Oliver Stengel Suffizienz

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Inhaltsangabe zu „Suffizienz“ von Oliver Stengel

http://www.oekom.de/buecher/buchreihen/wuppertaler-schriften/archiv/buch/suffizienz.html

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  • Rezension zu "Suffizienz" von Oliver Stengel

    Suffizienz

    michael_lehmann-pape

    22. October 2011 um 14:05

    Veränderung der Konsumstile als Möglichkeit gegen die ökologische Krise Der Soziologe Oliver Stengel legt in diesem beachtenswerten Buch die bisherige Quintessenz seiner forschenden Beobachtungen im Blick auf die Suffiziensstrategie nun erstmalig in gebotener Breite vor. Auf der Basis der Beobachtung der Dialektik der Aneignung der Natur durch den Menschen (Notwendige Bändigung von Naturgewalten einerseits, aber nun Bedrohung des Menschen (und der Natur) durch die Bändigung der Natur selbst) setzt er ein deutliches Wegzeichen zur Bewältigung der um sich greifenden ökologischen Krise des Planenten aus soziologischer Sicht heraus. Im Kern sieht Stengel bei diesem (überlebensnotwendigen) Versuch der Eindämmung der ökologischen Krise keinen Weg an einer Suffiziensstrategie vorbei (eine „unumgängliche Strategie“). Nur eine „Verringerung des Güterkonsums“ bietet noch mögliche Auswege aus einem zukünftigen Kollaps des ökologischen Systems. Dies ist, erwähnt Stengel durchaus, keine „neue“ Überlegung. Da aber bereits lange bekannt und dennoch nicht umgesetzt, ist es sicherlich die wichtigste Angelegenheit (und in bester Weise auch der Kern des Buches), die „Barrieren“ näher zu betrachten, aus denen heraus eine Dematerialisierung bis dato als völlig unrealistisch erscheint. Nicht nur, übrigens, weil der Mensch selbst als Gruppe uneinsichtig wäre, auch, weil natürlich das gesamte, globale Wirtschaften auf ein „Mehr“ statt auf ein „Weniger“ an Konsum sich ausrichtet. Gründlich nähert sich Stengel auf diesem Wege seinem Thema. Allein schon tief erhellend sind jene Passagen des Buches, die sich mit Entstehung und Zukunft der Konsumgesellschaft befassen. Eine Form des gesellschaftlichen Lebens, die entweder sich transformieren wird oder eben keine Zukunft mehr in sich trägt. Eine absolute These, die Stengel durchaus fundiert und nachvollziehbar argumentativ im Buch vorlegt. Im Aufbau des Buches legt Stengel zunächst kurz die Diagnose der ökologischen Krise vor, lokalisiert im Folgendem das Problem vor allem in Form der Vordringlichkeit der Arbeitsproduktivität und der damit einhergehenden Beschleunigung auch der Krisen steigernden Prozesse. Intensivierung des Lebensgefühls, Streben nach „Glanz“ und absolut Setzung des „westlichen“ Lebensstils werden als Ursachen erläutert und mündet in einer Prognose der Tristesse. Die freiwillige Veränderung des Menschen im Sinne eine Dematerialisierung ist sodann der von Stengel vorgeschlagene Ausweg. Der freiwillige Verzicht auf das „nicht Notwendige“ im Sinne eines „Weniger ist mehr“. Gut erläutert Stengel nacheinander, dass ein solcher Verzicht durchaus möglich ist ohne ein Abgleiten des Lebensstandards in bodenlose Tiefen befürchten zu müssen. Barrieren aber stehen massiv einer solchen, individuellen und gesellschaftlichen „Besinnung“ im Wege. Genuss der Freiheit von materieller Not, Individualisierung und damit insuläre Wertebildung, ausgefeiltes Marketing schon an Kindern, kulturell tief verankerte Begehrlichkeiten, Primat der individuellen Rationalität, materialistischer Lebensstil (was man anfassen und, vor allem, anderen zeigen kann ist wertvoll) und eine eher passive Rezeption von Veränderungen (ich schließe mich vielleicht an) bilden jene starken, soziologischen Barrieren, die echte Veränderungen so erschweren. Doch diese Barrieren können überwunden werden und zwar von jedem einzelnen, wie auch in größeren Verbünden. Unter Entwicklung einer „Langsichtperspektive“, statt immer nur auf Kurzfristbefriedigung geeicht zu bleiben. So dass in letzter Konsequenz die Einsicht nicht nur im Verstand entsteht, sondern sich auch im praktischen Handeln beginnt umzusetzen, dass persönliche Freiheit gerade durch Begrenzung im materiellen Bereich entsteht und entstehen kann. Ganz ohne regulierende Eingriffe wird dies aber nicht gehen, denn um individuelle Entscheidungen treffen zu können, bedarf es a) einer umfassenden Information und b) einer moralischen Bewertung. Am Beispiel des Rauchens gelingt es Stengel, einen solchen Prozess verständlich und offen vor die Augen des Lesers zu legen. Wie durch breite Information, Aushebelung der Deutungshoheit der Zigarettenhersteller und ein sich entwickelndes auch moralisches Bewusstsein der Schädigung Unbeteiligter die Prozentzahlen der Raucher in der Gesamtgesellschaft drastisch sich nach unten reguliert hat und sich die kulturelle Füllung des Rauchens auf diesem Wege fast ins Gegenteil verkehrt hat Dieses Beispiel zeigt, das eine Veränderung möglich ist, dass eine Begrenzung (als Raucher zum Nichtraucher) Freiheiten mit sich bringt, dass eine objektive und breite Information erst die Voraussetzungen für eine individuelle Entscheidung mit sich bringt und dass die Ökonomie auf diesem Weg ein schlechter Vorreiter oder Ratgeber wäre. Alles in allem ein hoch wissenschaftliches, in Teilen abstrakt theoretisches Werk, in dem Stengel immer wieder aber die Kurve hin zum „praktischen“ Leben bekommt und nicht müde wird, sowohl die Barrieren für ein Umdenken angesichts der ökologischen Krise unserer Tage zu benennen, als auch Strategien zur Überwindung dieser Barrieren aufzuzeigen. Und dabei immer wieder den Kern seiner Betrachtungen auf die individuelle Entscheidungsebene setzt, die vor allem aber als individuelle Entscheidung bestmöglich vorbereitet werden muss. Ein wichtiges Buch und ein wichtiger Schritt, der „Krise des Überflusses“ nachhaltig begegnen zu können, indem die Suffizienstrateige fundiert erhoben, beschrieben und in denkbare Anwendung gebracht wird. Aber kein Buch, dass man zwischen durch liest, sondern das konzentriert erarbeitet werden will.

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