Oliver K. Wnuk Wie im richtigen Film

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Inhaltsangabe zu „Wie im richtigen Film“ von Oliver K. Wnuk

Liebe, die Sorgen macht, heißt Familie … Der nicht mehr blutjunge Schauspieler Jan hat sich bei einer Gala schwer angetrunken schwer daneben benommen, und die Boulevard-Presse druckt am nächsten Tag ein peinliches Foto. Jans Alzheimer-kranker Vater erkennt ihn darauf, nur im wahren Leben nicht, seine Tochter malt es im Kindergarten mit Buntstiften nach, seine Exfrau hält ihn für ›ein Nichts‹, und seine Freundin – will reden. Jan, der Familienmensch, wäre gern für alle da und doch am liebsten einfach mal allein. Denn wer viele Rollen spielt im Leben, vergisst vielleicht irgendwann nicht nur seinen Text, sondern auch sich selbst. Und so geht Jan mitten im Leben auf die Suche nach dem Sinn des Liebens. Der beliebte Schauspieler und ehrliche Romantiker Oliver Wnuk erzählt in seinem ersten Roman eine Liebeserklärungsgeschichte für und über unsere Zeit.

Unterhaltsames Buch zum Schnell-weg-lesen

— j125

Kurzweilig,witzig,unterhaltsam

— czytelniczka73

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  • Lesemarathon zu Ostern vom 3. - 6. April 2015

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    Daniliesing

    Ostern rückt immer näher und damit ein schönes, verlängertes Wochenende um mal wieder richtig viel zu lesen! Wir zumindest finden, dass das die perfekte Gelegenheit für einen Lesemarathon ist, bei dem wir uns so richtig Zeit für all unsere tollen Bücher nehmen. Wir freuen uns schon sehr und sind natürlich dabei - ihr auch? Was ist ein Lesemarathon? Bei unserem Lesemarathon kommen wir hier vom 3. - 6. April (Karfreitag bis Ostermontag) zusammen und tauschen uns darüber aus, welche Bücher wir gerade lesen. Der Lesemarathon ist die perfekte Gelegenheit, um sich mal wieder ganz bewusst Zeit fürs Lesen zu nehmen und das gleich für mehrere Tage. Sonst kommt ja doch immer wieder was dazwischen und plötzlich hat man die schöne Lesezeit mit Putzen, Fernsehen usw. verbracht. Natürlich müsst ihr nicht die gesamten 4 Tage durchlesen, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns über unsere Lesefortschritte und die gelesenen Bücher austauschen können. Wie kann man mitmachen? Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres Lesemarathons begleiten möchte. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier im Zeitraum der 4 Tage kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Bücher zu entdecken und sich sein eigenes Leseverhalten näher anzuschauen. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #lblm - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden. Jetzt heißt es nur noch, ein paar Tage warten und schon ist unser Lesemarathon da. Wir freuen uns auf viele spannende, berührende, lustige und einfach nur schöne Lesestunden mit euch! PS: Vielleicht wundert ihr euch, warum wir unseren Lesemarathon gerade zum Buch "Panthertage" angelegt haben? Wir möchten euch dieses Buch gern als persönliche Leseempfehlung ans Herz legen. Die Autorin Sarah ist eine ehemalige Kollegin von uns und hat hier fast 4 Jahre mit uns zusammen gearbeitet. Wir sind ganz begeistert von ihrem Buch und sehr stolz! Vielleicht sucht der ein oder andere von euch ja noch passenden Lesestoff?

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  • Kurzweilige Unterhaltung mit klasse Erzählstil

    Wie im richtigen Film

    j125

    31. July 2014 um 22:17

    Inhalt: Mit seiner Tochter zählt er ganz viele Glühwürmchen, neben seiner Freundin blinzelt er in zu viele Blitzlichtgewitter, und mit seinem Vater möchte er ein paar letzte helle Momente erleben: Jan liebt alle seine Lieben, manchmal so verzweifelt, dass er die Zeit anhalten will, und hat gerade erst so richtig begriffen, wie viel man doch falsch machen kann in den Haupt- und Nebenrollen seines Lebens. Aber weil ja die Liebe nicht einfach so sterben soll und die Lieben schon gar nicht, muss ein Mann irgendwann Entscheidungen treffen. (Klappentext) Meine Meinung: Da der Klappentext wirklich treffend ist, verzichte ich mal auf eine eigene Zusammenfassung. Jan, aus dessen Sicht der Leser auf die Ereignisse blickt, ist Schauspieler. Mehr oder weniger erfolgreich, aber neben seiner berühmten Freundin Clara geht er doch eher unter. Er ist ein großartiger Charakter, der durch seine Fehler und sein Bemühen diese wieder gut zu machen wirklich menschlich wirkt. Sein Vater hat Alzheimer und erkennt ihn schon lang nicht mehr. Nur als Jan sich auf dem deutschen Fernsehpreis völlig daneben benimmt, weil ihm seine eigene Freundin einen Preis wegschnappt, erinnert sich sein alter Herr an seinen Sohn. Jan besucht ihn selten, er kommt nicht wirklich mit dem Vergessen und dem Verfall seines Vaters klar, außerdem hatte er nie eine wirklich enge Bindung zu seinen Eltern. Doch mit einem mal bemüht er sich darum, seinen Vater zu klaren Momenten zu verhelfen, auch wenn er dabei – vor allem durch seinen Tonfall – sehr unbeholfen wirkt. Für einige Lacher hat bei mir Fritz, Jans österreichischer Freund, gesorgt, dessen Dialekt die ganze Geschichte aufgelockert hat. Auch die Einblicke in die Filmwelt waren spannend, vor allem da der Autor ja eigentlich Schauspieler ist und sich somit in dieser Branche auskennt. Die anderen Figuren neben Jan haben mir nicht ganz so gefallen. Seine Tochter Luca ist mir mit ihren fünf Jahren ein bisschen zu philosophisch veranlagt. Natürlich haben Kinder in dem Alter einen starken Forscherdrang, wollen alles wissen und alles entdecken. Aber die Diskussion die sie mit Jan darüber angefangen hat, ob sie denn tatsächlich am Leben ist, war mir zu übertrieben. Mit Clara bin ich erst gegen Ende warm geworden, als sie mal wütend wird und sprichwörtlich auf den Tisch haut. Vorher war sie mir viel zu glatt, auch Jan beschreibt sie als perfekt. Sie weiß immer das richtige zu sagen und das richtige zu tun. Sie kommt völlig ohne Skandale aus, trägt ihr Privatleben nicht in die Öffentlichkeit aus und jeder mag sie. Sie hat einfach keine Ecken und Kanten. Der Erzählstil ist wirklich toll, weil er nicht so standardisiert und in eine Form zu pressen ist. Da man die Geschichte durch Jans Augen erlebt, ist die Erzählweise eher locker, die Gedankengänge wirken sehr echt, als stammen sie wirklich aus Jans Kopf. Auch die Einteilung der Kapitel finde ich sehr schön, genau die richtige Länge. Zwischendurch gibt es dann immer wieder mal einen Badewannenmonolog, da Jan mit Vorliebe baden geht. Fazit: Ein kurzweiliges, unterhaltsames Buch, dass vor allem von dem großartigen Hauptcharakter und seiner locker leichten Erzählweise lebt.

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  • Rezension zu "Wie im richtigen Film" von Oliver K. Wnuk

    Wie im richtigen Film

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. August 2011 um 07:17

    Kurzbeschreibung Der Schauspieler Oliver Wnuk wechselt gefühlvoll in die Rolle des Autors und schreibt über den modernen Mann in all seinen Rollen: als Vater und Sohn, als Kumpel und Partner - eine außergewöhnliche Liebeserklärungsgeschichte.Liebe, die Sorgen macht, heißt Familie Der nicht mehr blutjunge Schauspieler Jan hat sich bei einer Gala schwer angetrunken schwer daneben benommen, und die Boulevard-Presse druckt am nächsten Tag ein peinliches Foto. Jans Alzheimer-kranker Vater erkennt ihn darauf, nur im wahren Leben nicht, seine Tochter malt es im Kindergarten mit Buntstiften nach, seine Exfrau hält ihn für ein Nichts , und seine Freundin will reden. Jan, der Familienmensch, wäre gern für alle da und doch am liebsten einfach mal allein. Denn wer viele Rollen spielt im Leben, vergisst vielleicht irgendwann nicht nur seinen Text, sondern auch sich selbst. Und so geht Jan mitten im Leben auf die Suche nach dem Sinn des Liebens. Der beliebte Schauspieler und ehrliche Romantiker Oliver Wnuk erzählt in seinem ersten Roman eine Liebeserklärungsgeschichte für und über unsere Zeit. Über den Autor Oliver Wnuk, Jahrgang 1976, stammt aus Konstanz, Schauspieldiplom in München, lebt in Berlin. Er hat ein kleines Stück Fernsehdeutschland mit geprägt durch seine Rolle als Ulf Steinke in Stromberg und als Kommissar in der Reihe K3 Kripo Hamburg , war auf großen Leinwänden zu sehen u.a. in Anatomie , Schuh des Manitu und Soloalbum . Neben der Schauspielerei hat er bereits geschrieben für Theater, Kabarett und Hörfunk sowie mehrere Songtexte. Wie im richtigen Film ist Oliver Wnuks erster Roman. Gebundene Ausgabe: 252 Seiten Verlag: Krüger, Frankfurt; Auflage: 1 (10. März 2011) Sprache:Deutsch ISBN-10: 381052381X ISBN-13: 978-3810523815 "Wie im richtigen Film" hatte ich bereits im März bei Hugendubel in der Hand und habe mir dort den Klappentext durchgelesen. Da ich gerne Erstlingswerke lese, habe ich das Buch auch meine Wunschliste gesetzt und habe tapfer gewartet, bis ich es nun lesen konnte. Um was geht es in dem Buch. Jan Beckmann, von seiner griechischen Mutter Jannis genannt, ist Schauspieler. Seine Freundin ist bekannte Schauspielerin Clara Brehmer, in deren Schatten er steht. Als seine Freundin den begehrten Filmpreis bekommt, kommt es zum Eklat und es werden unschöne Bilder von ihm gemacht. Zu seiner Exfreundin, Anne, hatte er, schon seiner Tochter zuliebe, ein gutes Verhältnis. Sie ist auch die Einzige, die ihm unschöne Dinge unzensiert an den Kopf wirft. Anfangs besucht er seinen an Alzheimer erkrankten Vater nur selten, da dieser ihn eh nicht mehr erkennt. Im Verlauf des Buches erfahren wir als Leser, warum sein Vater so ist wie er ist. Jans Großvater war nach außen der Held aber in der Familie war er ein furchtbarer Mensch, der seine Familie quälte. Auch Jans Mutter, die immer ruhelos ist, da sie sonst mit der ganzen Situation nicht umgehen kann, pendelt zwischen Deutschland und Griechenland hin und her. In Deutlschland lebt ihr kranker Mann in einem Pflegeheim und in Griechenland ihr neuer Freund (denn mit 62 Jahren ist sie fürs allein seinnoch zu jung) Fazit: "Wie im richtigen Film" ist das Erstlingswerk des 35jährigen Autors und Schauspielers Oliver Wnuks. Der Schreibstil lässt erkennen, dass der Autor aus der Branche ist (dies erkennt man am Umgang mit Presse insbesonder der Schmierpresse). Obwohl der Schreibstil des Buches locker und flockig rüber kam, wurde ich nicht richtig warm mit den Buches. Woran das lag ist schwer zu beschreiben. Einige der Protagonisten waren mir einfach zu eindimensional beschrieben,so z.B. Clara Brehmer. Clara ist mir zu gutmenschlich (auch wenn sie hin und wieder versucht aufzumucken), sie versucht ständig das richtige zu sagen, alles richtig zu machen (auch wenn Jan das falsche gesagt oder getan hat). Richtig gut dagegen fand ich Luca und Fritz. Luca mit ihrem losen Mundwerk und den manchmal altklugen Bemerkungen fand ich richtig süß. Fritz mochten ich wegen seines Wiener Schmähs. Im Großen und Ganzen war es solide geschriebenes Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann, da ich ein paar nette Lesestunden hatte.

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  • Rezension zu "Wie im richtigen Film" von Oliver K. Wnuk

    Wie im richtigen Film

    Kossi

    Dieses Buch ist KEIN Film ... ... auch, wenn es sich wie einer anfühlt. Zumindest letzte Nacht, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Hätte man einen Abdruck meines inneren Auges genommen, hätte man den Film, den ich beim Lesen sah, sicher gut ins Kino bringen können. Aber erst mal zum Inhalt: Jan ist Schauspieler. Mehr oder weniger erfolgreich. Also, eigentlich meist weniger. Aber dafür hat er eine Freundin, die ebenfalls Schauspielerin ist. Und DIE ist verdammt erfolgreich. Sich immer in ihrem Schatten wähnend, fühlt er sich nicht immer wirklich wohl in seiner Haut. Auch nicht auf der Verleihung des deutschen Filmpreises, bei der er auf der Tanzfläche sein Innerstes verliert, indem er sich ... übergibt. Natürlich ist die Presse nicht weit und als am nächsten Tag dieser Faux-Pas in der Zeitung steht, nimmt Jan seine Beine in die Hand und flüchtet nach Prag. Doch ist Prag immer noch diese Welt und aus dieser kann er nun mal nicht entfliehen. Sein Vater allerdings schon, denn dieser leidet an Alzheimer und man weiß nie, wo er sich gerade wirklich (geistig) befindet. Und da wäre noch Jans Ex-Freundin Anna, die ihm mit der gemeinsamen Tochter Luca stets eine Familie gegeben hat. Die nun nicht mehr da ist. Weil Anna und Jan ja getrennt sind und beiderseits neu liiert. Das ist der ganz grobe Verlauf der Geschichte, der unterstrichen wird mit jeder Menge (sehr gutem!) Humor. Das Töchterchen Luca schließt man von der ersten Seite an ins Herz. Am Ende wünscht man sich selber so ein Kind. Viele Stellen dieses Buches habe ich mir laut vorgelesen, weil ich sie einfach zu köstlich und urkomisch fand. Man könnte sagen, dass ich schon mal das Drehbuch einsprach und 'fremde Worte übte'. Doch ist dieses Buch nicht nur ein wahrer Schenkelklopfer, sondern gerade die Szenen, in denen es um den Vater von Jan geht, machten mich sehr sehr nachdenklich und stellenweise sogar so traurig, dass sich vereinzelte Tränchen in meinen Augen zu einer Betriebsversammlung zusammenfanden. Automatisch sieht man seine eigenen Eltern vor sich und fragt sich "Wie wäre es, wenn sie mich nicht mehr erkennen würden?" Oliver Wnuk ist mit diesem Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit ein wundervoller Roman gelungen. Wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe, rede ich gern mal mit mir selber und diskutiere darüber. Keine Angst ... das ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall freute ich mich, dass ich meiner eigenen Meinung am Ende vollkommen zustimmen konnte: Eine herrliche Geschichte, die ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dass man sicher das ein oder andere Mal braucht, wenn man den Satz, der hinten auf dem Rückentext steht, verinnerlicht: "Liebe, die Sorgen macht, heisst Familie!" Toll!!

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  • Rezension zu "Wie im richtigen Film" von Oliver K. Wnuk

    Wie im richtigen Film

    Nil

    06. August 2011 um 17:46

    Ein Schauspieler versucht sich als Autor und es ist leider nicht gelungen. Oliver Wnuk hat mit "wie im richtigen film" sein Debütroman vorgelegt und so liest es sich leider auch... Der Roman handelt von einem Schauspieler, Jan Beckmann, der eine noch berühmtere Schauspielfreundin hat, dazu kommt noch seine Ex mit der er eine Tochter hat und sein an Alzheimer erkrankter Vater. Dieser Familienroman dreht sich einzig und allein um das Schauspieler-Ego Jan, hat aber wenig Tiefe und der Geschichte mangelt es an einem kreativen & interessanten Handlungsstrang. Es plätschert unentwegt daher auf 252 Seiten. Es passiert nur wenig und auch nicht mehr als auf dem Klappentext steht. Mir fehlte der Spannungsbogen. Man merkt, dass der Autor hier viele seiner eigenen Erfahrungen niederschreibt und ich hatte zwangsläufig von dem Paar im Buch, Jan und Clara, immer das Paar Oliver Wnuk und Yvonne Catterfeld vor Augen. Das ist leider keine Lektüre zum Abschalten, dass ist leider eine Lektüre zum Weglegen.

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  • Rezension zu "Wie im richtigen Film" von Oliver K. Wnuk

    Wie im richtigen Film

    Mirka

    04. May 2011 um 20:02

    Oliver Wnuks Debütroman hat mich weggefegt. Sprachlich, inhaltlich, das Gesamtkonzept. Die Melodie, die in Wnuks Worten mitschwingt ist unverkennbar, ist ehrlich und unverblümt, emotional und authentisch, trifft genau auf den richtigen Fleck. "Ich habe diese Frau [Clara] nicht gesucht, sie ist mir einfach passiert", so beschreibt der Hauptprotagonist Jan beispielsweise, wie gewaltig das mit seiner Freundin Clara und ihm eigentlich eigentlich ist. Jan, der Ich-Erzähler, ist ein mittelprächtig erfolgreicher Schauspieler, der mit der weitaus erfolgreicheren Schauspielerin Clara liiert ist. Mit seiner Ex-Freundin Anne hat er eine fünfjährige Tochter und er hat immer noch ein wenig daran zu knabbern, dass sie als Familie gescheitert sind. Auch weitere Familienmitglieder treten in Erscheinung, beispielsweise sein alzheimerkranker Vater, der ihn nicht mehr erkennt - außer, er sieht seinen Sohn auf einem Foto in der Tageszeitung, das ihn kotzend beim Fernsehpreis zeigt. Auch wenn man beim Schildern dieser Episode fast annehmen möchte, dass Wnuk die Erkrankung des Vaters herunterspielt, komödiantisch oder unsensibel mit ihr umgeht: Er tut es nicht. Ich habe so viel in seinen Schilderungen über das Verhaltens von Jans Vater am eigenen Leib erlebt, bei meiner Oma beobachten können. Man merkt: Wnuk hat recherchiert, ihm liegt viel daran, eine authentische Geschichte zu schreiben. Sein Hauptprotagonist Jan ist sympathisch, aber auch ein wenig hoffnungslos. Der geborene Antiheld. Einer, der fast zum Scheitern geboren scheint. Im Vergleich zu anderen Antihelden der Gegenwartsliteratur lässt Wnuk seinen Jan an keiner Stelle als bemitleidenswerten Vollhorst darstellen, sondern erzählt seine Geschichte ohne viel Pathos, lässt seinen Hauptprotagonisten immer nur so tief in der Scheiße stecken, dass er sich da noch erhobenen Hauptes rauslavieren kann. Gehen mir sonst Antihelden schnell auf die Nerven, wirken mir zu weinerlich und kraftlos, ist Jan glaubwürdig und überzeugend, da er an den richtigen Stellen weiß, wann es geboten ist zu Handeln, Dinge in die Hand zu nehmen. Besonders die Szenen mit seiner Tochter haben mir sehr gut gefallen, wie er sich auf sie einlässt, versucht die Welt durch ihre Augen zu sehen. Das Ende des Buches mag ein klein wenig zu dick aufgetragen gewesen sein, ein wenig zu vorhersehbar, aber das ist durchaus verzeihlich, betrachtet man das Gesamtbild, das der Roman hinterlässt. "Wie im richtigen Film" hat mich restlos überzeugt, gut unterhalten und war ein absoluter Leckerbissen für zwischendurch. Keine tiefschürfende Literatur, aber ein Buch, das es versteht, seinen Leser zu packen, zum Schmunzeln zu bringen. Ein Buch über und für unsere Generation. Ein paar Worte auch noch zum Hintergrund des Autors: Oliver Wnuk ist selbst Schauspieler, dürfte den meisten als Ulf aus Stromberg ein Begriff sein. Und für die Bunte-Leser: Er ist der Freund von Yvonne Catterfeld. Auf den ersten, oberflächlichen Blick hätte ich Wnuk so ein umwerfendes Buch gar nicht zugetraut, nachdem ich mich aber genauer mit seiner Person auseinandersetzte, musste ich feststellen, dass er neben der Schauspielerei bereits für Theater, Kabarett und Hörfunk geschrieben hat. Schön, dass dieses Buch, in dem er lässig mit vielen Klischees hinsichtlich der Welt der Schauspieler, der Reichen und Schönen, spielt, auch die Aufmerksamkeit auf seine Tätigkeit als Autor lenkt. Schreiben, das kann er nämlich auch sehr gut. Leise autobiographische Untertöne finden sich in der Geschichte übrigens auch wieder: Oliver Wnuk hat, genau wie sein Protagonist Jan, eine Tochter aus einer früheren Beziehung, lebt mit einer in Deutschland relativ erfolgreichen Schauspielerin zusammen (ob Yvonne Catterfeld genau wie Clara erfolgreicher ist, darüber möchte ich jetzt nicht urteilen) und es ist ihm, ebenfalls eine Parallele zu Jan, verhasst, wenn Journalisten versuchen, sein Privatleben auszuspionieren. (Wnuk in einem Interview bezüglich Homestories: "Es gibt immer wieder Anfragen der Boulevardpresse, und wenn wir denen nichts erzählen, dann erfinden sie halt was.") Vielleicht ist "Wie im richtigen Film" auch so gut geworden, weil es ein sehr persönlicher Roman ist.

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