Neue Rezensionen zu Olivia Manning

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INHALT: Der junge Felix Latimer findet nach dem Tod seiner Mutter Unterschlupf in einer Pension in Jerusalem. Es ist die letzte Phase des Zweiten Weltkrieges und in Palästina stranden Flüchtlinge aus ganz Europa. Die Pension wird straff geführt von Mrs Bohun, einer geizigen alten Schachtel, die niemandem etwas gönnt, allen Mietern feindselig gegenübersteht und ihr ganzes Herzblut den Allzeitbereiten opfert, einer Sekte, die die Rückkehr des Heilands herbeisehnt.

Felix fällt es zunächst schwer, die Ungerechtigkeiten in Mrs Bohuns Pension zu erkennen – er ahnt, dass etwas nicht richtig ist, kann es aber nicht richtig greifen. Das ändert sich, als Mrs Ellis, eine junge Witwe, nur ein paar Jahre älter als Felix, in die Pension einzieht. Felix verliebt sich in die schöne Frau, die aufgeklärt und direkt ist und Mrs Bohun Paroli bieten kann. Bis die Situation eskaliert wird Felix viel von ihr lernen können…

FORM: Ich will es kurz machen – Was für ein Schmus! Ich frage mich allen Ernstes, was Ilija Trojanow geritten haben muss, um dieses langweilige und nichtssagende Geschichtchen in seine ansonsten so großartige Edition Weltlese aufzunehmen. Ich kann es mir nicht erklären. Ich hätte beim Originaltitel schon hellhörig werden müssen, aber ich dachte mir, wenn es bei der Weltlese erscheint, kann es nicht so schlimm sein – ist es aber.

Es geht in dem ganzen Roman im Prinzip nur darum, welcher Mieter welches Zimmer bekommt und was Mrs Bohun für die Milch bezahlen muss. Die einzige Figur die eine Entwicklung durchmacht ist der junge Felix, der aber trotzdem bis zum Schluss ein naiver Trottel bleibt. Alle anderen sind farblose Unsympathen. Und auch der Text selbst ist so langweilig wie die Geschichte, die er erzählt. Nichts außergewöhnliches, nichts bahnbrechendes – zugeknöpft und bieder. Geradezu klösterlich umkurvt Manning das Thema Sex, das bei Mrs Ellis und ihren Freunden angeblich so offen besprochen wird. Aber vielleicht reichte die Andeutung in der 1950er Jahren in England schon zum Skandal.

FAZIT: Ich habe mich wirklich gequält und musste schmerzlich feststellen, wie unendlich lang 260 Seiten sein können. Da hilft es auch nichts, dass ein Todesfall am Ende der Geschichte eine gewisse Dramatik verleihen soll, nee nee, das war ein Schuss in den Ofen. Liebe Leser, nennt mich einen Banausen, aber ich kann nicht anders – ein Stern.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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