Oliver Roth Earning by Doing

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Inhaltsangabe zu „Earning by Doing“ von Oliver Roth

Als professioneller Börsenhändler beweist Oliver Roth seit Jahren, dass man „Börse können kann“. Jetzt liegt sein erstes Buch vor. Es gewährt einen Blick in die Historie und die Welt der Frankfurter Händler und zeigt, wie jeder Geld an der Börse verdienen kann.

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  • "Börsianisch für Anfänger"

    Earning by Doing

    R_Manthey

    24. June 2015 um 10:31

    So nennt der Autor das zweite Kapitel seines Buches. Sicher wäre dies auch ein passender Titel für das gesamte Buch gewesen, aber "earning bei doing" klingt natürlich wesentlich fetziger. Dafür kann man sich darunter auch alles Mögliche vorstellen, was wiederum wohl Absicht war. Nachdem der Autor im einleitenden Kapitel seinen Schritt vom wenig erfolgreichen Fußballprofi zu einer Tätigkeit an der Frankfurter Börse geschildert hat, kommt er im zweiten Kapitel zur Erklärung einiger Grundbegriffe des Börsenhandels. Dann folgt ein kurzer historischer Abriß zum Thema Börse. Das nachfolgende vierte Kapitel widmet sich der Planung einer Geldanlage, wobei die Faktoren Zeit, Kapital und Risiko beleuchtet werden. Anschließend erläutert der Autor die fünf wichtigsten Anlageklassen, die mit steigendem Risiko und steigenden Ertragschancen bei ihm lauten: Konten, Anleihen, Aktien, Immobilien und Derivate. Vielleicht staunt mancher Leser über den Platz der Immobilien. Aber im Text findet man eine recht einleuchtende Erklärung dafür. Allerdings erwecken die meisten Ausführungen in diesem Buch auch nicht gerade den Eindruck erschöpfender Tiefe. Man hofft nach diesem ersten Drittel des Buches selbst als erfahrener Leser von Börsenbüchern aller Art immer noch auf irgendetwas Besonderes oder Erhellendes. Doch leider erfüllt sich diese Hoffnung bis zum Ende nicht. Im Gegenteil: Je länger ich an diesem Buch gelesen habe, umso dürftiger empfand ich seinen Inhalt. Vieleicht kann sich der eine oder andere Leser an den persönlichen Erlebnissen des Autors bei seiner Börsentätigkeit begeistern, schließlich erscheint der Mann als Experte gelegentlich auf dem Fernsehbildschirm. Wenn man den Text allerdings nach lehrreichen Stellen hinterfragt, die über die bekannten Allgemeinplätze für Anfänger hinausgehen, dann wird man kaum welche finden. Im achten Kapitel erläutert der Autor beispielsweise, wie man angeblich in neun Schritten zum Erfolg mit Aktien kommt. Was man dort liest, ist sicher nicht falsch, aber auch so allgemein, dass man damit in Wirklichkeit nicht viel anfangen kann, obwohl sicher macher Leser vom Gegenteil überzeugt sein wird. Erst wenn man tatsächlich versucht, diese Schritte im Einzelnen zu gehen, wird man merken, dass wie immer der Teufel im Detail steckt, und dass hinter jeder scheinbar klaren Aussage jede Menge neue Fragen entstehen, wenn man sich mit ihr wirklich praktisch auseinandersetzt. Bis dahin hätte diese Buch wenigstens das Prädikat "nicht schlecht" verdient gehabt. Doch dann versucht Herr Roth sich mit noch allgemeineren Themen wie der letzten Finanzkrise und dem gegenwärtigen Geldsystem. Und nun wird das Buch leider etwas wirr. Ich möchte das nur an einem Beispiel erläutern. Nachdem der Autor etwas holprig erklärt hat, dass unser Geld immer aus einer Schuld entsteht, meint er den grundsätzlichen Fehler im System am Zinseszins ausgemacht zu haben. Das scheint in einigen Kreisen modern zu sein, hält aber keiner wirklichen ökonomischen Überlegung stand. Wenn man den Zinseszins abschaffen möchte, dann kann man im Gegensatz zum Autor den Zins nicht behalten wollen. Das kann man sich leicht überlegen, weil sich Zinsgewinne immer wieder mit Zinsen anlegen lassen. Der Autor suggeriert aber leider durch merkwürdige Formulierungen auch, dass Otto-Normalverbraucher vielleicht Zinseszins auf einen Kredit bezahlen müsste, was kompletter Unsinn ist. Denn der Zinseszins auf einen gewöhnlichen Kredit entsteht doch nur, wenn ich während der Laufzeit weder tilge noch den jährlich fälligen Zins bezahle, also meine Schulden erhöhe. Oder wenn ich die laufenden Kreditkosten über einen neuen Kredit bezahle, wie das alle Industriestaaten machen, weil sie völlig über ihre Verhältnisse leben und einen Reichtum vortäuschen, dem riesige Schuldenberge gegenüberstehen, die nie mehr abgetragen werden können. Daran ist nicht der Zins schuld, sondern diese ruinöse Politik. Schließlich kommt der Autor auch nicht am leidigen Josephspfennig vorbei. Von einem Anleihehändler hätte ich die kritiklose Wiederholung dieses Blödsinns nicht erwartet. Wenn also ein Pfennig seit Jesu Geburt immer wieder zu vier Prozent angelegt worden wäre, dann käme heute ein Gegenwert von 225 Erdkugeln aus purem Gold heraus. Hinter dieser absurden Rechnung steht eine Voraussetzung, nämlich, dass Geld-Verleihen - und nichts anderes macht man bei einer solchen "Anlage" schließlich - ohne jedes Risiko ist. Hätten die Nachfolger von Jesus bei diesem Experiment auch nur einmal dem Falschen ihr Geld geliehen, wäre es nämlich weg gewesen. Wie man gleichzeitig in einem Buch über die Finanzkrise, die schließlich durch massenhafte Kreditausfälle entstand, schreiben und im gleichem Atemzug mit dieser blödsinnigen Rechnung kommen kann, ist mir schleierhaft. Wenn man dann noch die Ratschläge des Autors gegen diesen vermeintlichen Zinseszinsfehler liest, dann muss man auch noch feststellen, dass sie mit dem eigentlichen Problem überhaupt nichts zu tun haben. Das ist leider ziemlich konfus. Der Fehler liegt nicht im System, sondern er ist das System. Aber zu dieser Erkenntnis kann sich Oliver Roth nicht durchringen, denn er ist ein Teil dieses Systems. Deshalb kann man ihm das auch nachsehen. Was bleibt also von diesem Buch? Der erste Teil ist in der Tat nicht schlecht. Über den Rest kann man das leider nicht behaupten.

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