Eiskalter Hund

von Oliver Kern 
4,4 Sterne bei11 Bewertungen
Eiskalter Hund
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Geniales Hörbuch - ein angenehmer, sehr guter Sprecher und eine lustige, unterhaltsame wie spannende Geschichte. Toll!

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Ein niederbayerischer Lebenskontrolleur ermittelt, weil die Polizei es nicht tut. Skurril, unterhaltsam und überraschend. Toller Sprecher!

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Inhaltsangabe zu "Eiskalter Hund"

Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und gradaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln … und hört nicht mehr auf!
Launig und vielschichtig gelesen von Michael Schwarzmaier
(5 CDs, Laufzeit: ca. 6h 19)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783837140873
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Random House Audio
Erscheinungsdatum:12.03.2018
Das aktuelle Buch ist am 12.03.2018 bei Heyne erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    evafls avatar
    evaflvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Geniales Hörbuch - ein angenehmer, sehr guter Sprecher und eine lustige, unterhaltsame wie spannende Geschichte. Toll!
    Der Mann von der Hygiene ermittelt.

    Als der Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur, im „Peking“ auf einmal einen toten Hund im Kühlraum findet, wird er doch skeptisch und fängt seine ganz eigenen Ermittlungen an. Denn eigentlich wollt er ja schon eh immer zur Polizei, weil sein Instinkt täuscht ihn nicht oft. Und dann ist da noch die Besitzerin vom Hund verschwunden – es gibt kein Halten mehr für Fellinger und er ermittelt immer weiter und weiter…

    Durch Zufall bin ich auf die Geschichte „Eiskalter Hund“ gestoßen und war durchaus neugierig aufs Hörbuch. Die Aufmachung der Kartonhülle fand ich schon auch gut gemacht, optisch ein ansprechendes Hörbuch, das sich auch inhaltlich sehr unterhaltsam angehört hat.

    Was es dann auch absolut war. Aber mal langsam. Der Sprecher ist mit Michael Schwarzmaier genial gewählt, mir hat er als Sprecher wirklich sehr gut gefallen. Durch den bayrischen Dialekt kommt es wirklich so rüber, als würd‘ der Fellinger seine Geschichte persönlich erzählen. Und auch die Stimmen der anderen Personen spricht er wunderbar abwechslungsreich und echt gut. Hier hab ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt, das hat mir echt gefallen.

    Die Geschichte ist ja schon ein bißchen skurril, denn wenn „einer von der Hygiene“ da auf einmal wirklich Ermittlungen in einem vermeintlichen Mordfall anstellt, dann ist das ja doch eher ungewöhnlich. Kurz hatte ich mal das Gefühl, dass mir das dann doch zu abstrus ist, aber eigentlich passt das alles hervorragend zusammen. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam, lustig und wirklich spannend. Mir hat dieses Zusammenspiel sehr gut gefallen, die gesamte Dauer des Hörspiels (5 CDs, ca. 6 Std. 19 Minuten) ist wie im Flug vergangen. Wirklich kurzweilig also.

    Von mir gibt’s 5 von 5 Sternen für dieses geniale, unterhaltsame, spannende und lustige Hörbuch und eine absolute Empfehlung.

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    danielamariaursulas avatar
    danielamariaursulavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein niederbayerischer Lebenskontrolleur ermittelt, weil die Polizei es nicht tut. Skurril, unterhaltsam und überraschend. Toller Sprecher!
    Ein Ermittler wider Willen, der kein Supermann ist!

    Ich bin kein Bayer und mein Bayrisch ist nun mal nicht wirklich vorhanden, dennoch sind ja Bayern-Krimis gerade sehr en vogue. Da ich aber keine Lust hatte mitten in eine Serie einzusteigen oder bei Band 1 von 11 einzusteigen, kam mir dieser eiskalte Hund von Fellinger sehr recht. Mal was anderes, ein Lebensmittelkontrolleur, statt eines Kommissars oder Detektivs. Ich habe mal im Referendariat für die Verwaltungsstage bei der Referndarsbetreuerin als Wunsch angegeben: Egal welches Rechtsgebiet, Hauptsache, der netteste Ausbilder. Den bekam ich und der war auch mal Lebensmittelkontrolleur. Ich habe also eigentlich ein Herz für Lebensmittelkontrolleure.
    Fellinger ist ein kerniger Typ, ein bayrisches Urgestein, grantelig und geradeaus. Naja, bei dem Charme ist er natürlich unverheiratet, ganz zum Leidwesen seiner Mutter. Aber noch schlimmer ist es für seinen Vater natürlich, daß er nicht den elterlichen Hof übernehmen will, sondern Polizist werden wollte. Nur den Gesundheitscheck hat er nicht bestanden, sein Knie. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur und eigentlich passt ihm das ja schon ganz gut. Eines Tages bekommt er einen anonymen Anruf, daß er mal die schwarze Sauce im China-Restaurant überprüfen solle. Vor Ort fangen natürlich alle an zu zittern, sobald der Fellinger auftaucht. Die schwarze Sauce ist ekelig, aber ungefährlich, doch was drücken sich der Koch und die Spülhilfe so verdächtig vor der Kühlkammer herum? Zu seinem Erstaunen findet er dort einen toten, abgehangenen Hund, den Liebling seines Frauchens. Warum hat sie dessen Verschwinden eigentlich nicht gemeldet? Auch die betuchte Witwe ist wie vom Erdboden verschluckt. Fellinger macht Meldung bei seinem Schafkopfkumpan Lechner bei der örtlichen Polizei, aber der nimmt ihn nicht ernst und macht lieber Feierabend. Doch wenn der Fellinger einmal Witterung aufgenommen hat, dann verbeißt er sich, bis er weiß warum der Hund tot und das Frauchen verschwunden ist! Eigentlich will er ja auch nicht wirklich ermitteln, aber er kann halt nicht anders, weil dem Lechner immer wieder ein Grund einfällt, warum er als Polizeibeamter nicht ermitteln muß. Seine Ausreden sind dabei durchaus kreativ und man freut sich beim Hören schon auf seine nächste.
    Ich mag ja Krimis mit Humor, aber bitte schwarzen Humor, gerne urige Typen und keinen Klamauk. Schon das Wortspiel im Titel ließ mich da hoffen, denn „Der kalte Hund“ war in den 80ern eine sehr beliebte und sehr heftig-deftige Süßspeise. Zum Glück, hat nicht nur der Titel meinen Geschmack getroffen. Der Fellinger ist ja nicht so der Traummann, auf Track 1 hat es bei uns noch nicht so gefunkt, aber je mehr ich mich in seinem Revier umschaute und die Marotten der dort ansässigen ansah, desto besser gefiel mir seine trockene und beharrliche Art. Und wenn‘s drauf ankommt, z.B. bei seinem Stammlokal, dann ist der Fellinger eigentlich ein echter Rheinländer, kann auch mal Fünfe gerade sein lassen und drückt ein Auge zu. Klar, sonst müßte er ja selbst kochen! Geht es wirklich nur um einen toten Hund? Nee, hier geht es auch darum recht zu haben, „und es ist doch ein Kriminalfall!“. Außerdem geht es um unsere tschechischen Nachbarn, das liebe Geld und seine Pappenheimer, die man eben so kennt.
    Was mir aber außer den wirklich sehr urigen Gestalten sehr gut gefiel, war daß ich überrascht wurde. Ich fand diesen Fall nicht offensichtlich oder vorhersehbar. Die Spannung war zwar bisweilen etwas zurückhaltend, der Genuß der Bayern aber weniger. Ich habe mit viel Vergnügen den verbalen Schlagabtausch zwischen Fellinger und Kommissar….
    Michael Schwarzmaier liest unverkennbar bayrisch, aber durchaus so, daß ich als Rheinländerin, die auch nach jahrelanger Übung bei den Rosenheim Cops nicht alles versteht, bei „Eiskalter Hund“ alles auf Anhieb verstanden habe. Hut ab! Der Sprecher war mir bislang völlig unbekannt, aber er passt optimal zum Fellinger, etwas trocken, etwas eigen und etwas gnarzig. Passt schoa. Dabei schafft er es aber dennoch, daß die Geschichte nicht behäbig, sondern äußert lebendig und auch amüsant daher kommt. Einige Stellen haben durchaus Slapstick-Charakter, aber ohne albern zu sein, sondern lustig. Diese Gradwanderung hat Michael Schwarzmeier wirklich mit Bravour gemeistert. Seine Stimme ist jetzt weder unangenehme, noch zum Verlieben (vielleicht bei anderen Hörbüchern schon, aber eben nicht als Fellinger, der ja auch kein Traummann auf den ersten Blick ist), sondern einfach Fellinger, ein echtes Original halt.
    Gelungene Ferien-Krimi-Unterhaltung, die ich besonders in seiner Vertonung wirklich sehr empfehlen kann.

    Kommentare: 3
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    S
    Schneilavor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Bayrisch-Lustiger Krimi mit viel Charme, der allerdings öfter zum plätschern neigt.
    Gut für zwischendurch, aber nichts Besonderes.

    Nachdem ich ein riesengroßer Rita Falk-Fan bin und alle ihre Hörbücher gespannt und amüsiert verschlungen habe, war ich auf der Suche nach einem ähnlichen Hörbuch. Viele Rezensionen von Eiskalter Hund empfahlen mir dieses Buch genau deswegen. 


    Eiskalter Hund ist der erste Fall für Felsiger, der allerdings kein Polizist, sondern ein Hygiene-Kontrolleur, der seiner heimlichen Leidenschaft, dem Ermitteln, nachgeht. 

    Bei Hörbüchern ist ja bekanntlich der Sprecher sehr wichtig, doch Michael Schwarzseher klingt zwar gut, hat es aber leider nicht geschafft mich richtig zu packen. Immer wieder driftete ich beim Hören ab und musste ganze Sequenzen zurückgehen, da ich nichtmehr wusste was passiert war. 
    Die Geschichte finde ich nicht schlecht, trotzdem haben mir richtige Höhepunkte oder einfach mehr Humor gefehlt. Ich finde bei solchen "Humor-Krimis" muss es nicht immer wahnsinnig spannend zugehen, doch dann muss es wenigstens amüsant sein, sonst ist da gar nichts. 

    Alles in allem würde ich das Hörbuch nicht unbedingt noch einmal hören, wenn man aber gerade auf der Suche ist und nichts findet ist es trotzdem ok.

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    angi_stumpfs avatar
    angi_stumpfvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Super Auftakt einer neuen Krimireihe mit ordentlich viel bayerischem Lokalkolorit, skurrilen Gestalten und echter Spannung.
    Sehr gelungener Reihenauftakt!

    Ehrlich gesagt habe ich zu diesem Hörbuch in erster Linie gegriffen, weil ich Michael Schwarzmaier als Sprecher so grandios finde. Der Autor Oliver Kern war mir dagegen noch unbekannt, aber er konnte mich mit diesem Auftakt zu einer neuen Krimireihe absolut von seinen Schreibkünsten überzeugen.

    Die Hauptfigur ist keinesfalls der ermittelnde Polizist, sondern vielmehr ein Lebensmittelkontrolleur: Fellinger ist sein Name, der Vorname „Berti“ wird dagegen kaum erwähnt. Womit wir auch schon bei den betont freundlichen bayerischen Umgangsformen wären, über die man im Lauf der Geschichte des Öfteren schmunzeln kann. Fellinger ist kein ausgesprochener Menschenfreund und schon aufgrund seines Jobs auch seinerseits nicht gerade beliebt bei manchen seiner Mitmenschen. Er grantelt sich so durchs Leben und schert sich nicht viel um die Meinung anderer, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann gibt er nicht mehr auf.
    So kommt es, dass er bei einer Kontrolle im Kühlraum eines Chinarestaurants einen tiefgefrorenen Hund entdeckt, dessen Frauchen scheinbar spurlos verschwunden ist. Fellinger lässt das keine Ruhe mehr und er steckt seine Nase immer tiefer in Angelegenheiten, die ihn eigentlich gar nichts angehen. Das stört nicht nur die zuständige Polizeibehörde, sondern auch noch allerlei mehr oder weniger zwielichtige Gestalten, auf die er im Lauf seiner Nachforschungen stößt.

    Die Geschichte ist gleichermaßen amüsant wie spannend und überzeugt nicht nur durch die teils recht skurrilen Figuren, sondern vor allem auch durch die vielen Überraschungen und Wendungen. Man kann sich niemals sicher sein, ob sich am Ende nicht wieder alles ganz anders darstellt – und das tut es dann auch tatsächlich.
    Mir hat der lockere humorvolle Schreibstil prima gefallen und Fellinger als Hauptperson ist mir auch echt sympathisch. Normalerweise vertrage ich es ja gar nicht, wenn Hunde zu Schaden kommen, aber hier war es gut auszuhalten.

    Für mich ist klar, dass ich auch weitere Teile dieser Reihe unbedingt lesen oder hören muss. Oliver Kern hat einen neuen Fan gewonnen und ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

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    walli007s avatar
    walli007vor 5 Monaten
    Beaver süß-sauer

    Eigentlich wäre er, der Fellinger, bei der Polizei ja viel besser aufgehoben gewesen mit seinem Kombinationstalent. Doch irgendwie waren die anderer Meinung und so hat es nur zum Lebensmittelkontrolleur beim Gewerbeaufsichtsamt gereicht. Immerhin, auch da gilt es den Bakterien auf die Spur zu kommen. Zum Beispiel im China-Restaurant, das missgünstige Anrufer angezeigt haben. Eigentlich gibt es dort nichts zu beanstanden, außer dieser Hundeleiche im Kühlhaus. Das Fleisch in den Verkehr zu bringen, ist verboten. Allerdings hat er gerade keine Möglichkeit, das Opfer abzutransportieren. Und woher stammt das Tier eigentlich? Überfahren, vor den Augen eines Verwandten des Wirts, so ein Zufall. 


    Und der Fellinger trauert der Zukunft hinterher, die nun schon Vergangenheit ist. Doch hier kann er seine Spürnase einsetzen. Wie kam der tote Hund, seines Fells beraubt, in dieses Kühlhaus? Einem Unfall zum Opfer gefallen. Aber vermisst dann nicht der Besitzer das geliebte Haustier? Fellinger findet heraus, dass die Besitzerin verreist sein soll, am Urlaubsort jedoch nicht angekommen ist. Außerdem ist sie nach dem Tod ihres Mannes zu Geld gekommen und es stehen verschieden Leute in der Warteschleife, um möglicherweise im Testament bedacht werden zu können. Sehr verdächtig, wahrscheinlich weilt die gute Helga bereits nicht mehr unter den Lebenden und der Hund war ein Zeuge, der beseitigt werden musste.


    Unzufrieden mit sich und seinem Beruf grummelt der Fellinger vor sich hin. Wenn es jedoch was zu erforschen gibt, läuft er zu Höchstform auf. Seiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Köstlich, wenn er sich die tollsten logischen Ketten aufreiht, um dann von seinem Gegenüber mit einem Wort ausgebremst zu werden und seine Gedanken einer erneuten Überprüfung zu unterwerfen. Wozu die Entdeckung einer vermeintlich harmlosen Hundeleiche doch führen kann. Am Fellinger ist wenn wegen geringfügiger körperlicher Beeinträchtigungen schon nicht für den Polizeidienst geeignet ist, so ist an ihm wenigstens ein Detektiv verloren gegangen. Ein Detektiv mit dem man sich wahrhaft amüsieren kann. 


    Ein humoriger Kriminalroman aus dem bayrischen Wald wird mit dem richtigen Timbre vorgetragen von Michaeil Schwarzmeier. Als Beginn einer Reihe sehr gelungen.


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    sommerleses avatar
    sommerlesevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.
    Ein gelungener Auftakt der Fellinger-Reihe

    "Eiskalter Hund" ist der erste Fall für Berti Fellinger von Oliver Kern. Der Krimi erscheint neben der Printversion im Heyne Verlag auch als Hörbuch bei Random House Audio. Dieses Hörbuch umfasst 5 CDs mit einer Spieldauer von 6 Stunden und 19 Minuten. Es ist die ungekürzte Fassung, die von Michael Schwarzmaier gelesen wird.

    Fellinger ist eine echte Type, er wäre lieber Polizist geworden, als Lebensmittelkontrolleur geht er aber auch wichtigen Dingen auf die Spur und das mit reichlich Sarkasmus und Humor. Ein anonymer Anrufer bringt Fellinger zur Kontrolle des ortsansässigen Chinesischen Restaurants, dort wird eine übel aussehende schwarze Soße serviert und im Kühlraum hängt ein toter Hund, angeblich für den Besuch aus China. Er findet heraus, dass die Halterin des Hundes vermisst wird. Fellingers Ermittlungsneugier ist geweckt, er geht der Sache nach.


    "...dass hier in der Gegend immer ein leichter Hauch von Jauche in der Luft hängt. ...Mit geschlossenen Augen sauge ich die niederbayrische Frische in mich hinein. Es ist nicht der Lavendelduft der Provence..., aber es ist Heimat..."Zitat Seite 137

    Berti Fellinger ist schon ein ganz besonderer Charakter, ein Grantler wie er im Buche steht. Sein kaputtes Knie verhinderte seine Karriere als Polizist, nun jagt er als Hygieneinspektor die Bakterien und Keime in Restaurants. Dabei spürt er es zwischen den Schultern, wenn ein Verbrechen in der Luft liegt. Fellinger bezeichnet sich selbst als tolerant gegenüber anderen Volksgruppen und liefert andauernd Gegenbeispiele,so hat er ein besonderes Auge auf Chinesen, Russen und Tschechen und mit Preußen kann er auch nicht viel anfangen. Sein Verhalten und seine Ansichten sind so überzeichnet und offensichtlich anders, dass es für den Leser eine wahre Freude ist. Aber Fellinger erkennt auch Fehler im Verhalten seiner eigenen Landsleute, die er ihnen aber gerne verzeiht.


    "Dieser Vorfall zeigt, dass der Niederbayer aufgrund seiner infantilen Reaktion auf vermeintliche Nichtigkeiten durchaus noch zu den Naturvölkern gezählt werden darf." Zitat S. 195

    Auch wenn man hier nicht unbedingt eine hochspannende Krimihandlung erleben kann, kommt dafür der Spaßfaktor voll zum Zuge. Es ist sehr lebendig zu beobachten, wie Fellinger hier den Ermittler spielt und dabei auch einiges einstecken muss. Mit reichlich Lokalkolorit und einigen Brocken Dialekt kommt man dem Bayrischen Wald näher, Verständnisprobleme muss man nicht befürchten, ein kleines Glossar gibt Übersetzungshilfe am Ende des Buches.


    Neben Fellinger gefallen mir auch die anderen teilweise recht schrägen Figuren im Buch sehr gut. Zum Beispiel Max Aschenbrenner, auch besser bekannt als Texmäx, weil er vor Jahren im Rausch ein Kettensägenmassaker angerichtet hat. Oder der Chinese Luang, für den das "R" unaussprechlich ist und deshalb häufig Wörter mit "L" benutzt. Man findet hier immer wieder Charaktere, die für jede Menge Unterhaltung sorgen und kann gespannt mitraten, wer wohl hinter allem steckt.

    Der Schreibstil von Oliver Kern sorgt für ein flüssiges Dahingleiten durch das Buch, die kurzen Kapitel mit treffenden Überschriften sorgen für zusätzlichen Lesesog.
    Kern trifft mit seinen Beschreibungen die menschlichen Besonderheiten zwar etwas überspitzt, aber herrlich humorig. Wie er seinen Fellinger arbeiten, ermitteln und leben lässt, ist einfach eine Freude. Und das kann der Sprecher Michael Schwarzmaier wunderbar herausarbeiten. Seine Stimme ist sehr gut geeignet zum Zuhören und er bringt die Facetten der Figuren hervorragend und feinfühlig zum Ausdruck.

    "Eiskalter Hund" konnte mich auch als Hörbuch noch einmal wunderbar unterhalten und ich freue mich auf weitere Fälle mit Fellinger. Er könnte ein entfernter Verwandter vom Eberhofer Franz sein, das müsste man mal recherchieren! Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Dem Fellinger wünsche ich noch viele spannende Fälle. Der hat das Zeug, eine lange Reihe zu tragen.
    Ein schöner Auftakt der Reihe: spannend, atmosphärisch, witzig.

    Klappentext beschreibt den Anfang sehr gut:„Fellinger ist ein kerniger Typ: Grantelig und gradaus. So, wie die Leute eben sind. Dort, wo er lebt. In einer Kleinstadt im Bayerischen Wald. Fellinger wollte immer Polizist werden. Hat nicht geklappt. Sein Knie. Und überhaupt. Jetzt ist er Lebensmittelkontrolleur. Eines Tages beschwert sich ein anonymer Anrufer über das chinesische Restaurant im Bezirk. Vor Ort stellt Fellinger fest, dass die schwarze Soße eklig, aber unbedenklich ist. Ganz anders sieht es da im Kühlhaus aus. Dort hängt ein toter Hund am Haken. Heikel wird die Sache, als sich herausstellt, dass die Halterin verschwunden ist. Fellinger fängt an zu ermitteln... und hört nicht mehr auf!
    Launig und vielschichtig gelesen von Michael Schwarzmaier.“


    Der Fellinger, ein Niederbayer Anfang vierzig, ist schon eine sympathische Figur. Dem wünsche ich noch viele spannende Fälle. Der hat das Zeug, eine lange Reihe zu tragen.


    Fellinger kann es einfach nicht lassen, wenn offene Fragen im Raum stehen, und ermittelt auf eigene Faust. Er hat zwar einen Freund, der Polizist ist, dieser ist aber oft mit anderen Dingen beschäftigt und sieht oft überhaupt keinen Handlungsbedarf. Fellinger, mit seinen unkonventionellen Gedankengängen und Ermittlungsmethoden, ist ihm oft voraus. Dort, wo die Exekutive keinen Fall sieht, bekommt Fellinger einen Juckreiz, denn er kann das Verbrechen spüren und gar riechen.


    Fellinger erzählt aus der Ich-Perspektive seine Abenteuer, wie er in die Tschechei fährt, wie er dem Mörder des Hundes auf die Spur geht usw. Aber die Polizei nimmt all seine Bemühungen nicht besonders ernst. Bis es zum Schluss zu einem handfesten Mord kommt, und da weiß man, weshalb gerade diese Person und warum.


    Die Handlung ist ausgewogen, zwischen dem Privaten und den Ermittlungen. Da lernt man Leute und ihre Motive kennen… Ein wenig erinnerte er mich an Eberhofer Franz in seinen früheren Jahren. Jedenfalls, wer diese Reihe mag, wird Fellinger auch mögen.


    Die Geschichte ist sehr schön, so urig und authentisch erzählt. Der Eindruck verstärkt sich, auch weil Michael Schwarzmaier (wieder mal) ganz toll gelesen hat. Wenn sein Name dasteht, ist er für mich ein guter Grund, das Hörbuch zu holen.


    Fazit: Ein schöner Auftakt der Reihe: spannend, atmosphärisch, witzig, paar Auflacher auch waren dabei. So schön erzählt, als ob man dem Fellinger stets über die Schulter schaut und immer mit dabei ist. Ich bleibe auf weitere Folgen gespannt und vergebe gern 5 wohl verdienten Sterne und eine Hörempfehlung.


    Hörbuch, 7 Stunden und 18 Minuten, ungekürzt, gelesen von Michael Schwarzmaier.

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    printbalancevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Habe mich mit dem bayerischen Urgestein Berti Fellinger gut unterhalten gefühlt. Grantig, griabig und gradaus- so wie die Bayern eben sind!
    Eiskalter Hund von Oliver Kern

    Inhaltsangabe:
    Passau im Bayrischen Wald.
    Lebensmittelkontrolleur Berti Fellinger wird von einem anonymen Anrufer hingewiesen, dass in dem ortsansässigen Chinarestaurant "Peking" eine schwarze Soße verkauft wird, die von einem Hygiene-Profi genauer untersucht werden sollte. Fellinger, der über seinen neuen Auftrag alles andere als begeistert ist, sucht kurz vor seinem Feierabend das Lokal auf.
    Der bayrische Grantler ist es bereits gewohnt, dass sämtliche Restaurant-Inhaber bei seinem Erscheinen ins Schwitzen geraten, daher wundert er sich nicht über das nervöse Verhalten von Herrn Luang. Fellinger wird erst stutzig, als seine Schulterblätter anfangen zu jucken. Diese Gabe hat er schon seit frühester Kindheit, die ihn warnt, wenn Unheil droht. Auch dieses Mal sollte er Recht behalten. Die Küchenangestellte des Restaurants versucht unter allen Umständen, den Lebensmittelkontrolleur abzulenken und vom Kühlhaus fernzuhalten. Doch dieser verschafft sich trotzdem Zutritt. Fellinger traut seinen Augen kaum, was er da zu sehen bekommt. Vor ihm hängt kopfüber ein fachmännisch zerlegter Hund an einem Metzgerhaken. Obwohl Herr Luang immer wieder versichert, dass er den Vierbeiner bereits tot erhalten hat, will Fellinger trotzdem die Herkunft des mittelgroßen Hundes herausfinden. Schnell führt ihn die Spur zu der reichen Witwe und Hundeliebhaberin Helga Poschinger, die ihren Entlebucher-Sennenhund "Beaver" nie unbeaufsichtigt gelassen hätte. Als Fellinger ihr die schlechte Nachricht überbringen will, sind sowohl die Witwe und ihr Hund spurlos verschwunden. Umgehend verständigt Fellinger seinen Freund, den Kommissar Lechner, der den Lebensmittelkontrolleur aber nicht ernst nimmt.
    Wo ist Helga Poschinger und ist der tote Hund im Chinarestaurant wirklich ihr "Beaver"?

    Eigene Meinung:
    In ganz Deutschland gibt es keine andere Region, die ein derartig typisiertes Bild der Menschen und ihrer Mentalität verkörpert wie in Bayern. Grantig, griabig und gradaus. Diese Eigenheiten benutzt auch Oliver Kern in seinem bayrischen Krimi und trifft dadurch bei mir exakt ins Schwarze. Berti Fellinger ist der perfekte Protagonist, der auf seine ganz eigene und natürliche Art versucht, Licht ins Dunkle zu bringen und das Verschwinden der reichen Helga Poschinger und ihrem Hund aufzuklären.
    Ich finde die Art des Lebensmittelkontrolleurs total erfrischend, der nicht den strengen Hygiene-Profi verkörpert, sondern auch in schwierigen Situationen menschlich geblieben ist. Bei dieser Geschichte kann der Zuhörer zwar nicht von einem extrem spannenden Mordfall oder einer gut recherchierten, tiefgründigen Ermittlungsstrategie ausgehen, jedoch liegt der Fokus hier mehr auf dem Unterhaltungswert, der viel Spielraum bei der bayrischen Kultur und deren Klischees offen lässt. Durch den passenden Dialekt des Sprechers, lässt er Fellinger als bayrisches Urgestein erscheinen, was das Bild von seinem Charakter abrundet.
    Dies ist der erste Fall des Lebensmittelkontrolleurs und ich wünsche mir, dass es bald eine weitere Fortsetzung dieses (Hör)-Buches gibt.
    Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

    Kommentare: 2
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    Ritjas avatar
    Ritjavor 7 Monaten
    Unterhaltsam, kurzweilig und echt bayrisch


    Es gibt Hörbuchsprecher, die können mich packen und mitnehmen und die Zeit vergessen lassen. Sie schaffen es sogar, dass ich in der Garage im Auto hocken bleibe, nur um noch das Kapitel zu Ende zu hören. Der Herr Schwarzmaier gehört dazu.

    Der eiskalte Hund wäre wahrscheinlich nur halb so gut geworden ohne ihn. Die, doch sehr bayrisch-eigenen Charaktere bekommen einen noch feineren Dialekt verpasst und auch die Nebendarsteller bleiben in Erinnerung, dank der wunderbaren Vertonung. Danke für die sächselnde Asiatin. 

    Der Fellinger ist eine neue Schnüffelnase unter den bayrischen Regionalermittlern. Nur ist er eigentlich kein Ermittler, sondern ein Hygieneinspektor. Doch wenn ihm schon mal ein toter Hund im Kühlhaus eines Asia-Restaurants vor der Nase hängt, dann wird er neugierig und begibt sich auf die Suche nach der Besitzerin. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf und der Fellinger gerät immer tiefer in die Geschichte.

    Oliver Kern packt nicht nur den grantigen bayrischen Charme in die Geschichte, sondern auch jede Menge Vorurteile und deftige Wortwechsel hinein. Das Tempo ist eher gemäßigt und auch die Toten sind überschaubar. Man braucht keine Angst vor zu viel Blut haben, aber dafür muss man den einen oder anderen Lacher wegstecken können z.B. wenn der Fellinger seinem nahenden Tod ins Auge sieht. Dann wird es sehr poetisch.

    Mir hat der Fellinger gut gefallen, besonders die Umsetzung von Herrn Schwarzmaier fand ich gelungen und ich würde doch glatt noch einen Fall mit ihm lösen. Manchmal brauchts halt eine regionale Schnüffelnase neben den ganzen Profilern, Forensikern und Superkommissaren.

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    Bellamis avatar
    Bellamivor 2 Monaten

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    Briggsvor 4 Monaten
    Unterhaltsame Krimis von tollen Sprechern gelesen merke ich mir gern vor!
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