Oliver Jungen , Wiebke Porombka Deutsche Nullen

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Inhaltsangabe zu „Deutsche Nullen“ von Oliver Jungen

<p>Das Scheitern ist in Verruf geraten – zu Unrecht. Dem steilen Absturz, dem Schnuppen der Sterne wohnt eine funkensprühende Schönheit inne. Und ruht nicht unsere Gegenwart auf einem ganzen Jahrhundert voller Lichtgestalten, die sich selbst den Saft abdrehten? Den schillerndsten unter ihnen, siebzehn überragenden Nullen, wird hier ein Denkmal gesetzt. In weiser Beschränkung konzentriert der Band sich auf Deutschland, Heimat ungezählter Unfähiger und ihrer größenwahnsinnigen Fehlschläge. Von Kaiser Wilhelm II. über Joachim von Ribbentrop und Egon Krenz bis hin zu Rudolf Scharping bieten Wiebke Porombka und Oliver Jungen wertvolles Grundlagenwissen zur Geschichte der deutschen Nullen. Die gefeierten Großnullen wollen den Verfassern geradezu als Personifikationen des überlangen deutschen Jahrhunderts erscheinen, das spätestens mit der Reichsgründung von 1871 begann. Dass nur Männer bei der Auswahl Berücksichtigung gefunden haben, kann der Genderforschung neue Impulse verleihen: Fehlt den Frauen etwa das Mach-dich-zum-Affen-Gen?</p>

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    Deutsche Nullen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    30. March 2016 um 11:17

    Sehr unterhaltsamDas die Geschichte zumeist immer auch die „Geschichte der Sieger“ ist, ist eine Binsenweisheit, die vielfach zutrifft. Dass Menschen durch die Jahrhunderte und Jahrtausende immer wieder intrensisch motiviert das „Besondere“ leisten wollen, bei so manchem Staatsmann, Feldherren, Politiker, Wirtschaftsführer zumindest der heimliche Blick auf den Nachruhm schon zu Lebzeiten antreibt, das sind keine Geheimnisse.Wie es aber ist, wenn sich solche Menschen auf den Weg machen und brachial scheitern, das ist oft keine Erwähnung für die Nachwelt mehr wert. Die Glorie gebührt Alexander, nicht Dareius!Die Autoren nun nehmen in diesem sehr flüssig zu lesenden, sehr unterhaltsamen Band den Leser it auf die „Reise zu den Nullen“.„Wir müssen sie feiern, wie sie fallen. Das sind wir unserer Geschichte schuldig“. Oder, wie es der Untertitel des Buches ausdrückt: „Sie kamen, sahen und versagten“.Manchmal durch Pech, das mag sein, wie manche „großen Gestalten“ auch durch Glück und nicht nur durch Können (siehe Friedrich den Großen) am Ende ein gut ausgehendes Schicksal erlebt haben.Aber vielfach sind es doch die Zutaten von Hybris, Selbstüberschätzung, Abgehoben sein (siehe im Buch Thomas Middelhoff), vielleicht ein einfaches „nicht ausreichen“ für die hart erkämpfte Position (siehe Rudolf Scharping im Buch) oder andere, persönliche Deformationen wie Minderwertigkeitsgefühle (siehe Wilhelm II im Buch), die für ein teils grandioses, fassungslos machendes Abstürzen und vorheriges Versagen sorgen.Pointiert verweisen dabei die Autoren schonungslos auf die persönlichen Fehlleistungen, auf ein Verhalten bei manchen der vorgestellten Personen, welches schon im „normalen Leben“ grenzwertig zu betrachten wäre, in herausragender Position allerdings zwangsläufig zum Sturz, zum Versagen, zu heftigen Gegenreaktionen führen muss.Sei es aus Ignoranz, sei es aus Dummheit, fehlender Bildung, mangelndem Gespür für Formen oder auch aus der Lust am Untergang heraus oder gar aufgrund aller möglichen Motive gemeinsam, mitsamt der „frechen Gier des Unternehmer-Universums“.Dabei wird keine Häme Laut, sondern durchaus sachlich im Einzelnen auf das „Fallen“ der (oft selbsternannten) großen Namen verwiesen. Von Ribbentrop (Schaumweinschläger) zu von Schlieffen (der Einäugige) über Ludwig II (Wolkenkuckuck) und Egon Krentz (Dampfspritze) hin zu Matthias Rust (König der Möwen) und vielen anderen reicht dabei die Palette aus gescheiterten Staatsmännern, Wirtschaftsführern, Politikern und selbsternannten VIP´s, denen eines allen gemeinsam ist: Der Verlust jeglicher Bodenhaftung, das Abgleiten in ein ganz eigenes, inneres Universum, welches die Autoren gekonnt und unterhaltsam offenlegen.Informativ und unterhaltsam zu lesen.

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