Gegen Judenhass

von Oliver Polak 
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Gegen Judenhass
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Polaks Fazit: Judenhass ist wieder salonfähig in Deutschland.

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Inhaltsangabe zu "Gegen Judenhass"

Ein eindringlicher Appell gegen den erstarkenden Antisemitismus
Menschen, die eine Kippa tragen, werden auf offener Straßen angegriffen, jüdische Schüler beschimpft, antisemitische Rapper bekommen Preise, einem jüdischen Restaurantbesitzer wird seine schiere Anwesenheit vorgeworfen: 'Wir wollen euch hier nicht in Deutschland.' 'Euch', das meint die Juden. 'Euch', das zeigt: Deutschland hat ein Problem mit ihnen. Diese und andere Grenzüberschreitungen geschahen in den letzten Monaten und machen eine Anklage gegen den erstarkenden Antisemitismus nicht nur notwendig, sondern zu einer demokratischen Pflicht.
In eindringlichen Worten appelliert Oliver Polak für eine klare Haltung und ein entschlossenes Bekenntnis zum Judentum und gegen den Rassismus.
Ein relevantes und notwendiges Plädoyer im Namen einer liberalen Gesellschaft, die sich von ihren Ressentiments endgültig befreien muss.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462052718
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:60 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:04.10.2018

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    jamal_tuschickvor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Polaks Fazit: Judenhass ist wieder salonfähig in Deutschland.
    Nicht verhandelbar

    Alexander Gauland kratzt der Populismusvorwurf von jeher nicht. Er schildert Populismus als Selbstverteidigung, mit der sich die ursprüngliche Bevölkerung (eines europäischen Landes) gegen einen Ansturm zur Wehr setzt. Aufladen lässt sich der Ansturm mit der Globalisierung, den Flüchtlingen, dem in Europa ankommenden afrikanischen Youth Bulge. Gauland sprach zuletzt von „globalisierten Eliten“. Das ist nicht weit weg vom „internationalen Finanzjudentum“, dem Geld ohne Heimat und einer Politik ohne Vaterland, betrieben von Leuten ohne Bindungen außerhalb ihrer Klasse oder ihres Kartells. Die globalisierten Eliten ergänzen als Formulierung den reaktionären Neusprech, der einer Verdunklung absichtlich schlecht dient; so wie jeder Lapsus (ob echt oder inszeniert) die Sprecherintension sowohl auf- als auch zudeckt. Strategisch geht es bei der Bestimmung der Grenzen des Sagbaren in rassistischen und antidemokratischen Sprechweisen um Verschlechterungen der Standards zum Schutz von Minderheiten. Man sagt „Kultur“ statt „Rasse“, „kulturfremd“ statt „rassisch minderwertig“ und „ethnopluralistisch statt geh hin, wo du herkommst, vor allem jedoch, bleib da“, aber die Dezenten meinen das Gleiche wie die Derben, nämlich eine von fremden Einflüssen angeblich gefährlich gestörte volksgemeinschaftliche Homogenität, die den (fiktiven) globalen Eliten ganz egal sei. Die Ereignisse in Chemnitz, wo Menschen wegen ihrer Hautfarbe gejagt wurden, Menschenjäger das Verständnis des Innenministers fanden und der Versuch, den Mob medial wegzuzaubern, beinah geglückt wäre, zeigen wie schnell aus einem Deutschen mit Migrationshintergrund (Passdeutschen) ein Ausländer werden kann.

    Im Subtext des kulturellen Nationalismus steht: Dein deutscher Pass macht dich zwar nicht zum Deutschen, aber dafür macht dich deine Religion/Hautfarbe/Herkunft zum Ausländer.

    Die Aggression von Chemnitz erscheint im Gauland als Notwehr. Dass der Demagoge damit nicht nur durch-, vielmehr breit ankommt, beweist das Versagen einer Zivilgesellschaft, die auf die politischen Schocks der Gegenwart nicht vorbereitet ist.

    Viel zu lange hielten wir einen bestimmten Standard so wie gewisse Bollwerke gegen Rassismus/Antisemitismus und Rechtsradikalismus für unumstößlich. Daran erinnert Oliver Polak in seinem Aufschrei „Gegen Judenhass“. Was man in den 1970er und -80er Jahren als Relikte einer fossilen Epoche wahrnahm, entschleiert seine Resistenz. Der alte Judenhass erneuert sich offenbar in jeder Generation. Im Mittelstand etabliert er sich als Antisemitismus mit abgespreiztem Finger.

    Polak sagt: Mein Text „ist keine Anklage und nicht verhandelbar“. Geschrieben hat er das Buch: „weil mir auffiel, dass Sachen salonfähig wurden, bei denen es vorher immer hieß Nie wieder! und Wehret den Anfängen!”. Sein Fazit:Judenhass hat sein Stigma verloren, „im Bundestag sitzt die AfD, die stolz sein möchte auf die Taten” der Wehrmacht.

    Polak zeichnet „die feine Linie zwischen Israelkritik und Antisemitismus” nach. Er zeigt, wie und auf welchen Vorfeldern solche Überschreitungen organisiert werden und welche Ressentiments sie bedienen. Das geht über Geschichtsrevisionismus weit hinaus. Das ist ein Markt, auf dem ein Selbstverständnis im Plural der Mitspieler*innen dynamisiert wird. Polak liefert die Beispiele, lesen Sie selbst.

    Ich bin kein Antisemit, aber …

    Beschworen wird das angebliche „Tabu, etwas gegen Juden sagen zu dürfen“. In einer Welt voller antisemitischer Äußerungen entlarvt es sich nicht einfach als das, was es ist – nämlich als eine Fiktion. – Ein Phantasma aus dem Fundus der Obsessionen. Von der Realität wird dieses „Tabu“ verfehlt, die Verfehlung bleibt aber unbeachtet. Stattdessen „emanzipiert“ sich der Antisemit „von einer Meinungsdikatur“. Die Presse erklärt er für „gleichgeschaltet“. (Eine Variation: Die Israelis stehen der SS in Nichts nach.) Derealisation nennen Fachleute das Phänomen. 

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