Oliver Matuschek

 4,3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Stefan Zweig, Goethes Elefanten (Insel-Bücherei) und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Oliver Matuschek

Oliver Matuschek, geboren 1971, studierte Politologie und Neuere Geschichte. Im Jahr 2008 war er Kurator der Ausstellung »Die drei Leben des Stefan Zweig« im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher zu Stefan Zweig, darunter: »Ich kenne den Zauber der Schrift. Katalog und Geschichte der Autographensammlung Stefan Zweig« (2005) und »Stefan Zweig. Drei Leben – Eine Biographie« (2006). Er gab u.a. die Briefe Zweigs an seine zweite Ehefrau Lotte heraus: »›Ich wünschte, dass ich Ihnen ein wenig fehlte‹« (2013).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Oliver Matuschek

Cover des Buches Die Welt von Gestern (ISBN: 9783596902583)

Die Welt von Gestern

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Erschienen am 25.03.2020
Cover des Buches Stefan Zweig (ISBN: 9783596166855)

Stefan Zweig

 (6)
Erschienen am 01.10.2008
Cover des Buches Das Salzburg des Stefan Zweig (ISBN: 9783937434254)

Das Salzburg des Stefan Zweig

 (1)
Erschienen am 01.06.2018
Cover des Buches Goethes Elefanten (Insel-Bücherei) (ISBN: 9783458194897)

Goethes Elefanten (Insel-Bücherei)

 (1)
Erschienen am 14.09.2020
Cover des Buches Braunschweig (ISBN: 9783795466084)

Braunschweig

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Erschienen am 14.05.2019
Cover des Buches Briefwechsel 1905-1937 (ISBN: 9783458175513)

Briefwechsel 1905-1937

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Erscheint am 07.03.2022
Cover des Buches Walter Kempowski in Nartum (ISBN: 9783937434315)

Walter Kempowski in Nartum

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Erschienen am 01.09.2009

Neue Rezensionen zu Oliver Matuschek

Cover des Buches Die Welt von Gestern (ISBN: 9783596902583)B

Rezension zu "Die Welt von Gestern" von Stefan Zweig

Die Welt zwischen 1881 und 1941 aus der Sicht eines großen Literaten
Buecher_und_mehr_kaffeevor einem Jahr

Was bedeutet Heimat? Ein Begriff, der uns heute mehr umtreibt denn je und mit dem sich Stefan Zweig in seiner autobiografischen Erzählung mit seiner Heimat Österreich während beider Weltkriege auseinandersetzt. Die Vertreibung aus seiner Heimat, ausgelöst durch den zweiten Weltkrieg mit dem Gefühl nur noch Gast und immer Fremder zu sein, lässt er retrospektiv die Jahre Revue passieren und ist bestürzt von dem„Rückfall der Menschheit in längst vergessen gemeinte Barbarei mit ihrem bewussten Dogma der Antihumanität.“  


Das Buch wurde 1943 posthum publiziert und ist das Vermächtnis des großen Literaten, geschrieben aus dem Exil. Es beschreibt die Welt zwischen 1881 und 1941 aus dem Blick eines Herzenseuropäers und als Zeitzeuge beider Weltkriege. Im Mittelpunkt steht weniger die historische Analyse als das subjektive Miterleben. 


Beginnend mit seiner Kindheit in einer finanziell gut abgesicherten Familie, beschreibt er die Schulzeit, die Studienzeit und das Leben in Österreichs Kaffeehäusern. Für mich als #coffeeaddict ein interessanter Aspekt: Kaffeehäuser in Wien waren für Schüler damals ein Zufluchtsort, eine Bibliothek, in der man alles lesen konnte, was modern und angesagt war. Der Eintritt: 1 Tasse Kaffee. Niemand wurde vertrieben. Ein Treffpunkt aller Klassen, von jung bis alt.

Er beschreibt tiefe Freundschaften mit Literaten. Er verkehrte mit Rilke und Rolland in Paris, mit James Joyce in London, traf Maxim Gorkij in Russland, konferierte mit Freud und Salvador Dali und erklärte die Rolle Bertha von Suttners für den Frieden Europas. Er war in Paris, London, Indien, Amerika und hatte Afrika bereist. Auch beschreibt er die Entstehung seiner ersten Werke und die Berühmtheit, die er als Autor seiner Zeit erlang.


Die Kindheitsjahre und die Jugend vor dem 1. Weltkrieg werden sehr ideologisiert dargestellt aufgrund der priviligierten gesellschaftlichen Stellung. „Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich bekennen, dass in diesem ersten Aufbruch der Massen etwas Großartiges, Hinreißendes und sogar Verführerisches lag, dem man sich schwer entziehen konnte.“ Am entsetzlichsten ist die Erzählung wie sich der Antisemitismus schleichend und Stück für Stück in Europa ausbreitete. 


"Nie habe ich unsere alte Erde mehr geliebt als in diesen letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, nie mehr auf Europas Einigung gehofft, nie mehr an seine Zukunft geglaubt als in dieser Zeit, da wir meinten, eine neue Morgenröte zu erblicken. Aber es war in Wahrheit schon der Feuerschein des nahenden Weltbrands." Trotzdem ist dieses Buch keine Anklageschrift. 


Gerade in einer Zeit, in der heute Krieg als Mittel der Politik wieder fast zügellos angewendet wird, brauchen wir die Gedanken von Stefan Zweig, der als Repräsentant des Humanismus ist, und als humanistischer Autor auf die „Schwarze Liste Schöne Literatur“ gesetzt wurde, welche die Grundlage der Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933 war.


"Früher hatte der Mensch nur einen Körper und eine Seele. Heute braucht er noch einen Pass dazu, sonst wird er nicht wie ein Mensch behandelt."


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Cover des Buches Die Welt von Gestern (ISBN: 9783100024091)moni-Ks avatar

Rezension zu "Die Welt von Gestern" von Stefan Zweig

Die Welt von gestern – und wieder von heute??
moni-Kvor 4 Jahren

Zweig beschreibt hier aus seiner Sicht das ausgehende 19. Jahrhundert bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die doch gewaltigen damaligen Umwälzungen, die Stefan Zweig in eindringlichen Worten beschreibt, scheinen eine Blaupause unserer heutigen Zeit zu sein.

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Cover des Buches Drei Leben (ISBN: 9783100489210)Barbara62s avatar

Rezension zu "Drei Leben" von Oliver Matuschek

Die Lebensgeschichte eines Meistererzählers
Barbara62vor 5 Jahren

Anlässlich des 125. Geburtstages von Stefan Zweig, einem der großen Autoren des 20. Jahrhunderts, erschien 2006 Oliver Matuscheks Biografie Drei Leben - Eine Biographie. Ich habe mich gefragt, ob es dieser angesichts von Stefan Zweigs herausragender Autobiografie Die Welt von gestern überhaupt bedarf, aber da er selber nur äußerst sparsam über sein eigenes Leben und viel mehr über die Zeit berichtet ("Es wird eigentlich nicht so sehr mein Schicksal sein, das ich erzähle, sondern das einer Generation."), erfahren wir bei Matuschek durchaus viel Neues.

Der Titel spiegelt die formale Einteilung des Buches wider, die einer strengen zeitlichen Ordnung folgt. Im ersten Teil von Zweigs Geburt im Jahr 1881 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zeigt uns Matuschek die sichere Welt des Bürgertums, im zweiten vom Ende des Ersten Weltkriegs bis 1934 die Salzburger Zeit bis zum Weggang Zweigs ins Exil und der dritte Teil vom 18.02.1934 bis zu seinem Tod am 22.02.1942 die Zeit im Exil.

Die Biografie wertet neue Quellen, wie z. B. die Briefe des Bruders Alfred Zweig, Erinnerungen der Nachkommen von Stefan Zweig und Lotte sowie Originaltexte aus Privatsammlungen aus. Sie ist gründlich und fundiert, hält sich an Tatsachen und verzichtet weitestgehend auf Spekulationen. Dass ich trotzdem den Eindruck hatte, dem Menschen Stefan Zweig in seinen Büchern näher zu kommen als in dieser Biografie, mag an meiner besonderen Liebe zu seinem Werk liegen. Die Biografie ist auf jeden Fall eine  empfehlenswerte Ergänzung.

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