Vorab, ich kenne Oliver Ruppel persönlich, nicht eng, aber ich hatte das Vergnügen seine Arbeit "an eigenem Leib" kennen zu lernen. So fließen diese Eindrücke in diese Rezension mit ein.
Viele Menschen die ich kenne, einschließlich mir selbst, haben ein ungutes Gefühl, das in unserer Gesellschaft etwas schief läuft, das unsere Lebendigkeit zunehmend abhanden kommt. Das die "Unverfügbarkeit" wie es Hartmut Rosa so schön nennt, immer mehr einem kontrolliertem, normierten Leben geopfert wird, getrieben durch diffuse Angstszenarien und Systeme die uns permanent im Stress halten. Das bedingt, dass wir einem oktroyierten Ideal-Ich hinterher hecheln und dabei uns selbst verlieren, quasi fremdbestimmt sind und dissozieren. Unser natürliches Ich merkt das und reagiert mit Symptomen, wie Angststörungen, Depressionen etc.
In diesem Buch werden fundiert diese Vorgänge beschrieben und zerlegt. Basierend auf ausführlicher Recherche und langjähriger Erfahrung als Therapeut. Von den Anfängen, zur Zeit der Sesshaftwerdung, bis heute, vom Einzelnen bis ins Gesellschaftliche. Es räumt auch mit den gut meinenden Rettern auf, die uns die Lösung auf dem Silbertablett liefern wollen und uns letztendlich tiefer in die Suppe drücken. Es ermuntert sich wieder seiner Wurzeln bewusst zu werden, selbst zu denken, seinen Sinnen zu vertrauen, die Lösung im Innen und nicht im Aussen zu suchen, sich in einer eigentlich friedlichen Welt wieder verbunden zu fühlen.
Das Ganze in einem kurzweiligen, gut lesbaren Sprachstil, wenn auch mit einigen Fremdworten, die aber hinreichend im Anhang erklärt werden.
Zum Ende ein Zitat aus dem Buch: " So wie ich es sehe, stehen wir am Scheideweg zwischen Showdown (alle Karten kommen auf den Tisch und werden angesehen) oder Shutdown (der Laden wird mangels lebendiger Kundschaft bald dicht gemacht)."
Wünsche viel Spaß beim lesen!








