Oliver Polak

 3.6 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Ich darf das, ich bin Jude, Der jüdische Patient und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Gegen Judenhass

 (3)
Neu erschienen am 04.10.2018 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Oliver Polak

Ich darf das, ich bin Jude

Ich darf das, ich bin Jude

 (47)
Erschienen am 16.09.2008
Der jüdische Patient

Der jüdische Patient

 (21)
Erschienen am 02.10.2014
Gegen Judenhass

Gegen Judenhass

 (3)
Erschienen am 04.10.2018
Ich darf das, ich bin Jude

Ich darf das, ich bin Jude

 (2)
Erschienen am 20.02.2009
Jud Süß Sauer, Die Show, 1 Audio-CD

Jud Süß Sauer, Die Show, 1 Audio-CD

 (0)
Erschienen am 23.11.2010

Neue Rezensionen zu Oliver Polak

Neu
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Gegen Judenhass" von Oliver Polak

‚Findest du Juden sympathisch?‘
sabatayn76vor 10 Tagen

‚Findest du Juden sympathisch?‘ - ‚Wenn deine Antwort auf die Frage nicht ‚Mir egal‘ ist, dann stimmt etwas nicht mit dir.‘

‚Gegen Judenhass‘ besteht aus zwei Teilen: Im ersten Abschnitt stellt Oliver Polak dem Leser Fragen, beantwortet diese teilweise und bietet Statements. Dieser Teil ist sehr gut geeignet, um eigene Anschauungen und Einstellungen kritisch zu hinterfragen, und zeigt zudem, wo Antisemitismus anfängt. Ich empfehle jedem Leser, sich kritisch mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und sie selbst (entweder im Stillen oder schriftlich oder in Diskussion mit anderen) zu beantworten. Dieser Teil des Buches ist unpaginiert und im Layout sehr großzügig, der Fokus liegt klar auf den Fragen und Statements, die freien Stellen zwingen den Leser geradezu zum Antworten und Nachdenken.

Der zweite Teil des Buches befasst sich vor allem mit eigenen Erfahrungen des Autors, von erlebtem Antisemitismus. Er bettet seine Erfahrungen schließlich in einen größeren Kontext ein, bezieht sich auf Vorurteile, Stereotypien und weitverbreitete Vorstellungen vom Judentum. Von seinen Erfahrungen zu lesen, fand ich bisweilen recht bestürzend, weil sie klar machen, dass wir in Deutschland und weltweit nach wie vor ein massives Problem mit Antisemitismus haben.

In fast allen Fällen gehe ich vollkommen konform mit den Aussagen Polaks. Lediglich bei seinen Ausführungen zu Israel finde ich es nicht nur legitim, sondern auch notwendig, Israels antipalästinensische Haltung und die Siedlungspolitik zu kritisieren. Für mich hat dies nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern mit der Verteidigung von Menschenrechten und der Kritik an Menschenrechtsverletzungen.

‚Juden haben große Nasen.
Juden sind geldgierig.
Juden haben Jesus ermordet.
Juden beherrschen die Medien und Hollywood.
Juden kontrollieren die Börsen, die Zeitungen, die Immobilien.
Juden gehört die Welt.

Wie viele der aufgelisteten Aussagen stimmen?
Trag deine Ziffer ein: ___‘

‚Sollte die Ziffer, die du eingetragen hast, nicht Null sein, hast du ein ernsthaftes Problem.‘

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Rezension zu "Gegen Judenhass" von Oliver Polak

Nicht verhandelbar
jamal_tuschickvor einem Monat

Alexander Gauland kratzt der Populismusvorwurf von jeher nicht. Er schildert Populismus als Selbstverteidigung, mit der sich die ursprüngliche Bevölkerung (eines europäischen Landes) gegen einen Ansturm zur Wehr setzt. Aufladen lässt sich der Ansturm mit der Globalisierung, den Flüchtlingen, dem in Europa ankommenden afrikanischen Youth Bulge. Gauland sprach zuletzt von „globalisierten Eliten“. Das ist nicht weit weg vom „internationalen Finanzjudentum“, dem Geld ohne Heimat und einer Politik ohne Vaterland, betrieben von Leuten ohne Bindungen außerhalb ihrer Klasse oder ihres Kartells. Die globalisierten Eliten ergänzen als Formulierung den reaktionären Neusprech, der einer Verdunklung absichtlich schlecht dient; so wie jeder Lapsus (ob echt oder inszeniert) die Sprecherintension sowohl auf- als auch zudeckt. Strategisch geht es bei der Bestimmung der Grenzen des Sagbaren in rassistischen und antidemokratischen Sprechweisen um Verschlechterungen der Standards zum Schutz von Minderheiten. Man sagt „Kultur“ statt „Rasse“, „kulturfremd“ statt „rassisch minderwertig“ und „ethnopluralistisch statt geh hin, wo du herkommst, vor allem jedoch, bleib da“, aber die Dezenten meinen das Gleiche wie die Derben, nämlich eine von fremden Einflüssen angeblich gefährlich gestörte volksgemeinschaftliche Homogenität, die den (fiktiven) globalen Eliten ganz egal sei. Die Ereignisse in Chemnitz, wo Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt wurden, Menschenjäger das Verständnis des Innenministers fanden und der Versuch, den Mob medial wegzuzaubern, beinah geglückt wäre, zeigen wie schnell aus einem Deutschen mit Migrationshintergrund (Passdeutschen) ein Ausländer werden kann.

Im Subtext des kulturellen Nationalismus steht: Dein deutscher Pass macht dich zwar nicht zum Deutschen, aber dafür macht dich deine Religion/Hautfarbe/Herkunft zum Ausländer.

Die Aggression von Chemnitz erscheint im Gauland als Notwehr. Dass der Demagoge damit nicht nur durch-, vielmehr breit ankommt, beweist das Versagen einer Zivilgesellschaft, die auf die politischen Schocks der Gegenwart nicht vorbereitet ist.

Viel zu lange hielten wir einen bestimmten Standard so wie gewisse Bollwerke gegen Rassismus/Antisemitismus und Rechtsradikalismus für unumstößlich. Daran erinnert Oliver Polak in seinem Aufschrei „Gegen Judenhass“. Was man in den 1970er und -80er Jahren als Relikte einer fossilen Epoche wahrnahm, entschleiert seine Resistenz. Der alte Judenhass erneuert sich offenbar in jeder Generation. Im Mittelstand etabliert er sich als Antisemitismus mit abgespreiztem Finger.

Polak sagt: Mein Text „ist keine Anklage und nicht verhandelbar“. Geschrieben hat er das Buch: „weil mir auffiel, dass Sachen salonfähig wurden, bei denen es vorher immer hieß Nie wieder! und Wehret den Anfängen!”. Sein Fazit:Judenhass hat sein Stigma verloren, „im Bundestag sitzt die AfD, die stolz sein möchte auf die Taten” der Wehrmacht.

Polak zeichnet „die feine Linie zwischen Israelkritik und Antisemitismus” nach. Er zeigt, wie und auf welchen Vorfeldern solche Überschreitungen organisiert werden und welche Ressentiments sie bedienen. Das geht über Geschichtsrevisionismus weit hinaus. Das ist ein Markt, auf dem ein Selbstverständnis im Plural der Mitspieler*innen dynamisiert wird. Polak liefert die Beispiele, lesen Sie selbst.

Ich bin kein Antisemit, aber …

Beschworen wird das angebliche „Tabu, etwas gegen Juden sagen zu dürfen“. In einer Welt voller antisemitischer Äußerungen entlarvt es sich nicht einfach als das, was es ist – nämlich als eine Fiktion. – Ein Phantasma aus dem Fundus der Obsessionen. Von der Realität wird dieses „Tabu“ verfehlt, die Verfehlung bleibt aber unbeachtet. Stattdessen „emanzipiert“ sich der Antisemit „von einer Meinungsdikatur“. Die Presse erklärt er für „gleichgeschaltet“. (Eine Variation: Die Israelis stehen der SS in Nichts nach.) Derealisation nennen Fachleute das Phänomen. 

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supersusis avatar

Rezension zu "Der jüdische Patient" von Oliver Polak

enttäuschend und furchtbar, unsympatisch und abstoßend
supersusivor einem Jahr

Da ich in der Psychiatrie arbeite interessiert mich natürlich auch immer die Sicht der Patienten auf ihre Erkrankung, ihre Therapie und was ihnen letztendlich geholfen hat, gesund zu werden. Hier dachte ich, dass ein Bericht eines Comedian sicher mal einen etwas anderen Blickwinkel auf eine Depression wirft.

Welch eine Enttäuschung : Gossensprache, Fäkalsprache, Abwertung fast aller anderen Menschen, endlose Beschreibungen seiner Kleidung, die er grade anhat (mehrfach in jedem Kapitel), Besuch im Puff en detail und immer wieder das Thema : seine Rolle als Jude.

Anfangs war noch etwas Humor vorhanden, aber schnell entwickelte sich das Buch zu einem einzigen auskotzen . Die Depression, der Klinikaufenthalt und die Therapie werden nur gestreift. Wirkte der Autor zunächst nur sehr oberflächlich, so wurde er zunehmend unsympathisch. Dass jemand mit Depressionen sich selbst nicht mag und erträgt und abwertet ist Teil der Erkrankung, dass er aber andere Menschen ständig entwertet, abwertet und völlig überheblich und arrogant über sie unflätigst herzieht, ist nicht Teil einer Depression. Im Gegenteil, man empfindet sich eher als Last für andere und möchte niemandem seine Anwesenheit zumuten. Hier kommt wohl eher die Persönlichkeit des Autors hervor und so wie er das sieht, ist er das Opfer seiner Herkunft, seiner Heimatstadt, seines Landes, in dem man keinen Humor hat und all der Menschen die ja sooo eine Zumutung für ihn sind, obwohl sie einfach nur so sind, wie sie sind.

Ich habe mehrfach überlegt, ob ich nicht einfach aufhöre zu lesen und das Buch in mein "das Leben ist zu kurz"-Regal stelle, aber da es so dünn ist und ich wissen wollte ob es nicht doch irgendein brauchbares Fazit gibt, habe ich weiter gelesen. Letzteres gibt es übrigens nicht.

Als Comedian möchte ich ihn gar nicht erst sehen. Er behauptet mehrfach, dass man keinen Humor besitzt, wenn man Witze über vergewaltigte Kinder oder den Holocaust nicht lustig findet. Ich lasse mir meinen Humor aber nicht absprechen, wenn ich das Leid hinter diesen Taten sehe und es daher nicht witzig finde, wenn sich jemand so geschmack- und pietätlos darüber lustig macht.

Der einzige Grund, warum ich dem Buch doch noch 1 Stern gegeben habe, ist der, dass ich es gut finde, dass er offen darüber spricht, depressiv gewesen zu sein und sich Hilfe in einer Klinik geholt zu haben, denn dies ist leider oft noch mit einem Stigma belegt.

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