Oliver Janich

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Oliver Janich

Oliver Janich ist freier Journalist und hat eine regelmäßige Kolumne in FOCUS MONEY. Er schrieb u.a. bei Financial Times Deutschland, Süddeutsche Zeitung und Euro am Sonntag. Als einer der ersten Journalisten veröffentlichte er, dass durch den Lissabon-Vertrag bei Aufruhr das Töten von Menschen und die Wiedereinführung der Todesstrafe erlaubt ist. Im Januar 2010 erregte seine Titelgeschichte über Widersprüche in der offiziellen Theorie zu 9/11 großes Aufsehen.

Quelle: Verlag / vlb

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Rezension zu "Das Kapitalismus-Komplott" von Oliver Janich

Vorwärts in die schöne neue Welt?
R_Mantheyvor 5 Jahren

Der Titel ist geschickt gewählt, denn er verführt möglicherweise Leute dazu sich dieses Buch zu kaufen, die es nicht tun würden, wenn sie genau wüssten, was sie erwartet. Statt der gegenwärtig sehr populären Kapitalismus-Schelte zu folgen, hat Oliver Janich ein Buch geschrieben, in dem er Lesern, die das zulassen, ein ganz anderes Bild der Wirklichkeit präsentiert als das, von dem sie wohl gewöhnlich ausgehen oder ausgehen sollen.

Der Autor versucht nachzuweisen, dass wir auf dem besten Weg in eine unangenehme Zukunft sind, in der es zur Weltherrschaft einer relativ kleinen Gruppe von Leuten kommt, die den Kapitalismus völlig abschaffen und die Freiheit der Individuen erheblich beschneiden wollen. Natürlich kann man eine solche Prognose weder beweisen noch widerlegen, und natürlich klingt sie zunächst für viele wie eine Verschwörungstheorie. Doch wenn man dieses Buch gelesen hat und Janichs Argumente vorurteilsfrei durchdenkt, dann gewinnt seine Sicht der Dinge meistens an Überzeugungskraft. Es passt einfach zu viel zu gut zusammen, um völlig falsch zu sein.

Nach dem Ende des Kalten Krieges kam zunächst eine recht euphorische Stimmung in der Welt auf. Die Gefahr eines Atomkrieges schien gebannt. Doch diese kurze angstfreie Zeit hielt nicht lange an. Auf einmal entstanden neue globale Ängste. Der internationale Terrorismus und die angeblich unheilvoll auf uns zu rasende Klimakatastrophe ersetzten den Kalten Krieg. Und obwohl das eigentlich schon reichen sollte, haben wir nun auch noch eine globale Finanzkrise und jedes Jahr den immer neuen Versuch, der Menschheit eine Pandemie einzureden, die dann irgendwie nicht stattfinden will. Der Autor sieht darin eine Strategie, denn globale Probleme und Ängste erfordern eine globale Erlösung, zum Beispiel in Form einer wie auch immer gearteten Weltregierung.

Nach einer kurzen und für manche sicher etwas verwirrenden Einleitung erklärt der Autor im ersten Teil seines Buches wie der Kapitalismus in natürlicher Weise funktionieren sollte, es aber nicht tut, weil er durch Einschränkungen der Freiheit des Individuums daran gehindert wird. Dabei stützt sich Janich auf die so genannte österreichische Schule der Nationalökonomie um den Nobelpreisträger Hayek. Kapitalismus ist für Janich vor allem Vertragsfreiheit. Doch in diese Vertragsfreiheit zwischen zwei Individuen greift stets mehr oder weniger massiv eine dritte Partei ein, der Staat. Welche verhängnisvollen und vor allem teuren Auswirkungen dies hat, erklärt der Autor an vielen Beispielen.

Ein ganz entscheidendes Kapitel im ersten Teil des Buches befasst sich mit unserem Geldsystem. Wenn man das Wesen unseres Geldes einmal verstanden hat, kann man die Welt nicht mehr durch die offizielle Brille sehen. Janich erklärt sehr gut, wie unser auf Schulden beruhendes Papiergeld einfach aus dem Nichts entsteht und welche katastrophalen Folgen dies hat. Allein dafür lohnt es sich das Buch zu lesen. Der Autor beschreibt danach eine wesentlich effektivere und sorgenfreiere Welt, in der niemand allen anderen ein eigentlich wertloses Zahlungsmittel als alleingültiges Tauschobjekt aufzwingen kann. Die meisten der gegenwärtigen ökonomischen Probleme wären in einer solchen, wirklich kapitalistischen Welt nicht vorhanden.

Da wir uns dies nicht vorstellen können, weil es nie so war, ist zu befürchten, dass der Autor damit wie mit vielen anderen seiner der offiziellen Sichtweise nicht entsprechenden Aussagen bei den meisten Menschen ins Leere läuft, obwohl sie entweder der Wahrheit entsprechen oder ihr auf die eine oder andere Weise sehr nahe kommen.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit den folgenschweren Ereignissen am 11. September 2001 in New York, der angebliche Klimakatastrophe und effektiven Manipulationsmethoden. Janich fasst zunächst einige der Hauptargumente gegen die offizielle Version von 9/11 zusammen. Immer vorausgesetzt, in den Gegendarstellungen (Videos vom Einsturz der Türme, Tondokumente, die mehrere Explosionen unmittelbar vor diesen Einstürzen anzeigen usw.) wird nicht mit Fälschungen gearbeitet, lassen diese Aufzeichnungen eigentlich nur noch den Schluss zu, dass 9/11 nicht so abgelaufen sein kann, wie der offizielle Bericht behauptet. Kürzlich lief im deutschen Fernsehen der Film "9/11 Mysteries", der dies mit besonderer Überzeugungskraft verdeutlicht.

Dass eine große Mehrheit unabhängiger und hochrangiger Wissenschaftler das Märchen von der kommenden Klimakatastrophe nicht glaubt, wird von den meisten Medien verschwiegen. Janich fasst die Argumente gegen die inzwischen schon zur Hysterie aufgestiegenen Klima-Ideologie gut zusammen. Dieser Teil des Buches endet mit Ausführungen darüber, wie man erfolgreich sowohl große Menschenmassen als auch einzelne Diskussionspartner manipuliert. Janich zeigt, wie diese Methoden auch tatsächlich täglich angewendet werden.

Im letzten und nach meiner Ansicht schwächsten Teil geht es um die angebliche Macht-Elite. Janich stellt dem Leser zahlreiche mehr oder wenige geheime oder elitäre Organisationen vor, über die das Weltgeschehen stark beeinflusst wird. Durch zahlreiche Zitate belegt er, dass es immer darum geht, eine neue Weltordnung zu installieren. Verfolgt man die einzelnen Fäden zurück, so gelangt man früher oder später immer zum Rockefeller-Clan oder anderen Figuren des amerikanischen Geldadels. Wenn die neue Weltordnung wie in diesem Buch in bedrohlicher Form beschrieben wird, dann vergessen die entsprechenden Autoren allerdings immer gerne, dass diese Bestrebungen bereits in einer Zeit entstanden, in der die ganze Welt noch westlich dominiert war. Diese Zeit ist jedoch vorbei.

Das Buch endet mit einigen Ausführungen zu namhaften deutschen Politikern und ihren vermuteten Verbindungen zu den vorher vorgestellten Organisationen oder Institutionen und zu kommunistischen Vereinigungen. Vielleicht bin ich naiv, aber in der vom Autor dargelegten Schlichtheit stellen sich die wirklichen Zusammenhänge bestimmt nicht dar. Während der Autor in den ersten zwei Dritteln seines Buches noch tatsächliche Zusammenhänge diskutiert, geht am Ende seines Werkes der Enthüllungsjournalist in ihm durch, der gerne auch einmal seine eigenen Konstruktionen für die Realität hält.

Fazit.
Dies ist ein Buch, das eine völlig andere Sichtweise auf die Welt präsentiert. Es beinhaltet keine absurden Verschwörungstheorien, sondern in der Mehrzahl gut begründete Ausführungen über ökonomische und politische Zusammenhänge, die der offiziellen Lesart diametral entgegenstehen. Der Text liest sich meistens gut. Nur manchmal schweift der Autor zu sehr ab. Die Welt wird dieses Buch nicht verändern, vielleicht aber den Blickwinkel einiger seiner Leser.

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K

Rezension zu "Die Vereinigten Staaten von Europa" von Oliver Janich

Gute Anregungen und Gedankengänge.
kvelvor 6 Jahren

Gute Anregungen und Gedankengänge bietet der Autor beispielsweise bzgl. der Freihandelszone:
"Freihandel benötigt weder eine "Zone" noch irgendwelche Institutionen. Man lässt Bürger und Unternehmen der verschiedenen Länder einfach zufrieden, während sie miteinander handeln. Sobald eine Institution entsteht, die irgendwelche Befugnisse hat, wird sie diese ausweiten. Auch das kann als Naturgesetz gelten, da bei diesen Institutionen Menschen arbeiten, die ihren Vorteil suchen. Und dieser liegt in der Ausweitung von Kompetenzen und damit der Mehrung von Macht." (S. 163)


Er zeigt auch auf, wie die Bevölkerung durch die Verwendung von Begriffen manipuliert wird:

"Den Studenten wird nicht gesagt, dass es sich bei diesen Überzeugungen um Kommunismus handelt. Das wäre zu offensichtlich. Vielmehr kommt die äsopische Sprache beziehungsweise Neusprech zum Einsatz. Die wichtigsten äsoptischen Begriffe für Kommunismus sind: Gleichheit, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit. Am Begriff "soziale Gerechtigkeit" kann das von George Orwell "Doppeldenk" genannte Phänomen gut gezeigt werden. Es werden zwei sich widersprechende Begriffe kombiniert und das logische Denkvermögen damit ausgeschaltet. Gerechtigkeit bedeutet, dass für jeden Menschen dieselben Rechte gelten. Sozial - so wie es die Sozialisten fälschlich definieren - bedeutet aber, dass die eine Gruppe die andere bestehlen darf. Also besitzen gerade nicht alle dieselben Rechte." (S. 255)


Auch seine Ausführungen bzgl. dem Gender-Mainstreaming und den damit verbundenen Bestrebungen die traditionellen Familienstrukturen infrage zu stellen, finde ich interessant:
"Die CIA sowie die Ford-, Carnegie- und Rockefeller-Stiftung finanzieren feministische Magazine und Organisationen. Das erklärt, warum sich diese Magazine überhaupt am Markt halten. Ich kenne keine einzige Frau, die Emma liest ..." (S. 263)


Die vom Autor zitierte Aussage konnte man leider schon beobachten:
"Ein marxistisches System erkennt man daran, dass es die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert!" (S. 268)


Seine generelle Warnung:
Die europäische Union mit gemeinsamer Währung und Regierung ist nur als eine Vorstufe gedacht, um dies dann schlussendlich auf die gesamte Welt ausdehnen zu können.


Man muss, meiner Meinung nach, nicht mit der (politischen) Zielvorstellung des Autors übereinstimmen und muss vielleicht auch nicht jeder seiner abgeleiteten Theorien und Schlussfolgerungen zustimmen, um dieses Buch zu lesen.

Aber, ich finde, er bietet in seinem Sachbuch interessante und nachdenkenswerte Gedankengänge.

Und dies macht es auf jeden Fall lesenswert!


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