Oliver Uschmann Nicht weit vom Stamm

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Inhaltsangabe zu „Nicht weit vom Stamm“ von Oliver Uschmann

Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen. Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater. Oliver Uschmanns Roman "Nicht weit vom Stamm" erzählt schonungslos und ehrlich von verlorenen Zielen, falschen Freunden und der Macht der Zuversicht.

Ein etwas anderes Buch, dass immer wieder überrascht. Ich fand es gut zu lesen, nicht langweilig, abwechslungsreich, schonungslos.

— Tanie
Tanie

Hinweis zum Gewinnspiel! Es werden insgesamt 3 Buchpakete verlost u.a. mit einem Exemplar "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann http://lese-leuchtturm.blogspot.com/2011/03/gewinnspiel100-leser-feiert-der-lese.html Jeder kann mitmachen!

— traumwald
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  • Falsche Freunde, falsche Entscheidungen, ein richtiger Weg

    Nicht weit vom Stamm
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    05. July 2014 um 15:45

    Sven ist dort angekommen, wo er sein wollte: ganz unten. Er verbringt seine Tage mit Saufen, Prügeln und Pöbeln. Alles, was für ihn zählt ist seine Schwester Lina. Für sie würde er alles tun. Und plötzlich wird sie bedroht. Sven muss sich entscheiden. Um ihr helfen zu können, muss er sein altes Leben hinter sich lassen und so werden wie sein Vater. Ein Buch, das einem den Atem nimmt. Einerseits will man die Hauptfigur schütteln, damit sie zur Vernunft kommt, andererseits in den Arm nehmen, weil man sie so gut versteht. Man spürt die Möglichkeiten, die in einem selbst sind, wenn Sven sein Leben neu gestaltet. Man hat das Gefühl selbst nur einen Schritt von einem erfüllten Leben entfernt zu sein. Uschmann schafft es wieder seine Geschichte realistisch zu gestalten und den Leser bei seinen eigenen Träumen zu packen, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass ich mich 279 Seiten durchschlagen musste bis es es endlich mit Sven aufwärts ging – obwohl jeder Satz in seiner Notwendigkeit verständlich ist.

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Schattenkaempferin

    Schattenkaempferin

    12. May 2011 um 11:16

    Mit vierzehn Jahren hatte Sven mit „Palm Grove“ die großartige Idee für ein Freizeit-, Erlebnis- und Erholungsbad und gewann damit einen Wettbewerb für Jugendliche. Fünf Jahre später hat er das Abi abgebrochen, zu seinen alten Freunden keinen Kontakt mehr, der nicht über Schikanierung hinausgeht, und hängt mit ziemlich zwielichtigen Gestalten rum. Trinkt, kifft, pöbelt und lebt einfach in den Tag hinein. Für seine Eltern – die Mutter Hausfrau, der Vater erfolgreicher Schriftsteller von Ratgebern – ist dieses Leben nicht akzeptabel, doch sie schaffen es auch nicht, ihren Sohn zurück auf die richtige Spur zu bringen. Ihre Hauptsorge scheint vor allem darin zu bestehen, dass die Medien Wind von ihrem „abtrünnigen“ Sohn bekommen und der ein schlechtes Licht auf ihre heile Familienwelt werfen könnte. Einzig Schwester Lina nimmt Sven so, wie er ist, und versucht nicht, ihn zu ändern. Von ihr bekommt er weder Vorwürfe noch Verbesserungsvorschläge zu hören, und das trotz dieser schlimmen Sache, die damals auf dem Jahrmarkt geschehen ist … Nun steht Lina der Weg in die weite Welt offen: Sie wird ein Jahr in ihrem und Svens Lieblingsland Australien verbringen. Für Sven bricht einen Tag vor ihrem Abflug eine schlimme Zeit an, weshalb er sich nicht von ihr verabschieden kann. Diese Tatsache trifft ihn hart, denn in der Vorbereitung für ihre Reise hat er ihr eine „überlebens“wichtige Mappe mit allerlei brauchbaren Informationen für die Reise selbst und den Aufenthalt in Down Under zusammengestellt, die nun nicht mit im Flieger ist. Doch bei dem, was Lina in Australien erwartet, hätte wohl auch diese Mappe nichts gebracht, denn Svens Schwester wird dort von einem Fremden beobachtet und unterschwellig bedroht. Der einzige, der davon weiß, ist Sven, denn der wird von diesem Fremden via MMS und SMS erpresst. Das Leben Linas soll Sven eine halbe Million kosten – doch wo soll ein Abiturabbrecher ohne Ausbildung so viel Geld hernehmen? Es gibt nur eine Chance: Das Projekt „Palm Grove“ muss wieder zum Leben erweckt werden, um vor allem an Investorengelder zu gelangen und seine Schwester, die nichts von alldem ahnt, zu beschützen. Aber kann Sven sein neues einfach so wieder gegen sein altes Leben tauschen und noch einmal von vorn beginnen? Oliver Uschmann ist bekannt für seinen Wortwitz und seine lebensechten Geschichten. Auch mit Nicht weit vom Stamm versteht er es, das Leben seines Protagonisten an den Leser zu bringen und ganz verschiedene Gedanken und Gefühle zu wecken. Hauptcharakter Sven hatte alle Chancen, das Beste aus seinem Leben zu machen, und schaffte es trotzdem, sämtliche Möglichkeiten völlig in den Sand zu setzen. Das In-den-Tag-hinein-Leben wirkt bequem, aber auch unausgelastet, es fehlt ein klares Ziel im Leben und genau das wird dem Leser schnell bewusst – schneller als Sven alle Male, der auch nach diversen Arschtritten immer wieder in alte Verhaltensmuster fällt und gerade den Menschen, die ihm wohlgesonnen sind und ihn unterstützen, damit extrem vor den Kopf stößt. Das ständige Hin und Her ist einerseits zwar nervig, andererseits kennt man es aber auch von sich selbst, dass manche Dinge und Verhaltensweisen eben einfach nicht von einem auf den anderen Tag abzulegen sind. Nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar ist auch der Wille der anderen, Sven trotz allem weiterhin zu unterstützen. Oft denkt man sich, warum genau das denn jetzt schon wieder sein muss und ob Sven denn gar nichts begriffen hat. Letztendlich allerdings sind all diese Zwischenstufen notwendig, um ihn seinen Weg finden zu lassen und das Ganze eben nicht nach Geschichte, sondern nach Echtheit aussehen zu lassen. Wem ist dieser Roman nun zu empfehlen? Es gibt wohl keine klar definierte Zielgruppe. Eltern mit fehlgeleiteten Sprösslingen könnten auf die Idee kommen, das Buch als eine Art Ratgeber anzusehen. Gescheiterte Persönlichkeiten dürften neuen Mut aus der Geschichte Svens schöpfen und vielleicht ebenfalls einen Neuanfang wagen, denn dieser Roman zeigt ganz klar, dass es mit vielen Umwegen und Stolpersteinen tatsächlich funktionieren kann. Doch auch „ganz normale“ Menschen, die einfach auf der Suche nach guter Unterhaltung abseits des aktuell typischen Buchmarktes sind, werden ihren Gefallen an Uschmanns lebensechtem Werk finden. Abzuraten hingegen ist wohl niemandem – bis auf jene, die sich ausschließlich der fiktiven Welt widmen möchten. Fazit: Nicht weit vom Stamm ist in vielerlei Hinsicht langatmig, verwirrend und sprunghaft. Doch wenn man sich durch die vielen Seiten gekämpft hat, wird man mit einigen veränderten Ansichten belohnt und erhielt Einblicke in das nicht immer einfache Leben eines ganz normalen Jungen, der zum Mann wird. Sicher keine leichte oder schnell lesbare Kost, aber ein Buch, das im Kopf bleibt und zeigt, dass manche Träume nie ausgeträumt sind. Wertung: Handlung: 4/5 Charaktere: 4,5/5 Lesespaß: 3,5/5 Preis/Leistung: 3,5/5

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    gurke

    gurke

    28. April 2011 um 10:02

    Sven stehen wohl alle Türen offen - sollte man meinen. Der Vater ein erfolgreicher Schriftsteller, ein behütetes Zuhause, in dem es scheinbar an nichts mangelt, fürsorgliche Eltern und eine liebe Schwester. Doch der Jugendliche sieht das ganz anders. Mit den falschen Freunden begibt er sich auf den falschen Weg. Er ist mit seinen 19 Jahren arbeitslos, betrinkt sich ständig, raucht, konsumiert Drogen, verstrickt sich in Schlägereien und macht überhaupt nichts mehr aus sich selbst. Kurz: Sven gammelt einfach nur noch so herum. Das führt natürlich zu großen Konflikten mit seinem Vater Prof. Dr. Lechner. doch eines Tages überschlagen sich die Ereignisse. Um seine Schwester Lina zu retten, muss Sven ganz genauso werden wie sein verhasster Vater... Wie ist das möglich? Kann der junge Erwachsene das Unmögliche schaffen? In "Nicht weit vom Stamm" wird der Leser mit mehreren Konflikten konfrontiert. Wir erleben hier den ganz klassischen Streit in dem Eltern und Kinder nicht mehr auf einen Nenner kommen und permanent aneinander vorbei reden und der Krach vorpragrammiert ist. Dass Sven, für jeden klar erkennbar außer ihm selbst, mit dem falschen Freundeskreis herumhängt, gibt dem Streit zwischen Vater und Sohn nur noch mehr Futter. Außerdem macht dem Erwachsenen auch noch zu schaffen, dass er so bekannt mit einem Buch wurde, welches ausgerechnet von vorbildlichen Erziehungsmethoden handelt. Wir erleben ziemlich lange diesen Alltag mit. Oliver Uschmann nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, wie sich der Jugendliche verhält und welche Worte er in den Mund nimmt. Egal wie asozial sich Sven benimmt und ganz gleichgültig was er unter Alkohol- und Drogeneinfluss alles tut, ist alles gnadenlos offen beschrieben. Das macht die Geschichte für den Leser sehr authentisch. Als ein Wendepunkt in Svens Leben beginnen muss, um die heißgeliebte Schwester zu retten, wird das Jugendbuch auch noch richtig spannend. Mir hat die Offenheit in dem Roman ganz besonders gut gefallen. Ich wurde als Leser von der Handlung immer wieder überrascht und konnte das Buch nicht mehr weglegen. Die Geschichte war für mich richtig gut nachvollziehbar. Ich möchte "Nicht weit vom Stamm" auch Erwachsenen empfehlen und nicht nur den jungen Lesern. Daumen hoch für dieses Jugendbuch!

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  • Leserunde zu "Jockels Schweigen"

    Jockels Schweigen
    Adriana

    Adriana

    Bald startet eine neue Leserunde mit dem Jugendroman "Jockels Schweigen" von der Autorin Adriana Stern, die die Leserunde auch moderieren wird. Und die jetzt selbst zu Wort kommt: Auf die Leserunde zu meinem neuen Roman mit Euch freue ich mich und ich bin gespannt darauf. "Jockels Schweigen" gehört am ehesten in das Genre Krimi, in dem natürlich auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf. Ich möchte Euch den Inhalt nur kurz vorstellen, damit Ihr eine Ahnung davon bekommt, um was es in diesem Krimi geht: Als der 16-jährige David hinter dem Rücken seiner Eltern den Agenturvertrag für seinen kleinen Bruder Jockel unterschreibt, nimmt eine ungeahnte Katastrophe ihren Lauf. Schon kurze Zeit später bemerken David und seine Eltern schlimme Veränderungen an Jockel. Gemeinsam mit seiner ersten Liebe Julie kommt David einem Verbrechen auf die Spur… Und das sagt der Verlag: Adriana Stern hat sich in diesem Roman auf ausgesprochen sensible Weise einem sehr wichtigen Thema angenommen. Herausgekommen ist ein spannender Roman, der nicht nur von einem Verbrechen handelt, sondern auch eine wunderschöne Liebesgeschichte erzählt. Ihr Roman orientiert sich an einer wahren Straftat, die im November 2008 in Berlin aufgedeckt wurde. Hiermit lade ich Euch herzlich ein, "Jockels Schweigen" mit mir zu diskutieren. Wenn ihr gerne mitlesen möchtet, schreibt einfach einen kurzen Kommentar. Für die Leserunde stellt der Verlag bis zu 20 Bücher zur Verfügung!

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Tialda

    Tialda

    05. April 2011 um 13:44

    x Autor: Oliver Uschmann x (Original-) Titel: Nicht weit vom Stamm x Genre: Gegenwartsliteratur x Erscheinungsdatum: 15. Februar 2011 x 528 Seiten x script5 x ISBN: 383900120X x Erste Sätze: Jetzt schaut euch diesen Jungen an. Sven. Was für ein gewöhnlicher Name. Sein Vater aber, der denkt, Sven hätte außergewöhnliche Fähigkeiten. Kein Mutant oder so, keine Feuersäulen aus den Händen oder Kontrolle über den Sturm. Nicht mal ein besonderes Sporttalent hat der Junge. Er kann auch nicht kämpfen, jeder Straßenschläger könnte ihn mit links fertigmachen, dafür bräuchte er nicht einmal große Kampfkunst. Was den Vater an diesem Sven so beeindruckt, ist seine Aufmerksamkeit. Sein Interesse an der Welt. Er begreift alles, kann sich alles merken, muss sich niemals etwas aufschreiben. Klappentext: Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen. Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Alptraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater. Rezension: Ich beschreibe diesmal bewusst nicht sehr ausführlich, worum es geht, denn damit würde ich schon zu viel verraten. Nur soviel sei gesagt: Schon ziemlich zu Anfang stellt sich heraus, warum Sven auf die schiefe Bahn geraten ist. Denn er war nicht immer so – mit 14 bekam er sogar von der Stadt einen Preis verliehen für das Stadtprojekt der Zukunft, das er sich ausgedacht hat. Oliver Uschmann hat einen ungewöhnlichen Schreibstil. Das Buch ist aus Svens Sicht geschrieben und ist in einem Slang, den asoziale Jugendliche verwenden, verfasst. So wirkt das Ganze sehr authentisch und es hat mich am Anfang extrem genervt und wütend gemacht – denn wer kennt solche Jugendlichen nicht, die irgendwo herumlungern, saufen und einfach nur Streit suchen… Aber wie gesagt, stellt sich heraus, warum Sven an diese falschen Freunde geriet und es wird auch aufgezeigt, wie schwer es ist von solchen Leuten wieder wegzukommen. Einerseits, weil man sonst selbst ins Schussfeld gelangt und andererseits weil man dazu auch persönliche Willensstärke braucht, die bei Sven oftmals nicht unterstützt wird, da sein Vater ohnehin nur Vorurteile gegen ihn hegt. Aber am Ende stellt sich heraus, dass es möglich ist, sich von ganz unten nach ganz oben durchzukämpfen, wenn wohl auch nur mit „Vitamin B“. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass diese besagten Jugendlichen, denen durch dieses Buch auch andere Wege aufgezeigt werden könnten, dieses Buch lesen werden. Denn Bildung ist in diesen Kreisen ja „uncool“… Ich fand das Buch sehr gut geschrieben und auch die Geschichte ist gut ausgearbeitet und birgt am Ende eine unerwartete Überraschung. Nur hege ich gegen diese „Gangsta-Kinder“ eine absolute Abneigung und deshalb bekommt das Buch einen Stern abgezogen – das Buch hat mich teilweise wegen der Dummheit dieser Idioten einfach zu wütend gemacht. Fazit: Schonungslos authentischer Roman über einen Jugendlichen, der sich in falschen Kreisen bewegt und mögliche Hintergründe, warum viele Jugendliche erst so weit unten landen.

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. April 2011 um 11:35

    Svens Leben ist schon lange nicht mehr so wie es einmal war. Nach der 10. Klasse hat er zum Trotz seines Vaters die Schule abgebrochen, seine alten Freunde schon lange links liegen gelassen und sich einer kleinen Gruppe von Leuten angeschlossen, die den ganze Tag nichts besseres zu tun haben, als sich zu betrinken und Leute anzupöbeln. Doch dann folgt ein Moment, an dem seine kleine Schwester dringend seine Hilfe benötigt. Doch er kann ihr nur helfen, wenn er wieder so wird wie früher, das Trinken aufgibt, sein Benehmen ändert, eben genauso wird wie sein Vater. Am Anfang der Geschichte war ich leider noch etwas gelangweilt und nur sehr wenig angetan, da sich diese ziemlich in die Länge zieht und in ausgedehnten Ausführungen beschreibt, wie Svens Leben aktuell aussieht, wie sehr er sich gehen lassen hat. Als es dann schließlich zu dem Punkt kommt, wo er ganz unten angekommen ist und endlich etwas ändern muss, da machte es auch in meinem Kopf klick und ich war vollkommen an die Geschichte gefesselt. Sehr interessant fand ich dabei zum einem wie wandelbar Menschen sind, wie schnell sie sich gewissen Situationen anpassen können und zum anderen, wie leicht beeinflussbar sie sein können, wie leicht sie sich von anderen Personen lenken lassen, nur um dazu zu gehören. Leider gab es allerdings auch Teile, die ich etwas zu aufgesetzt und für zu unrealistisch hielt. Ich konnte mir bei manchen Dingen einfach nicht vorstellen, dass sie im wahren Leben so ablaufen würden, dass Personen in solchen Situationen so handeln würden. Dieser Aspekt war bei mir jedoch gegen Ende schon wieder schnell vergessen, da die letzten 100 Seiten mit vielen überraschenden Wendungen und unerwarteten Momenten und Handlungen alles Vorherige in den Hintergrund rücken und vollauf fesseln und begeistern. Oliver Uschmann ist in dieser Geschichte ein wirklich vollkommen passendes Ende gelungen, das mir sehr gut gefallen hat. Und was für mich zu einer wirklich gelungenen Geschichte dazugehört ist, dass der Leser das Gefühl hat, selbst dabei zu sein und das hatte ich hier ganz gewiss. Es gab etliche Situationen in denen mich die Gefühle so stark gepackt haben, dass ich das dringende Bedürfnis hatte, in die Geschichte einzugreifen. Der Schreibstil des Autors hat mich ebenfalls vollkommen begeistert. Die Geschichte ist aus der Sicht von Sven geschrieben und wirkt sehr überzeugend, vollkommen authentisch. Uschmann hat wirklich an alles gedacht, was für diesen Charakter nötig war, um ihn realistisch wirken zu lassen. Immer wieder werden Textstellen von Liedern eingefügt die die jeweilige Situation super umschreiben und allein die Sprache, Svens Wortwahl hätte passender nicht sein können. Außerdem wird die Geschichte mit viel Witz und Humor unterstrichen und an Gesellschaftskritik kommt es hier auch nicht zu kurz und gibt der Geschichte so den gewissen Biss. Den verschiedenen Charakteren stand ich fast allen etwas zwiegespalten gegenüber. Vor allem mit Sven hatte ich teilweise meine Schwierigkeiten, wenn er gerade mal wieder den absoluten "Assi" raushängen lässt, was jedoch nur dazu beiträgt, dass die Geschichte überzeugend bleibt. Es gab jedoch auch viele Situationen in denen Sven aufblicken lies, was für eine Persönlichkeit tief in ihm drinnen schlummert, so dass ich ihn wieder vollkommen sympathisch fand. Und genau diese Situationen waren die, in denen ich plötzlich die anderen Personen, vor allem seine Eltern, absolut nicht ausstehen konnte. Jedoch sind dies wiederum Charakterzüge der Personen gewesen, die einfach passend sind und dazu gehören. Zusammenfassend ist dies eine wirklich überzeugende als auch fesselnde Geschichte, die ich jedem weiterempfehlen kann, der Geschichten darüber lesen möchte, wie es ist als Jugendlicher eine Entscheidung treffen zu müssen, sich entscheiden zu müssen, was man mit seinem Leben anfangen möchte.

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    sugarlady83

    sugarlady83

    30. March 2011 um 21:56

    Klappentext: Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen. Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater. Rezension: Wo fange ich am Besten an, bei einem Buch, das einem so schonungslos die Wahrheit vor Augen führt? Erfahren habe ich wie wahrscheinlich viele Blogger, von dem Buch über die Aktion vom Script5 Verlag zu diesem Buch. Schon da dachte ich mir, klingt interessant, konnte mir aber noch keinen großen Reihm drauf machen, und war nicht sicher ob ich es lesen möchte. Als mir der Verlag das Buch dann als Rezensionsexemplar zur verfügung gestellt hat, war ich sehr gespannt. Denn ich finde der Klappentext, wird dem Inhalt dieses Buches nicht zu 100% gerecht. Vorallem da ich mich immer gefragt habe (naja jetzt immer noch Frage) was die Kettensäge auf dem Cover mir sagen soll. Also habe ich angefangen zu lesen, bin ja offen für Neues und vorallem dann, wenn sie mich so positiv Überraschen wie dieser Roman. Schon in den ersten Seiten, hat mich der Roman in sich gefangen genommen., und mir war schnell klar, das der Autor in diesem Buch, knallhart, schonungslos und ehrlich schreibt. Erzählt wird in der Ich Perspektive aus Svens Sicht. Sven...ja Sven...ich glaube jeder der diesen Roman liest, kann sich einen Jugendlichen wie Sven gut vorstellen, denn hat nicht jeder schon genau solche Jugendliche gesehen (Schule, am Bahnhof, im Fernsehen im engeren Umfeld) oder kennt welche? Vielleicht ist genau deshalb das Buch so mitreißend, denn der Autor lässt uns in den Kopf und die Gefühlselt eines 19 jährigen Jugendlichen sehen, der in einen Sumpf aus Drogen, Prügeleien und Alkoholeskapaden abgerutscht ist. Wie oft hätte ich am liebsten Sven am Kragen gepackt und einfach geschüttelt , das er endlich aufwacht.. Oder im Gegenzug schüttelt es einen selbst, weil man das was er macht sich so realistisch dargestellt ist, das man sich aufregt, als wäre es jemand dem man auf der Straße trifft. Denn Sven ist keineswegs dumm. Im Gegenteil, er ist ein äußerst intelligenter junger Mann, der erst abgerutscht ist, als er ein schlimmes Erlebinis in seiner Vergangeheit hatte, das er sich nie verziehen hat. Seite für Seite erfährt man mehr über den Protagonisten, und fängt an zu verstehen warum er den Weg in seinem Leben eingeschlagen hat, den er im Moment geht. An dieser Situation ist sein Vater, der bekannte pädagogik Autor (was für eine Ironie) nicht unschuldig. Und genauso wie ich Sven manchmal schütteln wollte, wollte ich Svens Vater anschreien, und ihm klar machen, das er selbst durch sein Verhalten oft mit Schuld daran trägt, das Sven der ist, der er im Moment ist. Je weiter man das Buch liest, umso mehr erschließt sich einem, und es wird nicht langweilig beim Lesen. Ca. 100 Seiten vor dem Buchende, dacht ich mal kurzzeitig:" Uffz...jetzt zieht sichs aber" Doch kaum hatte ich diesen Gedanken, hat mich der Autor mit einer Überraschenden, unerwarteten Wendung überrascht. Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten, kann aber nur jedem den Tipp geben dieses Buch zu lesen. Fazit: Ein brutal ehrliches Buch, das nicht nur Jugendliche, sondern auch so mancher Erwachsener der schnell über die "Jugend heut zu Tage" schimpft, lesen sollte. Denn ich denke Svens Geschichte, auch wenn sie ausgedacht ist, ist nicht sehr weit weg von manchen Geschichten verschiedener Jugendlicher

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Sikal

    Sikal

    29. March 2011 um 19:58

    Ach Sven… Sven, 14, intelligent, beliebt, mit einem breiten Interessensgebiet – das war Sven vor fünf Jahren. Heute ist er 19, so gut wie erwachsen und steht am Rande der Gesellschaft. Er hat die Schule abgebrochen, säuft, provoziert und prügelt sich. Was war geschehen? Sven hatte einen Fehler begangen, doch die darauf folgende Reaktion seines Vaters war völlig übertrieben. Und so beginnt Svens Abstieg, seine alten Freunde lässt er zurück und seine neuen Kumpels stehen tatkräftig an seiner Seite – wenn es darum geht, sich zugekifft oder besoffen an Schwächeren auszulassen. Alle schütteln den Kopf und können nicht glauben wohin sich Svens Weg entwickelt hat. Nur eine nicht – eine steht nach wie vor zu ihm, nimmt ihn so wie er ist: Seine Schwester Lina. Doch Lina geht für ein Jahr nach Australien. Plötzlich erhält Sven ein SMS, Lina ist in Gefahr. Er muss nun alles versuchen, um Lina zu retten. Dazu hat er jedoch nur die Möglichkeit wenn er schnell zu Geld kommt und so kriegt er gerade noch mal die Kurve… Tja, als kurvenreich kann man die Schilderung von Sven durchaus bezeichnen. Als Leser muss man sich auf einiges gefasst machen, man versteht einerseits Svens Aufbegehren gegen das Alphamännchen in der Familie. Andererseits ist man schockiert über die asozialen Verhaltensmuster, die Sven mit seiner Clique an den Tag legt. Oliver Uschmann ist ein tiefgründiger, packender Jugendroman gelungen. Die Sprache und Ausdrucksweise ist den jeweiligen Situationen angepasst. Die Charaktere sind sehr real und einleuchtend dargestellt, manches Mal möchte man Sven wachrütteln oder seinen Vater anbrüllen, so gefesselt wird man von der Story. Ich war richtig erleichtert als sich so manches dann in Wohlgefallen aufgelöst hat, sonst wäre mir womöglich auch noch das obligatorische „Ach Sven“ über die Lippen gekommen… Fazit: Ein überdurchschnittlich gelungener Jugendroman, der die heutige Gesellschaft leider manches Mal zu gut in Szene setzt. Prädikat: Besonders wertvoll!

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Rosentraeume

    Rosentraeume

    15. March 2011 um 12:04

    Bücher, die mich interessieren, lese ich immer erst einmal an und entscheide meist nach wenigen Sätzen, ob ich diese eine Buch kaufe oder nicht. “Nicht weit vom Stamm” hätte bei mir keine Chance gehabt. Das erste Kapitel beansprucht anderthalb Seiten und ich fand es schlichtweg langweilig. Kurze Sätze die beschreiben, wie der 14jährige Sven einen Innovationspreis erhält. Ein Junge, der Ideen im Kopf hat und diese auf dem Papier in die Zukunftsvision einer australischen Badelandschaft umsetzt. Sven, der strebsam und brav in der Schule und der ganze Stolz der Familie ist. Dann der große Sprung im Buch. Der Junge von damals als 19jähriger Mann, der seinen Weg verloren hat. Für den die Welt nur noch aus einem unaufgeräumten Zimmer, Internet und Saufkumpanen besteht. Alkohol ist und bleibt die beste Erfindung der Welt. Er weicht die Grenzen auf, die man sich immer noch selbst setzt, obwohl sie unnötig sind. Grenzen, was man tun darf und was nicht. Grenzen, die die erfunden haben, die uns jeden Tag ficken, wie Boris es ausdrücken würde. Nichts weicht diese Grenzen besser auf als Bier, Whisky und Wut. Was war passiert? Diese Frage drängt sich einem auf, wenn Sven in der Ich-Form erzählt, wie erhebend es ist, andere Menschen zu erniedriegen, zu kiffen, sich zu prügeln und sich einfach an keine Regeln zu halten. Der brave Schüler mit all seinen Träumen und der Möglichkeit etwas Großes zu werden gehören der Vergangenheit an. Er verachtet seinen Vater dafür, wie er lebt und arbeitet. Versteht nicht, warum die Mutter dieses Leben mit ihm teilt. Einzig seine jüngere Schwester schafft es ab und an, zu ihm durchzudringen. Lina ist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der noch nie über mich den Kopf geschüttelt hat, und das, obwohl sie am meisten Grund dazu hätte. Sie hätte Grund, mich niemals im Leben mehr anzusehen. Sie hätte Grund, mir jeden Tag Vorwürfe zu machen. Macht sie aber nicht. Zugedröhnt und auf der Suche nach Spaß bricht er mit seinen “Freunden” in ein Haus ein, verwüstet dieses und wird promt von der Polizei geschnappt. Für ihn bedeutet das: ab in den Bau. Dort ist er, wo er seiner eigenen Meinung nach hingehört: ganz unten. Und dort würde er am Liebsten nie wieder heraus: Nur Stille und ein leises, von irgendwoher staunendes Brummen. Dunkelgrau und hellgau. Eine verschlossene Tür. Ich gehöre hierher. Ich habe nichts anderes verdient. Ich meine, was für ein würdeloses Stück Scheiße bin ich schließlich? Durch den Einbruch hat Sven keine Möglichkeit, Abschied von seiner geliebten Schwester zu nehmen, die für ein Jahr nach Australien geht. Kurze Zeit danach geschieht etwas, das Sven dazu zwingt wieder sein Gehirn zu benutzen und seine Fähigkeiten einzusetzen. Er findet auf einem schmerzvoll den Weg zu alten Werten und Freunden. Wird erniedrigt und enttäuscht. Erlebt aber auch, wie wunderbar arbeiten sein kann. Dieses Buch beschreibt, wie steinig die Wege des Lebens sein können. Wie sehr man sich in Menschen täuschen kann und das es wichtig ist, seinen Kopf nicht immer durchzusetzen. Egal, wie alt man ist. Es hält einem vor Augen, daß Reden eine entscheidene Eigenschaft des Menschen ist, die er viel öfter einsetzen sollte. Nach meiner anfänglichen Abneigung der Schreibweise gegenüber, hatte ich mich sehr schnell an den Stil von Oliver Uschmann gewöhnt. Sie paßt halt zu der Romanfigur Sven. Unverblümt und klar. Zum Ende des Romans konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Viel zu wichtig war es mir zu erfahren, wie wohl das Ende der Geschichte sein würde. Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus. So, wie “Nicht weit vom Stamm” von Oliver Uschmann.

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    Klusi

    Klusi

    08. March 2011 um 12:30

    Wer ist Sven wirklich? Der intelligente, vielseitig interessierte Junge aus gutem Hause, Sohn eines erfolgreichen Autors oder der saufende, prügelnde Assi, mit Null-Bock-Einstellung und ohne Perspektive für die Zukunft? Diese zweite, dunkle Seite seiner Persönlichkeit hat sich erst entwickelt, als seine Schwester vor 5 Jahren einen Unfall hatte, an dem er sich selbst die Schuld gibt. Mit seiner Einstellung zu dem dramatischen Ereignis damals steht er nicht allein. Auch sein Vater ist der Meinung, dass Sven seine Aufsichtspflicht gegenüber der jüngeren Schwester missachtet und somit versagt hat, eine schwere Bürde für den, zu diesem Zeitpunkt erst 14-jährigen, Jungen. Man hat den Eindruck, der Ich-Erzähler will sich seitdem fortwährend bestrafen. Er benimmt sich so, dass es unweigerlich immer wieder negative Konsequenzen für ihn hat. Die Strafen für seine Missetaten sieht er gerne als Sühne für damals. Offen, schonungslos, teilweise recht brutal geht Sven mit seinen Mitmenschen und auch mit sich selbst um. Wenn er betrunken oder bekifft ist, kann er so wunderbar in Selbstmitleid baden, wobei dieses Bad die einzige „Körperpflege“ für ihn ist. Er vernachlässigt sich selbst, an Körper, Geist und Seele. Seine beiden Kumpels unterstützen ihn dabei aus vollen Kräften. Überschüssige Energie, die der Alkohol frei setzt, entladen sie gerne, indem sie eine Schlägerei anzetteln oder Stunk mit Schwächeren suchen. Wenn man genauer hinsieht und unter Svens schmuddelige Fassade guckt, erkennt man, dass sein momentanes Leben ein einziges Aufbegehren ist, eine Rebellion gegen den Vater, der nach außen hin immer den Schein der perfekten Familie wahren möchte, denn als erfolgreicher Verfasser pädagogischer Werke kann er sich nicht leisten, ein schwarzes Schaf in der Familie zu haben. Seine Frau wirkt daneben blass und angepasst, ist nur darauf bedacht, den Gatten in seinem öffentlichen Ansehen zu unterstützen, indem sie für die Gäste aus den Medien immer die entsprechenden Lieblings-Snacks und Erfrischungen vorrätig hat, die perfekte Dame des Hauses eben. Für Gefühle ist kein Platz. Svens Fehler werden kritisiert, seine guten Ansätze und Versuche, sich zu bessern, werden nicht beachtet. Sven bemerkt dazu sehr treffend: „Es ist im Grunde wie mit Dreck und Flecken. Sind sie da, sieht sie jeder, aber wenn es plötzlich sauber ist, merkt kein Schwein etwas.“ Der einzige Mensch, den Sven liebt, ist seine Schwester Lina. Sie nimmt ihn an, wie er eben ist und hat ihn nie für ihren schweren Unfall verantwortlich gemacht. Nun geht sie für ein Jahr nach Australien. Und dann wird Sven herausgerissen aus seinem Stumpfsinn und seiner Lethargie. Er wird erpresst und erfährt, dass ein Stalker Lina verfolgt und sie in Gefahr ist. Jetzt oder nie muss er reagieren, um seine Schwester zu retten, muss sein Leben ändern. Ob es ihm gelingt, das Ruder herumzureißen, bevor er vollends auf den Abgrund zusteuert? „Ruder“ ist ein gutes Stichwort, denn der ganze Roman gestaltet sich wie eine Wildwasserfahrt. Da gibt es immer wieder gefährliche Strudel, ein stetiges Auf und Ab, bei dem man gucken muss dass man über Wasser bleibt. Zu groß ist die Gefahr, auf Grund aufzulaufen oder sich zu überschlagen. Auch ein Boot auf Erfolgskurs kann letztendlich jeden Moment noch kentern. Was der Ich-Erzähler über sich und sein Leben berichtet, fühlt sich alles unheimlich echt an. Als Leser gerät man in ein emotionales Wechselbad, man schwankt fortwährend zwischen Unmut und Verständnis dem Protagonisten gegenüber. Manchmal möchte man ihn packen und schütteln, wenn er wieder einmal Gefahr läuft, sich zu vergessen und in alte, schlechte Gewohnheiten zurückzufallen. Der Schreibstil des Romans ist vielseitig und vielschichtig, umfasst die ganze Spanne zwischen kultivierten Dialogen und verbalen Ausbrüchen im Gossenjargon und passt sich den jeweiligen Situationen perfekt an. Gerade dadurch kann man den riesigen Spagat besonders intensiv nachvollziehen, den Sven hier mit seiner ganzen Persönlichkeit ausführt. Entstanden ist eine packende Story, nicht nur ein Jugendbuch, sondern auch für Erwachsene spannend und aufschlussreich. Es ist eine Geschichte, die sehr real wirkt, den Zeitgeist teilweise beängstigend gut trifft und einige Facetten unserer heutigen Gesellschaft ungeschminkt widerspiegelt.

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  • Rezension zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann

    Nicht weit vom Stamm
    MacBaylie

    MacBaylie

    07. March 2011 um 02:07

    Wer sich auf dieses Buch einlässt wird eine mehrstündige Achterbahnfahrt erleben und beim Aussteigen leicht schwindelig zurückbleiben. Oliver Uschmann erzählt uns die Geschichte von Sven. Besser gesagt, er lässt Sven selber erzählen und saugt den Leser mit Hilfe der Ich-Perspektive noch tiefer in die wilden Strudel verwirrter und verzweifelter Gedanken dieses jungen Mannes. Mit 14 Jahren ist Sven noch der Vorzeigesohn schlechthin. Er ist gut in der Schule, hat nette Freunde und sogar einen Preis für eins seiner Landschaftsprojekte bekommen. Dann macht er einen Fehler. Ein Fehler, der ihm eigentlich nicht angelastet werden kann, denn im Grunde ist er nur einen Moment unaufmerksam. Die Reaktion seines Vaters lässt jedoch keinen Zweifel an seiner Schuld und der Satz: „Wofür bist du eigentlich gut!“ brennt sich wie ein Brandzeichen in seine Seele. Mit 19 Jahren steht er auf der anderen Seite der Gesellschaft. Seine Beschäftigungen bestehen aus Pöbeln, Saufen, Drogen, Sex und Gewalt. Seine neuen Freunde Boris und Frederick stellen keine Ansprüche und haben keine Erwartungen. Zugedröhnt den Tag überstehen, provozierend und zur Not auch mit Gewalt ein bisschen Spaß haben. Das reicht. Erst als er seine Schwester Lina in Gefahr sieht wacht Sven auf und versucht sie zu beschützen, was aber in seinem Zustand gar nicht so einfach ist. Ständige Rückschläge lassen ihn immer wieder in seine prolligen Verhaltensmuster zurückfallen und oft steht er sich selbst am meisten im Weg. Oliver Uschmann nimmt kein Blatt vor den Mund. Sei es bei der Ausdrucksweise der ausgegrenzten Jugendlichen oder bei der Schuldfrage der Verantwortlichen. Da geht es des öfteren recht harsch zur Sache. Auf der anderen Seite werden unter dem Deckmäntelchen der angesehenen Familie - der Vater ist schließlich ein gefragter Bestsellerautor von Erziehungsratgebern - Svens Verfehlungen so gut es geht vertuscht und unter der Hand ins richtige Licht gerückt. Wirkliche Gespräche finden jedoch auf beiden Seiten nicht statt, sodass Svens Zwickmühle immer größer wird. Das wird sehr ausführlich und verständlich ausgeleuchtet. Bei seinen Eltern ist er wegen seines Nichtstuns untendurch und bei seinen Freunden eckt er an, wenn er mal was bürgerliches macht, um seiner Schwester zu helfen. (was er allerdings auch niemandem sagen kann). Mich hat das Buch sehr gefesselt und wenn es die Zeit zugelassen hätte, hätte ich es wohl an einem Stück durchgelesen. Die ein oder andere Passage war mir persönlich etwas zu ausführlich aber dennoch weit davon entfernt, um sie Länge zu nennen. Svens Geschichte macht betroffen und nachdenklich, gibt aber auch Hoffnung, dass eigentlich keine Situation wirklich hoffnungslos ist. Auch wenn eine Menge Klischees und Zufälle bedient werden, so hat es mich hier nicht gestört, denn das Leben hält doch auch immer Zufälle für uns bereit, und was bedeutet schon Klischee? Ein sehr lesenswertes Buch für Jugendliche, Eltern und sonstige interessierte Leser.

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