Oliver Plaschka , Matthias Mösch Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman

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Inhaltsangabe zu „Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman“ von Oliver Plaschka

London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf mysteriöse Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll. Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Mysterium birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine rätselhafte Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln. In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen. Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen ...

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    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Heimfinderin

    Heimfinderin

    31. August 2013 um 20:41

    Die Geschichte zog mich schnell in ihren Bann, zum einen durch einen sehr schönen Schreibstil und zum anderen durch eine ganz besondere, geheimnisvolle Atmosphäre. Detaillierte Beschreibungen der Umgebung ließen zudem das London der damaligen Zeit richtig lebendig und spürbar werden. Überhaupt empfand ich den Schreibstil wunderbar bildreich und hatte so immer wieder tolle Bilder im Kopf. Je nachdem, was gezeigt wurde, war das natürlich auch mal gefährlich, denn was sich z. B. in der Unterwelt abspielte, war nicht immer schön anzusehen , dafür aber dann um so eindringlicher im Kopf . Eine wilde Verfolgungsjagd bot zudem tolles Kopfkino und das Finale erzeugte eine intensive magische Atmosphäre mit einer Bilderflut, die mich richtig mitriss. Dazu blitze auch immer wieder Humor durch, was mir natürlich auch sehr gut gefiel. Die Personen waren sehr unterschiedlich und alle auf ihre Art sehr eigen. Niobe, ursprünglich aus Indien hatte für mich gleich eine besondere Ausstrahlung und Präsenz und sie und ihr Ziehvater erinnerten mich nicht nur zufällig an die Fernsehserie 'Mit Schirm, Charme und Melone'. Frans, der holländische Ingenieur strahlte vor allem Selbstbewusstsein aus und wirkte damit nicht immer sympathisch, trotzdem mochte ich ihn irgendwie. Royle war dagegen etwas unnahbar und trug sein ganz eigenes Drama mit sich herum. Auf seine Tatkraft konnte man sich aber verlassen. Diese drei Figuren passten so gar nicht zusammen und das merkte man auch. Trotzdem hatte ich immer ein ruhiges und zuversichtliches Gefühl, wenn sie zusammentrafen, auch wenn es eher einem erzwungenen Treffen zwischen einem Löwe, Tiger und Leopard glich, die nicht so wirklich was miteinander anfangen können und wollen. Die Handlung und die Figuren waren von Anfang an sehr rätselhaft, wie auch die Motive der jeweils hinter ihnen stehenden Organisationen. So wurde die Geschichte immer im Wechsel aus der Sicht der drei Hauptpersonen Niobe, Frans und Royle erzählt. Auf diese Weise erfuhr der Leser immer nur das, was diese selbst herausfanden und erlebten und das war immer noch verwirrend genug, auch wenn man nun denken könnte, man bräuchte diese Informationen nur zu bündeln. Parallel verlief noch ein Erzählstrang aus der Vergangenheit, bzw. Tagebuchaufzeichnungen einer in Indien stattgefundenen Expedition, die immer wieder neue Erkenntnisse zu den aktuellen Geschehnissen und Personen brachten und sich mehr und mehr damit zu verbinden schienen. Die Tagebucheinträge brachten dazu noch eine zusätzliche besondere Atmosphäre in die Geschichte, denn sie erinnerten ein bisschen an Indiana Jones und boten mit unheimlichen Todesfällen und altem Götterglauben ein spannendes Setting, mit einer mysteriösen Verbindung zu den aktuellen Geschehnissen, und damit zu weiteren wilden Spekulationen anregte. Aufmerksames Lesen und Kombinieren war also auf jeden Fall von Vorteil und machte vor allem sehr, sehr viel Spaß. Mir zumindest hat es richtig viel Spaß bereitet, mich mit den geheimnisvollen Artefakten, den Kristallen und Steinen mit ihren geheimnisvollen Kräften, den unterschiedlichen besonderen Begabungen und den seltsamen Organisationen im Hintergrund zu beschäftigen. Die Geschichte bot viel Platz für eigene Interpretationen und Spekulationen und führte den Leser aber doch gefühlsmäßig in die richtige Richtung, wenn auch nicht alles am Ende eindeutig erklärt wird. Das gefiel mir richtig gut, denn so ich habe dieses Buch nicht einfach runtergelesen, sondern mich intensiv damit beschäftigt. Selbst, wenn ich gerade nicht am Lesen war, drehten sich meine Gedanken sehr oft um die Handlung. Und das hat nicht nur etwas damit zu tun, dass ich es in einer Leserunde las, denn auch dann beschäftige ich mich unterschiedlich stark mit den jeweiligen Geschichten, aber bei diesem Buch waren meine Grübeleien besonders intensiv. Es war für mich definitiv ein ganz tolles Buch, das mir ein ganz besonderes Leseerlebnis bot, und den Roman noch einmal zu lesen, wird sich auf jeden Fall lohnen.

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  • Wettlauf gegen die Zeit...

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Dubhe

    Dubhe

    21. July 2013 um 17:00

    Im Jahr 1851 öffnete zum ersten Mal die Weltausstellung ihre Pforten, doch unter Oberfläche brodelt es, denn am Abend davor wird ein Mann ermordet und ein wichtiges Artefakt gestohlen.  Mehrere verschiedene Gegner wollen dieses Artefakt und plötzlich befindet sich Miss Niobe mitten drin, denn auch sie sollte es für ihren Wohltäter und Freund stehlen.  Doch stattdessen hat sie den ermordeten Mann aufgefunden.  Und nun beginnt eine Jagd auf dieses Artefakt, denn es hält große Macht inne.  Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn in den falschen Händen, können mit dem Artefakt schlimme Sachen angestellt werden.  Und auf diesem Wettlauf begegnet sie dem Spezialisten Frans, der eigentlich im Dienst finsterer Mächte ist und Royle, der für eine streng geheime Abteilung im britischen Heer arbeitet.  Und nun müssen sie erkennen, dass sie nur, wenn sie sich gegenseitig helfen, überleben und dem Wahnsinn ein Ende bereiten können... Werden sie es schaffen? . Die Idee finde ich richtig gut, doch der Autor hat es nicht gerade mit Spannung. Klar, es gibt welche, doch er schweift dauernd ab, beschreibt ziemlich viel und es gibt auch unnötige Passagen, die man streichen könnte.  Am Anfang ist es außerdem etwas verwirrend, da man sich erst eingewöhnen muss, da der Autor den Leser ins kalte Wasser stößt.  Außerdem wechselt mit jedem neuem Kapitel die Perspektive von Niobe, zu Frans oder Royle oder so, an das muss man sich auch erst einmal gewöhnen.  Ich selbst habe es erst am Ende des zweiten Kapitels verstanden, als der Name genannt wird.  Ansonsten ist das Buch recht gut, doch man sollte diese Art der Erzählung auch mögen. 

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  • Rezension zu "Der Kristallpalast" von Oliver Plaschka

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    FabianD

    FabianD

    15. September 2012 um 19:34

    Nachdem mir schon die vorigen Bücher des Autors Oliver Plaschka sehr gut gefielen, war es nur logisch auch sein drittes Werk zu lesen. Den ‚Kristallpalast‘ hat er zusammen mit zwei seiner Kollegen aus der Literaturwissenschaft geschrieben, Alexander Flory und Matthias Mösch. Die drei traten sozusagen an, einen Gegenbeweis zu führen gegen die »oft unterstellte Unfähigkeit von Akademikern, ihr Theoriewissen auch in die Praxis umzusetzen« (S.397). Das ist wohl gelungen. Der Roman spielt im Jahre 1851, in London wird gerade die erste Weltausstellung eröffnet und mit ihr der Kristallpalast. Letzterer steht - wer hätt‘s gedacht - im Mittelpunkt der Handlung. Er ist das Zentrum, um das sich die drei Protagonisten ständig drehen und das sie immer mehr in seinen Bann schlägt. Da treffen wir einerseits die geheimnisvolle Miss Niobe, eine Inderin im Dienste einer okkulten Loge; der Ingenieur Franz hingegen arbeitet für eine Organisation, die es längst nicht mehr geben dürfte; der Agent Sokrates Royle zuletzt ist im Auftrag ihrer Majestät unterwegs, was in seinem Falle heißt: Einer Sonderabteilung noch geheimer als jeglicher Geheimdienst. Gleich drei Geheimbünde? Manchem mag das zuviel sein. Ich bin normalerweise einer der Ersten, den Übertreibung in dieser Hinsicht abschreckt. Gerade bei einem nicht-mal-vierhundert-Seiten-Buch ist nicht viel Raum hinter jede Ecke eine Verschwörung unterzubringen. Doch die Autoren bringen es elegant über die Bühne. Sie verzichten auf unnötigen Expositions-Ballast und vermeiden so den Eindruck eines zu vollgestopften Textes, lieber geben sie ihren Charakteren mehr Raum sich zu entfalten. Dafür nehmen sie auch gerne etwas Tempo raus, damit der Leser einen Spaziergang durch ein authentisch geschildertes London der 1850er genießen kann. Die Handlung zeigt sich uns in der ersten Person durch die Augen der drei Protagonisten. In immer wieder derselben Reihenfolge erzählen sie abwechselnd von geheimnisvollen Kräften, die vom Palast ausgehen. Durchbrochen wird dieses Schema unregelmäßig von dem Bericht einer Expedition in den asiatischen Dschungel als zweite Handlungsebene. Was anfangs wenig Bezug hat, zeichnet sich später als Schlüssel für das Geschehen in London ab und enthüllt, was für eine Bedrohung da heraufdämmert. Besonders gefallen hat mir, dass ein aufmerksamer Leser zwischen den beiden Ebenen stets versteckte Verweise aufeinander entdeckt, die kurze Blicke hinter die Fassaden der offensichtlichen Handlung gewähren. Selbst wenn später die Zusammenhänge klarer werden, finden sich überall noch weitere kleine Puzzleteile. Ein Roman zum Mitdenken also, der nicht alles auf dem Silbertablet serviert. Über Flory und Mösch kann ich wenig sagen, aber bei Plaschka zeichnete genau das schon ‚Die Magier von Montparnasse‘ und speziell ‚Fairwater‘ aus. Einige Kritikpunkte sind aber dann doch dabei: Zum Beispiel wirkt der Charakter Sokrates Royle immer etwas losgelöst von der eng verstrickten Handlung der anderen beiden Charaktere. Stellenweise glaubte ich eher, er kreuzt zufällig ihren Weg. Außerdem bleiben bei den Nebencharakteren dieses Strangs die Motivationen oft unklar und gerade für Royles Partner und Vorgesetzten scheint manches unvollständig. Dafür kommt die Entschädigung aber in Form einer wunderbaren Hintergrund-Geschichte - die fast ein eigenes Buch verdient hätte. Das Kapitel ‚die Gestade des Yong‘ ist das erinnerungswürdigste des ganzen Werkes. Summa summarum erwartet einen ein faszinierender Fantasy-Roman vor dem (meiner Einschätzung nach) akkuraten und gekonnt geschilderten Hintergrund Londons. Zwar hat er nicht den Zauber von ‚Fairwater‘ oder ‚Die Magier von Montparnasse‘, aber in diese Richtung wollen die Autoren auch nicht. Stattdessen gibt es eine Agenten-Story, die weder an Geheimnissen noch an Magie geizt.

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  • Rezension zu "Der Kristallpalast" von Oliver Plaschka

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Lichtscheue

    Lichtscheue

    13. August 2011 um 20:51

    Oliver Plaschkas Erstlingswerk hatte mich so fasziniert, dass ich nun auch den KRISTALLPALAST mit großer Erwartung betreten habe. Ich vermute, es lag an den "falschen" Erwartungen, dass ich dieses Werk nicht entsprechend würdigen kann. Es mit Sicherheit keine schlechte Erzählung, ich habe aber mehr Fantastik erwartet. Besonders eine Sache hat mich extrem gestört: die Tatsache, dass die drei Hauptfiguren alle in Ich-Form erzählen und sich bei der Erzählung abwechseln. Eigentlich müsste die Ich-Form die Figuren dem Leser näher bringen, aber auch das Ziel wurde bei mir nicht wirklich erreicht. Und wenn die Erzähler wechseln, so hätte ich es logisch gefunden, wenn sie sich im Stil deutlicher von einander unterscheiden würden, so dass schon anhand der Sprache klar wird, welche Figur man vor sich hat. Die Stile waren mir dafür zu ähnlich. Mich würde interessieren, ob die drei Autoren sich jeweils eine Figur vorgenommen haben....weiß das jemand? Das würde mich sehr erstaunen, weil sie dann ihre Erzählstile einander sehr angeglichen haben. Aus all den Kapiteln ragt für mich eines besonders heraus: Sokrates Royle - Die Gestade des Yong. Es wirkt fast wie eine Kurzgeschichte und könnte ohne den Rest des Buches gelesen werden. Die Grundidee hätte mehr fantastische Ausführung verdient. Ein Werk, dass sich ganz gut lesen lässt, aber nicht unbedingt gelesen werden MUSS.

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  • Rezension zu "Der Kristallpalast" von Oliver Plaschka

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Marie1990

    Marie1990

    07. April 2011 um 17:06

    London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf mysteriöse Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll. Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Mysterium birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine rätselhafte Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln. In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen. Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen ... Oliver Plaschkas neuer Roman ist im Steampunk Genre anzusiedeln. Wie seine Romane vorher, muss man das Buch sehr konzentriert lesen, um an den ganzen Handlungen nicht zu verwirren oder den Faden zu verlieren. Hier ist mitdenken angesagt. Dieser Roman ist spannender und actionreicher als "Die Magier von Montparnasse" und das Ende ist diesmal zwar offen, aber dennoch zufriedenstellend. Während der Geschichte tauchen immer wieder unvorhergesehene Wendungen auf und das Ende mag dem Einen oder Anderen eine Überraschung sein. Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Sichtweisen jeweils in der Ich-Form erzählt, von Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein können. Alle mit einer spannenden und interessanten Vergangenheit und dem gleichen Ziel, was auch immer es ist. Die Sprache ist wieder sehr gehoben und gewählt, man muss sich auf diese Art und Weise zu schreiben schon einlassen, sonst könnte es schwer werden der Handlung zu folgen. Fazit: Ein spannender Roman, der das viktorianische Zeitalter dem Leser etwas näher bringt und viel Wissenswertes beherbergt.

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  • Rezension zu "Der Kristallpalast" von Oliver Plaschka

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. February 2011 um 19:27

    Die drei Autoren entführen uns in das viktorianische London, in dem zu dieser Zeit durch die erste Weltausstellung noch mehr als sonst los ist. Die Straßen sind von den vielen Besuchern verstopft, Faszination und Misstrauen liegen dicht beieinander. Im Nachwort erfährt man unter anderem, dass die meisten Beschreibungen der Stadt weitestgehend zeitgenössischen Quellen entnommen wurden. Vielleicht wirkten sie deshalb so real auf mich? Möglicherweise aber auch, weil sie sowohl Licht als auch Schatten zeigten – und damit ein umfassendes Bild boten. Der Roman hat mich von Anfang an gefesselt, woran die besondere Atmosphäre und meine beiden Lieblingsfiguren sicher nicht ganz unschuldig waren. Dieses Gefühl verstärkte sich mit jeder weiteren Seite, die Handlung wurde vielschichtiger und rätselhafter – und ich steckte schnell mitten in wilden Spekulationen. Mir macht das sehr viel Spaß! Man sollte dieses Buch allerdings aufmerksam lesen, um nicht zu viele Hinweise zu übersehen. Die vielen kleinen aufgesammelten Puzzleteile wollen dann ja auch noch verbunden werden, und fügen sich später zu einem großen Ganzen zusammen. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, und jede dieser Figuren gehört zu einer anderen Gruppierung. Man lernt sie (mal früher, mal später) besser kennen, erfährt etwas über ihre Vergangenheit und fühlt sich mit den sehr unterschiedlichen Charakteren verbunden. Zumindest ging es mir so: Ich hatte zwar schnell eine Lieblingsfigur, konnte aber nach einiger Zeit auch einer für mich anfangs ein wenig unsympathischen Figur einiges abgewinnen. “Der Kristallpalast” war für mich eine ziemlich intensive Lektüre, ich war mit meinen Gedanken sehr oft beim Buch und habe vor mich hin gegrübelt. Es gab so viele Eindrücke, Andeutungen und Rätsel, die mich einfach nicht losgelassen haben. Ganz besonders haben mich da ja mythische Anspielungen und eine merkwürdige Weltanschauung zum Spekulieren verführt, auch wenn ich für letzteres ein wenig Zeit benötigte. Die Geschichte lässt auch viel Platz für eigene Interpretationen und erklärt nicht alles, die Richtung wird jedoch vorgegeben. Es ist also ein Buch, das die grauen Zellen ordentlich fordert und einen noch länger beschäftigt. Mir hat es nicht nur sehr gefallen, ich war auch ziemlich beeindruckt – auch von den Ideen und dem Themsetunnel, der meine Neugier geweckt hat.

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  • Rezension zu "Der Kristallpalast" von Oliver Plaschka

    Der Kristallpalast: Ein Steampunk Roman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2011 um 19:26

    Was passiert, wenn drei Autoren zusammen ein Buch schreiben? Zuerst war ich skeptisch, aber da ich die anderen beiden Bücher von Oliver Plaschka sehr mochte, habe ich "Der Kristallpalast" natürlich trotzdem gelesen. Und da sich die Handlung auf drei Hauptpersonen aufteilt, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen, merkt man gar nicht, dass das Buch von drei verschiedenen Personen geschrieben wurde. Der Stil und die Erzählweise bei den drei Protagonisten wäre sicher auch unterschiedlich gewesen, hätte nur ein Autor das komplette Buch geschrieben. Enthalten ist auch ein interessantes Nachwort, in dem Oliver Plaschka erzählt, wie das Buch entstanden ist und wie die Zusammenarbeit funktioniert hat. Nun aber zum Buch und zur Geschichte selbst. Der Schauplatz dieses Buches ist London im Jahr 1851, kurz bevor die Weltausstellung eröffnet werden soll. Die Handlung lässt sich gar nicht so leicht zusammenfassen, ohne zu viel zu verraten. Es gibt drei sehr unterschiedliche Protagonisten, verschiedene geheimnisvolle Gruppierungen mit verschiedenen Zielen, mysteriöse Artefakte, Kristalle und Waffen... und irgendwie führen alle Spuren zum Kristallpalast. Das Buch ist sehr spannend und temporeich, vor allem durch den Wechsel zwischen den drei Hauptpersonen. Die Handlung findet innerhalb weniger Stunden statt, eine Verschnaufpause gibt es da nicht. Allerdings fand ich es auch sehr kompliziert, den Überblick über die vielen Personen zu behalten, die unterschiedlichen Organisationen angehören und deren Ziele nur selten klar waren. Die Diskussionen und gemeinsamen Spekulationen in der Leserunde auf leserunden.de waren dabei sehr hilfreich und haben mir Zusammenhänge verdeutlicht, die ich alleine sicher übersehen hätte. Man muss sich mit dem Buch schon intensiv beschäftigen, um alle Hinweise mitzukriegen und nichts wichtiges zu überlesen. Das Ende hatte ich mir dann auch etwas spektakulärer vorgestellt, als es eigentlich war, der große Aha-Effekt und die ganze große Begeisterung wie bei "Die Magier von Montparnasse" blieben diesmal aus. Ich habe das Buch gerne gelesen, es hat mich gut unterhalten und mich viele Tage in Gedanken beschäftigt, trotzdem ist der Funke diesmal nicht ganz übergesprungen und es gibt "nur" 4 Sterne.

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