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walli007

vor 6 Jahren

(17)

Grad keine Regensburger Domspatzen

Regensburger Domspatzen sind der Jakob Kuisl und seine Tochter wirklich nicht gerade, dennoch verschlägt es sie im dritten Band um die Henkerstochter genau dorthin. Kuisl wird im August 1662 durch einen Brief von seiner kleinen Schwester, die schwer erkrankt sein soll, in die Domstadt gerufen. Schon auf der Floßfahrt über die Donau gibt es Schwierigkeiten und bei der Einreise in die Stadt wird Kuisl über Nacht festgesetzt. Als er am nächsten morgen das Haus seiner Schwester auf suchen kann, findet er sie und ihren Mann mit durchschnittener Kehle. Und auch Magdalena ergeht es nicht gut. Sie kann eine Magd, die ungewollt schwanger wurde und versucht hat, das Kind loszuwerden, nicht retten. Auf ihre wilde Art macht sie dem Kindsvater schwere Vorwürfe, doch der wendet alles gegen sie, was dazu führt, dass ihr Elternhaus angezündet wird. Magdalena sieht keine andere Möglichkeit als dem Vater nach Regensburg hinterher zu reisen, wobei sie der Medicus Simon begleitet.


Hier erfährt der geneigte Leser mehr über die Vergangenheit des Henkers Jacob Kuisl. Fußend auf Ereignissen des 30-jährigen Krieges wird die Lebensgeschichte des Kuisl fortgeschrieben. Gerade auch in diesem Band wie auch im ersten finden sich sehr eindringliche Schilderungen über die Lebensumstände und die gesellschaftliche Stellung der Henker im ausgehenden Mittelalter. Sie mussten die Drecksarbeit in der Gesellschaft erledigen und wurden dafür noch verachtet und gemieden. Sich aufzulehnen, hatte nicht viel Zweck, im Gegenteil, dadurch konnte sich die Situation noch verschlimmern. Doch auch der Umzug an einen anderen Ort scheint nicht viel zu helfen. Dieser Teil des Buches hat mich förmlich mitgerissen, so dass ich die Kriminalhandlung, der es nicht an Spannung mangelt, fast vergessen hätte. Doch hat es der Autor auch geschafft einen fesselnden Krimi zu schreiben, der bis zum Ende überraschend bleibt. Auf diese Art tauche ich gerne in die Geschichte ein und lasse mir das Leben in der damaligen Zeit nahe bringen. Auch wenn es in der Phantasie des Autors gründet, wurde vor meinen Augen das 17.Jahrhundert sehr lebendig.

Autor: Oliver Pötzsch
Buch: Die Henkerstochter und der König der Bettler
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