Olivia Vieweg Antoinette kehrt zurück

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Inhaltsangabe zu „Antoinette kehrt zurück“ von Olivia Vieweg

Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat. Olivia Vieweg, die als eine der vielversprechendsten Comic-Künstlerinnen Deutschlands gilt, hat mit Antoinette kehrt zurück das Comic-Stipendium 2012 gewonnen, nun endlich erscheint ihre Geschichte auch in Buchform.

Extrem, durchdacht, gut gemacht. Eine Graphic Novel zum Thema "Mobbing", die nachwirkt!

— elane_eodain

Ein harter, trotzdem märchenhafter Mobbing-Western, der schockt und polarisiert, keineswegs jedoch kalt lässt. Hineinschauen lohnt sich!

— TochterAlice

Ein Graphic Novell das nachwirkt, das nachdenklich macht, das schockiert, das man nicht einfach so nach dem Lesen weglegt.

— Buchraettin

Ausdrucksvolle Zeichnungen und tolles Design begleiten eine "Strange-Mission-Story"! (◉_◉)

— SABO

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    Antoinette kehrt zurück

    Tsubame

    "Antoinette kehrt zurück" ist eine Graphic Novel über die Rache einer jungen Frau, die nach Jahren in ihre Heimat zurückkehrt, wo sie als Kind von ihren Mitschülern gemobbt wurde. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Geschichte überhaupt nicht gefallen hat, obwohl ich eigentlich ganz erwartungsvoll an die Lektüre heran gegangen bin und schon einige Graphic Novels gelesen habe. Ich finde das Medium faszinierend und bewundere Geschichten von Will Eisner, Guy Delisle, Flix, Joann Sfar und vielen anderen. Eine Geschichte zum Thema Kindheitstrauma, die mir total unter die Haut gegangen ist, war der Comic "Stiche" von David Small. Mangas haben mich nie wirklich fesseln können, weil mir der Zeichenstil einfach nicht gefällt, allerdings sind sie super zum Japanisch lernen. Was mir an der Geschichte "Antoinette kehrt zurück" z.B. nicht gefallen hat, sind die vielen Klischees, die bedient werden, wie von der Karriere Antoinettes in Los Angeles als erfolgreicher Creative Director in einer Agentur (warum nicht gleich als internationales Top Model?) mit einer super Beziehung zu einem super Typen ... Dann kehrt sie zurück in ihre Heimat, alle sind natürlich total nett zu ihr und haben alles verdrängt, was sie Antoinette angetan haben. Allmählich erfährt man als Leser, was damals passiert ist, obwohl ich die Sache mit dem Tunnel doch etwas verwirrend fand. Nun könnte man meinen, eine so erfolgreiche Frau wie Antoinette würde ihre ehemaligen Klassenkameraden zur Rede stellen, aber als inzwischen gereifter und souveräner Mensch der Heimat den Rücken kehren und froh sein, dass sie dieser Hölle entkommen ist. Pustekuchen! Sie besucht einen ihrerer ärgsten Feinde im Krankenhaus, der nach einem Motorradunfall vollkommen gelähmt ist, um ihm dort endgültig den Rest zu geben ... nichts da mit Mitgefühl oder so ... die Tränen, die sie vergießt, gelten hauptsächlich ihr selbst. Und was soll ich als Leserin nun aus dieser Graphic Novel mitnehmen? Auge um Auge, Zahn um Zahn? Da muss ich doch glatt an den Ausspruch eines Amerikaners denken, der nach einem Amoklauf an einer amerikanischen Schule meinte, hätten die Lehrerinnen und Lehrer Waffen gehabt, dann hätten sie zurück schießen können. Sorry, aber da fehlen mir wirklich die Worte ...

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    Floh

    23. July 2014 um 10:49
  • Leserunde zu "Antoinette kehrt zurück" von Olivia Vieweg

    Antoinette kehrt zurück

    doceten

    Erste Graphic Novel-Leserunde bei Lovelybooks Eine Buchmessen-Woche ist immer für Überraschungen gut und auch wir haben eine tolle Premiere für euch: die erste Leserunde zu einer Graphic Novel auf LovelyBooks.de! Gemeinsam mit dem neu gegründeten Verlag Egmont Graphic Novel möchten wir alle Freunde von liebevoll gezeichneten und anspruchsvollen Stories dazu einladen und vergeben unter allen Bewerbern 20 Leseexemplare von → "Antoinette kehrt zurück". Bewerbungsschluss ist der 19. März 2014. Besonders freue ich mich darüber, dass die Autorin und Zeichnerin → Olivia Vieweg die Leserunde begleiten und euch Fragen rund ums Comic-Zeichnen beantworten wird. Bis dahin riskiert doch mal einen Blick in ihren → Blog. Bitte bewerbt euch nur, wenn ihr zeitnah aktiv über das Buch diskutieren und anschließend eine Rezension dazu abgeben möchtet. Bunte Seiten, düsteres Thema: Eine Graphic Novel über Mobbing Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat…  Leseproben findet ihr auf den Seiten von → Egmont Graphic Novel. Olivia Vieweg, die als eine der vielversprechendsten Comic-Künstlerinnen Deutschlands gilt, hat mit Antoinette kehrt zurück das Comic-Stipendium 2012 gewonnen, nun endlich erscheint ihre Geschichte auch in Buchform.

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  • Antoinette kehrt zurück

    Antoinette kehrt zurück

    Haveny

    11. May 2014 um 00:19

    Inhalt: Antoinette wurde als Kind von ihren Mitschülern stark gemobbt. Aus diesem Grund verlässt sie ihre Heimatstadt und zieht nach Amerika. Dort beginnt beginnt sie ein völlig neues Leben und findet ihre große Liebe. Doch ihre Vergangenheit holt sie immer wieder ein und sie versteht, dass sie noch einmal zum Ort des Geschehens zurückkehren muss, um diese vollends hinter sich zu lassen. So macht sie sich auf die Reise nach Deutschland und trifft dort auf die Personen, die sie früher zum Opfer auserkoren haben ... Meinung: Diese Graphic Novel befasst sich ja mit einer sehr schweren und düstern Thematik. Denn es geht darin um das Thema Mobbing. Leider ist das ja ein allgegenwärtiges Thema und so greift die Autorin Olivia Vieweg dieses Thema gekonnt auf und errichtet darum eine errschreckende und zugleich fesselnde Geschichte. Man musste einfach wissen wie es weitergeht und was sich noch während Antoinettes Aufenthalt in Deutschland ereignen wird und somit flogen die Seiten nur so dahin. Sie thematisiert genauer, welche Gefühle die Opfer des Mobbings, in diesem Fall also ihre Protagonistin Antoinette, mit sich herumtragen müssen und wie schwer es für sie ist diese schrecklichen Erlebnisse hinter sich zu lassen.  Desweiteren wird aufgegriffen, dass die Täter, ihre damaligen Handlungen im Nachhinein darauf schieben, dass sie ja noch Kinder waren und doch eigentlich alles gar nicht so schlimm war. Die Protagonistin Antoinette hat mir wirklich sehr leid getan. Zugleich fand ich jedoch ihr Verhalten und ihren Geisteszustand etwas erschreckend, da ich nicht erwartet hatte, dass ihr das Mobbing so sehr zu Schaffen gemacht hat. Klar ist, dass solche Vorfälle ihre Spuren hinterlassen und nciht so leicht zu verarbeiten sind. Dass Antoinette jedoch so "durchgedreht" ist, hätte ich nicht erwartet, vor allem da sie ansonsten gar keinen so labilen Eindruck gemacht hat. Schrecklick, was das Mobbing aus einem Menschen machen kann und wie es ein Leben so leicht zerstören kann. Der skizzenhafte Zeichenstil von Olivia Vieweg hat mir wirklich gut gefallen. Auch, dass die Autorin die Zeichnungen nicht jmmer bis ins kleinste Detail ausfeilte, sonderns sie eher "grob" wirken ließ, machte auf mich einen guten Eindruck. Die Autorin setzt bestimmte einzelne Panels auch dadurch gut in Szene, dass sie den restlichen Hintergrund darum schwarz macht. Sie konnte mich mit ihren Zeichnungen also wirklich begeistern, die auch sehr gut zu dem Inhalt passten. Vor allem die Mimik ist der Autorin wirklich sehr gelungen. Sie wirkte unglaublich ausdrucksstark und aussagekräftig und brachte die Gefühle der Charaktere und vor allem die Gefühle Antoinettes noch besser zur Geltung. Mein Fazit: Ich würde diese Graphic Novel wirklich weiterempfehlen, da sie diese düstere Thematik gut in den Zeichnungen umgesetzt hat, mich fesseln konnte und desweiteren den Leser einfach in seinen Bann gezogen hat. Deshalb auch 5 Sterne von mir. Die Autorin konnte mich mit diesem Werk also wirklich überzeugen und ich würde sicher auch noch eine weitere Graphic Novel von ihr in die Hand nehmen.

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  • Leichte Erzählung mit schwerem Inhalt.

    Antoinette kehrt zurück

    erdbeerliebe.

    01. May 2014 um 18:29

    Antoinette lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma. Ab und zu kann sie es nicht lassen mit ihrer Webcam ihre Heimat, ein kleines Dorf in Deutschland zu beobachten - obwohl sie sich geschworen hat, dort nie wieder hinzukehren! Irgendwann wird sie sich ihrer ambivalenten Gefühle klar und entscheidet sich doch dazu, Deutschland einen Besuch abzustatten - und nun noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie vor vielen Jahren aus ihrer Heimat vertrieben hat ... Olivia Vieweg gewann mit diesem Graphic Novel den vom Egmont Verlag  ausgeschriebenen Wettbewerb zum Thema “Heimat 2.0“. Die Autorin und Zeichnerin hat bereits die Comics "Huck Fin" und "Endzeit" herausgebracht. Mit "Antoinette kehrt zurück" behandelt sie das sensible Thema des Mobbings. In Rückblenden erfährt die Protagonistin immer wieder den grausamen Alltag, in dem sie von ihren Schulkameraden gemobbt wurde da ihre Mutter psychisch krank war. Damit sie dennoch zu den anderen dazugehören durfte, wurde ihr ein grausames Ritual abverlangt. Der Bleistiftzeichenstil des Comics ist einfach, aber sehr ausdrucksstark. Ihre Figuren erinnern leicht an Mangas und ihre Landschaften sind  detailfreudig und sehr stimmungsvoll, da die Bilder stets in warmen Orange-Tönen gehalten wurden. Der Graphic Novel liest sich leider sehr schnell weg und ist nicht sehr lang - so wunderbar es zu lesen & anzuschauen ist, so schnell ist es leider auch wieder weggelegt. Dennoch eine empfehlenswerte Lektüre die Neugierig macht auf Viewegs andere Veröffentlichungen.

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  • Erschütternd!

    Antoinette kehrt zurück

    saku

    30. April 2014 um 14:37

    Antoinette hatte eine schlimme Kindheit: Ihre Mutter war geistig krank, sie war eine ausgezeichnete Schülerin und aus beiden Gründen wurde sie gemobbt. Deswegen ist sie in die USA ausgewandert, wo sie ein sehr schönes Leben führt: Sie hat eine sehr gute Arbeit und einen sehr schönen bekannten liebenden Mann. Und trotzdem kann sie mit der Vergangenheit nicht abrechnen und muss zurück nach Deutschland. Was für eine erschütternde Geschichte! Sie wird sehr schnell gelesen, aber hinterlässt einen langwirkenden Eindruck. Es ist schwierig, nicht zu viel zu erzählen, weil die Geschichte relativ kurz ist. Ich sage nur, dass Antoinette eine sehr unsympathische verstörte Person ist; aber dadurch ist sie sehr interessant. Die Zeichnungen sind sehr gelungen, in diesem braunen erdigen schmutzigen Ton, so wie die Erde, in der Antoinette sich so gern rollt. Es gibt den Eindruck, dass Antoinette ein Tier ist, das sich verteidigt und seine Wunden leckt. Es ist eine sehr ernste, erschütternde Geschichte, über die man lange noch denken muss, nachdem man das Buch zugemacht hat.

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  • *+* Tickende Zeitbombe *+*

    Antoinette kehrt zurück

    Irve

    28. April 2014 um 09:13

    * Tickende Zeitbombe * Über das Buch: ­Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat … Olivia Vieweg, die als eine der vielversprechendsten Comic-Künstlerinnen Deutschlands gilt, hat mit Antoinette kehrt zurück das Comic-Stipendium 2012 gewonnen, nun endlich erscheint ihre Geschichte auch in Buchform. (Quelle: Egmont ) . Das Cover: Man sieht Antoinettes Kopf und ihre Schultern. Vor ihr blüht Klatschmohn, hinter ihr sieht man eine Stadt. Sie ist allerdings eher nur angedeutet und man sieht diese Stadt auch durch den Kopf der Frau hindurch. Diese Überlagerung zeigt, dass Antoinette diesen Ort offenbar nicht aus dem Kopf bekommt. Betrachtet man ihren Gesichtsausdruck, bekommt man das Gefühl, dass die Frau keine guten Erinnerungen an diese Stadt hat. . Meine Meinung: Die Lektüre von „Antoinette kehrt zurück“ war meine Graphic Novel-Premiere. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was auf mich zukommen könnte. Voller Neugier öffnete ich das Buch….und schloss es erst wieder, als ich an der letzten Seite angekommen war. . . . . Ich war fasziniert von der grafischen Leistung in diesem Buch. Mit wenigen Strichen und Akzenten erzählte die Autorin ganz Passagen an Handlung. Antoinette erinnert sich an die Demütigungen ihrer Jugend. Ich fand es unglaublich, wie gut es der Autorin rein durch ihre zeichnerische Umsetzung gelungen ist, diese Zeitsprünge so klar herauszustellen, dass ich jederzeit im Bilde war, wann und wo sich die junge Frau gerade befand. Während des Schauens und des Lesens stellte ich jedoch sehr schnell fest, dass ich mit Antoinette nicht identifizieren konnte und nicht nur das. Schon fast von Anfang an war mir dieser Charakter unsympathisch. . Ich möchte nicht erklären warum, denn sonst nehme ich zu viel von der Geschichte vorweg. Vielleicht könnte ich es damit zusammenfassen, dass ich nicht gut damit klarkomme, wenn die Schuld komplett auf andere abgewälzt wird. Auch, Antoinettes Handlungsweise auf eine mögliche Krankheit abzuschieben, finde ich nicht ausreichend. . Antoninettes Jugend war alles andere als „Das Gelbe vom Ei“. Der Ausgangspunkt der Erzählung ist jedoch viel später. Aus dem Mädchen ist eine sehr erfolgreiche Frau geworden, sie ist glücklich verheiratet und erwartet ein Baby. Es könnte besser nicht sein…jedoch nagen noch die erduldeten Demütigungen an ihr und um sie aus ihrem Kopf zu bekommen, schießt Antoinette sehr über das Ziel hinaus. . Um ehrlich zu sein: Ich war entsetzt. Wenn ich mir vorstelle, dass Jugendliche die Handlungsweise der Frau in dieser Form aufnehmen, ohne jedwede Korrektur oder Erklärung zu erhalten, habe ich große Bedenken. Diesbezüglich gehen die Meinungen sicher auseinander, aber in einem Alter, in dem beispielsweise auf Eltern oft nicht gehört wird, haben für mich die genutzten Medien eine Art Vorbild-Charakter. . Natürlich darf man wütend sein und anderen die Pest an den Hals wünschen….jedoch sollte es beim Wunsch bleiben. . . . Der Plot des Buches trifft meinen Geschmack leider nicht, aber diese Graphic Novel hat mir einige Gedankenimpulse zum Thema Mobbing und Selbstjustiz gegeben. . Völlig überzeugt und begeistert hat mich die grafische Leistung, dieses „Auf den Punkt bringen“, einfach toll! . Mein Fazit: Wer nicht so „moralapostelig“ ist wie ich und Graphic Novels mag, dem wird dieses Buch sicher besser gefallen als mir. Ich vergebe 3 von 5 Sternen. . Infos zum Buch: „Antoinette kehrt zurück“ von Olivia Vieweg ist im März 2014 unter der ISBN-Nr ­ 978-3-7704-5500-3 bei Egmont EHAPA erschienen. Es umfasst 96 Seiten.

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  • Rache ist gut?

    Antoinette kehrt zurück

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. April 2014 um 13:31

    "Antoinette kehrt zurück" von Olivia Vieweg ist mein Graphic Novel Lesedebüt. Die Protagonistin Antoinette lebt beruflich erfolgreich und glücklich verheiratet in den USA. Doch es zieht sie in die Heimat zurück, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie ist psychisch labil und möchte mit den Geschehnissen im Heimatdorf abschließen. Also reist sie nach Deutschland und trifft ihre ehemaligen Schulkameraden wieder. Mehr möchte ich nicht verraten, sonst ist die ganze Story sofort erzählt. Pluspunkte: tolle Zeichnungen, sehr eindringlich und atmosphärisch, am Ende des Buches eine kleine informative Entstehungsgechichte Minuspunkt: die Story, mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Vielleicht muss man dieses Buch nicht ernst lesen, sondern als moderne Wildwestgeschichte lesen.

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  • Antoinette

    Antoinette kehrt zurück

    Birgit-B

    19. April 2014 um 16:45

    „Antoinette kehr zurück“  ist eine Graphic Novel, die das Thema Mobbing in den Mittelpunkt stellt. Auf ca. 80 illustrieren Seiten lernen wir eine junge Frau kennen, die von ihrer Vergangenheit verfolgt wird.  Sie lebt mit ihrem Traummann in L.A., ist erfolgreich, doch fliegen ihre Gedanken immer wieder zurück in ihre Kindheit, in der sie ausgegrenzt und schikaniert wurde. Um den Gespenstern ein Ende zu bereiten, beschließt sie, ein allerletztes Mal in ihre Heimat zurückzukehren.   In seiner wunderbaren und stimmigen Gestaltung ähnelt das Werk fast mehr einem Film als einem Buch. Die unzähligen Bilder der Autorin Olivia Vieweg sind so gekonnt, stimmungsvoll und ansprechend, dass man gar nicht anders kann als sofort der Geschichte zu verfallen. Diese schreitet sehr rasch voran und ist so spannend, dass man sich zurückhalten muss, wenn man nicht alles in einem Rutsch durchlesen (sondern einzelne Abschnitte in sich aufsaugen) möchte. Ebenso wie die Bilder an sich, fand ich die Geschichte generell und auch ihren Aufbau und die stilistischen Mittel gut gelungen. Von einer Sekunde auf die nächste wird von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt. Der Leser kann mühelos folgen und fühlt mir der Protagonistin mit.   Das Einzige was ich am Werk auszusetzen habe ist die Länge. Ich fand es schade, dass die Geschichte so schnell von einem Geschehen ins nächste sprang und sehr rasch zu Ende ging.  Meiner Meinung nach könnte man die Thematik und die Geschichte noch besser erfassen und noch mehr mitfühlen, wenn das Buch ausführlicher und „dicker“ wäre. Alles in allem finde ich aber, dass es sich hierbei  um ein kleines Kunstwerk handelt, dass ich allen Interessierten gerne weiterempfehle. Für Lesefaule ist „Antoinette kehrt zurück“ durch die vielfältige Gestaltung und den spärlich verwendeten Text ein Geheimtipp!

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  • Tiefgründiger Graphic Novel

    Antoinette kehrt zurück

    hannah-bookmark

    19. April 2014 um 01:29

    Antoinette kehrt zurück war für mich erst mein zweiter Graphic Novel und ich muss sagen, mir gefällt die Art des Buches sehr gut! Bei diesem im Speziellen mag ich diesen eher groben Zeichenstil und die kurzen prägnanten Bildabschnitte, die an eine Art Storyboard erinnern. Das Cover ist wunderschön gestaltet, vermittelt jedoch auf den ersten Blick einen fast heiteren Eindruck. Dieser Graphic Novel ist jedoch an keiner Stelle lustig, sondern eine sehr ernste, eher düstere Geschichte. Man muss bei der Story viel zwischen den Zeilen lesen, da vieles nicht direkt gesagt wird und auch die Bilder manchmal erst auf den zweiten Blick deutlich werden.  Das gewählte Thema der Geschichte, Mobbing, wird auf den abstrakten Bildern gut dargestellt und gerade die Verbildlichung der Gefühle von Antoinette gelingt der Autorin mit symbolischen Bildern besonders gut. Man kann gut nachvollziehen, wie schrecklich ihre Kindheit für sie gewesen sein muss und leidet mit Antoinette, als sie auf ihre unliebsamen alten Bekannten stößt, die alle so tun als sei nie etwas passiert. Was ebenfalls positiv auffällt sind die eingestreuten Blicke in die Vergangenheit, die sich immer wieder in der Geschichte finden und wie wirkliche Flashbacks in die reale jetzige Handlung eingebunden sind. Auch helfen sie dem Leser die aktuelle Handlung besser zu verstehen und lassen Schlüsse über Antoinettes Handlungsmotivation zu. Antoinette war für mich eine Hauptfigur, zu der ich persönlich nicht wirklich einen Zugang finden konnte. Jedoch lässt einen das (doch recht überraschende) Ende Schlüsse auf die Gründe für ihre Andersartigkeit und ihr seltsames Verhalten ziehen.  Antoinette kehrt zurück ist ein sehr schöner und vor allem sehr ernster Graphic Novel, der auf den zweiten Blick und bei etwas längerem Nachdenken sogar noch tiefgründiger ist, als es zunächst den Anschein hat. Das einzige Manko wäre meiner Meinung nach die teilweise doch nicht ganz leicht verständliche Symbolik, die die Autorin verwendet. Wer gewillt ist auch einmal etwas länger über einem Bild zu verweilen und einen Augenblick über dessen tieferen Inhalt nachzudenken, dem möchte ich diesen Graphic Novel auf jeden Fall ans Herz legen. Wer allerdings auf der Suche nach lustiger oder seichter Lektüre ist, sollte wohl eher zu einem anderen Buch greifen.

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  • Rezension zu "Antoinette kehrt zurück" von Olivia Vieweg

    Antoinette kehrt zurück

    elane_eodain

    17. April 2014 um 18:38

    INHALT: Antoinette lebt ein tolles Leben in L. A., sie ist erfolgreich und gut bezahlt im Job, hat einen berühmten Freund und könnte zufrieden sein. Wäre da nicht ihr ehemaliges Heimatdorf in Deutschland, das sie verleugnet und dennoch täglich per Webcam beobachtet. Ihre Erinnerungen sind ihr ein Graus, doch nach einer entsetzlichen Entdeckung beschließt sie, noch einmal dorthin zurückzukehren … (Ausschnitt aus „Antoinette kehrt zurück“ von Olivia Vieweg) GEDANKEN: Ich lese wenig Graphic Novels, aber hin und wieder reizt mich die künstlerische Verbindung zwischen Geschichte und Bildern dann doch, so dass ich bei der Premierenleserunde auf lovelybooks zu „Antoinette kehrt zurück“ gerne dabei sein wollte. Die mir nicht ganz unbekannte Künstlerin Olivia Vieweg hat mit diesem Werk das Comic-Stipendium 2012 gewonnen und so ging ich mit hohen Erwartungen heran. Erster Eindruck – schon das Cover besticht durch seiner Eindringlichkeit und Interpretationsmöglichkeiten. Das Mädchen mit aufgerissenen, schreckhaft weißen Augen. Das Dorf im Hintergrund, aber auch mitten in Antoinettes Kopf. Rote Mohnblumen, Symbol für Fruchtbarkeit, aber auch für Tod, Versuchung, Selbstverlorenheit und Leid, in der Traumdeutung für das Vergessen der Seele. Es ängstigt und macht neugierig zugleich. Beim Lesen und Ansehen fällt rasch das Farbkonzept auf. Braun-, Gelb-, Ockertöne beherrschen die Bilder. Das wirkt bedrückend, schmutzig, giftig, und schnell driftet die Geschichte genau dahin ab. So erfolgreich und gut ihr Leben jetzt auch sein mag, Antoinette hat in der Vergangenheit Dinge erlebt, die ihre Seele nicht los lassen, die in ihr brodeln, sie schon lange vergiften. Mobbing – immer wieder erinnert sich Antoinette an vergangene Tage in ihrem Heimatdorf, in denen sie dem Mobbingterror ihre Klassenkameraden ausgeliefert war. Diese Erfahrungen sind ihr ständiger Begleiter und man muss nicht selbst Zielscheibe solcher Attacken gewesen sein, um ihre Seelennot nachvollziehen zu können. Die Darstellungen der früheren Szenen sind gut gelungen, durch einen braunen Hintergrund wirken sie ein wenig wie Sepia-Photographien. (Ausschnitt aus „Antoinette kehrt zurück“ von Olivia Vieweg) Stellt sich Antoinette ihrer Vergangenheit? Kann man mit so etwas abschließen? Wie sehen die Täter ihr Verhalten von damals? Und wie geht Antoinette mit der Begegnung um? Fragen, die man sich als Leser stellt und auf die man auch eine Antwort bekommt, wenn auch eine extreme und nicht ganz eindeutige … Mir gefällt die Klarheit und Schlichtheit der Bilder, die Szenen gut darstellen und gleichzeitig Raum für Interpretationen und „Weiterdenken“ in sich tragen. An der einen oder anderen Stelle wären trennschärfere Charaktergesichter für den Leser hilfreich, aber im Allgemeinen kann man gut folgen. An manchen Stellen hätte ich mir auch mehr Ausführlichkeit gewünscht, aber das fällt dem Format und der Seitenbegrenzung zum Opfer und ist im Endeffekt für die Geschichte auch nicht wirklich notwendig. Denn Olivia Vieweg gelingt es, auf ansprechende und interessante Art und Weise ein gewichtiges Tabuthema in den Mittelpunkt ihrer Geschichte zu stellen und erzählt einen extremen Verlauf, der vielleicht zunächst nicht realistisch anmutet, der die seelischen Qualen und dessen mögliche Folgen aber gut herausstellt. Dabei ist gar nicht eindeutig, ob nun tatsächlich das erfahrene Mobbing alleiniger Auslöser ist, oder ob Antoinette vielleicht schon psychisch krank war und es deshalb zum Mobbing kam oder erst durch Mobbing krank wurde – was ist Ursache, was Auswirkung, und kann man das voneinander trennen? Antoinette ist und bleibt nicht Sympathieträgerin ihrer Geschichte, man kommt ihr nicht nahe genug und es wird wohl niemanden geben, der ihr Handeln gut findet und rechtfertigt. Und dennoch kann man ein beängstigendes Verständnis für sie aufbringen und bleibt am Ende irgendwie sprachlos-bedrückt zurück. Das animiert Antoinettes Geschichte gleich noch einmal von vorne zu lesen, die Bilder noch einmal genauer zu betrachten, Zusammenhänge neu zu entdecken. Und vielleicht hilft es auch dabei, Mobbing frühzeitig als solches zu erkennen, nicht als bedeutungsloses Geplänkel abzutun und rechtzeitig einzugreifen statt mitzumachen oder zu ignorieren, um solche Qualen und Folgen zu verhindern. Erwähnenswert finde ich zum Schluss noch den Anhang auf den letzten Seiten, in dem Olivia Vieweg ein wenig Einblick in ihre Arbeit gibt, Skizzen, sowie ein Interview. Das bereichert die Geschichte noch einmal sehr. FAZIT: Eine extreme Graphic Novel, die mir gefällt. Kurze Unterhaltung, die lange nachwirken kann!

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  • Das Thema Mobbing treffend und in ausdrucksstarken Zeichnungen umgesetzt

    Antoinette kehrt zurück

    feinekleine

    17. April 2014 um 18:31

    Inhalt Antoinette hat geschworen, niemals nach Deutschland zurückzukehren. Sie lebt in Los Angeles und arbeitet als Creative Director in einer Werbefirma, beobachtet aber täglich durch ihre Webcam ihr Heimatdorf. Doch sie muss zurückkommen und sich ihrer Vergangenheit stellen, sie muss noch einmal das Mobbing durchleben, dass sie aus ihrer Heimat vertrieben hat ... Meine Meinung "Antoinette kehrt zurück" erzählt die Geschichte von Antoinette, die Jahre nachdem sie gemobbt wurde in ihrer Schulzeit, wieder zurück in das Dorf kehrt, in das sie eigentlich niemals zurückwollte. Die Graphic Novel beschäftigt sich mit der Auseinandersetzung von Antoinettes altem Ego, ihren alten Schulkameraden die sie als Kind drangsaliert haben und der Frage wie viel in Betroffenen wirklich zerbricht und ob sie sich je vom Vergangenen lösen können. Da ich selbst einiges an Erfahrung mit Mobbing habe aus meiner eigenen Schulzeit, war ich sehr an dieser Graphic Novel interessiert. Und ich musste feststellen, dass ich doch sehr viele Parallelen zu Antoinette aufweise. Ich habe auch Kommunikationsdesign studiert und auch ich könnte eigentlich heute sagen, dass es mich nicht mehr interessiert, was damals passiert ist und dass ich nun ja "besser dran bin" als die anderen von früher. Und genau das ist für mich in der Graphic Novel das Hauptthema. Dass es eben nicht so ist für viele Menschen. Noch Jahre, teils Jahrzehnte oder gar ein Leben lang, haben Betroffene aus dieser Zeit Komplexe mitgenommen, die nur schwer wieder abzulegen sind. Daher finde ich das Thema sehr treffend gewählt, die erfolgreiche Antoinette die nun ihrem kleinen Dorf den Rücken gekehrt hat und in Hollywood erfolgreich ist, kehrt zurück und stellt sich ihrer Vergangenheit. Auf was für eine Art und Weise sie das macht, werde ich nicht verraten, da müsst ihr schon selbst lesen. Ich sage nur soviel: Auch wenn ich garantiert so nicht handeln würde, ist das Ende für eine starke Persönlichkeit wie Antoinette wirklich zugleich schockierend, aber auch treffend. Die dargestellten Mobbingszenen und generell die ganze Graphic Novel, ist wirklich sehr ausdrucksstark gezeichnet, was mir sehr gefallen hat. Antoinette muss man vielleicht nicht unbedingt mögen, aber ich persönlich konnte mich in ihre Gefühlslage die meiste Zeit gut hineinversetzen, aber dazu gehören vielleicht auch die entsprechenden Erfahrungen. Generell wurden einige Stereotypen des Mobbing dargestellt, was ich aber nicht negativ meine. Denn solche Dinge sind wohl einfach typisch für Mobbing, vom Anführer der alle anstachelt bis hin zum Freund, der sich aus Angst selbst ins Visier zu geraten abwendet. Mein einziger Kritikpunkt wäre letzten Endes, dass ich gerne etwas von der Mutter gesehen hätte, die ein Hauptgrund für Antoinettes Mobbing war. Ich denke für Leute die keine Erfahrung mit Mobbing haben, wäre so ein Einblick in Antoinettes Leben mit ihrer Mutter noch wichtig gewesen, um zu verstehen, dass Antoinette nicht nur in der Schule Probleme hatte, sondern auch von zu Hause aus keine Unterstützung erfuhr. Denn das denke ich ist hauptsächlich der Grund warum Antoinette macht, was sie eben macht. Der Rückhalt den ich in meiner Zeit von meiner Familie aus hatte, fehlte ihr. Fazit "Antoinette kehrt zurück" ist ein gutes Beispiel dafür, was Mobbing aus Menschen machen kann und wie schwer es fallen kann darüber hinweg zu kommen, selbst Jahre nach dieser Zeit. Mobbing ist sehr charakterprägend und das stellt "Antoinette kehrt zurück" überspitzt, aber treffend dar. Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, sie waren simpel, aber ausdrucksstark und auch die Coloration war in meinen Augen immer passend gewählt. Ein kleiner Kritikpunkt ist die Abwesenheit der Mutter, da hätte ich gerne mehr Einblicke gehabt um das Bild stärker zu prägen, was es heißt in solche einer Situation gar keinen Rückhalt zu haben. 4 von 5 Sternen

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  • Interessant, aber nicht ganz ausgereift

    Antoinette kehrt zurück

    Koriko

    17. April 2014 um 07:00

    Story: Die junge Antoinette ist gutaussehend, erfolgreich und mit einem bekannten Schauspieler liiert. Ihr Leben in Kalifornien könnte perfekt sein, wäre da nicht ein Trauma aus ihrer Vergangenheit, das sie noch immer bis in ihre Träume verfolgt und das sie noch nicht verarbeitet hat: während ihrer Schulzeit wurde sie massiv gemobbt und gedemütigt. Um endlich mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, kehrt sie einmal mehr in ihre deutsche Heimatstadt zurück, und trifft dort schon am ersten Tag auf eine ihrer ehemaligen Peinigerinnen … Eigene Meinung: Die junge Künstlerin Olivia Vieweg startete vor etlichen Jahren im Mangabereich, und veröffentlichte, u.a. beim Schwarzen Turm Verlag, einige Kurzgeschichten und Kurzmangas. Unterdessen zeichnet sie für verschiedene Verlage Graphic Novels und arbeitet als Kinderbuchillustratorin. Mit der Idee zu „Antoinette kehrt zurück“ gewann sie schließlich 2012 das von Ehapa ausgeschriebene Comic-Stipendium zum Thema „Heimat 2.0“, kurz nachdem sie bei Suhrkamp den Vertrag zu „Huck Finn: Nach Mark Twain. Graphic Novel“ unterschrieben hat. „Antoinette kehrt zurück“ ist wesentlich düsterer und verstörender als ihre bisherigen Werke. Die Geschichte nimmt bereits nach wenigen Seiten eine sehr bedrückende Stimmung an, spätestens bei den ersten Rückblenden, in denen gezeigt wird, was die Hauptfigur des Comics alles erleiden musste, weiß man, dass Olivia Vieweg keine lockerleichte Geschichte zum Besten gibt. Stattdessen wird gezeigt, was mit jemandem passiert, der kontinuierlich gemobbt wird und welche Ausmaße Mobbing annehmen kann. Wer jetzt mit einer Vergangenheitsbewältigung rechnet, wird durchaus enttäuscht. Ab der Hälfte des Buches schwenkt die Geschichte plötzlich in eine andere Richtung, aus dem damaligen Opfer wird ein Täter, der vielmehr auf Rache aus ist. Dass dieser Weg nicht der richtige ist und auch nicht dazu beiträgt mit der Vergangenheit abzuschließen, dürfte jedem klar sein. Obwohl die gewählte Richtung der Handlung nicht uninteressant ist, wirkt diese Wendung irgendwie seltsam aufgesetzt und fehl am Platz. Es fehlen Hinweise darauf, die diesen plötzlichen Umschwung nachvollziehbar machen. Die Charaktere sind durchaus realistisch und in sich logisch. Lediglich Antoinette ist nur schwer nachvollziehbar. Hat man zu beginn noch Mitleid, so wird im Laufe der Geschichte klar, dass sie sich für einen Weg entschieden hat, der eher für mehr Leid sorgt, als für weniger. Da sie zudem auch psychisch labil ist, fällt es mit jeder Seite schwerer sich mit ihr zu identifizieren. Dadurch nimmt man eher eine Rolle des Beobachters ein, anstatt sich wirklich in die Graphic Novel vertiefen zu können. Zeichnerisch bietet Olivia Vieweg gewöhnungsbedürftige, aber durchaus lohnende Kost. Ihr Stil ist wunderbar geeignet für Kinderbuchillustrationen, umso interessanter ist es, ihre Zeichnungen mit einer derart düsteren Geschichte zu sehen. Dennoch ist Olivia Vieweg der Sprung gelungen – sowohl die heiteren und leichteren Passagen, als auch die düsteren Teile werden überzeugend in Szene gesetzt. Dass sie dabei auf dunkle Farbtöne verzichtet, und stattdessen einen sepiafarbenen Touch gewählt hat, wirkt nie störend, sondern passt gut zur Geschichte. Dennoch bringt der fast skizzenhafte, flüchtige Stil einige Schwächen mit sich – die Charaktere sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Gerade bei einem Wechsel bei Figuren, die sowohl als Kind, als auch als Erwachsener vorkommen, fällt eine Unterscheidung schwer. So hatte ich erhebliche Probleme den eigentlichen Anführer der Mobbingaktionen als Jungen zu identifizieren, da nahezu alle Charaktere gleich aussahen und es keinerlei geschlechtsspezifische Unterscheidungen gibt. Dadurch entging mir beim ersten Lesen die eigentliche Pointe, so dass ich „Antoinette kehrt zurück“ anfangs nicht verstanden habe. Fazit: „Antoinette kehrt zurück“ ist ein interessantes Werk, das mit einer ungewöhnlichen, aber nicht ganz ausgereiften Story daherkommt. Der Graphic Novel hätte eine höhere Seitenzahl gut getan, um einige Aspekte zu vertiefen und die Charaktere nachvollziehbar zu machen. Stilistisch ist das Werk noch nicht ganz ausgereift – zu gleichförmig sind die Figuren, zu schwierig ist es manchmal sie zu unterscheiden. Dennoch legt Olivia Vieweg eine schöne Graphic Novel vor, die sich einem ernsten und schwierigen Thema widmet, und dieses auch in Teilen überzeugend darstellt.

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  • Verstörend und interessant, jedoch fehlt mir etwas!

    Antoinette kehrt zurück

    Baneful

    11. April 2014 um 14:44

    Das Inhaltliche:  Es geht um die junge Frau Antoinette, die in den USA wohnt und in einer erfolgreichen Werbeargentur arbeitet. Sie ist mit einem Hollywood-Schauspieler liiert und zu Hause ist sie eine lokale Berühmtheit. Doch das war nicht immer so, denn Antoinette wurde auf sehr fiese Art und Weise von ihren Schulkameraden gemobbt. Trotz ihres neuen und besseren Lebens, kann sie mit ihrer Vergangenheit nicht abschließen. Sie beobachtet über eine Webcam aus, ihr altes Heimatdorf. Eines Tages sieht sie ein nacktes, verstörtes Mädchen vorbeihuschen. Das Mädchen sieht Antoinette erschrend ähnlich und Antoinette weiß, sie muss ein letztes Mal zurück. Nur so kann sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen und sich der Zukunft zuwenden. Meine Meinung: Da ich schon einige Graphic Novels gelesen habe, hatte ich keine Schwierigkeiten mit der Erzählmethodik. Ganz im Gegenteil! Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin das Problem mit den Rückblenden gelöst hat. Rückblenden können den Leser sehr verwirren, wenn man nicht weiß, was denn nun "jetzt" passiert und was einst passiert ist. Olivia Vieweg macht das so, dass neben dem Jetzt-Bild ein Damals-Bild steht und das Letzterer ist in einer dunkleren Schattierung zu sehen. Außerdem sind da immer noch die erklärenden Gedanken von Antoinette, sodass der Leser nie verwirrt ist. Mobbing ist eine ernste Angelegenheit. Ich selbst wurde nie gemobbt und ich habe auch nie mitbekommen, dass jemand so krass gemobbt wurde. Gezänkel gibt es in jeder Klasse und auf jeder Schule gibt einen, der aus dem Raster fällt und den andere als merkwürdig deklarieren. Ja, auch auf der Uni und der Arbeit gibt es diese Leute, mit denen der Großteil aus irgendeinem Grund nicht klarkommen kann oder möchte. Antoinette wird gemobbt, da sie zu dick ist, ihre Mutter hat eine psychische Störung, sie kommt aus einer armen Familie und sie ist klug ohne zu lernen. Leider sind das ziemlich klischeehafte Gründe (wage ich jetzt einfach zu behaupten, denn ich habe mehrere Bücher gelesen, in denen es um Mobbing geht). Das bedeutet nicht, dass diese Gründe nicht standhaft sind. Mir hat der Punkt mit der kranken Mutter sehr gut gefallen und ich hätte mir gewünscht hier etwas mehr anzusetzten. Ein Junge, der Anführer der ganzen Clique, setzt Antoinette ganz besonders zu. Als sie wieder zurück ist, erfährt sie, dass dieser Junge (nun Mann) einen Unfall hatte und nun gelähmt in Pflege ist. Es scheint, dass Antoinette ihre Rache bekommen hat und dass Karma dem Fiesling von damals zugesetzt hat, jedoch ist nichts so, wie es scheint … Mehr kann ich unmöglich verraten, ohne euch den Lesespaß zu vermiesen. Bewertung:   Das Buch beginnt schon mit sehr verstörenden Zeichnungen und ich dachte nur so Wow, das wird krass werden! Was ich gut fand, denn Mobbing kann schreckliche Ausmaße annehmen, warum diese also nicht auch mal ungeschminkt darstellen? Leider hielt das nicht an. Die Qualen, die Antoinette durchmacht, sind extrem. Aber nicht so extrem, dass sie die Charakterentwicklung durchmacht, die sie dann zum Ende hin macht. Ich kann nicht noch ausführlicher meine Kritik begründen, da das ein Spoiler wäre. Von mir bekommt das Buch ♥ ♥ ♥ Herzchen, da es einige Ungereimheiten gibt und die Charakterentwicklung gegen Ende hin, hat mich so gar nicht überzeugen können. Fun Fact: Am Ende gibt es noch einen kleinen Bonus, mit einigen Skizzen und einem kleinen Interview mit der Autorin. Einige Aspekte werden hier noch einmal ausführlicher erklärt, für mich war das sehr spannend!

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  • Olivia Vieweg: Antoinette kehrt zurück

    Antoinette kehrt zurück

    KTea

    11. April 2014 um 09:03

    Antoinette lebt in Los Angeles. Um ihre Kindheit in Deutschland macht sie am liebsten ein Geheimnis. Dass die meisten ihrer Kollegen glauben, sie sei Schwedin ist ihr nur recht, denn diese Vergangenheit würde sie selbst am liebsten vergessen. Als Tochter einer psychisch kranken Mutter wurde sie in der Schule gemobbt und so von ihren Klassenkameraden regelrecht gequält. Besonders Jonathan, der "Anführer" dieser grausamen Spiele, geht ihr nicht aus dem Sinn und sie lässt keinen Tag verstreichen, ohne ihr Heimatdorf über eine Webcam zu beobachten. Eines Tages beschließt sie, den Alpträumen ein Ende zu setzen und begibt sich auf die Reise zurück in ihre Kindheit, um mit dem Erlebten abschließen zu können. Kaum in dem idyllischen Ort Harzberg angekommen, läuft ihr auch schon eine "Freundin" von damals über den Weg und nimmt sie mit zu einer Gartenparty, bei der ihre einstmaligen Peiniger versammelt sind und sie umschwärmen. Schließlich weiß jeder, dass Antoinette in den USA einen berühmten Schauspieler geheiratet hat. Nur einer fehlt: Jonathan. Antoinette erfährt, dass er einen Verkehrsunfall hatte und wegen der Folgen in einem Pflegeheim behandelt wird. Man drängt sie, ihn zu besuchen, was Antoinette dann auch tut. Opfer und Täter von damals begegnen sich am Krankenbett, an das der gelähmte Jonathan nun gefesselt ist. Mit Antoinette kehrt zurück hat Olivia Vieweg ein graphic novel geschaffen, das es durchaus mit großer Literatur aufnehmen kann. Sie selbst weist auf Dürrenmatts Drama Der Besuch der alten Dame hin und gibt damit den Anstoß zu einem Vergleich, der mir als Lehrerin Lust auf Literaturunterricht macht. Doch nicht nur dieser Vergleich kann ergiebig sein! Auch die Gestaltung der einzelnen Bilder im Buch sowie das mysteriöse alter ego, das Antoinette zurück in ihre alte Heimat lockt, laden zu Analyse und Interpretation ein.  Ein besonderes Extra ist der Anhang im Buch. Die junge Autorin gewährt einen Einblick ins Comic-Zeichnen, zeigt verworfene Versionen der Protagonistin und alternative Titelseiten. Wer vorhat, graphic novels zum Thema seines/ihres Unterrichts zu machen, ist hier auf jeden Fall gut bedient.

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  • Ein gezeichneter Mobbing-Western

    Antoinette kehrt zurück

    TochterAlice

    11. April 2014 um 07:32

    Antoinette führt ein Luxusleben in Hollywood - ein toller Beruf, ein gutaussehender, berühmter und allseits begehrter Mann, der seinerseits aber nur sie begehrt - alle beneiden sie! Aber tief in ihr drin steckt eine andere Wahrheit, eine Vergangenheit in einer deutschen Kleinstadt, eine Vergangenheit als Mobbing-Opfer. Antoinette kehrt zurück zur Stätte ihrer Pein und der Leser dieser sehr detailliert und emotional gezeichneten Graphic Novel darf sie dabei begleiten. Und ich kann Ihnen versprechen - es tun sich Abgründe auf! Dieser gezeichnete Band ist nicht jugendfrei und das definitiv nicht in der herkömmlichen Art und Weise, denn Antoinette kommt nicht nur zurück, sie schlägt auch zurück. Ein Buch für Leser, die gut reflektieren, die gut die Wirklichkeit von Fiktion trennen und so auch dieses Mobbing-Erlebnis ins Irreale verbannen können. Und es geht wirklich nahe - beginnt es noch sehr allgemein und ziemlich an der Oberfläche, geht die Zeichnerin und Texterin Olivia Viehweg in die Vollen. Und sie kann es ! Der aufmerksame Leser erfasst, dass sie ihren Dürrenmatt gelesen und reflektiert hat, es ist auch anzunehmen, dass sie sich mit der Western-Kultur auseinandergesetzt hat - eindeutige Parallalen zu Bildern und Schnitten des Filmes "Zwölf Uhr mittags" - oder ähnlichen Produktionen - sind, so finde ich, unübersehbar, wenn auch auf die ureigene Art und Weise der Autorin umgesetzt und die ist wirklich sehr emotional und heftig. Man muss sich dem Thema, der Problematik schon stellen wollen und in Kauf nehmen, dass Unerwartetes passiert. Ein harter, trotzdem märchenhafter Mobbing-Western, der schockt und polarisiert, keineswegs jedoch kalt lässt. ich finde, hineinschauen bzw. -lesen lohnt sich, man sollte jedoch Antoinettes Praktiken im wahren Leben im Märchenland lassen und seine Rache - falls eine solche gewünscht wird - friedlich beim Rezipieren dieses treffend gezeichneten und gestalteten Bandes ausleben!

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