Wandelgermanen

von Oliver Uschmann 
3,7 Sterne bei146 Bewertungen
Wandelgermanen
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (89):
Wortteufels avatar

Absolut hartmutesk und zum schreien komisch!

Kritisch (21):
literats avatar

Surreal, zu surreal; nicht mehr witzig

Alle 146 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Wandelgermanen"

»Dieser dritte Uschmann ist sein bisher bester!« WAZ»Zum Brüllen komisch.« Bild»Der Weltverbesserer und sein Kumpel: ein unschlagbares Duo.« WDR»Extrem lustig und intelligent.« KulturSPIEGEL»Das Nicht-Kennen bestimmter Bücher bezeichnet man als Bildungslücke. Wer noch nichts von den Hartmut-und-ich-Romanen Oliver Uschmanns gehört hat, hat auch eine Lücke. Eine Humor-Lücke.« meier, das stadtmagazin

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596172481
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.09.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.07.2008 bei Patmos erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,7 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne40
  • 4 Sterne49
  • 3 Sterne36
  • 2 Sterne12
  • 1 Stern9
  • Sortieren:
    literats avatar
    literatvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Surreal, zu surreal; nicht mehr witzig
    Surreal, zu surreal; nicht mehr witzig

    Ich kann leider mit der Sorte Humor von Herrn Uschmann nichts anfangen. Ist mir alles zu wenig realistisch, zu abgehoben, zu viel Tamtam um wirklich Belangloses.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Duffys avatar
    Duffyvor 7 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    Es fängt so harmlos an und ist so gar nichts Neues. Bochumer WG, heimatvertrieben aus ihrem baufälligen Haus, kauft bei E-Bay für einen Spottpreis ein Haus - unbesehen - in der süddeutschen Pampa. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert, das Haus eine Ruine, die Nachbarn sind Fußbader, Luftatmer und Urgermanen, ein Amt wird zum Stolperstein. Liebe gerät auf alle Prüfsteine, halbe Kriege in den Wäldern, Baumarktsünden und vieles mehr packt Uschmann in diesen zauberhaften Roman, einer Mischung aus Slapstick, Heimatschmonzette, Love-Story und Kommödie. Die Hauptfiguren sind alle liebenswert und so ist es auch kein Wunder, dass sich schon Fanclubs gegründet haben (Hartmut). Bis zur finalen Begegnung mit der Schöpfung geht der Autor, um den Leser kopfschüttelnd, amüsiert und auch gerührt wieder in seinen Alltag zu entlassen. Das ist kluge und hervorragende Unterhaltung.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    Lesebienchens avatar
    Lesebienchenvor 8 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    "Gott ist ein Weißer mit einem Afro." Das sind Sätze, die nur ein Oliver Uschmann schreiben kann. Kurz, präzise, skurril.
    In seinem Roman "Wandelgermanen" übertrifft sich der Autor jedoch selbst. Waren "Hartmut und ich" und "Voll beschäftigt" schon außergewöhnlich in ihrem Ideenreichtum und in ihrer Sprachbrillanz, stellt "Wandelgermanen" einen neuen Höhepunkt dar.
    Die Protagonisten Hartmut und Ich ziehen gemeinsam mit ihren Frau aufs Land, in ein auf Ebay ersteigertes Haus. Dieses Haus entpuppt sich jedoch bald als hinterlistige Bruchbude, die die Frauen in die Flucht schlägt und die beiden Freunde veranlasst, wollen sie ihre Freundinnen zurück haben, möglichst schnell mit den Renovierungsarbeiten zu beginnen. Unerwartet erhalten sie Hilfe, von den Wandelgermanen, einer schrulligen Gruppe von Ökofanatikern, die Verse aus der "Edda" zitieren, Fichtennadelfußbäder nehmen und barfuß gehen. Die Renovierung kann beginnen und mit ihr eines der wohl überdrehtesten, abgefahrensten und dennoch so erschreckend wahren Abenteuer, das Hartmut und Ich jemals erlebt haben. Es reicht von Wehrsportübungen, die beinahe in den 3. Weltkrieg ausarten, zu einem Linienbus, den man rufen muss, bis hin zu dem ultimativen Kampf Mann gegen Natur.
    Ja, das Buch ist wieder, wie auch die beiden anderen, hartmutesk. Es ist schrullig, beißend komisch und von zwei Protaginisten geprägt, die niemals aufgeben und allen Handlungsoptionen nachgehen. Das Leben als Videospiel. Doch dieses Buch ist auch kafkaesk. Gekonnt arbeitet Uschmann in seine skurrile Welt Motive, und Themen aus dem Roman "Das Schloss" von Kafka ein und verleiht dadurch seinem Werk eine nur noch schnonungslosere Präzision.
    "Gott heißt Bob Ross."

    Kommentieren0
    21
    Teilen
    PrinzessinMurkss avatar
    PrinzessinMurksvor 9 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    Absolut Surreal! Zu schräg, um so gut zu sein wie die Vorgänger - aber auch viel zu gut um nicht gelesen zu werden. U-Bahn-Lesbarkeit immer noch zu gering, wegen der drohenden Spontanlacher.

    Kommentieren0
    14
    Teilen
    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Schräg, schräger, Uschmann!! lese nun seit zwei Tagen an dem Buch, und bin echt überrascht. Wenn mich nicht alles täuscht, wird das auf eine...
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    An dieses Buch kam ich wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind. Ich kenne zwar schon ein Buch von Uschmann, aber das stammt nicht aus der Reihe mit "Hartmut", und hat auch einen jugendlichen Protagonisten.
    Doch wie es der Zufall will, fiel mir das Buch auf einem Wühltisch mit preisreduzierten Exemplaren in die Hände, und es schrie geradezu nach einer Erlösung aus dieser buchunwürdigen Situation. Und im Nachhinein kann ich nur sagen, für den Wühltisch ist es 1000 x zu schade!

    Während der Lektüre verbrauchte ich etliche Pralinen, verbrachte halbe Tage auf dem Sofa, hatte mindestens 5 ausgedehnte Lachanfälle, und zog die Neugier meiner Umgebung auf mich, da meine Heiterkeits-Explosionen sowohl lautstark als auch unerwartet waren. Sogar meiner Schwiegermutter habe ich aus diesem Buch vorgelesen, und sie hat sich nicht mehr halten können vor Lachen...

    Zugegeben, der Humor ist schon sehr speziell. Auch stellt das Buch ein Mittelding dar zwischen Roman und abgedrehter Illusion, was man vielleicht vorher wissen sollte. Ich möchte das mal in folgende Worte kleiden: Es tut dem Buch sicherlich nicht gut, als "Roman" betitelt zu werden, und rein nach Inhaltsangaben rezensiert zu werden! Das weckt im Leser, der einen klassischen Roman, eine nachvollziehbare Geschichte also, erwartet, nur falsche Erwartungen, die nahezu zwangsläufig enttäuscht werden. Man fühlt sich nach der Lektüre ein wenig wie nach einem Drogen-Trip, und fragt sich, was zum Kuckuck da grade "abgegangen" ist.

    Die Ausgangssituation bietet schon allerlei Zündstoff für subversive Komik. Eine Männer-WG, oder besser gesagt, ein Teil dieser WG, ersteigert eine Bruchbude von Haus bei ebay, mitten auf dem platten Land. Die Frauen sind entsetzt und ziehen ins Hotel, während die Männer bei der Renovierung mit völlig aberwitzigen Situationen zu kämpfen haben. In dieser Hinsicht ist das Buch sehr selbstironisch, als gegen Ende einer der Protagonisten sagt, "das ist ja reiner Slapstick!" Genau!

    Und ab hier wird es speziell. Etwa ein Drittel des Buches verläuft in klassischer Roman-Manier, vergleichbar mit einer Sitcom im Fernsehen. Doch danach hilft einem als Leser nur noch das Fallenlassen jeglicher realistischer Erwartungen weiter, sowohl was Handlung als auch auftretende Personen angeht. Ab diesem Punkt wird das Buch schrill, schräg, und teilweise einfach nur surreal, was man aber durchaus genießen kann. Denn ich vermute, der Autor hat sich durchaus etwas dabei gedacht!

    Die "Wandelgermanen", die dem Buch auch seinen Titel verleihen, sind ein sehr schrill überzeichneter Verein, was wohl implizit eine Kritik an der Landbevölkerung allgemein darstellen soll. Man frage sich bloß nicht, ob es die wirklich gibt, oder wie wahrscheinlich deren Verhalten ist!! Das wäre absolut tödlich für die herrliche Situationskomik.

    Auch die örtliche "Wehrsportgruppe", der der übrigens namenlose Ich-Erzähler beitritt, um Hilfe bei der Renovierung zu bekommen, fällt in die gleiche Kategorie wie die Germanen. Ein dermaßen überzeichneter Verein, dass man ihr Vorhandensein in der Handlung nur als herrlich würzendes Element betrachten kann.

    Ich kann verstehen, dass manche meiner Vorleser das Buch ab der Mitte ein wenig langatmig fanden! Das kommt aber nur daher, dass man sich fragt, was diese Episoden in der Handlung zu suchen haben. Antwort: insofern GAR NIX, sie sollen erheitern, und zum schrillen Gesamteindruck beitragen! Wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Wehrsportgruppe bei einer ihrer Übungen unabsichtlich und saukomisch einen regionalen Zwischenfall auslöst...

    Wirklich genial fand ich nun aber die Schilderung der Bürokratie, des "Amtes" und seines Leiters, Herrn Steinbeis. Das ist eine hoch kunstvoll zusammengesetzte Anspielung auf Elemente der Popkultur und Literatur! Und ich wette, das ist vom Autor bewusst so gesetzt worden. Das "Amt" wird bezeichnet als "Das Haus, das Verrückte macht", und, liebe Leute, das ist ein direktes Zitat aus einem Asterix-Band! Ich muss noch nachsehen, welcher es war, aber ich bin absolut sicher. Und wie dieses Amt, das "Schloss" geschildert wird... also, wer hier Elemente aus Kafka, Helge Schneider und Loriot nicht erkennt, ist selber schuld.

    Ein letztes geniales Element des Buches ist der geheimnisvolle (und wieder NICHT realistisch gemeinte) Installateur und Handwerker Leuchtenberg! Der kommt und geht wie eine mythische Gestalt, und stellt den beiden Protagonisten so dämliche Aufgaben, dass ich mich schlappgelacht habe. So sollen sie z.B. für das Dach einen "Dachverband" besorgen, oder für die marode Güllegrube "Abschaum"!! Mein Lieblingszitat: "Ja, wenn Sie Abschaum wollen, dann müssen Sie nach Berlin fahren!" !!!!!!

    Tja, der einzige Mangel, den ich dem Buch vorwerfen würde, ist die Tatsache, dass Herr Uschmann gerne etwas mutiger hätte sein dürfen. Nicht erst ein Drittel des Buches realistisch schreiben, sondern gleich eine komplette Irrsinns-Welt erschaffen! Wenn das stringent durchgehalten wird, verkraftet der Leser das schon.

    Insgesamt lautet meine Lese-Empfehlung: Ein MUSS für alle diejenigen, die bereit sind, sich auf einen irren Trip einzulassen! Und für Fans von Uschmann sowieso.

    Kommentieren0
    25
    Teilen
    leserins avatar
    leserinvor 9 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    Zwei Pärchen aus dem Ruhrgebiet haben ein sehr altes Haus im ebay ersteigert und ziehen mit Sack und Pack und Haustieren nach Großbärenweiler. Es erwartet sie ein riesengroßer Schock, als sie das Haus sehen......
    Das Buch war ganz witzig geschrieben, aber zeitweise ziemlich langatmig

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    Binea_Literatwos avatar
    Binea_Literatwovor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Meine Begeisterrung hat immer mehr abgenommen. Resultat 2 Sterne :-(
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    Ein erster Ausflug

    und leider oder eher besser auch der letzte zusammen mit Herrn Uschmann ?
    Meine Urlaubsstimmung riet mir zu einem Buch mit 100%iger Lachgarantie und da kam mir doch das Buch "Wandelgermanen" ganz recht. Mit der Erwartung eines stets witzigen Romans bin ich an Oliver Uschmanns Buch herangegangen und die ersten Seiten waren wirklich zum Brüllen.

    Aber Wandelgermanen ? Dazu kam es erst später, als die Bochumer Männer-WG bereits aufs Land verlegt wurde. ER, oder auch der als ICH bezeichnetet Held oder eher Miesepeter, hat im Internet ein Haus ersteigert. Klar, 8000 € und ein großes Haus für alle vier und dazu noch ein Gründstück, hätte da nicht jeder zugeschlagen ? Zum Glück nicht, denn so ein verlockendes Angebot schreit ja förmlich nach Missgriff und Ruine. Aber das neue Projekt wird angepackt, egal ob die Frauen helfen oder nicht. Hartmut hält mit Herrn "Ich" zusammen und gemeinsam wird das Dorf unter die Lupe genommen, Freundschaften werden geschlossen und auch viele Merkwürdigkeiten durchlebt. Ein täglicher Kampf beginnt - der Kampf vonMann und Natur. Ob es auf dem Land ein Leben geben wird, die Frauen zu den beiden Männern zurückkehren werden und ob das Haus jemals fertig wird ??? Die Reise mit Hartmut und seinem Freund beginnt auf Seite eins und Endet auf der letzten.

    Für mich als Einsteiger in Uschmannswelt war es wohl eher nicht das Richtige. Ein zweiter Versuch in seine Welt einzutauchen, scheint mir vorerst nicht notwendig. Begeisterung und Lachanfälle sind vorgekommen, anfangs häufig dann eher nur noch in Maßen. Ein wirklich komischer Humor aber auch viele trockene, langweilige Lesestrecken kommen vor. Das Ende hat mich dann wieder zum schmunzeln gebracht und war ein guter Abschluss, dennoch ist "Wandelgermanen" ein Buch was micht nicht dauerhaft überzeugen konnte.

    Als Lektüre im Flugzeug zum verschlingen ohne Nachdenken sich super geeignet, für mich persönlich jedoch war das Beobachten der Wolken unter mir öfters noch spannender. Nein, es war nicht mein erster Flug.

    Kommentieren0
    23
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Kurzmeinung: Wer sowas mag: "Es rauscht. Hartmut und ich stehen vor einer riesigen Wand aus schmierigem Beton, die aus dem Boden des Gartens wächst. Das ...
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    Der Titel, Wandelgermanen, deutet auf etwas hin, was man sich nicht wirklich gänzlich erschließen kann. Es hört sich jedoch interessan an. So interessant, wie der Klappentext des Buches.
    Ich kannte keines der vorherigen Bücher von Oliver Uschmann. Und dieses Buch lag schon lange irgendwo verscharrt zwischen meinen noch zu verräumenden Bücherkisten.
    Heute war ein Tag voller Sonnenschein, ich wollte gern etwas Witziges lesen, für den Abend. So etwas wie Jan Weiler.
    Aber, leider, das hat das Buch in meinen Augen nicht erfüllte. Es war streckenweise recht witzig.
    So witzig wie es eben sein kann, wenn zwei studierte Freunde, die keinen Job für ihre Ausbildung finden, sich entschließen, aufs Land zu ziehen, und einer, Hartmut, ganz urplötzlich, weil er so penibel ist und sich vorher für kein Haus entscheiden kann, bei Ebay ein Fachwerkhaus für 8000 € ersteigert - ein Reinfall, wie sich sehr schnell herausstellt.
    Die Frauen, die eigentlich mitsollten, ziehen ins Hotel - die Herren sollen mal machen.
    Dabei lernen Hartmut und er, der Ich-Erzähler, dessen Name schon fast Slapstickartig im Roman nicht erwähnt wird, die Wandelgermanen kennen. Eine wirklich unglaubliche Sippe inmitten von Großbärenwalden, wo dieses Fachwerkhaus steht, das man da ersteigert hat und ein sehr eigentümliches Dasein fristet.
    Bis zur Mitte des Buches hatte ich noch den Willen, mich einzufinden. Es gibt nicht viele Figuren, nein, aber einen Humor und ein Aufeinanderfallen von Geschehnissen, die viel abverlangen vom Leser.
    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob man vielleicht ein Uschmann-Kenner sein muss, um das in seiner Gänze nachvollziehen zu können und ich neige auch sehr oft zu so überförmlichen Gedanken, dass so eine Beschreibung der Renovierung eines angeblich unrenovierbaren Hauses auch eine abstrakte Darstellung für den Menschen überhaupt sein könnte.
    Aber das wäre wohl diesem Buch zu viel unterstellt. Es möchte witzig sein und ist das wohl irgendwie auch. Ich hab einmal gelacht. Zumindest das ein Erfolg meines Abends.

    Kommentieren0
    21
    Teilen
    JanHartmanns avatar
    JanHartmannvor 10 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    „Wandelgermanen“ sieht aus wie tausend andere deutsche Nabelschau-Lustig-Lustig-Bücher über Großstädter, die von ihrer Jugend auf dem Land erzählen oder frisch hingezogen sind.
    Dem hab ich mich bisher meist verweigert. Aber immerhin geht es hier um das Hohenlohische, also ein Landstrich, der nah genug an meinem geliebten Hoffenheim liegt, dass ich die Mentalität der Leute gut verstehe.

    Der Klappentext ist belanglos bis versucht witzig und auch das Statement von Manuel Andrack, einem Mann, der wohl seine Qualitäten hat, aber herausragend belanglose Bücher schreibt, turnt mich nicht richtig an.

    Die Geschichte scheint schnell erzählt:
    Eine WG in Bochum zerbricht, als ein LKW in die Hauswand fährt und aus statischen Gründen nicht sofort herausgeholt wird. 2 Pärchen finden keine andere Unterkunft und als Hartmut ein Haus auf dem Land für 8000 Euro (!) kauft, packen die Vier und ziehen ins Hohenlohische.
    Dort stellen sie fest, dass sie eine Bruchbude gekauft haben. Die 2 Frauen drehen um und wollen erst wiederkommen, wenn das Haus saniert ist.
    Und da die beiden Männer ihre Frauen glücklich machen wollen, wird die Sanierung in Angriff genommen.
    Und dann fängt die Geschichte an, abstrus, verworren, mystisch und immer interessanter zu werden.
    Die Nachbarn sind in Wehrsportgruppen und begeistern sich für das alte Germanentum.
    Das „Amt“ ist in einem alten Schlösschen und alle Wege enden in der Bibliothek bei „dem Hildchen“.
    Es scheint nur einen Restaurateur zu geben, der das Haus sanieren kann und dieser hat kein Telefon und keinen Firmensitz.
    „Leuchtenberg kommt oder er kommt nicht“, ist die einzige Antwort.
    Und fast schon zenmäßig: „Je mehr man drängelt, desto weniger kommt er“.

    Der Ich-Erzähler und Hartmut fangen einfach an zu renovieren ohne Ahnung von Tuten und Blasen.
    Bald sind sie unter einer einstürzenden Treppe eingeklemmt und nur die vorbeijoggende Wehrsportgruppe kann sie retten.

    Später im Buch sind die beiden gegen ihre Überzeugung Mitglied in der Wehrsportgruppe und den titelgebenden Wandelgermanen, da sie auf die Nachbarschaftshilfe angewiesen sind.
    Immer tiefer und tiefer werden sie in das Geflicht aus Intrigen, Überzeugungen und lokaler Politik verstrickt, bis eines Tages der mystische Leuchtenberg auftaucht und ihr Leben zumindest vorübergehend eine Wende zum besseren nimmt.
    Viele Fährnisse wie der Einfall amerikanscher Truppen in die Heimat, Pierre, der Cellist und die bösartige Kettenraucherin Beril müssen noch überwunden werden, bis es am Ende doch noch zu einer Art Happy End kommt.

    Fazit: Das Cover und die Werbetexte versprechen wenig und halten viel. Das Buch ist mit all seinen aberwitzigen Einfällen und Übertreibungen einer der besten Heimatromane der letzten Jahre.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    lyri_cos avatar
    lyri_covor 10 Jahren
    Rezension zu "Wandelgermanen" von Oliver Uschmann

    bin bei S. 152 und habe schon lange nicht mehr so viel bei einem Buch gelacht

    Kommentieren0
    3
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    'Ich dachte immer, ich wäre der letzte deutsche Wandelgermane. Da habe ich mich aber so was von getäuscht. Oliver Uschmann lesen, staunen und ablachen.' Manuel Andrack

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks