Thriller gehen bei mir ja immer, aber „All Their Sins“ hat mich nochmal auf eine ganz andere Art gepackt. Schon nach den ersten Kapiteln war klar: Das hier wird keine leichte Geschichte, sondern ein ziemlich düsterer, atmosphärischer Ritt voller Psychospielchen, Manipulation und moralischer Grauzonen. Und genau das liebe ich ja.
Die Story startet direkt extrem stark und zieht einen ohne große Vorwarnung mitten ins Geschehen. Ein Gefängnisdirektor wird bedroht, ein gefährlicher Häftling soll zur Flucht verholfen werden und man merkt ziemlich schnell, dass hinter allem deutlich mehr steckt, als man anfangs glaubt. Parallel begleiten wir Ermittlungen, alte Geheimnisse und Figuren, bei denen man sich nie sicher sein kann, ob man ihnen wirklich trauen sollte.
Besonders gefallen hat mir, wie konstant dieses unangenehme Gefühl aufgebaut wurde. Man denkt zwischendurch immer wieder, man hätte den Überblick oder könnte bestimmte Dinge vorhersehen, nur damit direkt wieder neue Informationen auftauchen und alles infrage stellen. Genau diese Art von Spannung sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte.
Auch die Atmosphäre war wirklich stark. Teilweise hatte das Ganze fast schon etwas Beklemmendes und Filmreifes. Vor allem die Szenen rund um Stanley Harper und die ganzen Verbindungen zwischen den Figuren hatten für mich eine enorme Sogwirkung. Dazu kommen mehrere Perspektiven, die sich nach und nach immer weiter miteinander verweben, wodurch das Buch durchgehend dynamisch bleibt.
Einen Stern ziehe ich tatsächlich nur ab, weil mir manche Stellen etwas zu ausführlich waren und sich einige Szenen minimal gezogen haben. Trotzdem wollte ich jederzeit wissen, wie alles zusammenhängt und worauf das Ganze hinausläuft.
Insgesamt also ein richtig spannender Thriller mit starken Wendungen, düsterer Stimmung und Figuren, bei denen man ständig miträtselt. Wer Geschichten voller Manipulation, Geheimnisse und psychologischer Spannung mag, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.








