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daslesich

vor 7 Jahren

(8)

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl erhält einen Brief von seiner Schwester, die in Regensburg lebt und ihm berichtet, sie sei schwer erkrankt. Jakob macht sich umgehend auf in die Stadt, wo er seine Schwester und deren Mann ermordet vorfindet. Er wird umgehend verhaftet und des Mordes angeklagt und muß nun am eigenen Leib erfahrenen, wie sich schlimmste Folter anfühlt. Doch Jakob ist unschuldig und soll im Rahmen eines ausgeklügelten Racheplans den Kopf hinhalten, für einen Mörder, der mit Kuisl noch eine Rechnung offen hat. Längst verbannte Erinnerungen werden im Henker wach, als ihm aufgeht, wer ihm den Mord anhängen will. Und es öffnen sich Pforten zu Bildern, die Kuisl 30 lange Jahre tief in seinem Innern vergraben hat. Bilder von Krieg, Blut und Zerstörung; Bilder, die nicht nur ihn betreffen, sondern auch tief in die Vergangenheit seiner Frau führen.

Und während Jakob im Gefängnis auf seine Folter wartet, seine Schmerzen und Erinnerungen ertragen muß, geraten seine Tochter Magdalena und ihr Verlobter, der Medicus Simon ebenfalls über Umwege nach Regensburg. Hier versuchen die beiden fieberhaft, die Unschuld Jakobs zu beweisen und geraten dabei in einen immer größer werdenden Strudel aus Verrat, Vergeltung und einem ganz großen Komplott. Offenbar können sie niemandem trauen und es scheint fast aussichtslos, Jakob Kuisl vor dem Schafott zu retten.

Die Geschichten um den Schongauer Henker, seine Tochter und den Medicus sind extrem spannend und führen den Leser tief ins historische Bayern. Man merkt, dass der Autor wert auf historische Authenzität legt und alles daran setzt, den Leser in die Welt der Ausgestoßenen zu führen. Es gelingt ihm bravourös, eine negative Randfigur des Mittelalters zum absoluten Sympathieträger der Geschichten emporsteigen zu lassen und das trotz sehr detaillierter Schilderungen des Henker-Alltages.

Im vorliegenden Roman wird man von einer nervenaufreibenden Situation in die nächste geworfen und in fast jedem Kapitel zeigen sich neue Abgründe in Personen, die vorher noch positiv besetzt waren. Gut finde ich, dass man im dritten Band auch mal etwas mehr über die Ehefrau des Henkers bzw. ihrer beider Vergangenheit erfährt. Wie auch die vorhergehenden Bücher um die Kuisls, ist dieses hier toll geschrieben und zeigt in einer spannenden, intelligenten Geschichte die Abgründe menschlicher Seelen, verpackt in eine sehr gute Kriminalgeschichte.

Autor: Oliver Pötzsch
Buch: Die Henkerstochter und der König der Bettler
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