Neuer Beitrag

Sandra1978

vor 3 Wochen

(0)

Inhalt 

Eine sehr plötzlich auftretende Pandemie rafft den Großteil der Bevölkerung hin. Diese wird im Dunkeln gelassen - es gibt keinerlei zuverlässige Verlautbarungen von der Regierung und den Medien, worum es sich handelt und wie man sich schützen kann.


Robert und seine zwei Kinder Alexander und Hanna sind auf sich allein gestellt und stellen sich die Frage: Wie geht es weiter? Im Haus verschanzen? Nach mehreren Tagen müssen sie einsehen, dass es sich nicht von alleine legt und sie einen dauerhaften Schutz suchen  müssen. Sie hoffen darauf, Sammelplätze zu finden, an denen die Menschen Schutz und Versorgung finden, und ziehen los. 

Doch statt dessen finden Sie eine zusammenbrechende Zivilisation, falsche Informationen, Gewalt, Hunger und Tod.

Nur durch ihren Zusammenhalt schaffen Sie es, sich weiter durchzuschlagen und sich einer größeren Gruppe anzuschließen, doch auch dies ist nur ein Frieden auf Zeit.

Die Wochen und Monate vergehen und die wenigen verstreuten Überlebenden müssen sich eingestehen, dass das Leben, wie sie es kennen, endgültig vorbei ist....


Beurteilung 

Wieder ein Selfpublisher Werk, das mich überzeugen konnte, und noch dazu in meinem Lieblingsgenre Dystopie. 

Ich habe schon einige Dystopien gelesen, sowohl SP als auch Verlagsveröffentlichungen, und natürlich hat man immer wieder ähnliche Szenarien, so auch hier. Ich finde das aber nicht schlimm, denn es soll ja auch irgendwo noch denkbar sein, also tatsächlich eine mögliche Entwicklung.

Hier bricht wie beschrieben das Leben durch eine Pandemie zusammen. Ich finde, der Autor hat hier aus Sicht einer einzelnen Familie sehr authentisch und echt anmutend beschrieben, wie die Situation sich von Tag zu Tag entwickelt - und zwar sowohl aus psychischer Sicht (was denkt man, vermutet man, welche Sorgen entwickelt man, welche Dinge fallen einem ein?) und den "Äußerlichkeiten" (Was passiert in der nächsten Umgebung, wie reagieren die Überlebenden, wie verläuft die Krankheit etc.).

Ich finde es immer wieder erschütternd, wie schnell unsere dünne Fassade der Zivilisation zusammenbricht und man auf seine elementarsten Bedürfnisse - Nahrung, Wasser, Zuflucht, Gemeinschaft - reduziert wird. 

Aber ich glaube ganz fest, dass es vermutlich wirklich sehr schnell gehen würde. Gut fand ich, das auch immer wieder das Auf und Ab der Gefühle beschrieben wurde, das die Überlebenden umtreibt - zwischen Hoffnung und Depression, Entschlossenheit und Angst. 

Ich fand es sehr angenehm zu lesen, die Story entwickelt sich kontinuierlich weiter und wird nicht langweilig. Man merkt, das sich der Autor auch wirklich mit der Thematik auseinandergesetzt hat und versucht hat, sich in diese Situation vollkommen hineinzudenken. 

Das Rad wurde hier nicht neu erfunden, aber es ist definitiv eine eigene Idee und kein Abklatsch einer anderen Story, nach dem zweiten Band "Verlust" auch noch offen, so dass es weitergehen kann. 

Für mich gab es beim Lesen auch etwa zwischen Band 1 und 2 einen ziemlichen Schockmoment, da  für die Menschen eine Situation auftritt, an die in den ersten Monaten niemand gedacht hatte. Ich habe da richtig Gänsehaut bekommen, weil die Menschen so machtlos sind, wenn die Technik auf einmal nicht mehr oder kaum noch zur Verfügung steht.

Zusammengefasst kann ich sagen: Da zeigt sich mal wieder, das der Name eines Verlags auf einem Buch kein Indikator dafür ist, ob es gut ist oder nicht! Ich fand ich beide Bücher richtig gut und kann sie uneingeschränkt empfehlen. Daher gibt es von mir alle 5 Sternchen, ich hab nix zu meckern!

Autor: Oliver Pätzold
Buch: Die Letzten
Neuer Beitrag