Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus

von Oliver Pötzsch 
4,7 Sterne bei65 Bewertungen
Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus
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Faszinierendes Spiel um Magie, Gaukelei und das Böse

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Spannend, mystisch, gut recherchiert — für alle die eine gute Geschichte mögen und natürlich für Faustfans ein Muss.

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Inhaltsangabe zu "Der Spielmann - Die Geschichte des Johann Georg Faustus"

Das älteste Spiel der Welt ist das Spiel um deine Seele.

1486: Knittlingen ist ein ruhiger Ort im Kraichgau. Bis zu dem Tag, als die Gaukler in die Stadt kommen – und plötzlich Kinder verschwinden. Johann Georg, genannt „Faustus“, der Glückliche, kümmert das nicht. Ihn interessiert nur der Spielmann und Magier Tonio del Moravia: Von dem blassen Mann mit den stechend schwarzen Augen, der Johann eine große Zukunft als Gelehrter voraussagt, geht eine seltsame Faszination aus. Johann schließt sich ihm an, gemeinsam ziehen sie durch die deutschen Lande. Der junge Mann saugt alles auf, was Tonio ihm beibringt. Doch von Tonios Lehren geht eine ungeahnte Gefahr aus, und schon bald beschleicht Johann das Gefühl, dass sein Meister mit dunklen Mächten im Bunde steht. Mächte, die Johanns ganzes weiteres Leben bestimmen werden …

Ein farbenprächtiges Abenteuer-Epos von Bestsellerautor Oliver Pötzsch

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783471351598
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:784 Seiten
Verlag:List Verlag
Erscheinungsdatum:21.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    anne_lays avatar
    anne_layvor einem Tag
    Kurzmeinung: Faszinierendes Spiel um Magie, Gaukelei und das Böse
    Johann Faustus, der Glückliche?

    Johann ist ein aufgewecktes Kind, das auf dem Hof eines Großbauern in Knittlingen aufwächst. 

    Er ist anders. Äußerlich fallen seine rabenschwarzen Haare auf und dann dieser unbezwingbare Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dank seiner Mutter darf er die Lateinschule besuchen und hat auch Kontakt zum nahegelegenen Kloster. Außerdem faszinieren ihn die Gaukler, die zum Markt nach Knittlingen kommen. Von ihnen schaut er sich die ersten Zaubertricks ab, die er dann Margarete vorführt, dem einzigen Kind im Ort, das ihn nicht verachtet oder ärgert. 

    Gespannt verfolge ich gleich von Beginn an, was diesem Jungen widerfährt. Nur so viel sei verraten: Er hat es nicht leicht und so kommt es schließlich dazu, dass er sein Dorf verlässt. Er lernt auf seinem Weg vieles und verändert sich. So weit, dass ich ihn an einer Stelle gern aus dem Buch genommen und geschüttelt hätte, weil leider sehr absehbar war, dass er sich selbst Schaden zufügen wird. Zu allem Übel zieht er auch andere in sein Verderben mit hinein. 
    Doch dann nimmt die Geschichte eine Wendung und steuert auf einen großartig erzählten Showdown zu. 

    Ich habe die knapp 800 Seiten sehr gern und in kurzer Zeit gelesen. Bis auf die Phase, in der ich schwer ertragen habe, Faustus, den "Glücklichen" in sein Verderben rennen zu sehen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

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    Filzblumevor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Spannend, mystisch, gut recherchiert — für alle die eine gute Geschichte mögen und natürlich für Faustfans ein Muss.
    Eine Legende wird wahr

    Verlag: List, Ullstein Verlage GmbH 2018 Wer kennt ihn nicht, den „ Faust“ von Goethe aus der Schulzeit? Das es diesen Faustus- so sein wirklicher Name, tatsächlich gab, beweist Oliver Pötzsch in seinem historischen Roman „ Der Spielmann“. Ich muss sagen, das es ihm meisterhaft gelungen ist, der Figur Leben und Geschichte einzuhauchen. Der Roman beginnt mit dem achtjährigen Johann, der in seiner Knittlinger Heimatstadt sehnsüchtig auf die Spielleute, Gaukler, Händler und deren Einzug und den damit verbundenen Trubel eine Abwechslung in sein Leben bringen. Vor einigen Wochen sind Kinder verschwunden, viele Spekulationen machen sich unter der Bevölkerung breit, auch Johann beschäftigt der Gedanke, was mit den Kindern passiert ist. Doch er ist mit seinen Gedanken bei den Musikanten. Hier fragt er sich schon: „Woher sie wohl alle kommen?“ - sein Wissensdurst scheint ihm in die Wiege gelegt worden sein. Seine Mutter nannte ihn Faustus - was heißt der Glückliche, er sei unter einem besonderen Stern geboren, auch sei er klüger und aufgeschlossener als andere Kinder. Das macht das Leben nicht leicht mit den anderen Kindern. Sein Bruder Martin und die kecke Margarethe, die Tochter des Knittlinger Pflegverwalters, sind seine einzigen Freunde. Margarethe zieht Johann gerne auf, auch beschützt sie ihm vor Ludwig, ihrem älteren Bruder, doch Johann muss auf der Hut sein, um nicht ständig Prügel zu beziehen. Er fühlt sich zu den Spielleuten hingezogen - auf der Bühne sah er ihn, einen Mann, der groß, hager und von einer Blässe war, die Adlernase, die unheimlichen dunklen Augen...einen Filzhut mit einer roten Feder. Dieser Mann las ihm aus der Hand und fragte nach seinem Tag der Geburt, diesen kannte Faustus von seiner Mutter. 23.4.1478 im Jahre des Herrn. Von diesem Augenblick an veränderte sich Johanns Leben. Hier beginnt die Geschichte des Faustus. Sie ist voller Spannung und Mystik. Alle Charaktere haben Profil ,sind interessant und beeindruckend. Die Reisen in die Städte sind spannend geschrieben und historisch nachvollziehbar- ich fühlte mich in die Zeit versetzt der Fuhrwerke, die durch die Alpen zogen, und, nicht alle erreichten ihr Ziel... Der erste Band beginnt mit dem Achtjährigem Faustus und begleitet ihn bis in das Erwachsenenalter. Faustus, der sich am Ende des Romans nur noch Faust nennt...mehr verrate ich nicht- hat allerhand Reifeprüfungen zu bestehen, seine Rastlosigkeit und Wissensdrang sind ihm nicht immer gute Begleiter. Ihm begegnen allerhand Menschen, er macht größere Reisen und ist einem Geheimnis auf der Spur, er muss wissen was die Initialen GDR bedeuten. Gefallen haben mir in dem Roman die versteckten Zitate aus Goethes Faust. Die hat der Autor am Ende des Buches „ Faust für Klugschwätzer„ zusammengetragen. Auch gab er den Personen bekannt Namen, wie z.Bsp. „Wagner“. In Goethes Faust sagte Wagner zu Faust: „Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen“. Ein kleiner Reisebericht zum Ende ist immer wieder ein Highlight, so wie ich es von anderen Romanen des Autors kenne. Und eine Karte mit den Reisen von Faust und Tonio. Die Geschichte geht weiter mit Band zwei, denn der Teufel ist mit Faust noch nicht fertig, gibt ihn so schnell nicht auf. „Ich bin der Geist der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht Ist wert dass es zugrunde geht; Drum besser wär’s dass nichts entstünde. So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, Mein eigentliches Element“. Absolute Leseempfehlung für diesen klugen, spannenden, grusligen und inspirierenden und gut recherchierten Roman um die Faustfigur. Auch für Nichtfaustkenner. 5 Sterne.

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    Konsumfraus avatar
    Konsumfrauvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Schön kurzweiliger Mittelalter-Schmöker mit prominentem Helden! Nicht nur für Faust-Fans!
    Zwischen dunklem Mittelalter und Neuzeit

    Oliver Plötzsch erzählt in seinem Roman "Der Spielmann" die Lebensgeschichte der historischen Figur Johann Georg Faustus, der nicht nur Goethe zu seinem berühmten Werk inspirierte. Man merkt, dass Plötzsch gut recherchiert hat, dennoch liegen viele Fakten um diesen mysteriösen Faust, der um das Jahr 1500 herum in Deutschland lebte, im Dunkeln. Und hier kommen die Qualitäten eines guten Romanautors zum Tragen, denn Plötzsch verwebt auf unterhaltsame Weise Fiktion und Realität, so dass man als Leser schnell in dieser schmutzig-schönen Welt des dunklen Mittelalters versinkt und mit dem Protagonisten mit fiebert.


    Alles beginnt mit dem kleine Jungen Johann in Knittlingen, der zwar schmächtig von Gestalt ist, aber intelligent und wissbegierig – nicht gerade die besten Voraussetzungen in einer Gesellschaft,  die eisern an den Lehren der Kirche festhält und in der Andersdenkende schnell mal auf dem Scheiterhaufen enden. Der Junge ist fasziniert von den umher ziehenden Gauklern und Magiern und geht nach einer Verkettung schicksalhafter Ereignisse selbst bei einem zwielichtigen Magier in die Lehre. So beginnt eine lange Reise, die Faust nicht nur über europäische Grenzen führt, sondern auch an seine eigenen moralischen Grenzen in der Grauzone zwischen schwarzmagischen Teufelsanbetern und freigeistigen Wissenschaftlern, zwischen Liebe, Verrat und wahren Werten. 

    Mit gefällt besonders, das Deutschland jener Zeit kennen zu lernen – dieser Flickenteppich von Herzogtümern und kleinen Königreichen mit ihren unterschiedlichen Mentalitäten und regionalen Eigenheiten. Amerika wird gerade erst entdeckt (und lange für Indien gehalten) und waghalsige Wissenschaftler stellen die Behauptung auf, die Erde sei eine Kugel ist und dreht sich um die Sonne! 

    Plötzsch erzählt sehr fließend und kurzweilig. Ich kenne weder Goethes Faust noch eine andere Interpretation des Stoffs, aber habe das zu keiner Zeit meiner Lektüre bedauert. Erst als ich schon mitten im Buch versunken war, habe ich die Handlung um Goethes Faust recherchiert und einige Parallelen, aber auch kreative Umdeutungen festgestellt. Für Goethe-Kenner ist die Lektüre von "Der Spielmann" sicherlich ein noch größeres Vergnügen. Im Anhang zeigt Plötzsch noch auf, an welchen Stellen er Goethe zitiert hat. Auch der kleine Reiseführer auf den Spuren seines Johann Faustus ist eine schöne Zugabe und macht Lust auf eine Entdeckungsreise durch Deutschland. 

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    RedCats avatar
    RedCatvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Abenteuer, Liebe, Historie! Das sind ja drei Dinge auf einmal! Einfach toll! Ein Muss für jeden Goethe- und Faust-Freund!
    Immer den Teufel im Nacken

    Bahn streikt!

    Pötzsch schreibt!

    Genau, so war es. Hätten die Lokführer vor einigen Jahren - just zu der Zeit, als Oliver Pötzsch sich auf Leserreise befand – nicht gestreikt, wäre Oliver Pötzsch auch nicht in einem kleinem Ort namens Bretten (Nähe Karlsruhe) festgehangen. Und weil er als Autor rastlos ist, hat er die Zeit tot geschlagen und hat sich in der Gegend umgeschaut. So ist er durch Zufall dann auf das Geburtshaus von Dr. Johannes Faust in Knittlingen gestoßen...

    Faust! Viele Schüler kennen Goethes Faust aus dem Deutschunterricht. Aber nur wenige wissen, dass Faust tatsächlich gelebt habt. Und über diese historische Figur hat Oliver Pötzsch, den viele schon von seiner 'Henkerstochter'-Reihe her kennen, einen umfangreichen - knapp 800 Seiten – spannenden Roman geschrieben, welcher in der Übergangszeit vom späten Mittelalter zur Renaissance spielt.

    Der Hauptprotagonist in diesem Roman ist Johann Georg, der von seiner Mutter auch „Faustus“ - der Glückliche - genannt wird, weil er unter einem besondern Stern geboren wurde. Johann ist so ganz anders als seine älteren Brüder. Johann ist eher verträumt aber auch wissbegierig und will viel lernen. Bücher haben es ihm angetan. Er ist eher klein und schmächtig und somit auf einem Hof, auf dem hart angepackt werden muss, eher fehl am Platz. Johann wird von seinem Vater daher auch eher missachtet. Nur seine Mutter liebt und schätzt ihn über alles.

    Wir lernen Johann kennen als er acht Jahre alt ist und den Einzug einer Gauklertruppe in seinen Wohnort Knittlingen mit Faszination beobachtet. Die Begegnung mit dem Zauberer Tonio del Moravia prägt ihn und beeinflusst sein Leben nachhaltig. Johann ist hin und weg von der Welt der Magie und bringt sich selber Zauberkunststücke bei, mit denen er bei seiner Kinder-/Jugendfreundin Margarethe ihr Herz erobert. Doch diese Liebe darf nicht sein, da Margarethe, die Tochter des Pflegverwalters, einen anderen Mann heiraten soll. Bei einem heimlichen Treffen im Wald kommt es zu einer Katastrophe: Margarethe hat eine unheimliche Begegnung und Johanns kleiner Bruder verschwindet auf mysteriöse Art und Weise. Auf Johann lastet nun der Zorn und die Wut des Dorfes, so dass ihm nichts anderes üblich bleibt, als Knittlingen zu verlassen. Auf seiner Flucht, die er beinahe mit dem Leben bezahlt, begegnet er wieder Tonio Moravia, der sich bereit erklärt, ihn als Gefährten mit auf Wanderschaft zu nehmen. Aber nur unter einer bestimmten Bedingung: „Ich habe Dir das Leben gerettet, dafür wirst Du mir ein Jahr lang dienen, zur Prüfung und ohne Lohn. Danach sehen wir weiter. Der Pakt gilt so lange, bis ich Dich wieder entlasse“ (S. 137).

    Als kleine Gauklertruppe ziehen sie von Stadt zu Stadt und führen ihre Kunststücke vor, Tonio sagt zudem einzelnen Leuten die Zukunft voraus. Johann lernt in dieser Zeit viele Kunststücke aber auch auch viel über die schwarze und weiße Magie, gleichzeitig wird er aber von seinem Meister hart rangenommen. Nach und nach spürt Johann, dass seinen Meister etwas Düsteres, Mystriöses umgibt. Diese dunklen Mächte scheinen auch auf ihn selbst überzugreifen. Tonio ist ihm nicht mehr ganz geheuer. Und so beschließt er, sich dem Einfluss seines teuflisch wirkenden Meisters zu entziehen und flieht. Eine spannende, aufregende, unstetige, abenteuerliche und immer die Angst im Nacken habende Zeit beginnt. Er reist mit Gauklern bis nach Venedig und bekommt außerdem die Möglichkeit, in Heidelberg zu studieren.

    Und weil Oliver Pötzsch viele Parallelen zu Goethes Faust in diese Geschichte eingebunden hat, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass Margarethe wieder auftaucht, deren Herz er weiterhin erobern möchte. Weiterhin ist aber Johann von seinem besessenen Ehrgeiz gepackt, nicht nur sein Wissen zu erweitern, er möchte die Welt verstehen und hinterfragen, was in der damaligen Zeit auf wenig Akzeptanz gestoßen ist.

    Was Johann aber nie losgelassen hat ist die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung und Wichtigkeit seines Geburtsdatums. Er setzt fast alles dran, diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen.

    Und nach wie vor hat ihn Tonio del Moravia auf dem Plan. Die Verfolgung geht weiter. Johann ist nicht sicher vor ihm und muss weiter auf der Hut sein, nicht in seine grausamen Fänge zu geraten.


    Der Roman ist äußerst spannend und vielschichtig. In meinen Augen ist es ein richtiger Pageturner.

    Der Schreibstil ist flüssig, so dass man sich richtig gut in das Abenteuer einfinden kann. Die Beschreibungen sind fantastisch, das Gelesene läuft wie ein Film vor Augen ab. Es ist schön, so unterschiedliche Charaktere im Buch zu finden – so wie es im wahren Leben auch ist. Auch wenn Johann Charakterzüge aufweist, die man nicht unbedingt schätzenswert nennt, ist man dennoch auf seiner Seite, da man ihn versteht, auch wenn man nicht immer Verständnis hat.

    Das Buch macht richtig Spaß zu lesen, vor allem, wenn man wieder Parallelen zu Goethes Faust entdeckt. Ich habe mir dann auf die Schulter geklopft und mich über dieses Aha-Erlebnis gefreut. (Oliver Pötzsch hat natürlich Goethes Faust Andeutungen extra hinten im Buch aufgeführt.)

    Dieser historische Roman ist zudem auch lehrreich. Man lernt etwas über einzelne historische Gegebenheiten, kommt der Magie etwas näher und bekommt Einblick in den damaligen Zeitgeist.

    Was der Roman noch bewirkt: Man bekommt Lust, sich auf die Spuren von Johann Georg Faustus zu begeben. Auch hier ist Pötzsch eine große Hilfe, da im hinteren Teil des Buches ein „Reiseführer auf Fausts Spuren“ angehängt ist, in dem man auch Wissenswertes über die einzelnen von Johanns bereisten Städte erfährt. Eine Karte vom Deutschen Reich um 1500 veranschaulicht dies noch mal optisch. (Den Reiseführer sollte man sich aber wirktlich – so wie es Oliver Pötzsch seinen Lesern nahe legt – nach dem Lesen des Romans vornehmen.)

    Öliver Pötzsch ist hier ein genialer Coup gelungen, dessen Fortsetzung „Der Lehrmeister“ dann im September 2019 wieder in den Regalen stehen wird.

    Oliver Pötzsch muss mit der Figur des Johann Georg Faustus ziemlich verbunden sein, denn um sich in „seinen“ Protagonisten und die damalige Zeit richtig reinzuversetzen, die nicht ohne Grund extrem authentisch rüberkommt, hat er sich unser Autor von einem Schreiner aus der schwäbischen Alb einen seinen Vorstellungen entsprechenden Schäferwagen, wie ihn wohl auch die Gaukler hatten, bauen lassen. Hier kann er sich in der Gegenwart in eine Epoche zurückversetzen lassen, die noch viele spannende Geschichten auf Lager hat und wartet, von einem grandiosen Autor geschrieben zu werden.

    Dieses Buch ist absolut empfehlenswert und hat die Bestnote ohne Einschränkung verdient.

    Hut ab und vielen Dank für das ausgesprochen hohe Lesevergnügen!


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    Lesewundervor 3 Tagen
    Kurzmeinung: toller unterhaltsamer historischer Roman, der das fiktiver Leben des Dr. Faustus erzählt
    Unter dem Glücksstern geboren ?

    Johann wird in Knittlingen als Sohn eines Bauern geboren. Seine Mutter nennt ihn Faustus- der Glückliche - und sagt ihm eine große Zukunft voraus. Sein Vater lehnt ihn ab und zieht seine älteren Brüder vor. Johann begeistert sich für Bücher und das Wissen, das sie verheißen und er liebt seine Jugendfreundin Margarethe, die einem anderen versprochen ist. Als Johanns Mutter stirbt, nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Er verlässt sein Heimatdorf bei Nacht und Nebel und reist mit dem Magier Tonio durch die Lande. Tonio wird zu seinem Lehrmeister und Faustus saugt das Wissen begierig auf. Doch Tonio scheint der schwarzen Magie zugewandt und in seinem Umfeld verschwinden Kinder spurlos. Faustus ist erneut gezwungen zu fliehen. Er schließt sich einer Gauklertruppe an, reist mit ihr nach Venedig und gerät dort in den Bann des Venezianers Barbarese, der ihm Zugang zu seiner immensen Bibliothek gewährt. Auch hier findet Faust kein Glück und reist überstürzt nach Heidelberg ab. Hier scheinen sich nun , seine größten Wünsche zu erfüllen. Er beginnt zu studieren und trifft Margarethe wieder. Margarethe lebt mittlerweile im Kloster, aber Faustus kann sie zur Flucht überreden. Erneut wendet sich das Glück von Faust ab. Ihre Pläne werden verraten, Margarethe wird der Hexerei angeklagt. Faustus reist als Doktor der Magie durch die deutschen Lande und erlangt eine gewisse Berühmtheit. gerade als es scheint, dass Faust zur Ruhe gekommen ist, erreicht ihn der Hilferuf eines alten Freundes aus Nürnberg. Dort wird er bereits von dunklen Mächten erwartet, die vollenden wollen, was vor vielen Jahren begann.
    Die Geschichte hat mich von Anfang an vollkommen gefangen genommen. Die bildhafte Sprache, die Vermischung von Fiktion und geschichtlichen Fakten zeichnen ein buntes Bild der damaligen Zeit. Faustus Schicksal ist voller spannender Ereignisse und unerwarteter Wendungen. Und über allem liegt der Schatten des unheimlichen Tonios, der mit dem Teufel im Bunde scheint. Fausts große Leidenschaft, sein Drang nach Wissen, wenden sich immer wieder gegen ihn. Der vorgeblich unter dem Glücksstern Geborene hat kein Glück und verliert, woran er auch sein Herz hängt. Richtig sympathisch war mir Faust nicht, da er in meinen Augen doch sehr egoistisch handelt. Allerdings muss ich ihm zu gute halten, dass er stets versucht, sich dem Bösen zu entziehen.
    Das Buch ist ein echter Pageturner und war trotz fast 800 Seiten nie langweilig.

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    ManuelaBes avatar
    ManuelaBevor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Die Geschichte rund um Dr. Johann Faust verarbeitet in einem stimmungsvollen und interessant geschriebenen Roman.
    Der Spielmann

    Der Autor Oliver Pötsch verarbeitet in seinem Roman Der Spielmann die Geschichten rund um Dr. Johann Faust der schon in einigen Romanen und Stücken eine Hauptrolle spielen dufte.


    Der Autor beschreibt Jugend und mittleres Alter von Johann Faust wie er es sich vorstellen kann, nachdem er diverse Quellen verfolgt hat.


    Der Schreibstil des Autors ist schnörkellos und gut lesbar und auch die allgemeine Spannung im Buch bleibt stets erhalten, auch wenn es um das Alltagsleben von Johann geht. Die einzelnen Charaktere werden gut ins Gesamtbild eingefügt und es entwickelt sich ein lebendiges Bild der damaligen Zeit und die Lebensumstände. Die Schicksalsschläge die Johann ereilen sind nicht immer nur von außen herbeigeführt, sondern liegen auch in Johann selbst bedingt und wie er sich und seine Umwelt sieht.


    Besonders gut gefallen haben mir die Erläuterungen des Autors zum Werk selber und seine kleiner Reiseführer durch Johanns Welt.

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 4 Tagen
    Ein Faust-Roman - lesenswert!

    Wer kennt ihn nicht, Goethes Faust? Oliver Pötzsch hat sich dem historischen Faust angenommen und erzählt seine Geschichte von Kindheit an. 1486 treffen wir Johann Georg zum ersten Mal, er ist noch ein kleiner Junge, der sich an Gauklern, die seine Heimatstadt Knittlingen besuchen, erfreut. An diesem Tag trifft er, und der Leser, auch zum ersten Mal auf Tonio del Moravia, der den Jungen für etwas Besonderes hält und ihn zeitweise unter seine Fittiche nimmt. Seine Absichten scheinen allerdings eher ungut zu sein.

    Johann, den seine Mutter Faustus, der Glückliche, nennt, hat es nicht leicht, sein Vater hält wenig von ihm, die Mutter ist schwer krank, im Dorf ist er nicht gut gelitten. Der Name Faustus scheint fast Hohn zu sein – und wird es auch weiterhin bleiben. Leicht ist nämlich auch sein weiteres Leben nicht, er selbst macht es sich dabei oft selbst schwer, lügt und betrügt, und tut den Menschen, die er mag, oft nicht gut. Er wird getrieben von Wissensdurst, und erhält auch immer wieder die Chance, sein Wissen zu mehren. Doch es scheint auch etwas Dunkles um ihn zu sein, etwas, das vielleicht mit seiner Geburtsstunde zu tun hat?

    Der Autor hat seinen Roman in einen Prolog und fünf Akte aufgeteilt, die jeweils über einen Lebensabschnitt Fausts berichten. Sehr gut hat mir bereits der erste Satz gefallen „Im Herbst, als die Kinder verschwanden, kamen die Gaukler in die Stadt“ - na, wenn das nicht direkt neugierig auf den Roman macht! Oliver Pötzsch erzählt sehr bildhaft und atmosphärisch und zieht den Leser schnell in den Roman hinein. Manche Szene ist recht gruselig, aber das gehört bei Faust halt auch mit dazu. Sehr interessant ist auch der historische Background, es gibt viel Zeitkolorit und der Leser lernt manches dazu.

    Die Geschichte ist spannend, Faust und mit ihm der Leser erlebt sehr viel, und dennoch habe ich manchmal das Gefühl, es zieht sich, manche Abschnitte sind deutlich besser, spannender und interessanter als andere. Leichte Probleme hatte ich mit dem großen Zeitsprung, der den 5. Akt einläutete, hatte man Johann zuvor noch praktisch ständig begleitet, sind nun auf einmal 13 Jahre vergangen, und der Protagonist zunächst kaum wieder zu erkennen. Es brauchte seine Zeit, bis ich mich daran gewöhnt hatte, und sicher wäre die Zeit dazwischen auch nicht uninteressant gewesen. Dennoch erscheint es mir im Nachhinein ganz gut, dass der Autor hier gestrafft hat und somit dichter an der Geschichte bleibt, die er eigentlich erzählen will.

    Man lernt Johann sehr gut kennen, gerade zu Anfang leidet man oft mit ihm mit, später wird das schwieriger, Johanns Entwicklung geht teilweise in eine eher ungute Richtung, sein Handeln zu verstehen fällt manchmal schwer. Das macht ihn dafür aber interessanter. Selten bleibt er an einem Ort, er ist viel unterwegs, in Begleitung, aber auch allein, sein Leben ist abwechslungsreich, mal ist er Gaukler, mal Student ... Er trifft auf viele unterschiedliche Menschen, auch historische Persönlichkeiten (es lohnt sich, die einzelnen Personen zu googeln). Gut gefällt mir, dass die Charaktere, auf die man hier trifft, einschließlich Faust, fast alle sehr vielschichtig gestaltet sind, reines Schwarz oder Weiß ist selten. Mehr als ein Charakter ist auch für die eine oder andere Überraschung gut – einschließlich Faust selbst.

    Als Bonusmaterial gibt es Karten, ein interessantes Nachwort, einen Reiseführer auf Fausts Spuren und „Faust für Klugschwätzer“, bei letzterem kann man vergleichen, wie viele Faust-Zitate man im Roman entdeckt hat. Leider fehlt ein Personenverzeichnis, man bringt zwar die Personen des Romans nicht durcheinander, ich hätte es aber schön gefunden, noch einmal nachschlagen zu können.

    „Der Spielmann“ erzählt nicht Fausts ganze Geschichte, es wird noch mindestens einen Nachfolgeroman geben. „Der Lehrmeister“ ist für September 2019 angekündigt. Natürlich werde ich auch diesen Roman lesen, ich muss doch wissen, wie es mit Faust weitergeht.

    Einen Roman über Faustus zu schreiben ist eine großartige Idee, ist dieser Mann doch sehr interessant und bietet alleine durch die vielen Legenden reichhaltigen Stoff. Oliver Pötzsch ist ein guter Roman gelungen, der mich über weite Strecken gefesselt hat, der einen interessanten Protagonisten hat und gutes Kopfkino bietet. Trotzdem bin ich nicht durchweg begeistert, stellenweise zieht sich der Roman in meinen Augen zu sehr. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Faust-Fans und Freunde guter historischer Romane

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    Anett_Heinckes avatar
    Anett_Heinckevor 5 Tagen
    Gelungenes Meisterwerk

    „Der Spielmann“ von Oliver Pötzsch umfasst 784 Seiten, die in 5 Akte und 30 Kapitel aufgeteilt sind.

    Am Ende gibt es noch  ein Nachwort und den Reiseführer auf Faust’s Spuren.

    Es ist ein sehr schön gestaltetes Buch, nicht nur der Einband ist wunderschön, auch die Bilder zu den einzelnen Akten sind teuflisch schön.

    Auf der ersten und letzten Umschlagseite ist eine Karte des Deutschen Reises um 1500 zu sehen.

    Die Handlung beginnt im Jahr 1486, als Johann acht Jahre alt war und endet 1513.

     

    1486  kommen Gaukler in die Stadt und Johann Georg Faustus, ist total fasziniert von ihnen. Aber die meisten Leute finden, dass es Teufelswerk ist. Da Johann eher ein zartes Kind ist, ist er dem Gespött des Vaters und der Brüder ausgesetzt. Nur seine Mutter glaubt an ihn und meint, dass er etwas ganz Besonderes ist, weil er am Tag des Propheten geboren ist. Als sie stirbt, bezahlt der Vater die Lateinschule nicht mehr, obwohl Johann sehr wissbegierig und schlau ist.

    Auch wenn sein Name der Glückliche bedeutet, ist Johann nicht vom Glück verfolgt. Acht Jahre später passiert etwas Schlimmes und Johann verlässt die Stadt. Er trifft den Gaukler Tonio wieder und schließt sich ihm an. Er lernt von ihm und ist fasziniert von dessen Wissen. Allerdings geschehen immer dort, wo sie gerade sind, sonderbare Dinge und Johann grübelt, ob Tonio etwas damit zu tun hat. Aber er kommt aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus.

    Nach einer mystischen oder auch teuflischen Zeremonie flieht Johann und schließt sich einer Gauklertruppe an, die nach Venedig zieht. Er merkt, dass er sich verändert hat und fragt sich, ob Tonio ihm eine dunkle Macht eingepflanzt hat.

    In Venedig begegnet ihm Signore Barbarese, der ihm seine Bibliothek mit vielen verbotenen Büchern zeigt. Das verändert Johann aber er merkt nicht, welch ein perfides Spiel mit ihm gespielt wird.

     

    Johann wächst zu einem  wissbegierigen, aber auch jähzornigen jungen Mann heran, den eine dunkle Aura umweht. Die Liebe zu seiner Kinderfreundin Margarethe zieht sich durch das ganze Buch und der Gedanke an sie kann Johann oftmals beruhigen, aber auch antreiben. Er ist sein ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst. Er will herausfinden, was es bedeutet, am Tag des Propheten geboren zu sein. Auch fühlt er sich stetig beobachtet und gerät immer wieder an falsche Leute und damit in Gefahr. Allerdings macht er sich mit seinem Wesen auch nicht nur Freunde. Als er hofft, eines seiner Ziele erreicht zu haben, verliert er seinen besten und einzigen Freund und gerät wieder in falsche Hände, was er beinah mit dem Leben bezahlt.

     

    Es ist ein eine sehr umfangreiche, spannende und tragische Geschichte, die sehr gut geschrieben ist und sich wunderbar lesen lässt. Man erfährt viel über die damalige Zeit, über Magie, Zauberei, Astrologie und einiges andere.

     

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    M
    misterhvor 5 Tagen
    5 Sterne sind zu wenig!

    In seinem neuen Buch „Der Spielmann“ erzählt Oliver Pötzsch die Geschichte von Johann Georg Faustus, besser bekannt als Faust.
    Wer hat Faust nicht in der Schule lesen müssen? Mir war allerdings bis zu diesem Buch nicht bekannt, dass Faust wirklich gelebt hat.
    Der Autor ist durch einen Zufall in Knittlingen auf das Geburtshaus von Faust gestoßen und das war der Auslöser für dieses wunderbare Buch.
    Bei einem Umfang von über 750 Seiten muss eine Menge Recherchearbeit in diesem Buch stecken. Da nicht sehr viel über Faust überliefert wurde braucht es auch einiges an dichterischer Freiheit.
    Dies miteinander zu verknüpfen ist Oliver Pötzsch mit Bravur gelungen.
    Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und ich habe den dicken Wälzer kaum aus der Hand legen können.
    Als Johann nach dem Tod seiner Mutter und dem verschwinden seines Bruders sein zuhause verlassen musste, reiste er dem Zauberer und Gaukler Tonio del Moravia durchs Land. So wissbegierig wie Johann war lernte er viel von seinem Meister.
    Tonio hatte sich aber auch den schwarzen Künsten verschrieben. Oder steckt sogar der Teufel in ihm?
    Auch als Johann dann Tonio verlassen hat und mit einer Gauklertruppe nach Venedig reiste hat man die Gegenwart von Tonio anhand einiger Sätze die der Autor einstreute gespürt.
    Die Gefahr lag immer in der Luft.
    Gut haben mir auch die Zitate aus Faust gefallen die der Autor in seinem Buch mit eingestreut hat. Für Leser die Faust nicht kennen gibt es am Ende des Buchs eine Auflistung der Zitate mit der Seitenzahl wo man das Zitat in diesem Buch findet.
    Auch ein kleiner Reiseführer „auf Fausts Spuren“ ist im Anhang. Hier habe ich währende Faust Reise parallel nachgelesen.
    Jetzt sind die Buchdeckel zugeklappt und mir bleibt nur noch die Vorfreude auf den 2. Teil von der Geschichte um Johann Georg Faustus die im September 2019 erscheinen soll.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Die fesselnde Geschichte des ewig Suchenden - Johann Georg Faustus.
    "Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust"

    Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Faust, der seine Seele dem Teufel verschreibt, um dafür mehr Wissen zu erlangen? 

    Oliver Pötzsch, den meisten Lesern durch die Henkerstochter-Saga und die „Ludwig-Verschwörung“ bekannt, nimmt sich dieser schillernden Persönlichkeit an, die tatsächlich um 1486 in Knittlingen gelebt hat. 

    Der Autor schildert das Leben des jungen Johann Georg, von seiner Mutter „Faustus“ genannt, der so gar nicht in die grobschlächtige Bauernfamilie hineinpasst. Faustus ist zart, feingliedrig, intelligent und wissbegierig. Damit ist er ein Außenseiter und wird von den meisten Leuten gemieden.  

    „Manchmal kam es Johann so vor, als wäre er der Einzige, der nicht in dieses Weltgefüge passte.“ (S. 46) 

    Nur das Nachbarsmädel Margarethe gibt sich mit ihm ab. Und genau das wird ihm zum Verhängnis. Faustus wird aus dem Dorf gejagt und schließt sich dem herumziehenden Schausteller Tonio del Moravia an, der das Potential, das in Faustus schlummert, erkennt.

    Faustus fühlt sich das erste Mal in seinem noch jungen Leben angekommen und übersieht, dass Tonio sein eigenes perfides Spiel mit ihm treibt. 

    Meine Meinung: 

    Oliver Pötzsch hat aus diesem wohlbekannten Stoff einen fesselnden historischen Roman gewoben. Wir erleben die dörfliche Enge, das Anderssein und reisen mit Tonio und Faustus kreuz und quer durch Europa.

    Die Charaktere sind detailliert und präzise ausgearbeitet. Tonio als Inbegriff des Bösen, der sich als „Seelenfänger“ versteht. Faustus, der ewig Suchende, rastlos und rücksichtslos, als er sein Ziel, Margarethe wieder zu finden, verfolgt. Allerdings wohnen „zwei Seelen in seiner Brust“: er ist auch ein Liebender, der sich über die Konventionen hinwegsetzt. Faustus schwankt stets zwischen Gut und Böse. 

    Der Schreibstil ist wunderbar opulent, manchmal, der Zeit entsprechend, grausam und blutrünstig.

    Ich habe es sehr genossen, die Zitate aus Goethes Faust zu lesen, habe ich doch meine Maturaarbeit über den Faust-Stoff geschrieben und dabei Goethes Werke mit dem von Christopher Marlow verglichen. 

    Oliver Pötzsch gelingt es perfekt, Fakten und Fiktion zu verbinden. Der Leser muss schon sehr gut aufpassen, das auseinander zu halten. Die wenigen historischen Quellen beschreiben den realen Faustus als Gelehrten, als Zauberer und manche als Betrüger – je nachdem von welcher Warte aus Faustus gesehen wird. 

    Sehr interessant ist auch die Entstehungsgeschichte rund um dieses Buch. Der Autor streifte bei einem unfreiwilligen Zwischenstopp wegen des Ausfalls der Deutschen Bahn in Knittlingen herum. Da kann man sich bei der DB nur herzlich bedanken.

    Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band „Der Lehrmeister“, der voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen wird. 

    Fazit: 

    Ein opulentes Meisterwerk der Sprachkunst, dem ich 5 Sterne gebe.

    Kommentare: 1
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Marina_Nordbrezes avatar

    Das älteste Spiel der Welt ist das Spiel um deine Seele ...

    Die Faust-Legende kennt jeder: Die Geschichte vom Gelehrten und seinen teuflischen Pakt mit Mephisto. Weniger bekannt ist, dass Doktor Faustus tatsächlich gelebt hat.
    Diese historische Figur stellt Bestsellerautor Oliver Pötzsch in den Mittelpunkt seines neuesten Romans  "Der Spielmann – Die Geschichte des Johann Georg Faustus" und schafft daraus ein farbenprächtiges Abenteuer-Epos! 

    Freut euch auf eine temporeiche und faszinierende Zeitreise in unserer Leserunde, für die wir 25 interessierte Leserinnen und Leser suchen!

    Zum Inhalt
    1486: Knittlingen ist ein ruhiger Ort im Kraichgau. Bis zu dem Tag, als die Gaukler in die Stadt kommen – und plötzlich Kinder verschwinden. Johann Georg, genannt „Faustus“, der Glückliche, kümmert das nicht. Ihn interessiert nur der Spielmann und Magier Tonio del Moravia: Von dem blassen Mann mit den stechend schwarzen Augen, der Johann eine große Zukunft als Gelehrter voraussagt, geht eine seltsame Faszination aus. Johann schließt sich ihm an, gemeinsam ziehen sie durch die deutschen Lande. Der junge Mann saugt alles auf, was Tonio ihm beibringt. Doch von Tonios Lehren geht eine ungeahnte Gefahr aus, und schon bald beschleicht Johann das Gefühl, dass sein Meister mit dunklen Mächten im Bunde steht. Mächte, die Johanns ganzes weiteres Leben bestimmen werden …

    >> Neugierig geworden? Hier geht es direkt zur Leseprobe für einen ersten Eindruck!

    Zum Autor
    Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalist und Filmautor beim Bayerischen Rundfunk. Heute lebt er als Autor mit seiner Familie in München. Seine historischen Romane haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht: Die Bände der "Henkerstochter"-Serie sind internationale Bestseller und wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

    Mehr Infos unter http://oliver-poetzsch.de


    Zusammen mit dem List Verlag verlosen wir 25 Exemplare von "Der Spielmann" in einer exklusiven Leser-Box unter allen, die sich bis zum 26.09.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bewerben und folgende Frage beantworten:

    Die Figur des Fausts ist allgegenwärtig – ob in der Schule, im Alltag als Sprichwort oder in der Literatur – Was verbindet ihr persönlich mit Faust? 

    "Der Spielmann" erhaltet ihr in einer exklusiven Leser-Box. Über Fotos davon bei Twitter, Facebook oder Instagram freuen wir uns sehr. Gebt gerne eure Social-Media-Kanäle bei der Bewerbung an, um eure Gewinnchancen zu erhöhen!

    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!

    * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Ein farbenprächtiges Abenteuer-Epos von Bestsellerautor Oliver Pötzsch

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Galladans avatar
    Galladanvor 4 Monaten
    Ich finde die Henkerstochter gut und würde gerne mehr vom Autor lesen. Ab und zu muss es schon mal was historisches für mich sein.
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