Oliver Buslau Schatten über Sanssouci

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Inhaltsangabe zu „Schatten über Sanssouci“ von Oliver Buslau

Potsdam unter der Herrschaft Friedrich des Großen: Die Farben der preußischen Uniformen prägen das Stadtbild, in den schnurgeraden Straßen der Residenz herrscht militärische Strenge. Doch auf den Hügeln vor der Stadt pflegt der König im neuen Schloß Sanss

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  • Atmosphärisch dichter Kriminalfall am Hofe Friedrischs II.

    Schatten über Sanssouci
    Jana68

    Jana68

    14. February 2017 um 14:49

    Mit "Schatten über Sanssouci" hat Oliver Buslau einen beeindruckenden historischen Kriminalroman vorgelegt, der im Umfeld Friedrich des Großen wenige Jahre nach den Schlesischen Kriegen angesiedelt ist. Es ist Friedenszeit in Preußen und Friedrich II. hat gerade seine Sommerresidenz Sanssouci bezogen, wo er allabendlich Kammerkonzerte aufführt und sich mit allerhand Größen seiner Zeit zu "intellektuellen" Abendessen trifft. Wenngleich der eigentliche Kriminalfall etwas Zeit braucht, ehe er sich vollends entfaltet, gelingt es dem Autor ausgezeichnet, ein Bild des Lebens und des militärisch geprägten Alltags in und um Potsdam zu zeichnen. Es baut sich eine atmosphärische Dichte auf, in die der Kriminalfall bestens eingebettet ist. Die Hauptfigur Quantz, seines Zeichens gut bezahlte Kammermusikus an Friedrichs Hof, fällt in Ungnade als ein Lakai zunächst verschwindet, später tot aufgefunden wird und bei ihm entwendete Noten entdeckt werden. Quantz erscheint als recht naiver und beinah ausschließlich auf Kammermusik konzentrierter Künstler, dem sich die Welt in all ihren politischen Verstrickungen und Intrigen, denen nun auch er zum Opfer fallen soll, einfach nicht erschließt. Zwar nimmt er selbst das Zepter in die Hand, um seine eigene Unschuld zu beweisen, verrennt sich dabei jedoch im falschen Glauben an die eigene Überzeugungskraft immer mehr. Zu Hilfe kommt ihm ganz unerwartet der materialistische Philosoph Julien La Mettrie, dessen weltanschaulichen Publikationen und verschwenderischer bis völlig unvernünftiger Lebensstil auch in Preußen nicht unumstritten sind. Dennoch ist es La Mettrie, der sich aus eigener Begeisterung für den Fall heraus, Quantz' annimmt und dessen Horizont deutlich erweitert. Die in durchaus humorvoller Polemik veranschaulichten Betrachtungen, die beide während ihrer Ermittlungen anstellen, verdeutlichen ein neues Menschenbild im Geiste der Aufklärung. Quantz‘ eindimensionales Denken findet einen sehr guten Gegenpart in La Mettrie, der ihn Schritt für Schritt das Offensichtliche ebenso wie das Verdeckte offenbart. Die Auftritte einer Reihe weitere Persönlichkeiten, die zum Teil Dauergast am Hofe Friedrichs II. waren, prägen zudem die Authentizität der Geschichte, lassen das Geschehen sehr wahrhaft erscheinen. Ein weiteres Mittel zum Zweck ist die Musik bzw. Musiktheorie, wobei sich bei mir einige persönlich Defizite auftaten, die ich mittels Recherche während der Lektüre aber ausgleichen konnte. Das war auch gut so, um den Faden in der Geschichte nicht zu verlieren. Der letztlich politisch motivierte Kriminalfall ist sehr gut konstruiert und verdichtet sich nach eher behäbigen Start zunehmend. Die sich beständig erweiternde Spannung läßt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Man fühlt sich mitten hineingestellt in das Potsdam Mitte des 18. Jahrhunderts, sieht oder hört die nächste Patrouille bereits auf sich zu kommen und vermag Bach's Musik beim Spaziergang durch die Stadt zu hören. "Schatten über Sanssouci" ist ein hochinteressanter historischer Krimi, der nichts vermissen läßt und den ich sehr empfehlen kann.

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  • Musikalisch kriminell

    Schatten über Sanssouci
    detlef_knut

    detlef_knut

    Wer es als Krimiliebhaber gerne historisch mag, der kann sich ruhigen Gewissens diesen Kriminalroman zu Gemüte führen, der im Umfeld des sich für schöne Künste interessierenden Preußenkönigs Friedrich spielt. Obwohl Friedrich der Große auch Kriege führt und seine Soldaten einem harten Drill unterzieht, möchte er gerne als Künstler, oder zumindest Kunstliebhaber, und Philosoph geachtet sein. Das Spiel auf der Querflöte hat es ihm angetan. So gelangte der Musiker Quantz an den Hof nach Potsdam und wurde Kammermusiker und Flötenlehrer von Friedrich. Neben dem Komponieren und Musizieren baut er außerdem Flöten für den König. Quantz hadert mit sich selbst. Ihm scheinen die Ideen für neue Stücke und Konzerte auszugehen, von denen er nahezu wöchentlich ein neues liefern muss. Doch dann kommen die Noten eines Konzertes abhanden. Zusätzlich verschwindet ein Lakai. Eigentlich eine unbedeutende Person, aber es scheint ein Zusammenhang zu bestehen. Friedrich, der dabei ist, eine Kriminalpolizei nach französischen Vorbild aufzubauen, beauftragt seine "Polizei in Zivil", das Verschwinden aufzudecken. Doch der auf Karriere bedachte Weyhe hat nichts Besseres zu tun, den Musikus Quantz zu verdächtigen und ihm nicht nur das Verschwinden der Noten sondern auch den Mord an dem inzwischen tot aufgefundenen Lakaien anzuhängen. Auch Friedrich wendet sich von seinem Hofmusiker ab. Nur in dem französischen Philosophen La Mettrie findet Quantz einen Gefährten, der ihn zu unterstützen vorgibt. Oliver Buslau hält sein Wissen rund um die Musik und das Leben am Hofe des Preußenkönigs nicht zurück. Eingebettet in eine mit dem Fortgang des Lesens immer spannender werdende Geschichte vermittelt er viel von den Personen am Hofe. Er erzählt Anekdoten über Bach, Friedrichs Schwester Amalie und anderen Leuten, die ebenso unterhaltsam sind wie der Kriminalfall selbst. Gut recherchiert und filigran ausgearbeitet wird über die mathematischen Möglichkeiten einer Komposition philosophiert. Eine real existierende Komponiermaschine scheint Gestalt anzunehmen. Die Musik versteht Buslau so bildhaft wiederzugeben, dass man meint, sie beim Lesen zu hören. Genauso wie man ständig die straffen Schritte der Wachen und Patrouillen auf dem Pflaster der Garnisonsstadt Potsdam zu hören glaubt. Der Leser leidet mit, wenn Quantz an seiner Ideenlosigkeit verzagt und möchte ihm gerne Hilfestellung geben, wenn er es doch könnte. Oliver Buslau hat einen ungeheuer interessanten und spannenden Krimi geschrieben, der den Leser in eine Epoche Deutschlands abtauchen lässt, die noch gar nicht so lange her ist und die beinahe eine Grundlage des deutschen Charakters liefert, wenn man an die darauffolgenden Sicherheitsbehörden der deutschen Staaten denkt. Spannung und Story, verbunden mit hoher Plausibilität bilden die Grundlage für eine volle Punktzahl.© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

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    elisabethjulianefriederica

    elisabethjulianefriederica

    31. December 2013 um 13:40