Oliver Buslau

 4 Sterne bei 105 Bewertungen
Autor von Feuer im Elysium, Der Vampir von Melaten und weiteren Büchern.
Autorenbild von Oliver Buslau (©Susanne Prothmann)

Lebenslauf von Oliver Buslau

Oliver Buslau, 1962 in Gießen geboren, wuchs in Koblenz auf und studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Bibliothekswissenschaft in Köln und Wien. Nach seinem Studienabschluss im Jahre 1990 arbeitete er bei der Kölner Schallplattenfirma EMI Classics und als Verlagsredakteur, danach als freier Autor von Texten über klassische Musik. Nach Jahren freier Mitarbeit bei verschiedenen Schallplattenfirmen und Musikzeitschriften begann Oliver Buslau 1999 Kriminalromane zu schreiben. Sein erster Krimi „Die Tote vom Johannisberg“, der 2000 erschien, war der Auftakt zu einer Serie um den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott. Der Kriminalroman „Schängels Schatten“ (2003) spielt in Buslaus alter Heimatstadt Koblenz. Das Buch handelt von dem Reiterstandbild am Deutschen Eck. 2006 kam „Das Gift der Engel“ hinzu – ein in Bonn spielender Roman um die Themen Klassische Musik und Rheinromantik. 2009 erschien „Die fünfte Passion“ – ein Thriller um Geheimnisse in der Musik von Johann Sebastian Bach, außerdem der Fantasythriller „Der Vampir von Melaten". Auch als Autor vom Kurzkrimis und Kurzgeschichten hat sich Oliver Buslau, der heute in Bergisch Gladbach lebt, einen Namen gemacht. Neben der eigenen Autorenkarriere kümmert er sich auch um die Schreibausbildung anderer: Im Jahre 2000 gründete er die Zeitschrift „TextArt - Magazin für Kreatives Schreiben“, die er bis 2016 als Chefredakteur und Mitherausgeber leitete. Als Dozent für Kreatives Schreiben gibt er selbst Kurse im Krimischreiben. Oliver Buslau ist als Bratschist Mitglied verschiedener Amateurensembles – unter anderem im Sinfonieorchester Bergisch Gladbach. 2017 veröffentlichte er den populären Musikführer „111 Werke der klassischen Musik, die man kennen muss“. Auch mehrere seiner neueren Krimis haben Bezug zur klassischen Musik, wie „Schatten über Sanssouci“ oder „Feuer im Elysium“ (2020 erschienen, ein historischer Kriminalroman über Beethoven und die Uraufführung von dessen 9. Sinfonie).

Neue Bücher

Feuer im Elysium

 (13)
Neu erschienen am 23.01.2020 als Hardcover bei Emons Verlag.

Alle Bücher von Oliver Buslau

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Cover des Buches Feuer im Elysium (ISBN:9783740806163)

Feuer im Elysium

 (13)
Erschienen am 23.01.2020
Cover des Buches Der Vampir von Melaten (ISBN:9783863586492)

Der Vampir von Melaten

 (10)
Erschienen am 29.02.2016
Cover des Buches Die Tote vom Johannisberg (ISBN:9783897051690)

Die Tote vom Johannisberg

 (8)
Erschienen am 01.04.2000
Cover des Buches Bergisch Samba (ISBN:9783897053267)

Bergisch Samba

 (7)
Erschienen am 24.10.2016
Cover des Buches Altenberger Requiem (ISBN:9783863583309)

Altenberger Requiem

 (7)
Erschienen am 15.11.2013
Cover des Buches Die Orpheus-Prophezeiung (ISBN:9783442465125)

Die Orpheus-Prophezeiung

 (7)
Erschienen am 18.11.2013
Cover des Buches Neandermord (ISBN:9783863583316)

Neandermord

 (6)
Erschienen am 01.09.2013
Cover des Buches Schatten über Sanssouci (ISBN:9783863581626)

Schatten über Sanssouci

 (5)
Erschienen am 31.07.2012

Interview mit Oliver Buslau

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich schreibe schon seit meiner Schulzeit, war jedoch zuerst Journalist und Sachbuchautor, bevor ich Ende der 90er mit dem Krimischreiben begann. Damals hatte ich die Idee, einen Mord in einem Konzertsaal geschehen zu lassen, kam aber erst nicht weiter, weil ich keinen Saal fand, in dem das so möglich ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich wurde dann in der historischen Stadthalle Wuppertal fündig. Dieser wunderschöne Konzertsaal aus dem Jahre 1900 heißt „Stadthalle am Johannisberg“. Ich habe den Mord dort geschehen lassen und dafür den Wuppertaler Privatdetektiv Remigius Rott erfunden, der dann aufgrund des Erfolges dieses Erstlings zur Serienfigur wurde. Der erste Krimi „Die Tote vom Johannisberg“ erschien im Jahre 2000. Rott hat mittlerweile (Stand 2010) fünf weitere Fälle gelöst.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Sehr viele, aus unterschiedlichen Genres. Ich kehre aber immer wieder zu Stephen King, Georges Simenon und Elmore Leonard zurück.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Für meine Bergischen Krimis um Remigius Rott brauche ich mich nur im Bergischen Land umzuschauen, um auf Ideen zu kommen. Da gibt’s jede Menge alter Mühlen, Wälder, Sehenswürdigkeiten wie das Neandertal oder den Altenberger Dom, es sind Städte wie Remscheid, Solingen oder Wuppertal, die durch ihre Schauplätze oder ihren Menschenschlag inspirieren. Besonders anregend finde ich auch kulturhistorische Rätsel – wie zum Beispiel das bei weitem noch nicht gelöste Geheimnis der verschlüsselten Botschaften im Werk von Johann Sebastian Bach, aus dem ich den Thriller „Die fünfte Passion“ gemacht habe. Zu meinem Fantasyroman „Der Vampir von Melaten“ haben mich Kölner Kirchen und natürlich der berühmte Melatenfriedhof inspiriert.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich habe eine Mailingliste, zu der man sich durch eine Nachricht an mich anmelden kann, ich pflege Internet-Netzwerke und so weiter. Wichtig ist aber auch die Bereitschaft, auf die Fragen der Leserinnern und Leser einzugehen, die ich durchaus habe. Das liegt auch daran, dass ich den handwerklichen Seiten des Schreibens gegenüber sehr offen bin. Parallel zu meiner schriftstellerischen Arbeit habe ich im Jahre 2000 die Zeitschrift „TextArt – Magazin für Kreatives Schreiben“ gegründet, die sich explizit an Menschen wendet, die das Schreiben lernen wollen.

Wann und was liest Du selbst?

Ich komme leider meist erst abends zum Lesen. Ich pendle immer zwischen aktuellen Krimis oder Büchern aus anderen Genres und Klassikern, die ich wieder oder erstmals lese, hin und her. Es geht also ziemlich durcheinander.

Neue Rezensionen zu Oliver Buslau

Neu

Rezension zu "Feuer im Elysium" von Oliver Buslau

Sehr berührend
Babsi123vor einem Tag

Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Feuer im Elysium" testlesen. 

Autor : Oliver Buslau


Handlung :

Kann eine Sinfonie die Freiheit bringen?


Als der junge Schlossverwalter Sebastian Reiser nach Wien gelangt, bereitet Ludwig van Beethoven gerade die Uraufführung seiner neunten Sinfonie vor. Die ganze Stadt fiebert dem Konzert im Kärntnertortheater entgegen. Doch die Aufführung ist umstritten – nicht nur bei den konservativen Musikenthusiasten, sondern auch bei verbotenen Burschenschaften. Reiser bekommt die Chance, im Orchester mitzuwirken, und gerät in ein gefährliches Geflecht aus Intrigen und geheimer Politik.


Mein Fazit :

Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, uraufgeführt 1824, ist die letzte vollendete Sinfonie des Komponisten Ludwig van Beethoven. Im Finalsatz der Sinfonie werden zusätzlich zum Orchester auch Gesangssolisten und ein gemischter Chor eingesetzt. Als Text wählte Beethoven das Gedicht " An die Freude " von Friedrich Schiller.

Wikipedia


Die 9. Sinfonie ist die letzte die L. van Beethoven vollendet hat , " Freude schöner Götterfunken....." Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das 18. Jahrhundert, als die 9. Sinfonie in Wien aufgeführt werden sollte. Beethoven  war " der " bedeutendste  Wiener Komponist und Pianist , der die klassische Musik revolutionierte. Nicht jeder gönnt Beethoven den Erfolg und so geraten zwielichtige Gestalten schnell in den Fokus. Welche Rolle spielt der junge S. Reiser in dieser Geschichte? Ist er ein Befürworter oder Gegner Beethovens ? 

Als sein Dienstherr Edlen von Sonnberg und sein Vater bei einem Unfall ums Leben kommen, ändert sich für den jungen Sebastian alles. Er verliert seine Anstellung und eine mögliche Hochzeit mit Theresa von Sonnberg, der Adelstochter steht damit in den Sternen.  Sebastian geht nach Wien und gerät in einen Strudel aus Intrigen , Verrat , aber es gibt ein Happy End........

Sebastian Reiser bekommt die Chance im Orchester als Geiger mitzuwirken , in der damaligen Zeit eine große Ehre. Die Aufführung soll durch Gegner Beethovens verhindert werden, da sie nicht zeitgemäß ist. Kann der junge Sebastian das verhindern und seine große Liebe Theresia von Sonnberg doch noch heiraten ? 


Das Cover sieht sehr edel aus und gefällt mir sehr gut. Die Farbabstimmung passt zusammen und der Titel ist sehr prägnant.  Das Konterfei von Beethoven ist in glänzender Farbe aufgedruckt. 

Der Schreibstil ist flüssig, auch wenn ich am Anfang den Zeitsprüngen nicht gleich so folgen konnte. Die Geschichte  beginnt und endet mit der Erzählung von Sebastian als 72 Jahre alter Mann, in dem er seinem Enkel die wahre Geschichte über Beethoven erzählt. 


" Feuer im Elysium " ist ein historischer Roman , eine gute Mischung aus Drama und Fiktion und dabei sehr unterhaltsam. Man wird in die politische Zeit in dieser Epoche entführt und welche Macht die Musik im 18. Jahrhundert schon hatte. Gerade in dieser Zeit hat der Autor seinen Kriminalroman angesetzt und die geschichtlichen Hintergründe autentisch dargestellt. Die Charaktere sieht man förmlich vor sich und hat das Gefühl als wenn man sie schon lange kennt. 

Der Lesestoff ist keine leicht Kost und doch sehr anspruchsvoll zu lesen. Vieles ist in der " Sie " Form geschrieben, was auf einer Seite sehr faszinierend ist und der förmlichen Anrede früher entspricht. 

Der Autor hat das Buch mit sehr viel Herzblut geschrieben ,  ich finde es sehr berührend und es geht sehr ans Herz. 


Was mich an der ganzen Geschichte fasziniert hat war , wie Beethoven als " tauber Mensch " solch eine herrliche Sinfonie komponieren konnte. Ein Meisterstück !!!


Schließen möchte ich mit einem Zitat von L. von Beethoven: 

"  Dem Manne muß die Musik Feuer aus dem Geist schlagen."

Von mir klare Kaufempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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Rezension zu "Feuer im Elysium" von Oliver Buslau

Zwischen den Fronten
Tanzmausvor 2 Tagen

Der junge Sebastian Reiser lebt zusammen mit seinem Vater als Schlossverwalter auf dem Schloss der Familie von Sonnenberg. Als ein Unfall nicht nur seinen Vater, sondern auch den Schlossherrn das Leben kostet, findet sich der studierte Jurist auf der Straße wieder. Sein Weg führt ihn nach Wien, um sich dort ein respektables Leben aufbauen zu können. Denn noch gibt er seine Liebe zur Tochter von Sonnenberg nicht verloren.


In Wien angekommen gerät Reiser jedoch in ein dunkles Geflecht aus Lügen und Intrigen und weiß zunächst nicht, wo sein Platz in diesem Ränkespiel ist, bis es fast zu spät scheint …


Das Buch hat mich positiv überrascht. Die Geschichte ist sehr fein gesponnen, ausgeklügelt und politisch beschwert. Erwartete ich eine seichte leichte Unterhaltung, wurde ich bereits nach wenigen Seiten eines Besseren belehrt. Doch obwohl viel Politik, Intrigen und Ränkespiele zum tragen kommen, ist die Geschichte leicht zu lesen und die Spannung steigt kontinuierlich an.


Der Perspektivenwechsel lockert zudem etwas auf und bietet dem Leser ganz andere Einblicke in das Geschehen mit Verständnis um die Hintergründe. Man merkt dem Autor an, dass er selbst aus dem musikalischen Bereich stammt. Mit viel Liebe und Herzblut erzählt er hier eine Geschichte, die verpackt in einem Kriminalroman selbst Zugang zu Lesern finden dürfte, die eher weniger bewandert sind in diesem Bereich.


Fazit:

Fein ausgearbeitete Charaktere, Spannung und Wendemomente, dazu historisches und politisches Hintergrundwissen lassen den Roman für mich zu einer gelungenen Hommage an Ludwig van Beethoven werden.


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Rezension zu "Feuer im Elysium" von Oliver Buslau

Historischer Kriminalroman von beträchtlichem Format
EmiliAnavor 5 Tagen

Die Metternich-Ära, die dem Wiener Kongress folgte, war geprägt von Repressalien, von Zensur und Bespitzelung allenthalben, die dem Ziel dienten, liberale Strömungen, die im Zuge der Französischen Revolution mit Macht aufgekommen waren, im Keim zu ersticken. Die gehobenen Schichten der Bevölkerung befürchteten die Vernichtung der alten Werte und damit natürlich, durch die Einführung einer Verfassung und gar Wahlen, eine Beschränkung ihrer Macht und der vielfältigen Privilegien, derer sie teilhaftig wurden. Es musste zudem verhindert werden, dass die Burschenschaften mit ihrem revolutionären Gedankengut, die sich durch den Einfluss des Freigeistes Schiller, den sich die Studenten zum Vorbild genommen hatten, ab 1815 formierten, ausbreiteten.

Und in dieser Epoche, als die Vision einer Verbrüderung der Menschen über politische Grenzen hinaus von so vielen Menschen gehegt wurde, wie niemals zuvor,  entstand Beethovens Neunte Symphonie, mit ihrer Ode an die Freude, der Freude nicht etwa am Leben sondern an der Freiheit, die betörend und verlockend und überaus erstrebenswert am Horizont winkte. Musik als befreiendes Ausdrucksmittel! Dementsprechend wurde der Komponist mit äußerstem Misstrauen beäugt und man war, vergebens, wie die Geschichte gezeigt hat, bemüht, die Uraufführung des monumentalen, überaus komplexen Werks, das die Normen der Zeit sprengte, die Gesetze der Harmonie niederriss und die Musik neu erfand, zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund hat der Autor Oliver Buslau seinen Kriminalroman angesiedelt, der weit mehr ist als das, nämlich ebenso ein geschichtlicher Roman, dessen Schauplätze historisch exakt, authentisch und anschaulich dargestellt werden, so wie auch viele der handelnden Personen tatsächlich gelebt haben und andere gewissen Vorbildern nachempfunden oder dramaturgisch wirksam verändert wurden. Durchzogen wird das Werk von Beethovens Musik, von seiner gewaltigen Neunten Symphonie, die der Autor auf seine Weise auch dem musikalisch wenig bewanderten Leser nahebringt, sie spür- und erfahrbar macht.

Es ist dies schon ob der Thematik kein leicht zu lesender Roman, er ist sowohl inhaltlich als auch sprachlich anspruchsvoll, er ist detailliert und informativ und, wie man es von einem Kriminalroman erwarten darf, spannend bis zum Schluss. Und er lässt den Leser sich annähern an den Musiker und, soweit es nach zweihundert Jahren möglich ist, genauso an den Menschen Beethoven, den Künstler, der, so unfassbar es auch ist, erst durch seine fortschreitende bis schließlich gänzliche Taubheit, über deren Ursachen bis heute spekuliert wird, zu kompositorischen Höhen, direkt in den Olymp, gefunden hat.

Im Roman wird die Meinung vertreten, zu der auch der – fiktive – Protagonist Sebastian Reiser gelangt, dass die Musik des Meisters vielleicht deshalb so grandios ist, weil gerade wegen seiner Taubheit alle äußeren Einflüsse ausgeschaltet werden und ihn auf diese Weise nichts davon ablenkte, die reine Musik zu erspüren und ihr Ausdruck zu verleihen.

Besagter Sebastian Reiser lernt Beethoven, den Mann mit dem Löwenkopf, kurz vor der Uraufführung der „Neunten“ in Wien in persona kennen. Notgedrungen befindet er sich hier, ist zum einen auf der Suche nach einer Anstellung, nachdem er die seine als angehender Gutsverwalter des bei einem Unglück ums Leben gekommenen, ihm wohlgesonnenen Förderers, des Edlen von Sonnberg, verloren hat, und zum anderen, weil er im Nachlass seines gemeinsam mit dem Edlen verunglückten Vaters ein Notizfragment gefunden hat, das ihn verstört, weil es andeutet, dass sein Vater und mit ihm ein gewisser Doktor Scheiderbauer aus Wien in irgendein Geheimnis verwickelt waren, das Meister Beethoven höchstpersönlich betraf. In Wien möchte er der Sache auf den Grund gehen, was ihn sehr bald schon in eine sehr gefährliche Situation bringt, je weiter er sich in seine Nachforschungen verstrickt, durch die er leider auch ins Visier eines gewissen Hänsel gerät, der ein ehemaliger Kommilitone aus seiner Wiener Studienzeit war und an den er sich, weil dieser in der Staatskanzlei des Fürsten Metternich einen verantwortungsvollen Posten bekleidet, auf seiner Suche nach einer Festanstellung auf den Rat des ihm offensichtlich wohlgesonnenen Barons von Walseregg wendet, der ihn nach der Beerdigung von Sonnberg nach Wien gebracht hat.

Hänsel aber ist, so findet Reiser alsbald heraus, ein gefährlicher Mann, der ihn, gespeist durch Falschinformationen einer bis gegen Ende des Romans unbekannten Person, dem eigentlichen Drahtzieher des Komplotts, das Reiser im Begriff ist aufzudecken, in der Hand hat und so dazu bringt, als Konfident zu arbeiten, was nichts anderes als Spitzel bedeutet.

Während Reiser den kryptischen Zeilen seines Vaters Sinn geben möchte, kreuzt auch ein gewisser Theodor Kreutz seinen Weg, seines Zeichens Student und fanatischer Burschenschaftsanhänger, der sich unter falschem Namen nach Wien geschmuggelt hat und dort unbedingt ganz im Sinne der Revolution tätig werden möchte. Ein zwielichtiger Geselle ist er, der sich danach sehnt, seine aufrührerischen Ideen in die Tat umzusetzen und unbedingt an vorderster Front bei einem, so glaubt er fest, geplanten Anschlag auf die Herrschenden dabei sein möchte. Durch das Subjekt Kreutz lernt der Leser eine gewisse Gruppierung kennen, die „Unsichtbaren“, die den Freiheitsgedanken auf ihre eigene Weise umsetzen möchten, nämlich durch die bereits erwähnte Macht der Musik. Und während von allen Seiten Kräfte am Werk sind, die ihre jeweils eigenen Spiele spielen und Ziele verfolgen, nähert sich der Tag der Uraufführung von Beethovens „Neunter“ unaufhaltsam! Der musikalische Reiser soll auf Drängen seines alten Geigenlehrers Piringer als Bratschist dabei sein, eine ganz besondere Ehre, von der er fünfzig Jahre später seinem Enkel Franz, einem begabten Musikstudenten, der in der Rahmenhandlung auftaucht, in die der Roman gebettet ist, erzählen wird. Und während der Premiere kommt es schließlich zum großen Finale! Sebastian Reiser – und mit ihm der Leser - erhält Antworten auf die Fragen, die ihn umgetrieben haben – und klärt nicht nur das perfide Komplott auf, das seinem Dienstherrn Sonnberg und seinem Vater das Leben gekostet und ihn um ein Haar ins Gefängnis oder an einen noch schlimmeren Ort gebracht hätte, sondern spielt auch noch eine wichtige Rolle bei der Verhinderung eines Anschlags, der vielen Menschen das Leben gekostet hätte....

Und wenn sich der inzwischen alte Reiser am Ende des fulminanten, ganz und gar makellosen Romans fragt, ob denn Beethovens „Neunte“ mit ihrer tiefempfundenen „Ode an die Freude“, die auf den berühmten Dichterfürsten aus dem Sturm und Drang zurückgeht, etwas bewirkt hat, kommt er zu dem Schluss, dass dem eher nicht so ist. Wenn überhaupt, so hat sie vielleicht aber dazu beigetragen, dass die Hoffnung auf Freiheit, darauf, dass alle Menschen Brüder werden, eines fernen Tages, niemals stirbt. Die Hoffnung, sie ist ein Traum, so denkt er, und ein Traum ist ja auch nur wieder eine Illusion... Wie recht er damit hat!

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Feuer im Elysium (ISBN:undefined)

Beethovens Neunte ist ein Mythos unter den Klassikwerken, ihre Geschichte ist aber  auch ein guter Krimistoff: Im Jahr der Uraufführung 1824 in Wien schwelte die Angst der Eliten vor einer neuen Revolution, das Kaiserreich war ein Überwachungsstaat - und mittendrin brachte Beethoven mit seiner letzten vollendeten Sinfonie die Vision die Menschheitsverbrüderung auf die Bühne ...  

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Leserunde zu "Feuer im Elysium", dieser Roman hat mich lange und intensiv beschäftigt - und wenn ihr meine Bio lest, erfahrt Ihr, warum : Mich haben neben der klassischen selbst Musik schon immer die Geschichten interessiert, die es dazu zu erzählen gibt. Ich möchte sie so erzählen, dass man von Mozart, Beethoven, Bach und Co. nichts verstehen muss, um ebenfalls davon fasziniert zu sein. Beethovens Neunte ist da ein ganz besonderer Kandidat, ein echter Mythos unter den Klassikwerken, dessen Aura bis heute nachwirkt. Die Zeit, in der sie uraufgeführt wurde, ist wegen all der politischen Reibereien für das Genre historischer Krimi wunderbar geeignet. Ich würde gerne erfahren, wie das Buch bei Euch ankommt. Für mich war die "kriminelle Zeitreise" ins Wien des frühen 19. Jahrhunderts jedenfalls äußerst spannend!

89 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Babsi123vor einem Tag

Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Feuer im Elysium" testlesen. 

Autor : Oliver Buslau


Handlung :

Kann eine Sinfonie die Freiheit bringen?


Als der junge Schlossverwalter Sebastian Reiser nach Wien gelangt, bereitet Ludwig van Beethoven gerade die Uraufführung seiner neunten Sinfonie vor. Die ganze Stadt fiebert dem Konzert im Kärntnertortheater entgegen. Doch die Aufführung ist umstritten – nicht nur bei den konservativen Musikenthusiasten, sondern auch bei verbotenen Burschenschaften. Reiser bekommt die Chance, im Orchester mitzuwirken, und gerät in ein gefährliches Geflecht aus Intrigen und geheimer Politik.


Mein Fazit :

Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, uraufgeführt 1824, ist die letzte vollendete Sinfonie des Komponisten Ludwig van Beethoven. Im Finalsatz der Sinfonie werden zusätzlich zum Orchester auch Gesangssolisten und ein gemischter Chor eingesetzt. Als Text wählte Beethoven das Gedicht " An die Freude " von Friedrich Schiller.

Wikipedia


Die 9. Sinfonie ist die letzte die L. van Beethoven vollendet hat , " Freude schöner Götterfunken....." Der Autor nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das 18. Jahrhundert, als die 9. Sinfonie in Wien aufgeführt werden sollte. Beethoven  war " der " bedeutendste  Wiener Komponist und Pianist , der die klassische Musik revolutionierte. Nicht jeder gönnt Beethoven den Erfolg und so geraten zwielichtige Gestalten schnell in den Fokus. Welche Rolle spielt der junge S. Reiser in dieser Geschichte? Ist er ein Befürworter oder Gegner Beethovens ? 

Als sein Dienstherr Edlen von Sonnberg und sein Vater bei einem Unfall ums Leben kommen, ändert sich für den jungen Sebastian alles. Er verliert seine Anstellung und eine mögliche Hochzeit mit Theresa von Sonnberg, der Adelstochter steht damit in den Sternen.  Sebastian geht nach Wien und gerät in einen Strudel aus Intrigen , Verrat , aber es gibt ein Happy End........

Sebastian Reiser bekommt die Chance im Orchester als Geiger mitzuwirken , in der damaligen Zeit eine große Ehre. Die Aufführung soll durch Gegner Beethovens verhindert werden, da sie nicht zeitgemäß ist. Kann der junge Sebastian das verhindern und seine große Liebe Theresia von Sonnberg doch noch heiraten ? 


Das Cover sieht sehr edel aus und gefällt mir sehr gut. Die Farbabstimmung passt zusammen und der Titel ist sehr prägnant.  Das Konterfei von Beethoven ist in glänzender Farbe aufgedruckt. 

Der Schreibstil ist flüssig, auch wenn ich am Anfang den Zeitsprüngen nicht gleich so folgen konnte. Die Geschichte  beginnt und endet mit der Erzählung von Sebastian als 72 Jahre alter Mann, in dem er seinem Enkel die wahre Geschichte über Beethoven erzählt. 


" Feuer im Elysium " ist ein historischer Roman , eine gute Mischung aus Drama und Fiktion und dabei sehr unterhaltsam. Man wird in die politische Zeit in dieser Epoche entführt und welche Macht die Musik im 18. Jahrhundert schon hatte. Gerade in dieser Zeit hat der Autor seinen Kriminalroman angesetzt und die geschichtlichen Hintergründe autentisch dargestellt. Die Charaktere sieht man förmlich vor sich und hat das Gefühl als wenn man sie schon lange kennt. 

Der Lesestoff ist keine leicht Kost und doch sehr anspruchsvoll zu lesen. Vieles ist in der " Sie " Form geschrieben, was auf einer Seite sehr faszinierend ist und der förmlichen Anrede früher entspricht. 

Der Autor hat das Buch mit sehr viel Herzblut geschrieben ,  ich finde es sehr berührend und es geht sehr ans Herz. 


Was mich an der ganzen Geschichte fasziniert hat war , wie Beethoven als " tauber Mensch " solch eine herrliche Sinfonie komponieren konnte. Ein Meisterstück !!!


Schließen möchte ich mit einem Zitat von L. von Beethoven: 

"  Dem Manne muß die Musik Feuer aus dem Geist schlagen."

Von mir klare Kaufempfehlung und verdiente 5 Sterne.

Zusätzliche Informationen

Oliver Buslau wurde am 21. Juni 1962 in Gießen (Deutschland) geboren.

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