Olivier Adam Klippen

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Inhaltsangabe zu „Klippen“ von Olivier Adam

Ein junger Schriftsteller vor der dramatischen Kulisse der Felsklippen von Étretat: dort, wo zwanzig Jahre zuvor seine Kindheit ein jähes Ende genommen hatte, als sich die Mutter  zu Tode stürzte. Einzig die Liebe von Claire und die gemeinsame Tochter Chloé erlauben es ihm, die Vergangenheit hinter sich zu lassen … Vielfach preisgekrönt, steht Olivier Adam mit diesem poetischen, starken Text in der ersten Reihe der europäischen Gegenwartsautoren.

Adam lässt den Leser all das Leid und die Verzweiflung des Protagonisten am eigenen Leib spüren. Intensiv, eindrucksvoll, lesenswert.

— miss_mesmerized

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  • Rezeions zu Olivier Adam - "Falaises/Klippen"

    Klippen

    miss_mesmerized

    01. September 2013 um 15:43

    Ein Mann ist mit seiner Frau Claire und dem Baby Chloé im Urlaub in der Bretagne. Es ist dasselbe Hotel, in das er immer fährt, derselbe Ort, in dem er seine Urlaube der Kindheit verbracht hat, er blickt auf dieselben Klippen, die sich seine Mutter hinunterstürzte. Die Erinnerungen kommen wieder in dieser einen Nacht - an den Tod der Mutter, die Depression davor und das Unvermögen des Vaters, nach dem Tod mit den beiden Jungs allein das Leben zu ertragen. Die Erinnerung an Antoine, größerer Bruder und Vorbild, der den Tod der Mutter nicht verkraftet und erst mit Krankheit, dann mit Ausbruch aus dem bürgerlich-zivilen Leben reagiert. Die Freunde, die die beiden in dieser Zeit begleiten und auch aus dem Leben scheiden - wie die Mutter. Nicolas, Lorette, Léa - alle, die dem ich-Erzähler etwas bedeuten, verlassen ihn früher oder später, mal auf mehr, mal auf weniger grausame Weise. Sein Leben scheint eng mit dem Tod verbunden. Doch er hat Hoffnung und nachdem er selbst immer wieder kurz davor stand, ebenfalls alles hinter sich zu lassen, hat er nun mit Chloé zum ersten Mal eine Aufgabe, für die es sich lohnt zu leben. Ein intensives, stimmungsvolles Buch über den Verlust von Menschen und die Schwierigkeit, damit umzugehen. Intensive Bindungen, die jäh zerbrochen werden, Erinnerungen, die verwischen, nicht mehr zugänglich sind und plötzlich wieder an die Oberfläche drängen. Olivier Adam ist unbestreitbar einer derjenigen zeitgenössischen französischen Autoren, die mit einer enormen Sprachfertigkeit Schmerz und Glück auszudrücken wissen, die den Leser in die Geschichte ziehen und die Erfahrungen der Figuren regelrecht am eigenen Körper spüren lassen.

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  • Rezension zu "Klippen" von Olivier Adam

    Klippen

    -sabine-

    23. September 2012 um 16:52

    Dies ist ein Buch, was mich zutiefst berührt hat! Die Stimmung im gesamten Buch ist sinnlich und melancholisch, schon nach den ersten Seiten wurde ich in diesen Strudel der Gefühle tief hineingezogen. Einfühlsam und ehrlich erzählt Olivier von seiner Kindheit und Jugend, geprägt vor allem durch den Freitod seiner Mutter und die Wut und den Jähzorn seines Vaters. Es resultiert eine traurige und leere Zeit, in der Alkohol und Drogenexzesse im Vordergrund stehen, sich die Jugendlichen mit Sex und Zärtlichkeiten versuchen zu trösten. Menschen und Freunde kommen und gehen, erst durch seine Frau Claire und die gemeinsame Tochter Chloé lernt Olivier, dass das Leben nicht nur aus Tristesse besteht. Ein fantastisches Buch!

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  • Rezension zu "Klippen" von Olivier Adam

    Klippen

    Duffy

    11. May 2012 um 12:57

    Als seine Mutter mit einem Sprung von den Klippen Selbstmord begeht, ist der Ich-Erzähler 11 Jahre alt. Der Vater versagt ihm und seinem Bruder die Liebe und mit der Zeit verliert er den Bezug zu allen weiteren Personen, die in seinem Leben eine Rolle spielen. Immer wieder erscheint ihm seine Mutter und ihr Verlust ist es, der ihn orientierungslos durchs Leben treiben lässt. Bis er endlich Claire kennenlernt, die ihm bedingungslosen Halt gibt. Die Geburt seiner Tochter löst den Versuch einer neuen Standortbestimmung und die Überwindung des Verlustes seiner Mutter aus. Ein Resümee am Ende dieses Weges beschreibt das Leben als einen unvermeidlichen Kampf. Zumindest konnte er einmal gewinnen. Adam beschreibt einen sehr sensiblen Bereich der menschlichen Psyche. Unfähigkeit zu lieben durch den Verlust einer geliebten Person im frühen Alter ist kein seltenes, aber subtiles Phänomen. Trotz der Beschreibung drastischer Lebensabläufe kommt der Autor ohne schreiende Bilder aus, sein flüssiger Stil ist von einer sanften Stärke geprägt, der Ausdruck ist sehr ein- und niemals aufdringlich. Auch seine allgemeinen Aussagen, die er als Ich-Erzähler immer als die eigene Sichtweise darstellt, überschreiten nie einen stillen, fast poetischen Tonfall. Eine starke Geschichte mit einer adäquaten Umsetzung.

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  • Rezension zu "Klippen" von Olivier Adam

    Klippen

    HeikeG

    12. August 2008 um 15:45

    Eine Kindheit unter Tonnen von Sand begraben Ein junger Mann - Schriftsteller - hat scheinbar alles, um glücklich zu sein, eine kleine Tochter und eine Lebensgefährtin, die ihn liebt. Trotzdem kann er seine verstorbene Mutter nicht vergessen. Erinnerungen quälen ihn tagein, tagaus. Der zwanzigste Todestag führt ihn wieder an den Ort ihres Selbstmords - die dramatische Kulisse der Felsenklippen von Étretat. "Hier ist die Nacht, tief und Schwarz wie die Welt." Mit diesem Satz beginnt Olivier Adam seinen kleinen Roman über den 31jährigen Ich-Erzähler Olivier, der in einer dunklen Nacht über sein Leben sinniert - im Rücken seine schlafende Frau Claire und seine zweijährige Tochter Chloé. Die ganze Nacht wird er wach sein, später denselben Weg gehen, den seine Mutter ging. Ein lückenhafter Fluss der Erinnerungen und dunkle Stellen in seinem Lebenslauf werden in quälen, die er nicht zu erhellen mag. Doch er ist fest entschlossen, Licht in seine Vergangenheit und sein bis dato kontur- und rahmenloses Leben zu bringen. Das Drama seiner Familie begann mit den psychischen Problemen seiner Mutter, einer zerbrechlich zarten Frau. Nach ihrem Tod entwickelt sich das Zusammenleben mit dem Vater immer mehr zur Farce, ist durch seelische und körperliche Gewalt gekennzeichnet. Beide Brüder (Olivier hat noch einen zwei Jahre älteren Bruder - Antoine) klammern sich beinahe verzweifelt in ihrer kindlichen Hilflosigkeit aneinander. Einziger Bezugspunkt ist eine jugendliche Clique aus ebensolch unsanft gestrandeten Kindern, die ihrem trübsinnigen Leben durch Sex, Drogen und Alkoholexzesse zu entfliehen versuchen, jedoch in Wahrheit immer tiefer in schwere Depressionen verfallen. Olivier scheint in der Spirale eines permanent-rapiden psychischen und physischen Abstiegs gefangen. Erst die Liebe von Claire, die unerschütterlich an ihn glaubt, und ihre gemeinsame Tochter Chloé ziehen ihn aus dem Tal der Dunkelheit. Scheint die Nacht besiegt? Der letzte Satz des Buches lässt hoffen: "Wenn ich aufwache, wenn ich die Augen, die Vorhänge öffne, wird alles ruhig sein und leuchten." Vor allem Adams schriftstellerischem Talent (das Buch stand 2005 auf der Liste der letzten vier Finalisten für den "Prix Goncourt") ist es zu verdanken, dass dieser Roman in den Augen des Lesers nicht nur als enttäuschende Ansammlung von Fakten erscheint. Er schreibt äußerst feinfühlig, mit Intelligenz und ohne rührselige Dramatisierung, über die Themen Kindheit, Jugend, Familie, Liebe, Erinnerung und die Grausamkeit, aber auch die Schönheit der menschlichen Existenz. Auffällig ist die einfache, aber wunderschöne Diktion dieses Buches. Mit kurzen schnörkellosen Sätzen, einem beinahe puristischen Stil, skizziert er seine Figuren. Eine einfache Linie - ein Strich - genügt zur Beschreibung einer Situation von ungeheurer Dramatik. Vor dem inneren Auge des Lesers entstehen Bilder, Porträts und Landschaften, die man fast atmen und schmecken kann; Wörter voll Luft und Gischt, nassem Gras und feuchter Erde, Wind und Salz. Und immer wieder das Meer (eine Metapher für seine tote Mutter?) und die Klippen. Natürlich ist man versucht, die Parallelen zwischen der Existenz des schriftstellernden Erzählers und des Autors als Autobiographie zu deuten, auch Name und Alter sind identisch. Doch diese Frage sollte nicht im Mittelpunkt dieses großartigen Buches stehen. Carina von Enzenberg hat mit ihrer Übersetzung aus dem Französischen den wundervollen Ton Olivier Adams grandios wiedergegeben. Fazit: Ein großartiges Buch, das den Leser wie bei einer heftigen Welle erschüttert, gerade durch seine Menschlichkeit und seine ungebrochene Hymne an das Leben.

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  • Rezension zu "Klippen" von Olivier Adam

    Klippen

    Clari

    23. June 2008 um 12:42

    Olivier Adams Klippen Schirmer und Graf ISBN 3865550517 Eine Spurensuche ! Melancholische Reflexionen über eine verlorene Kindheit! Schwer trägt der Protagonist in diesem kleinen Roman am Leben! Olivier ist mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter am Ferienort seiner Kindheit, einem Badeort an der normannischen Küste. Rührend schweifen seine Blicke zu der schlafenden Frau und zu dem ebenfalls schlummernden Töchterchen. Er findet keine Ruhe und schaut gedankenverloren auf die Klippen hoch über dem Meer. Schleichend kommen Erinnerungen, die ihm die Kindheit ins Gedächtnis zurück rufen. Wie aber war diese Kindheit? In poetisch wortreichen Beschreibungen erleben wir ein Leben, das durch den frühen Freitod der Mutter aus den Fugen geriet. Olivier ist erst 11 Jahre alt, als die depressive und gestörte Mutter ihrem Leben ein Ende setzt. Schon vor ihrem Tod gab es keine Fröhlichkeit oder unbeschwerte Kindertage. Für Olivier ist die Mutter ein schwebender Schatten, zart, leidend und unnahbar. Ihre Beerdigung setzt erdenschwere Akzente, trübe, traurig und unverständlich für das Kind. Antoine, der ältere Bruder, fällt für lange Wochen in ein Koma, und Olivier ist ganz der düsteren Trauer in einem leeren Haus überlassen. Wen wundert es, dass Alkohol und Drogen sein späteres Leben bestimmten? O. Adams beschreibt eine leere, traurige und schwer erträgliche Jugend unter dem Zeichen der Verlassenheit und überschattet durch den Jähzorn und die Wut eines mit einfachem Gemüt ausgestatteten Vaters. Dieser ist viel zu sehr mit seinem eigenen Unglück beschäftigt ist, als dass er nur das geringste Verständnis für seine verlassenen Söhne aufbringen kann. Antoine und Olivier bilden die ersten Jahre nach dem Tod der Mutter eine unzertrennliche Einheit. Um sie herum versammeln sich andere Jugendliche, mit denen sie ein Eigenleben aufbauen, in dem sie trinken, Drogen konsumieren und sich gegenseitig mit Sex und Zärtlichkeiten trösten. Sie sind Outlaws der Gesellschaft, die sozial im Abseits leben. Nachdem sich ein Freund erschossen hat und die Freundin Loretta mit Magersucht in einer Klinik landet, ist auch diese Zeit der Zuflucht beendet. Adams beschreibt die Freundin Loretta grandios mit einem Feuerwerk an Worten und tänzelnden Sätzen, die einen Eindruck von der Trostlosigkeit der einsamen und verlorenen Jugendlichen widerspiegelt. In seinen Gedanken erlebt der Held eine Spurensuche, in der als ferne Gestalt die Mutter immer wieder auftaucht. Die Lebensgeschichte des jungen Mannes, z.Zt. der Handlung ist Olivier erst 31 Jahre alt, wird zu einer Biographie, an deren Ende eine Art Metamorphose steht. Aus dem in die Tiefen des Lebens abgesunkenen Helden mit Drogen und Alkoholexzessen und in der Welt der Prostituierten zu Hause und mit Gelegenheitsjobs sein leben fristend wird ein Schriftsteller, der erste Romane mit Erfolg auf den Büchermarkt bringt. Claire, die Frau seines Lebens, und die Tochter bieten den Anker für den Ausstieg aus dem bisherigen Leben. Seine Innenschau und Suche nach sich selbst ermöglichen einen Neuanfang. Einmal mehr zeigt sich, dass bei entsprechenden Grundbedingungen ein Ausstieg aus dem Abseits und ein Neuanfang gelingen können. Die handlungsarme Geschichte ist atmosphärisch nahe an der Wahrheit und so differenziert beschrieben, dass man sich ganz gefangen genommen fühlt. Einem poetischen Gesang gleich wechseln die Stimmungen, tauchen die Verstorbenen aus der Vergangenheit auf und offenbaren ein Leben, das fernab von Glück und Heiterkeit stattfand. Die beschriebene Tristesse steht im krassen Gegensatz zu der leichten, poetisch farbigen und ungeheuer bildhaften Sprache, mit der darüber geschrieben wird. Wohl selten hat ein Autor über randständige Mitmenschen so verstörend und einfühlsam berichtet. Olivier Adam ist ein vielfach ausgezeichneter Autor, der mit Frau und Tochter an der bretonischen Küste lebt.

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