Das Ende meiner Sucht

von Olivier Ameisen 
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Das Ende meiner Sucht
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Inhaltsangabe zu "Das Ende meiner Sucht"

Als Dr. Olivier Ameisens Leben im Alkohol versinkt, ist er auf dem Höhepunkt einer glänzenden Karriere. Keiner ahnt, dass den renommierten Kardiologen an einer New Yorker Universitätsklinik Versagensängste plagen, die er mit Alkohol betäubt. Wiederholt wacht er aus tiefer Bewusstlosigkeit in der Notaufnahme auf; seine Nieren drohen zu versagen, die epileptischen Anfälle häufen sich. Voll Scham und in Todesangst hört er auf zu praktizieren; ein Kreislauf von Entziehungskuren, Psychotherapien, Treffen mit Selbsthilfegruppen – und immer neuen Rückfällen beginnt. Nichts scheint zu helfen. Bis der Arzt eines Tages auf einen wissenschaftlichen Artikel stößt: Baclofen, ein seit Jahrzehnten gebräuchliches, gut verträgliches Mittel gegen Muskelkrämpfe, zeigt in neuen Studien eine verblüffende Wirkung gegen Sucht. Ameisen stürzt sich in die Recherche, kontaktiert die Forscher, wagt schließlich einen Selbstversuch, mit immer höheren Dosen. Das Unglaubliche geschieht: In kürzester Zeit ist er vollständig von jedem Verlangen nach Alkohol geheilt – seit nunmehr fünf Jahren. Ameisens bewegende Geschichte seiner Sucht und mutigen Selbsttherapie ist zugleich die Geschichte einer bahnbrechenden Entdeckung, die die Behandlung von Alkohol- und Suchtkranken revolutionieren kann und schon jetzt Hunderttausenden von Betrof­fenen und ihren Angehörigen neue Hoffnung gibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783888975851
Sprache:
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:318 Seiten
Verlag:Kunstmann, A
Erscheinungsdatum:26.08.2009

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    Claris avatar
    Clarivor 9 Jahren
    Rezension zu "Das Ende meiner Sucht" von Olivier Ameisen

    Krankheit und Heilung von der Alkoholsucht: ein Erfahrungsbericht.

    1986 erlebt der angesehene Kardiologe Dr. Olivier Ameisen einen Schock, als er sich blutend in ein Krankenhaus begeben muss: er hat so viel getrunken, dass er sich kaum an die Ursache der Verletzung und den vergangenen Abend mit seinem Freund Jeff erinnern kann.
    Er leidet schon zeitlebens an Ängsten, die sich in der letzten Zeit zu Panikattacken steigern. Der erste Konsum von Alkohol auf einer Feier bei Freunden hatte ihm vorübergehend Erleichterung verschafft. Die Sucht nahm damit leider ihren tragischen Anfang.

    Seine Eltern kamen aus dem polnisch-jüdischen Bürgertum und hatten die Nazizeit knapp überlebt. Sie wohnten bei seiner Geburt 1953 gut situiert in Paris. Man verkehrt in den besten Kreisen. Olivier ist ein begabter Musiker und hoch intelligenter Schüler, der bereits mit 16 Jahren das vorgezogene Abitur macht und mit dem Medizinstudium beginnt. Erfolg und Neugier treiben ihn 1983 nach New York, wo er in einer renommierten Klinik in Forschung, Lehre und in der Praxis arbeitet. Seine Ängste steigern sich 1986 zu unerträglichen Panikattacken, von denen ihn nur der zunehmende Alkoholkonsum befreit.
    Atemberaubend liest sich die Schilderung von Olivier Ameisen über seine Versuche, dem Alkohol abzuschwören. Er wird Mitglied der AA
    ( Anonyme Alkoholiker ) und erliegt doch immer wieder seiner Gier nach der erlösenden Betäubung durch dem Alkohol. Kliniknotaufnahmen im Wechsel mit Entzugskliniken und Therapien aller Art bieten ihm keine Entlastung. Bald kann er die vielen Entzugskliniken nicht mehr bezahlen. Die ärztliche Arbeit hat er aufgegeben, weil er seine Patienten nicht gefährden will. 1999 kehrt er nach Paris zurück.
    Es geht ihm immer schlechter. Das exzessive Trinken schadet seiner Gesundheit, denn er zieht sich gefährliche Brüche zu, und die Leber nimmt Schaden. Er vernachlässigt sich. Wenige Freunde bleiben ihm, und die ärztliche Hilfe bei angesehenen Alkoholspezialisten, Psychiatern und Neurologen bewirkt nichts. Es ist ein steiler Niedergang, der auf den Tod zusteuert.
    Seine immer wieder vorgetragenen Argumente, dass seine Ängste die Ursache und nicht das Symptom für den Alkoholmissbrauch sind, werden von niemandem ernst genommen.
    Selbsthass und Gefühle des Versagens werden unerträglich. Mitfühlend wird man zum Zeugen einer Krankheit, die herkömmlich mit Charakterschwäche und mangelndem Willen verwechselt wird.
    Als Olivier Ameisen durch einen Zufall auf ein Medikament aufmerksam wird, das bei Muskelkrämpfen eingesetzt wird, macht er sich auf die Suche nach Forschungsergebnissen. Er nimmt Kontakt zu befreundeten Ärzten auf und beginnt schließlich einen Selbstversuch mit dem Medikament Balcofen. Binnen kürzester Zeit ist seine Sucht verschwunden, ja er wird sogar gleichgültig gegenüber den Verlockungen des Alkohols. Fast ohne Nebenwirkungen kann er entspannt schlafen und beginnt, am Leben wieder aktiv teilzunehmen. Er geht an die Öffentlichkeit mit seinem Selbstversuch, schreibt einen von Sachverständigen bestätigten Bericht über seine Erfolge beim Kampf gegen den vernichtenden Alkoholismus und beginnt ein neues Leben.

    Erschütternd, spannend wie ein Krimi und aufklärend ist sein Buch über die eigene Erkrankung, die mit dem Vorurteil aufräumt, es läge nur an der eigenen Schwäche, wenn man dem Alkohol verfällt. Sein Bericht über den Kampf gegen die Sucht ist hoch engagiert geschrieben. Er ist Ausdruck größter Not und Todesangst und weckt Verständnis und Mitgefühl. Neben der sehr persönlichen Berichterstattung gibt er als kompetenter Arzt fachlich Auskunft über die Wirksamkeit seiner Medikamente. Die Ehrlichkeit und bemerkenswerte Eigendiagnose wird zum Motor, mit dem Ameisen sich dem Kampf gegen die Sucht und ihrer Heilung widmet. Er wird zum Forscher für Suchtkrankheiten und lehrt und arbeitet heute wieder in New York und Paris.

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    Claudia_Elisabethvor einem Jahr
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    Claudia_Elisabethvor einem Jahr
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    Tordisvor 6 Jahren
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    bücherelfevor 8 Jahren

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