Oliver Lubrich Reisen ins Reich 1933-1945

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Inhaltsangabe zu „Reisen ins Reich 1933-1945“ von Oliver Lubrich

Der fremde Blick - das ist das Thema dieses Buches. Wie nahm die Außenwelt dieses entfesselte, der Katastrophe entgegentaumelnde Deutschland wahr? Was fiel Schriftstellern, Journalisten und anderen Augenzeugen auf?Es ist ein höchst widersprüchliches Bild, das diese bisher kaum genutzten Quellen zeichnen. Nicht die politische Analyse steht dabei im Vordergrund, sondern die unmittelbare Alltagserfahrung. Manche Besucher waren anfangs von der Dynamik des "Dritten Reichen" fasziniert. Einige blieben bis zum Ende Sympathisanten des Regimes; andere schildern den Prozeß ihrer allmählichen Desillusionierung. Dagegen legten die kühleren Köpfe von Anfang an eine Hellsicht an den Tag, die beeindruckend ist. (So sah der schwedische Dichter Gunnar Ekelöf schon kurz nach der Machtergreifung den Zivilisationsbruch voraus, und die Amerikanerin Martha Dodd kam bereits 1938 zu dem Schluß, daß die Verfolgung der Juden in einer planmäßigen Vernichtungspolitik gipfeln würde.) Die Liste der Zeugen ist eindrucksvoll: Samuel Beckett, Vladimir Nabokov, Jean Genet, Max Frisch, Jean-Paul Sartre, Karen Blixen, Georges Simenon, Virginia Woolf und Albert Camus waren in Deutschland; aber nicht weniger aufschlußreich sind die Beobachtungen von Vergessenen, von Unbekannten und von Exoten wie Shi Min, Arvi Kivimaa oder Lörinc Szabó, die hier - meist zum ersten Mal - in deutscher Sprache erscheinen.§§

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