschäftigung mit dem Buddhismus, bei dem es ums Loslassen geht, nimmt er an einer Meditationswoche in einem Wald von Massachusetts teil. Er besucht Eckhart Tolle („Und das ist für manche Menschen eine Offenbarung: zu erkennen, dass das ganze Leben nur aus Jetzt besteht. Vielen Menschen wird plötzlich klar, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens so gelebt haben, als wäre es nicht so.“), erzählt von Alan Watts, dessen Einsichten „sich weder auf New Age noch auf Pseudowissenschaft stützen, sondern auf strenges, rationales Denken“.
Er macht sich auf in die Slums von Nairobi, wo die Menschen keineswegs so deprimiert sind, wie er sich das vorgestellt hat. Vielmehr macht sie die tägliche Konfrontation mit der Unsicherheit lebenstauglicher. Und er fährt nach Mexiko, weil er gehört hatte, dass die Menschen dort ein einzigartiges Verhältnis zum Tod haben – denn davon handelt dieses Buch letztlich: von der Konfrontation mit der Realität und zu dieser gehört auch der Tod.
Eine der Kernthesen dieses Werkes lautet: Je mehr man sich auf etwas konzentriert, desto grösser die Gefahr, dass dies zum Problem wird. „Zielbesessenheit“ nennt es ein „Experte für organisatorisches Verhalten“ (was auch immer das sein mag). Untersuchungen zeigten überdies, dass diejenigen, denen ein Ziel vorgegeben wurde, weitaus häufiger logen als diejenigen, denen nur gesagt wurde, ihr Bestes zu geben. Dazu kommt, dass Laborbedingungen und Alltag selten übereinstimmen.
Das Glück ist mit den Realisten ist guter, traditioneller Journalismus, was meint: eine Kombination von Recherche und eigenem Nachdenken. Irritierend ist die für mein Dafürhalten übertriebene Bezugnahme auf sogenannte Autoritäten (eine Journalisten-Krankheit). So wissen wir auch ohne Psychologin, dass wir Gefühle von Ungewissheit nicht ertragen. Und wir wissen genau so, dass es gut wäre, uns auf diese Gefühle einzulassen. Es gibt allerdings nur wenige, die das auch versuchen.
Hängengeblieben ist mir ganz Unterschiedliches. Etwa, dass es keine Hinweise darauf gibt, „dass man seine Wut loswird, wenn man sie abreagiert, oder dass man seine Ziele eher erreicht, wenn man sie sich vor Augen führt.“ Oder das schöne Zitat aus einer Kurzgeschichte von Edith Wharton: „Zufriedenheit stellt sich hingegen nur ein, wenn man aufhört, dem Glück hinterherzujagen.“ Und dann natürlich das Experiment mit dem Eisbär, das selbstverständlich nicht verraten werden soll.
Sind wir Herr unseres Schicksals oder sind wir es nicht? gehört zu den wesentlichen Fragen dieses Buches, das nützliche Informationen zuhauf liefert und klar macht, dass Entweder/Oder, das allein unserem Bedürfnis nach Stabilität und Sicherheit geschuldet ist, an der Komplexität des Daseins scheitern muss. Und das ist gut so, wie Oliver Burkeman auf vielfältige Art und Weise darlegt.
Fazit: Aufschlussreich, unterhaltsam, witzig und informativ. Eine gelungene Anleitung zum lebenspraktischen Philosophieren.
Das Leben fliegt oft nur so an uns vorbei, dabei sollten wir doch eigentlich jeden Moment genießen.
Ich finde das Oliver Burkeman in seinem Buch 4000 Wochen die Wahrnehmung und Bedeutung der Zeit interessant beleuchtet. Allerdings konnte ich einigen Ausführungen nicht immer bis zum Ende folgen bzw. haben mich einige Einschübe eher irritiert. Das kann ich dadurch begründen, dass die aussagen für mich nichts mehr mit dem Kern der Sache zu tun hatten.
Die Kernbotschaft ist klar: Nutz die Zeit die du hast so gut wie möglich. Frage dich selbst, ob du die Zeit in unnütze Dinge investieren willst. Renne der Zeit nicht hinterher, sondern lebe im Moment.
Viele der dargestellten Aspekte finde ich anschaulich beschrieben und könne denke ich, insbesondere, wenn man in der Work-Work-Balance gefangen ist einen positiven Einfluss nehmen. Ich finde, dass er sinnige Beispiele anbringt, welche das dargestellte gut beleuchten.
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