Sympathie

von Olivia Sudjic 
3,3 Sterne bei4 Bewertungen
Sympathie
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Die Geschichte einer Obsession in Zeiten von Social Media. Verstörrend, surreal, abstoßend - und ungemein faszinierend!

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Besessenheit, Identität und Wahnsinn: Liebe in Zeiten von Instagram

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Inhaltsangabe zu "Sympathie"

Als die 23-jährige Alice online auf die junge Schriftstellerin Mizuko stößt, fallen ihr in deren Lebenslauf merkwürdige Parallelen zu ihrem eigenen auf. Alice ist gebannt: Von ihrem Adoptivvater, einem Physiker, weiß sie, dass jedes Partikel ein »sympathisches« Gegenpartikel besitzt, das es auf ewig anzieht. Doch als sich Mizuko und Alice immer näherkommen, wird klar: Zwischen der Person, die wir sind, und der Person, die wir online zu sein vorgeben, tut sich oftmals eine gefährliche Kluft auf.

Olivia Sudjic ist ein erstaunliches Debüt über zwei ambivalente Frauen und die Kräfte, die sie aufeinander ausüben, gelungen. Eine spannende und verästelte Geschichte, die in die Welt der Teilchenphysik eintaucht und sich mit der Vergangenheit Japans verwebt, um die Frage nach Identität und Liebe im digitalen Zeitalter zu beantworten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783036957579
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Kein & Aber
Erscheinungsdatum:29.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Thaliomees avatar
    Thaliomeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Leichtigkeit und Belanglosigkeit, die soziale Medien ausstrahlen, konnte ich in diesem Buch nicht finden.
    Ein Buch, dass wichtige Fragen einfach auslässt

    Es fällt mir schwer, dieses Buch einzuordnen, ich kann es nicht einmal beschreiben.

    Sicher soll die Geschichte an eine Serie von Bildern und Sätzen erinnern, wie ich sie auf instragram, twitter oder facebook finde. Dies hat bei mir nicht funktioniert, ich würde sogar behaupten, das Buch beschreibt genau das Gegenteil von dem, was ich in den sozialen Medien vorfinde. Denn der Inhalt ist dort meist banal, manchmal interessant, auf jeden Fall aber einfach. In diesem Buch ist alles verschachtelt, kommt nach und nach ans Licht und wirkt doch bis zum Ende verworren.

    Vielleicht will die Autorin aber auch auf etwas anderes hinaus, das Fehlen einer stringenten Handlung, das Surfen auf verschiedenen Seiten ohne nennenswerte Erkenntnisse, bei dem man gar nicht merkt wie schnell die Zeit vergeht. Und wie einsam man eigentlich ist.


    Alice, allein der Name weckt Assoziationen die keineswegs zufällig sind, ist in einer Phase ihres Lebens angekommen, die sie selbst füllen muss. Mit 23 Jahren ist sie kein Kind mehr und möchte nicht mehr bei ihrer Mutter wohnen. Ihre Ausbildung ist abgeschlossen, aber einen Job hat sie noch nicht. Sie fliegt nach New York, wo ihre Großmutter wohnt. Dass Verhältnis der beiden ist kühl und durch Briefe geprägt, die beide sich geschrieben haben. Darin erzählt die Oma von Alice Vergangenheit, von ihrer Adoption und der Zeit davor.

    Aber auch als beide sich eine Wohnung teilen, entsteht kein liebevolles Verhältnis, es bleibt eher kühl und jeder lebt sein Leben. Alice läuft durch New York. Jeden Tag, sie versucht die Stadt in sich aufzunehmen. Aber es geht nicht um die Stadt, es geht um die Suche. Alice postet Fotos, was ihr wichtig ist, in der Geschichte aber doch eher nebensächlich wirkt. Sie lernt einen jungen Mann kennen, mit dem sie zusammen ist ohne ihn zu lieben. Sie lernt eine Frau kennen, die sie liebt ohne mit ihr zusammen zu sein.

    Am Ende ist sie allein und der Kontakt beschränkt sich darauf, die Profile der anderen im Internet zu durchsuchen und ihren Online-Status zu beobachten.

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    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Besessenheit, Identität und Wahnsinn: Liebe in Zeiten von Instagram
    Rezension: Sympathie


    „Sympathie“ von Olivia Sudjic hat mich wegen des ansprechenden Klappentexts und dem hübschen Cover direkt in seinen Bann gezogen. Ein Bann, der leider nach ungefähr 100 Seiten gebrochen wurde, als das wunderschön geschriebene Buch den Zauber vom Klappentext nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Erzählt wird die Geschichte der jungen Alice, die gerade ihren Abschluss gemacht hat und nun nichts mit sich anzufangen weiß. Ihre (Adoptiv-)Mutter rät ihr, doch zu ihrer Großmutter Sylvia nach New York zu fliegen. Diesen Rat nimmt sie, wenn auch widerstrebend, an. Bei Sylvia angekommen, weiß Alice immer noch nichts mit ihrer Zeit anzufangen, also beginnt sie, Unmengen an Fotos in der Stadt zu knipsen, die sie dann bei Instagram hochlädt. Sie lernt Dwight, einen Technik-Besessenen kennen, der kurz darauf zu ihrem festen Freund wird – die Beziehung der beiden wird dadurch bestätigt, dass Dwights Freunde Alice‘ Instagram-Collagen der beiden liken. Als Sylvia eine ganze Weile später ins Krankenhaus kommt und dort auch dann bleiben muss, landet Alice bei Verwandten von ihr (Sylvia). Durch einen Zufall landet Alice auf Mizukos Instagram-Profil und verliebt sich auf den ersten Blick. Obwohl, von Liebe kann man vielleicht nicht unbedingt sprechen, es ist eher eine Besessenheit. Wie im Wahn verfolgt Alice Mizukos Leben, zieht Parallelen zwischen ihrem Leben und Mizukos und inszeniert sogar eine „zufällige“ Begegnung, damit die beiden sich kennenlernen können. Und hier beginnt Alice‘ Abwärtsspirale. Durch Drogentrips und Liebeskummer und über eine lange Zeit vergisst Alice sich selbst immer mehr und wird immer abhängiger von Mizuko. Alice glaubt fest daran, dass Mizuko ihr „Parallelteilchen“ ist, ihr gespiegelter Zwilling, den Beweis für die Supersymmetrie.


    "Wie erklärt man, wie Verliebtheit beginnt? Es ist ein Zustand, der einen bis ins Letzte durhdringt, sodass man sich fast nicht mehr daran erinnern kann, wie es sich anfühlt, ohne ihn zu leben. Alles, was ihm vorausging, wird zu einem Weg, der nur dorthin führte. Die Zeit davor dient lediglich zum Bilden einer Persönlichkeit, mit der man das Objekt seiner Verliebtheit enger an sich binden kann."


    Puh. Von der wirklich tollen Schreibweise, dem Stil und der Sprache mal abgesehen, konnte ich „Sympathie“ leider gar nichts abgewinnen. Die Protagonistin, Alice, gewährt uns zwar einen detaillierten Einblick in ihr Leben, in ihre Vergangenheit und in ihre Gedankenwelt, jedoch war die Obsession über Mizuko und ihre permanente Anhänglichkeit für mich nicht nachvollziehbar. Aber fangen wir mal von vorne an. Alice lernt in ihrer Zeit in New York den ihr unsympathischen und auch komplett egomanischen Dwight kennen, verbringt ihr erstes Mal mit diesem Kerl, und beginnt danach noch eine Beziehung mit ihm. Nachvollziehbar ist dies für den Leser überhaupt nicht. Warum bindet sie sich an einen ihr so missfallenden Menschen? Was bewegt sie dazu? Doch Sudjic liefert hier keine Antworten, sondern kommt mit Mizuko um die Ecke. Die völlige Besessenheit Alice‘ ist, trotz einigen (sehr von Alice herbeigezogenen) Parallelen, völlig überzogen und wirkt auf mich sehr befremdlich. Alice nistet sich schließlich erfolgreich in Mizukos Leben ein, ist jeden Tag in ihrer Wohnung, durchsucht ohne Mizukos Wissen ihr Handy und manipuliert ihre Beziehung zueinander: indem Alice Interessen und beispielsweise Lieblingsbücher etc. vortäuscht, da sie sich vorher informiert hat, was Mizuko mag und was nicht. Alice verliert sich mehr und mehr in dem Abgrund, den sie selbst geschaffen hat, und nachdem sie komplett die Orientierung in ihrem Leben verloren hat und plötzlich auf sich allein gestellt ist, kommt der Wahnsinn zum Vorschein:


    "Wenn ich nicht bei ihr war und ihr nicht folgen konnte, verbrachte ich meine Zeit damit, ihren wechselnden Online-Status zu beobachten."


    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    leseleas avatar
    leseleavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte einer Obsession in Zeiten von Social Media. Verstörrend, surreal, abstoßend - und ungemein faszinierend!
    "Alles, was mit dir passiert, gehört dir." (S. 252)

    „Die meisten Leute glauben“, sagte er, „dass sie niemanden beeinflussen, aber jeder hat einen riesigen Einfluss oder kann ihn haben, ohne es zu merken, und sei es nur auf den Verlauf eines einzigen Lebens.“ (S. 84)

    Als ich 2016 das Buch Die Vegetarierin las, betitelte ich meine anschließende Rezension danach mit den Worten „So etwas habe ich noch nicht gelesen!“. Jetzt, nach der Lektüre von Olivia Sudjics Debüt, muss ich diesen Eindruck revidieren: Sympathie ist nicht weniger abgedreht, surreal und verstörend als Han Kangs preisgekrönter Roman und meine Rezension zu ihrem Werk könnte ebenso den Titel von damals tragen.

    Dabei darf man mich nicht missverstehen: Inhaltlich haben wir es hier mit zwei komplett unterschiedlichen Bücher zu tun. Sudjics Sympathie erzählt von der jungen Engländerin Alice Hare und der japanischen Schriftstellerin Mizuko Himura. Erstere stößt bei Recherchen im Internet auf das Instagramprofil der Letzteren. Adoptiert, auf Sinnsuche und von japanischer Kultur wie der physikalischen Theorie der Gegenpartikel gleichermaßen fasziniert, macht Alice immer mehr vermeintlichen Parallelen zwischen ihrem und Mizukos Leben aus. Sie arrangiert ein „zufälliges“ Treffen und schleicht sich immer mehr in Mizukos Allatg, ihre Gefühle und ihre Gedanken ein. Doch die Beziehung der beiden bleibt unausgewogen und Alice erkennt zu spät, dass sie ohne Bremse einen steilen Abhang hinunterfährt…

    Sie war meine erste Liebe, doch ich war nicht ihre. Sie würde von nun an nur nach einer Art Echo ihrer ersten Liebe suchen, und wenn ich die richtigen Geräusche von mir gegeben hätte, hätte ich womöglich eine Zeit lang dieses Echo sein können. (S. 308)

    Das Folgen von Personen, das Uploaden gefilterter Bilder, die Organisation des Beziehungsleben via Apps spielt in Sympathie eine entscheidende Rolle: Daher wundert es nicht, dass die New Republic nach Erscheinen frenetisch jubelte „Der erste große Instagram-Roman.“ Selten hat ein Buch so detailliert die Abhängigkeit eines Menschen zu seinem Mobiltelefon und die Folgen des unbegrenzten Zugangs zum Internetprofil einer Unbekannten gezeichnet. Trotzdem würde ich den Roman nicht allein auf die Bedeutung, die das Social Web in ihm einnimmt, reduzieren wollen: Instragram und all die anderen Apps stellen zwar den Auslöser und den Katalysator der weiteren Handlung an, doch erzählt die eigentlich eine altbekannte Geschichte: Wer kann ich sein? Wo will ich hin? Und wie kann ich auf diese Fragen antworten finden, wenn ich doch gar nicht weiß, woher ich komme?

    Denn Alice, die Adoptierte und Wurzellose, ist eine Suchende – und während dieser Suche stößt sie zufällig (oder nicht? – so glaubt es zumindest Alice) auf Mizuko. Sekundenschnell projiziert sie all ihre Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche auf diese Person, die ihr Leben im Internet so freizügig preisgibt, und verliert sich in einer undurchschaubaren Beziehung aus Freundschaft, Liebe, Abhängigkeit und Wahnsinn. Olivia Sudjics stellt dieses Sich-Verlieren in eine Person auf unheimlich eindringliche und mysteriöse, zugleich befremdliche und verwirrende Weise dar. Unchronologisch und einem roten Faden folgend, den wohl nur sie erkennt, rekonstruiert Alices ihres und Mizukos Leben, wie beide aufeinandertrafen und sich dann wieder trennten. Über weite Strecken versteht man in diesem Buch nicht, warum sich was wie ergab, warum wer was dachte und warum wer so handelte, wie er eben handelte. Und doch – und das ist das Fantastische an diesem Roman – ersteht aus dieser Erzählweise ein faszinierendes Geschichtsknäuel voller Symbolik, das den Leser fesselt und mit der Hoffnung an sich bindet, es entwirren zu können.

    Jedoch eine Warnung: Es gelingt ihm nicht. Die Lektüre von Sympathie erweist sich als reine Sisyphusarbeit und spiegelt die Beziehung zwischen Alice und Mizuko auf gekonnte Weise wider: Je mehr man als Leser versucht, dieses Buch zu durchdringen, desto mehr entzieht sich die Geschichte einem, auf jeden Schritt vor folgen zwei Schritte zurück. Das ist anstrengend, das ist frustrierend, das ist aber auch ein gekonntes Spiel mit dem Leser, das die Autorin zumindest bei mir eindeutig gewonnen hat. Sympathie ist kein Buch, das man – anders als in der dargestellten virtuellen Welt so beliebt – mit „gefällt mir“, „gefällt mir nicht“ bewerten kann, sondern ein Buch das fordert, das einen ratlos zurücklässt und einem doch während der ganzen Lektüre gebannt an der Stange hält. Es ist auf verdrehte Weise wohl eines meiner Jahreshighlights 2017 und auch wenn ich nicht sagen kann, was einem das Lesen dieses Buches „bringt“, empfehle ich es doch aufgrund seiner Andersartigkeit und Sperrigkeit ausdrücklich allen weiter, die ein Faible für spezielle Literatur haben! Dafür 5 Sterne und in Anlehnung an Facebook: Daumen hoch!

    Nach wie vor bin ich mir unsicher, ob ich Mizuko manipulierte oder sie mich, es vielleicht bis heute noch tut. (S. 443)

    Kommentare: 4
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    J
    jamal_tuschickvor einem Jahr
    Superpartner_in

    „Man kommt in seiner Familie an ... und im Raum findet schon seit vielen Generationen vor der eigenen Ankunft ein Gespräch statt.”
    Die bewusstseinserweiternde Feststellung ragt aus einer Abbildungswüste aller möglichen Zeitgenossenschaften. Die Zugangs- und Pulswörter inszenieren sich als Textmarken. Sie erinnern den Leser an seine unvollendete Twitter- und Facebook-Existenz - eine Brache. Unter dem Emoticonmond gewinnen Wörter ihre Zeichenhaftigkeit zurück. Hieroglyphe, Design und Signal überlagern den wieder unbegriffenen Schub eines autonomen Fortschritts, gegen den man als Verweigerer suizidal Stellung beziehen müsste wie gegen ein Terrorregime.
    Inzwischen gibt es hundert mit Facebook verknüpfter Romane, denen die Verknüpfung nichts genutzt hat. Nun also the first Instagram novel, so Josephine Livingstone in New Republic. Die Journalistin vermutet eine neue irdische Weltraumgrenze, die junge Pioniere der Gegenwart mit Informationen aus der Zukunft vermessen. Man hält die Frontiers für Natives, obwohl Autochthone oft Slumbewohner sind.
    Sudjics erster Roman beginnt mit einem Ausschluss, den jeder kennt. Man blockiert vorsätzliche und andere Verkenner der eigenen Vorzüge, Leute, die einem zwanghaft blöd kommen, Parias, die sich in der Gesellschaftsetage geirrt haben und das nicht merken, Jäger, die Fotos von ihren Strecken publizieren, langweilig gewordene Telefonsexpartner_innen und aufgegebene Geliebte. Die Vorstellung eines Schlosses liegt doppelt nah. Das universelle Zugangsverweigerungssymbol ist ein Schloss. Erzählerin Alice Hare, 23, ein Produkt zersetzter Familienverhältnisse, britisch, graduiert, verstrolcht und abergläubisch auf die aktuelle Art, erlebt die Zugangsverweigerung als Liebesentzug. Allerdings kollidieren konventionelle Annäherungswünsche in ihrem Fall mit dem Begehren der Stalkerin, die das Objekt ihres Begehrens, eine japanische Schriftstellerin, lange wie eine Nackte auf der Datenautobahn verfolgen konnte. Mizuko Himura unterrichtet literarisches Schreiben an der Columbia University. Sie dramatisiert Leute mit einem Japanhau, ihre Beine sind so glatt, als hätten sie nie eine Rasur nötig gehabt. Alice versenkt sich in Mizuko, sie fasst die Geliebte auf wie ein Studium. Sudjics Schilderungen einer ungesunden Leidenschaft ergänzen ältere Bekenntnisse. Die Japanerin als geisterhafte Erscheinung mit bondagekompatiblem Fetischcharakter erhält ein Genre. Alice kongt neben Mizuko, sie ist außerdem gut zu Fuß und hart im Nehmen. In New York wohnt sie bei Oma Silvia. Oma kippt allmählich aus den Latschen, Alice versucht ihr mit Einläufen Erleichterung zu verschaffen. Auf ihren Expeditionen entdeckt sie das angeblich älteste Lebewesen der Stadt. Der Tulpenbaum soll schon seinen Platz auf der Welt eingenommen haben, als sich New York in der niederländischen Siedlung New Amsterdam erst ankündigte.
    Der Klappentext verlötet „Identität und Liebe im digitalen Zeitalter” mit Supersymmetrie, einem Wissenschaftsbegriff, der den Romantitel ansteuert: „Jedes Partikel besitzt ein sympathisches Gegenpartikel, das es auf ewig anzieht.” Mizuko taugt leider nicht für die Rolle der Superpartnerin. Siehe Wikipedia: „ Die Supersymmetrie ist eine hypothetische Symmetrie der Teilchenphysik, die Teilchen mit ganzzahligem Spin und Teilchen mit halbzahligem Spin ineinander umwandelt. Dabei werden Teilchen, die sich unter einer Supersymmetrie-Transformation ineinander umwandeln, Superpartnerinnen genannt.”
    Alice reagiert auf die Reserve des Idols mit Realitätsverlust. Es gibt auch sonst keinen, der die Adoptierte in die große Gleichung eines gelingenden Lebens bringen könnte. Wie gesagt: „Man kommt in seiner Familie an ... und im Raum findet schon seit vielen Generationen vor der eigenen Ankunft ein Gespräch statt.” Für Alice Hare wie Hase gilt das nicht. Sie hat keine Leute, denen sie angehört nach den Regeln von Blut ist dicker als Wasser. Zum Ersatz baut sich Alice in ihren Rechner ein - der Computer als Hasenhöhle und künstliches Paradies aka Wunderland.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Als die 23-jährige Alice online auf die junge Schriftstellerin Mizuko stößt, fallen ihr in deren Lebenslauf merkwürdige Parallelen zu ihrem eigenen auf. Alice ist gebannt: Von ihrem Adoptivvater, einem Physiker, weiß sie, dass jedes Partikel ein »sympathisches« Gegenpartikel besitzt, das es auf ewig anzieht. Doch als sich Mizuko und Alice immer näherkommen, wird klar: Zwischen der Person, die wir sind, und der Person, die wir online zu sein vorgeben, tut sich oftmals eine gefährliche Kluft auf.

    Olivia Sudjic ist ein erstaunliches Debüt über zwei ambivalente Frauen und die Kräfte, die sie aufeinander ausüben, gelungen. Eine spannende und verästelte Geschichte, die in die Welt der Teilchenphysik eintaucht und sich mit der Vergangenheit Japans verwebt, um die Frage nach Identität und Liebe im digitalen Zeitalter zu beantworten.

    Ein großer Roman über zwei junge Frauen und den Drang, sich in einer anderen Person zu suchen – und zu verlieren. Bewerbt Euch bis zum 18.04.2017 um ein Verlosungsexemplar und startet mit uns in die Leserunde!


    Thaliomees avatar
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