Der Pflegefall

von Olivia Monti 
4,2 Sterne bei13 Bewertungen
Der Pflegefall
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Psychologisch starker Krimi um einen älteren Mann, der Hilfe im Haushalt braucht. Das Hauspersonal sagt das eine, er selbst das andere...

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Definitiv ein Kriminalroman der etwas anderen Art, der das Augenmerk mehr auf den Roman als auf den Kriminalfall legt.

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Inhaltsangabe zu "Der Pflegefall"

Anna Zerbst tritt eine Stelle als Pflegerin an. Sie soll den alten Herrn Brunt betreuen. In der Villa Brunt herrscht von Anfang an eine beklemmende Stimmung. Herr Brunt selbst ist schwer zu ertragen. Er ist mürrisch, greift die Menschen in seiner Umgebung an, beleidigt sie. Anna findet heraus, dass ihn nicht nur Altersbeschwerden, Hilflosigkeit und das lange Warten auf den Tod erbittern, Brunt war immer schon ein problematischer Charakter und in seiner Vergangenheit liegt so einiges im Argen. Das Hausmeisterehepaar, Nella und Markus Schmitts, erzählen Anna schließlich, dass sich Brunt an ihrer behinderten minderjährigen Tochter vergangen hat und er seinen einzigen Sohn, Tobias, ständig quälte. Auch soll es beim Tod von Tobias Mutter nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Herr Brunt hingegen erzählt eine ganz andere Geschichte. Als Anna mitbekommt, dass Nella, Markus und Tobias den alten Herrn schleichend vergiften, ringt sie mit sich, ob sie zur Polizei gehen soll. Hat es ein Monstrum nicht verdient, vergiftet zu weden? Wenn nun aber Herr Brunt doch kein Monstrum ist? Wem soll sie nur glauben?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746720524
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:244 Seiten
Verlag:epubli
Erscheinungsdatum:30.04.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Rebel_Hearts avatar
    Rebel_Heartvor einem Monat
    Klare Leseempfehlung

    Anna Zerbst tritt ihre neue Arbeitsstelle in der Villa des alten Herrn Brunst an. Als Pflegerin soll sie ihn betreuen und ihm etwas zur Seite stehen.

    Von Anfang an herrscht dort eine eher angespannte Stimmung und der alte Mann erweckt nicht den Eindruck, als wäre er sonderlich scharf darauf, dass Anna von nun an auf ihn "aufpasst".

    Er ist mürrisch, lässt sich kaum etwas sagen und will schon lange nicht mitarbeiten. durch das Hausmeistert Ehepaar erfährt Anna einiges aus seiner Vergangenheit und beginnt ein Stück weit zu verstehen, warum der alte Mann so ist.

    Als sie von dem Hausmeisterehepaar ebenso erfährt, dass sich Herr Brunst an ihrer minderjährigen, behinderten Tochter vergangen haben soll und sie ihn unter anderem deswegen heimlich vergiften wollen, steht sie vor einem echten Gewissenskonflikt.

    Soll sie es der Polizei melden oder einfach Stillschweigen bewahren? Und was, wenn Herr Brunst in Wahrheit doch gar kein Monstrum ist?


    Auch in diesem Buch von Olivia Monti hat mir der Schreibstil wirklich von Anfang an gefallen. Wenn ich ehrlich sein soll, sogar noch ein wenig besser, als beim Luna Park.

    Die Geschichte wird hauptsächlich in der Ich - Version und aus der Sicht von Anna erzählt, was mir hier wirklich gut gefallen hat.

    Von Anfang an war mir klar, dass "Der Pflegefall" kein Buch ist, was man mal eben einfach so in einem Rutsch durchliest.

    Oft hatte ich selbst ein beklemmendes Gefühl. Oder das Gefühl, direkt dabei zu sein. Vielleicht bin ich ein kleines bisschen gebranntmarkt, aber hat mich hier nicht beeinflusst.

    Anna war ein Charakter, den ich wirklich mochte. Oft konnte ich ihre innere Zerrissenheit zwischen Pflichtbewusstsen und Mitgefühl wirklich spüren.

    Herr Brunst war ein Charakter, den ich nur schwer einschätzen konnte. Es gab Momente, in denen hatte ich einfach nur Mitleid mit dem alten Mann, der einfach nur sterben wollte. Und es gab Momente, in denen habe ich ihn für sein Verhalten - gerade Anna gegenüber - einfach nur .. ich will nicht sagen gehasst, aber ich fand es irgendwie unmöglich und manchmal auch undankbar. 

    Olivia Monti hat versucht darzustellen, wie das Leben mit einem solchen Menschen stattfinden kann. Wie es sein kann, wenn man zwischen den Stühlen steht und der Wahrheit ins Auge blicken muss oder sich vor ihr verstecken muss.

    Ich finde dieser Grad zwischen diesen beiden Aspekten hat Olivia Monti wirklich gut umsetzen können.

    Gerade auch das Hauptthema häusliche Pflege und vielleicht auch der häuslichen Gewalt hat die Autorin gut umgesetzt.

    Und ich muss sagen, dass sie mich mit dem Ende sogar überraschen konnte. Und damit, dass sie es trotz des ernstes Themas geschafft hat, ein kleines zartes Pflänzchen einzubauen, das zu einer Liebesgeschichte werden könnte.

    Alles in allem kann ich euch dieses Buch nur sehr ans Herz legen. Zumindest jedem, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte und auch kann.

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    iamnomorningpersons avatar
    iamnomorningpersonvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Definitiv ein Kriminalroman der etwas anderen Art, der das Augenmerk mehr auf den Roman als auf den Kriminalfall legt.
    Eine unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch!

    Ich ging ganz unvoreingenommen an das Buch herangegangen und wurde mit einer flüssigen und spannenden Geschichte überrascht, die mich einen Nachmittag lang sehr gut unterhalten hat. Zwar konnte ich mich nicht wirklich in die Protagonistin hineinversetzen, was vielleicht auch am Altersunterschied lag, doch ich mochte es, Anna auf ihrem Weg/in dieser Episode ihres Lebens zu begleiten.

    Die restlichen auftretenden Charaktere waren interessant beschrieben, wenn auch vielleicht manchmal etwas einseitig, doch das ist vermutlich Annas Perspektive geschuldet. Sie lernt diese Leute in jener Situation kennen, die der Klappentext beschreibt und hat dadurch natürlich einen gewissen, vielleicht auch voreingenommenen  Blickwinkel auf die Menschen um sich herum.

    Spannend wurde die Geschichte dadurch, dass man lange nicht wusste, wer im Recht und wer im Unrecht ist. Ist Brunt nun ein Monster oder das Opfer? Natürlich lehne ich Selbstjustiz im realen Leben strikt ab, doch es war nervenaufreibend, sich nicht sicher zu sein, ob der alte Mann seines Geldes wegen vergiftet wird - oder ob er überhaupt vergiftet wird!

    Interessant waren die kleinen Einblicke in das Leben einer Hauspflegerin. Das war - meiner Meinung nach - recht authentisch beschrieben und ließ Anna umso menschlicher und realer wirken. Es gab in diesem Roman traurige, nachdenkliche und auch dramatische Momente, die ihn einfach zu einem angenehmen Lesevergnügen gemacht haben.

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    leoseines avatar
    leoseinevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Kriminalroman was mal mich vollkommen überzeugt hat
    Sehr tolles buch

    Ein schöner Kriminalroman mit tollem Ende

    Zitat aus dem Buch:

    "Das es überhaupt so weit gekommen konnte mit ihm, liegt an seinem Vater, nur an dem." Sie schnauft auf. "Schlechte Menschen bringen andere Menschen dazu, so schlecht zu werden wie sie."

    Klappentext:

    Anna Zerbst tritt eine Stelle als Pflegerin an. Sie soll den alten Herrn Brunt betreuen. In der Villa Brunt herrscht von Anfang an eine beklemmende Stimmung. Herr Brunt selbst ist schwer zu ertragen. Er ist mürrisch, greift die Menschen in seiner Umgebung an, beleidigt sie. Anna findet heraus, dass ihn nicht nur Altersbeschwerden, Hilflosigkeit und das lange Warten auf den Tod erbittern, Brunt war immer schon ein problematischer Charakter und in seiner Vergangenheit liegt so einiges im Argen. Das Hausmeisterehepaar, Nella und Markus Schmitts, erzählen Anna schließlich, dass sich Brunt an ihrer behinderten minderjährigen Tochter vergangen hat und er seinen einzigen Sohn, Tobias, ständig quälte. Auch soll es beim Tod von Tobias Mutter nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Herr Brunt hingegen erzählt eine ganz andere Geschichte. Als Anna mitbekommt, dass Nella, Markus und Tobias den alten Herrn schleichend vergiften, ringt sie mit sich, ob sie zur Polizei gehen soll. Hat es ein Monstrum nicht verdient, vergiftet zu weden? Wenn nun aber Herr Brunt doch kein Monstrum ist? Wem soll sie nur glauben?

    Das Cover:

    Es zeigt die Villa aber irgendwie fehlt mir darin etwas mehr Farbe bzw. bisschen mehr Pep drin. Auf mich wirkt es etwas trostlos und würde mich un einem Buchladen nicht sofort in die Augen springen.

    Mein Fazit:

    Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen und war abgetaucht in die Welt von Anna. Es gab viele Geheimnisse die am Ende gelüftet wurden. Das Ende war für mich persönlich sehr Überraschend gewesen. Es war teilweise sehr Emotional gewesen wo ich dann mir dachte " oh mein gott wie schafft sie das alles"

    Ich kann das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

    Ich gebe 5 von 5 Sterne

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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    tine1211s avatar
    tine1211vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein etwas anderer Kriminalfall
    Ungewöhnlicher Kriminalfall mit überraschenden Wendungen

    Anna Zerbst hat studiert, bekommt aber keine richtige Arbeit. So kommt es, dass sie sich als Pflegerin durchs Leben schlägt. Sie nimmt eine Stelle in einer Villa an, in der sie den launischen und zornigen Herrn Brunt pflegen soll. Dieser ist kein einfacher Zeitgenosse, denn er macht den Menschen um ihn herum das Leben nicht so leicht. Mürrisch, beleidigend, demütigend drangsaliert er nicht nur seine bisherigen Pflegerinnen sondern auch das Hausmeisterehepaar Schmitt, die ebenfalls auf dem Anwesen wohnen. Bereits zu Beginn herrscht eine angespannte Atmosphäre. Anna findet nach und nach heraus, dass Brunt bereits sein ganzes Leben lang ein böser Mensch war und er soll sogar die behinderte Tochter der Schmitts sexuell missbraucht haben und seinen eigenen Sohn gequält. Herr Brunt hingegen erzählt eine ganz andere Geschichte und es baut sich eine Art Vertrauensverhältnis auf. Eines Tages bekommt Anna mit, dass das Hausmeisterehepaar Brunt schleichend mit Gift töten wollen. Anna kommt in Bedrängnis: Hat es ein Monster, welches Herr Brunt sein soll, nicht verdient, vergiftet zu werden? Aber was, wenn an den Geschichten nichts Wahres ist? Wem soll Anna glauben?
    Dieses Buch, was für mein Verständnis kein Krimi im klassischen Sinne ist, beleuchtet eine schwierige Thematik. Hier wird es dem Leser bewusst, wie eng pflegebedürftige Personen und das Pflegepersonal zum Teil zusammen leben müssen und wie abhängig die zu pflegende Person ist. Wenn dann solche Geschichten bekannt werden, wie entscheidet sich die Pflegekraft? Dieses Buch gewährt kurze Einblicke in einen mehr als harten Alltag einer Pflegekraft und von pflegebedürftigen Menschen, umrahmt von einer spannenden mysteriösen Geschichte. Beim Lesen wechselte ich oft die Sympathien zu den Charakteren, weil sich die ganz offensichtlichen Wendungen doch ganz plötzlich wieder ins Gegenteil verkehrten. Geschrieben ist das Buch in der ICH-Perspektive, der Pflegerin Anna. Das Buch war sehr spannend und die Handlungen nie vorhersehbar. Ein äußerst lesenswertes Buch, was ich sehr gerne weiterempfehlen kann.

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    Fabienne_Kujaths avatar
    Fabienne_Kujathvor 4 Monaten
    Vorsicht Gefahr, weil das Buch zu toll ist!!!!!

    Dieses Buch ist einfach mega und ich weiß tatsächlich nicht wie ich das beschreiben kann. Das hatte ich auch noch nie!!! Ich weiß nicht ob es was damit zutun hat, weil ich als Gesundheits und Krankenpflegerin arbeite oder einfach die Vorstellung und Empathie. Die Geschichte ist einfach schön gestaltet, man bekommt einen guten Einblick in die Charaktere. Es ist super geschrieben und sehr sehr sehr fesselnd sodass ich dieses Buch nicht mehr weglegen konnte. In diesem Sinne, Entschuldigung für das nicht mitmachen der Leserunde, aber das Buch war einfach zu spannend. Außerdem hat es mich tatsächlich sprachlos gemacht und ich denke ich habe hiermit ein Lieblingsbuch !!!! Auf jedenfall kaufen kaufen kaufen!!!

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    ArnoZischofskyvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Der Pflegefall
    Der Pflegefall

    Anna Zerbst tritt ihre Stelle als Pflegekraft bei Herrn Brunt an. Herr Brunt ist ein schwieriger alter Kauz. Dazu kommt das Hausmeisterehepaar Schmitt das einen teuflischen Plan hat.

    Anna steht zwischen den Fronten.  Ein spannender Kriminalroman der gut geschrieben ist. Man fiebert bis zum Schluss mit. Für Freunde spannender Literatur sehr zum lesen geeignet.

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    Rosemarievor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Pflegefall
    Ein Pflegefall

    Ein neuer Roman von Olivia Monti auf den ich mich sehr gefreut habe. Ein aktuelles Thema: Die Pflege von alten Menschen. Anna fängt bei Herrn Brunt an zu arbeiten. Er ist 90 Jahre jung und ein Pflegefall. Im Haus leben noch das Ehepaar Schmitt, was Anna bei der Versorgung von Herrn Brunt hilft. Das Ehepaar Schmitt hat den Plan Herrn Brunt langsam zu vergiften, Anna gerät zwischen alle Seiten. Ein Buch das sehr beklemmend zeigt, wie schwer die Pflege von alten Menschen ist. Ein guter Krimi.

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    ElfriedeKohlhasevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch das berührt.
    Ein Buch das berührt.

    Es ist die Geschichte von Pflegekraft Anna und Herrn Brunt. Herr Brunt ist 90 Jahre alt. Er ist ein schwieriger Pflegefall, der sehr demütige Beleidigungen und vieles Mehr von sich gibt.  Er hat das Haushälterehepaar Schmitt dazu angestellt. Das Haushälterehepaar will Herr Brunt langsam vergiften, Anna gerät zwischen die Fronten. Ein Buch das aufwühlt, zeigt wie schwer die Pflege von alten Menschen ist. Ein gutes Buch.

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Psychologisch starker Krimi um einen älteren Mann, der Hilfe im Haushalt braucht. Das Hauspersonal sagt das eine, er selbst das andere...
    Von Abhängigkeiten und menschlichen Abgründen

    Wer lügt? Dieser Krimi ist ein vielschichtiges Psychogramm der wenigen handelnden Personen. Zu Beginn wirkt die Geschichte gar nicht so krimilastig, als Anna Zerbst sich an ihren ersten Tag bei Herrn Brunt erinnert. Sie ist “notgedrungene” Pflegerin, nimmt solche privaten Stellen an, um nicht arbeitslos zu sein. Der alte Herr ist körperlich schwach, geistig aber umso stärker, wie sie herausfinden wird.

    Zu den mühseligen Aufgaben, die sie aber gut meistert, kommen Schritt für Schritt bestimmte Eindrücke, Geschichten und Momente hinzu, die Anna an der Fassade ihres Dienstgebers zweifeln lassen. Ist er einfach der alte Mann, der von ihr und vom Haushälterehepaar Schmitts gerade so ausgehalten wird? Oder haben seine Wutausbrüche und die grausigen Geschichten, die er ihr im Geheimen erzählt, einen wahren Kern?

    Anna steht zwischen den Fronten, ahnt mehr, dass etwas Schlimmes geschehen sein muss, als dass sie konkrete Beweise hätte. Mal glaubt die Brunt, mal sind die Schmitts überzeugender. Es fällt ihr schwer, beide Seiten gedanklich zu einer Geschichte zu verbinden. Was geht wirklich vor im Haus in der Magnolienstraße 71? Und was ging früher vor? Anna beschließt, sich heranzutasten und die Sache aufzudecken.

    Fesselnd erzählt Olivia Monti, wie eine unbescholtene alleinstehende Frau langsam mental zwischen den Seiten aufgerieben wird. Ihre Optionen sind beschränkt, was die Situation zusätzlich spannender macht: Die Stelle aufzugeben ist finanziell nicht ratsam, also wird Anna immer tiefer in die menschlichen Abgründe hineingezogen. Doch nicht nur sie ist abhängig, auch Brunt ist es. Ebenso das Haushälterehepaar, werden sie doch gut vom Alten bezahlt. Diese unheilvolle Dreiecksbeziehung baut einen ganz eigenen Grusel auf und man wartet mit angehaltenem Atem, wann und worin dieser wohl gipfeln wird. Dass etwas passiert, ist unausweichlich...

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    loralees avatar
    loraleevor 5 Monaten
    Herausforderungen der Altenpflege

    Das Buch beschreibt sehr plastisch die Herausforderungen, vor denen eine Pflegekraft in ihrer Arbeit mit älteren Menschen steht -verpackt in einem Krimi.

    Anna Zerbst wird von dem Hausmeisterehepaar Schmitts als private Pflegerin des alten Herrn Brunt angestellt, der allein und verbittert auf seinem großen Anwesen lebt. Schon sehr schnell merkt Anna, dass es jede Menge Fallstricke gibt, in die sie sich ahnungslos verheddert. Das Verhalten der Menschen, die im Haus ein und aus gehen, weckt schnell ein Unbehagen und es keimt in ihr ein Verdacht auf, der sie dazu bewegt, die Kriminalpolizei einzuschalten.

    Der Pflegefall wird aus der Perspektive der Hauptfigur Anna beschrieben. Es gelingt der Autorin, mich in ihre Gedankenwelt eintauchen zu lassen und die körperlichen wie psychischen Herausforderungen, denen sie sich als Altenpflegerin stellen muss, hautnah mitzuerleben. Sie zerbricht fast an der Zerreißprobe zwischen Empathie und Antipathie gegenüber den anderen Figuren im Haushalt.

    Wie geht man mit einem 90jährigen um, der einem in der einen Sekunde demütigende Beleidigungen an den Kopf wirft und dir in der nächsten deutlich macht, dass er darauf angewiesen ist, dass du ihm seine Menschenwürde erhältst? Diese Kernfrage, die sich sicherlich viele Menschen, die in der Pflege tätig sind jeden Tag stellen müssen, beschreibt Olivia Monti sehr eindrücklich in ihrem Roman. Vor den Menschen, die diese Arbeit über lange Jahre verrichten, habe ich sehr großen Respekt. Ich denke, mir würde es so wie der Protagonistin in dem Roman gehen: Ich würde schon nach ein paar Tagen schier an den Aufgaben verzweifeln.

    Der Krimi, der den Rahmen für diese Beschreibungen bildet, wird gegen Ende, wenn es auf den kriminalistischen Höhepunkt zugeht, immer dünner und vermag die starke Geschichte von Anna leider nicht zu tragen.

    Dennoch empfehle ich dieses Buch weiter, wegen des starken ersten Teils der Geschichte, die mich beeindruckt und berührt hat.

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