Warten auf Bojangles

von Olivier Bourdeaut 
4,3 Sterne bei38 Bewertungen
Warten auf Bojangles
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Positiv (31):
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Diese schöne, verrückte und traurige kleine Familiengeschichte hat mich tief berührt. Jenseits aller Normen - tanzend - das Leben feiernd...

Kritisch (3):
naninkas avatar

Irgendwie war mir das zu exaltiert. Handlung und Geschichte haben durchaus Potenzial- aber irgendetwas hat mir gefehlt....

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Inhaltsangabe zu "Warten auf Bojangles"

Sie tanzen zu »Mr. Bojangles«, sie mixen sich Cocktails, gemeinsam mit ihrem Sohn reisen sie in ihr Schloss nach Spanien. Sie ist charmant und charismatisch, nimmt alle für sich ein mit ihrer extravaganten Art. Georges liebt sie hingebungsvoll, die beiden feiern das Leben, wann immer es geht, denn sie kennen auch seine dunklen Momente: Georges' schillernde Frau ist manisch-depressiv. Als diese bittere Wahrheit ihr Paradies zu zerstören droht, entführen Vater und Sohn die Frau, die sie lieben, kurzerhand aus der Psychiatrie. In einem englischen Oldtimer nehmen sie Kurs auf Spanien, in der Hoffnung, dort so weiterleben zu können wie bisher. - »Warten auf Bojangles« ist eine originelle und literarische Liebesgeschichte aus Frankreich, traurig und schön zugleich, leichtfüßig erzählt und mit Tiefgang.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492057820
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:160 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.03.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.03.2017 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Alison_Frasers avatar
    Alison_Fraservor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Beeidruckende Geschichte mit einem außergewöhnlichen Schreibstil.
    Beeidruckende Geschichte mit einem außergewöhnlichen Schreibstil.

    Auf diese wunderbare Geschichte bin ich nur durch Zufall gestoßen, denn meine Bücherei hat Bücher blickdicht verpackt, ich habe also ein Blind Date ausgeliehen. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, als ich das Cover gesehen habe, mittlerweile aber bin ich dankbar, weil ich es gelesen habe.


    Dies ist eine der Geschichten, bei denen man nicht weiß, wie man sie beschreiben soll, um ihr gerecht zu werden. Anfangs habe ich die Geschichte für eine skurrile Familiengeschichte gehalten, doch im Laufe des Romanes wurde sie zu einem ergreifenden Drama.


    Zu Anfang habe ich mir diese Familie gewünscht, denn was der Sohn mit seinen Eltern erlebt, ist ein großes Abenteuer, aber auch Probleme werden gemeinsam bewältigt. Nach und nach erscheint die Geschichte weniger skurril, sondern man beginnt zu überlegen, ob man seinen Alltag nicht auch etwas lockerer gestalten sollte.


    Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes, außergewöhnlich bild- und humorvoll, ich habe während des Lesens oft grinsend da gesessen, sodass mein Mann fragte, ob er etwas von meinen Drogen abhaben könne. Wirklich fantastisch. Habe ich so zuvor nie gelesen, und wenn man bedenkt, dass der Roman das Debüt des Autors ist, kann ich nur meinen Hut ziehen.


    Ich fand es großartig, dass der Junge sich trotz oder gar wegen seiner Erlebnisse prächtig entwickelt hat. Er hat wahrscheinlich eine ganz besondere Sicht auf das Leben bekommen, die es ihm ermöglicht, durch die Erlebnisse nicht zusammen zu brechen, sondern seinen eigenen Weg zu gehen.


    Absolute Empfehlung, auch wenn man skurrile Geschichten eigentlich nicht mag.

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    Alison_Frasers avatar
    Alison_Fraservor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Beeidruckende Geschichte mit einem außergewöhnlichen Schreibstil.
    Unverhofft kommt oft.

    Auf diese wunderbare Geschichte bin ich nur durch Zufall gestoßen, denn meine Bücherei hat Bücher blickdicht verpackt, ich habe also ein Blind Date ausgeliehen. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, als ich das Cover gesehen habe, mittlerweile aber bin ich dankbar, weil ich es gelesen habe.

    Dies ist eine der Geschichten, bei denen man nicht weiß, wie man sie beschreiben soll, damit man ihnen gerecht wird. Anfangs habe ich die Geschichte für eine skurrile Familiengeschichte gehalten, doch im Laufe des Romanes wurde sie zu einem ergreifenden Drama.

    Zu Anfang habe ich mir diese Familie gewünscht, denn was der Sohn mit seinen Eltern erlebt, ist ein großes Abenteuer und Probleme werden gemeinsam bewältigt. Nach und nach erscheint die Geschichte weniger skurril, sondern man beginnt zu überlegen, ob man seinen Alltag nicht auch etwas lockerer gestalten sollte.

    Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes, außergewöhnlich bild- und humorvoll, ich habe während des Lesens oft grinsend da gesessen, sodass mein Mann fragte, ob er etwas von meinen Drogen abhaben könne. Wirklich fantastisch. Habe ich so zuvor nie gelesen, und wenn man bedenkt, dass der Roman das Debüt des Autors ist, kann ich nur meinen Hut ziehen.

    Ich fand es großartig, dass der Junge sich trotz oder gar wegen seiner Erlebnisse prächtig entwickelt hat. Er hat wahrscheinlich eine ganz besondere Sicht auf das Leben bekommen, die es ihm ermöglicht, durch die Erlebnisse nicht zusammen zu brechen, sondern seinen eigenen Weg zu gehen.

    Absolute Empfehlung, auch wenn man skurrile Geschichten eigentlich nicht mag.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 10 Monaten
    Inspiration aus dem Verrückten

    Der erste Satz: »Vor meiner Geburt, hatte mir mein Vater erzählt, sei er mit einer Harpune auf Fliegenjagd gegangen.«

    Ein Sohn liebt seine Mutter, ein Mann liebt seine Frau, eine verrückte Familie. Der Roman berichtet abwechselnd aus der Sicht von Vater und Sohn über diese Frau, Nina, die Ehefrau, die Mutter. Ein schräges, verrücktes Buch mit viel Humor und Traurigkeit. Schnell merkt man, diese Frau ist anders, exzentrisch, abgerückt von dieser Welt, sie tut, was sie muss, was sie will. Nina siezt ihren Ehemann, ihren Sohn, verlangt, immer neue Vornamen, mehr als zweimal hintereinander darf der Gleiche nicht genannt werden. Das Leben ist eine Party, Nina trinkt den ganzen Tag lang Cocktails und Champagner. Das Haustier ist ein Jungfernkranich namens Taugenichts, der durch die Räume stolziert. George verdient viel Geld in der Automobilbranche, ist wenig zu Hause. Sie wohnen großzügig, es gibt ein weiteres Domizil in Spanien für den Urlaub. Nina möchte aber, dass George zu Hause ist. Sie findet, arbeiten sei eine unnütze Tätigkeit.

    »In der Schule lief alles schief, wirklich alles, für allem für mich. Wenn ich dort von zu Hause erzählte, glaubten mir weder die Lehrerin noch meine Kameraden, also log ich verkehrt herum.«

    Der Sohn wird von den Eltern unterrichtet, denn er kommt in der Schule nicht klar. Berichtet er von zu Hause, lachen alle, drum erzählt er dort Lügen, über eine normale Mutter und zu Hause erfindet er Märchen über die Schule, weil die Realität die Mutter irritiert. Doch irgendwann reicht es nicht mehr, umgekehrt zu lügen …

    »Vater sah zu, wie sie ruhig lächelnd auf die Fragen antwortete, und nahm meine Hand, damit ich ihn nicht alleine ließe. Sein Blick war matt. Die Feuerwehr hatte restlos alles erstickt und gelöscht, auch das Leuchten in seinen Augen.«

    George bleibt zu Hause und es werden noch mehr Partys gefeiert und es passieren noch mehr verrücktere Dinge. Man weiß ziemlich schnell, dass Nina nicht einfach exzentrisch ist, man merkt, sie hat psychische Probleme, ich vermutete beim Lesen eine Form der Psychose. Und irgendwann ist es soweit: Nina hat einen Zusammenbruch.

    »Im Flur ließ Maman ihre hohen Schuhe von den Füßen an die Decke fliegen und klaute mir ihre Bommelmütze, um mit mir Walzer zu tanzen. Ihr Seidenschal streichelte mein Gesicht, ihre Hände waren weich und warm, man hörte nur ihren Atem und das rhythmische Klatschen von Papa, der uns selig lächelnd folgte.«

    Sprachlich passt sich der Roman der wohl manisch depressiven Mutter an, beschwingt, euphorisch, was kostet die Welt, was gehen mich die anderen an?, atemlos in Feierlaune, bis hin zu traurig-depressiven Stimmungen, die den Leser fast zum Weinen bringen. Ein »Gefühlsroman«, der einen Sog beim Lesen entwickelt, ein Gespür zu finden für alles Verrückte auf der Welt, es zuzulassen, sich hineinfallen zu lassen, Verrücktes als normal zu sehen. Aber genau an den Punkten, wo die Familie aufklatscht, schnappt man auch als Leser nach Luft. Nichts Aufgesetztes, kein Kitsch.

    »Auf dem Gang waren viele Leute, die von außen vollmöbliert und völlig normal wirkten, innen aber fast leergeräumt waren.«

    Mich hat mich das Buch gepackt, voll begeistert in seiner Verzauberung und seinem Ausdruck. Doch am Ende ließ es ein wenig mich ratlos zurück. Nehmen wir den Roman als ein modernes Märchen, dann ist alles gut. Fange ich an nachzudenken, dann merke ich, einer der beiden Erzähler konnten mich nicht wirklich berühren. Die Affenliebe, des Ehemannes gegenüber Nina, ist irreal. Der Sohn liebt die Mutter, was sonst, sie hat etwas Zauberhaftes für das Kind. Das bringt in der realen Welt allerdings viel Probleme mit sich. Und genau darum isoliert sich die Familie. Den Ehemann konnte ich so gar nicht greifen. Es gibt den Protagonisten mit Namen Schuft, der beste Freund vom Vater, ein Senator aus Frankreich, der dem Vater zu seinem kometenhaften Erfolg verholfen hatte, eine Figur, die mir ein Rätsel bleibt. In der Andeutung liegt die Stärke. Hier ist mir allerdings ein wenig zu viel angedeutet. Ein lesenswertes Buch, sprachlich, entrückt, verrückt … sprachlich ein Zuckerwerk.

    Dieses Erstlingswerk aus einem kleinen Verlag wurde in Frankreich ein Bestseller, gewann diverse Preise und wurde bereits in zwanzig Sprachen übersetzt.

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    TinaLiests avatar
    TinaLiestvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zart und verträumt, stark und traurig: Ein kleines Buch mit besonderer Magie.
    Verträumt, tragisch, traurig - so viele Gefühle in einem Buch!

    Hach, dieses Buch ist ein kleiner Goldschatz. „Warten auf Bojangles“ fasst etwa 170 Seiten, diese Seiten haben es aber in sich. Es wird die Geschichte eines Ehepaares erzählt, vorwiegend aus der Sicht deren Sohnes. Von Anfang bis Ende erfährt man von der verrückt-chaotischen Liebe der beiden, von Tanzabenden und Märchengeschichten, von Verrücktheiten und aberwitzigen Ideen. Die beiden machen sich ihr Leben, wie es ihnen gefällt und man kommt als Leser nicht umhin, völlig von den beiden in ihren Bann gezogen zu werden. Doch in die schon eher kitschige Geschichte platzt bitterer Ernst: Demenz. Von da an wird es noch exzessiver, noch wilder im Leben der beiden und ihren Sohn, doch die schlechten Momente fangen an zu überwiegen.

    Die Geschichte ist verträumt, ein bisschen naiv, und hoffnungslos romantisch. Doch gleichzeitig ist sie stark, tragisch und traurig. Diese ganze Bandbreite an Gefühlen – negativ wie positiv – durchleben dabei nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch die Leser. Man schmunzelt, man lacht und man muss vielleicht auch das eine oder andere Tränchen verdrücken.

    In jedem Fall ist „Warten auf Bojangles“ ein Büchlein, das einen unbeschreiblichen Zauber in sich hat, etwas märchenhaftes und zartes, das aber gleichzeitig stark und eigenwillig ist. Ein bisschen wie die Romane von Mamen Sánchez, nur mit mehr Tiefgang.

    Zum Blogartikel mit noch mehr Buchempfehlungen auf Revolution, Baby, Revolution.

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein leichtfüßiger und tiefgründiger Roman der sich hervorragend als Sommerlektüre eignet.
    Meine Rezension zu "Warten auf Bojangles"

    Beschreibung

    George und seine außergewöhnliche Frau, die jeden Tag mit einem neuen Namen begeht, leben ein schillerndes Leben voller Tänze, Cocktails und funkelnder Abende im Kreise illustrer Freunde. Mitten in diesem bunten Paradies fühlt sich ihr Sohn pudelwohl. Doch genau wie in ihrem Lieblingssong »Mr. Bojangles« verbirgt sich hinter dem fröhlichen Anstrich eine dunkle und deprimierende Seite. Georges Frau ist schwer krank und wird in die Psychiatrie eingewiesen. Als sich die Lage verschlimmert wagen Vater und Sohn unter Anleitung der geliebten Frau und Mutter eine Befreiungsaktion, welche sie schließlich in ihr Wolkenschloss nach Spanien führt.

    Meine Meinung

    Dieses gelb leuchtende Cover mit einem Tanzpaar darauf hat mich sofort angesprochen. Die Rede ist von Olivier Bourdeauts Debütroman „Warten auf Bojangles“. Bereits der Klappentext verspricht ein außergewöhnliches Leseerlebnis und genau dieses Gefühl macht sich schon nach den ersten gelesenen Seiten bemerkbar.

    "Seine Geschichte war wie seine Musik: schön, traurig und zum Tanzen." [Seite 20 (epub Version)]

    In seinem Erstlingswerk erzählt Olivier Bourdeaut eine berührende Liebesgeschichte der anderen Art. Dabei werden die Ereignisse sowohl aus der Sichtweise des Sohnes, wie auch aus der Sichtweise des Vaters (George) beleuchtet. Hintergrund der Story ist ein kurios gezeichnetes Leben mit einer Mutter die ihren Sohn siezt und einem Vater der sich mit Lügengeschichten auskennt wie sonst keiner. Die Kindheit des Jungen ist dementsprechend in keinster Weise normal, jeder Tag bietet eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten – man kommt sich vor wie in ein Kaleidoskop geraten.

    "Ich sagte mir, dass mir selbst einige Tassen im Schrank fehlten und ich vernünftigerweise nicht einer Frau verfallen sollte, die gar kein Geschirr mehr im Schrank hatte, dass unsere Beziehung die eines Einbeinigen mit einer Gliederlosen wäre und dass diese Verbindung nur hinken und sich tastend in unvorhersehbare Richtungen bewgen könnte." [Seite 27 (epub Version)]

    Während des Handlungsverlaufs spürt man deutlich, dass sich der kleine Junge weiterentwickelt und durch viel Liebe und Zuwendung zu einem rechtschaffenen Menschen heranwächst. Dieser junge Mensch versteht es dann auch mit der schwierigen Situation, die das Leben für ihn bereit hält, umzugehen. Eine Kernaussage der Geschichte kommt hier ganz deutlich zum tragen – mit Liebe und gegenseitiger Zuneigung ist alles möglich.

    "Zu Hause log ich richtig herum, in der Schule verkehrt herum, für mich war es kompliziert, aber für die anderen einfacher." [Seite 29 (epub Version)]

    Mit Leichtigkeit und Humor erzählt Olivier Bourdeaut eine geistreiche Familiengeschichte, die völlig bezaubernd und zugleich herzzerreißend dramatisch ist. Tänzelnd und mit Musik im Ohr schwebt man durch die Buchseiten bis einem der Hintergrund und die Tiefe der Geschichte bewusst werden. „Warten auf Bojangles“ ist für mich ein kleines Kunstwerk das sich vor allem durch seinen originellen Stil auszeichnet.

    Fazit

    Ein leichtfüßiger und tiefgründiger Roman der sich hervorragend als Sommerlektüre eignet.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 14.08.2017

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    wandablues avatar
    wandabluevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Schelmenroman mit ernstem Hintergrund. Schon nett, wenn man Exaltiertheit und skurril mag, mein Fall ist es aber nicht so richtig.
    Zu bemüht!

    Zu bemüht!
    Der Roman erzählt von der Konsequenz unbedingter Liebe und hat einen zärtlichen Zungenschlag. Oder einen gewollt naiven. Oder einen zu süßlichen! Erzähler ist ein Knabe, der mit seinen geliebten Eltern ein von Konventionen losgelöstes Leben führt. Es ist eine tragische Geschichte, die ein lustiges Gewand trägt. Es ist die Absicht des Autors, Lebensfreude und Verzweiflung in Übereinstimmung zu bringen. Ich pfeife auf das Schicksal, möchten die Protagonisten schreien, aber natürlich kann das keiner.

    Der gleichnamige Titel von Nina Simones Song „Mr. Bojangels“ gibt dem Roman seinen Namen. Er ist und bleibt seinem Genre nach ein Schelmenroman und will auch gar nichts anders sein. Schelmenromane tragen dick auf. Sie haben so viel Schminke auf den Seiten. Das muss man mögen. Die maßlosen Übertreibungen, die seinem Wesen entsprechen, amüsieren mich aber nicht, ich finde sie anstrengend und ermüdend. Vielleicht sogar dem behandelten Thema unangemessen.

    Fazit: Ein Schelmenroman. Sein stimmiges Ende versöhnt etwas mit seiner Exaltiertheit, insgesamt ist mir die Geschichte jedoch viel zu bemüht und gekünstelt.

    Kategorie: Schelmenroman
    Verlag: Piper, 2017

    Kommentare: 1
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    YukBookvor einem Jahr
    Tanz durchs Leben

    Dass Franzosen wissen, wie man das Leben genießt, ist allseits bekannt. Georges und seine Familie setzen in dem Roman von Olivier Bourdeaut noch eins drauf: Ihr Leben besteht aus rauschenden Parties, Cocktails und unterhaltsamen Lügengeschichten in illustrer Gesellschaft. Vergnügen, Leidenschaft und Tanz bestimmen ihren Alltag. Die passende Melodie liefert die Sängerin Nina Simone mit ihrem mehrfach gecoverten Lied „Mr. Bojangles“. Es ist die einzige Platte, die in Georges Haus rauf und runtergespielt wird – ein Song, der so fröhlich und zugleich traurig ist wie Maman, heißt es an einer Stelle. Die Geschichte wird nämlich hauptsächlich aus der Perspektive des Sohnes erzählt, abwechselnd mit ein paar Passagen aus der Sicht des Vaters.

    So erfahren wir, dass Maman jeden Tag anders heißt: nach Lust und Laune mal Marguerite, mal Renée, dann Henriette, Marilou oder Josephine. Georges, der seine extravagante Frau über alles liebt, tut alles, damit sie ihre Verrücktheiten ausleben und ihre manisch-depressiven Phasen bewältigen kann. Die Familie samt exotischem Vogel lebt in ihrer eigenen Welt. Sie siezen sich und haben für sich entschieden, jegliche Konventionen zu ignorieren. Ihre Lebensfreude ist so entfesselnd und ansteckend, dass man am liebsten immer weiter mit dieser Familie durchs Leben tanzen möchte. Als die Mutter in ihrem Wahnsinn zu weit geht, nimmt die Geschichte jedoch einen tragischen Lauf. Poetisch, gefühlvoll und leichtfüßig erzählt der Autor von einer Liebe, die sich durch nichts erschüttern lässt, und hangelt sich geschickt entlang der Grenze zwischen Euphorie und Verzweiflung, zwischen Höhenflug und Absturz.

    Die erstaunliche Erfolgsgeschichte von Olivier Bourdeaut, der nach unterschiedlichsten Berufen zuletzt arbeitslos war und in nur sieben Wochen diesen Roman verfasst hat, bietet Stoff für einen eigenen Roman. Sein Debütwerk avancierte zum Bestseller, gewann viele renommierte Preise und wird in zwanzig Sprachen übersetzt.

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    Brivor einem Jahr
    Aufrichtig geliebt

    „Ein paar Cocktails, einen Tanz, eine wahnsinnige Frau mit Federhut, mehr hatte es nicht gebraucht, um mich verrückt zu machen nach ihr, die mich einlud, ihren Wahnsinn mit mir zu teilen“

    Ob es sie gibt, ob man an sie glaubt, an die Liebe auf den ersten Blick, das hängt wohl davon ab, ob man die Wucht der schier unentrinnbaren Anziehungskraft eines Menschen schon jemals ausgesetzt war. Unzweifelhaft gibt es allerdings Menschen, denen man sich nicht entziehen kann, die einen in den Bann schlagen, egal, was sie tun. Sie sind Dreh- und Angelpunkt vieler nicht nur erfundener Geschichten. Sie funkeln und glitzern, sind geistreich und amüsant, unterhaltend und ruhelos, immer in Bewegung – in ihren guten Phasen. Doch ebenso sehr, wie sie zu Höhenflügen ansetzen, können sie unvermutet den Sturzflug antreten – und andere mit sich reißen. Ungewollt. Es liegt einfach in ihrer Natur und ist weder manipulativ noch vorher geplant, es passiert. Denn obwohl sie uns vermeintlich so normalen Menschen zumindest anders, häufig aber leicht ver-rückt  – neben sich sozusagen – erscheinen, sind sie wohl einfach ungehemmt authentisch. Das was man heute als bipolare Störung oder manisch – depressiv veranlagt bezeichnet ist ihre Lebenswirklichkeit. Die Intensität ihrer Gefühlswelt gleicht der eines offen liegenden Nervs, der ständig Reizen ausgesetzt ist. Ein verzweifelter Tanz im Gefängnis. Nach meiner Vorstellung ist das zumindest eines: äußerst anstrengend.

    Olivier Bourdeauts Debutroman Warten auf Bojangles erzählt von den Menschen, die – wie Mr. Bojangles im gleichnamigen Song – versuchen, ihre Traurigkeit weg zu tanzen und von den Menschen, die mit ihnen tanzen, weil sie sie lieben. Beschäftigt man sich ein wenig mit dem titelgebenden Song und dessen Aussage, kann man nur staunen, wie klug und liebevoll detailliert Bourdeaut seinen Erstling konzipiert hat. Der Roman – der eigentlich nicht nur einer ist, sondern wie eine Matrjoschka nach dem Öffnen noch eine weitere enthüllt – wird zu Beginn aus der Sicht des Sohnes von Georges und dessen Frau geschildert. Für ihn, den Sohn, ist das Leben zunächst wunderbar. Bunt und lustig, ungewöhnlich aber wahr. Seine Mutter, die sich tatsächlich ganz anders verhält als andere Mütter, die ihm beibringt andere Personen zu siezen, wie sie es auch tut, hat einfach immer die besten, wenn auch häufig verrückte Ideen. Nie scheint sie still zu stehen. In der Wohnung der Familie geben sich die Gäste die Türklinke in die Hand und auch ein wieder aufgepäppelter Kranich fand hier sein Zuhause. Die Gesellschaften sind illuster, hat Georges doch aus seinem Leben vor der Hochzeit noch durchaus einflussreiche Freunde. Wie zum Beispiel seinen teuersten Freund, den Senator, von ihm durchaus liebevoll Schuft genannt. Der Alkohol fließt zu jeder Zeit in Strömen und man könnte fast meinen Bourdeauts Vorbilder für Georges und seine Frau – deren Namen niemand wirklich kennt – wären F. Scott und Zelda Fitzgerald und die Geschehnisse ereigneten sich in der Zeit der glorreichen Goldenen Zwanziger des letzten Jahrhunderts. Doch einiges spricht dafür, dass die Verortung in Zeit und Raum eher zeitgenössisch französisch ist.

    Die große Stärke des französischen Überraschungserfolgs des Literaturjahres liegt aber nicht in der Beschreibung vergangener Extravaganz, sondern im außergewöhnlichen Einfühlungsvermögen, mit dem der Autor uns die Lebensgeschichte zweier (un)glücklich Liebender vor Augen führt. Hier geht es nicht um Obsession, sondern schlicht um tief empfundene Liebe verbunden mit ehrlichen Verantwortungsgefühl.  Wie bereits erwähnt, ist das erste Kapitel aus der Sicht eines Jungen geschrieben, der viele Situationen anders einschätzt, als es ein Erwachsener täte. Dem Leser wird bereits hier klar, dass die vermeintlich lustige und freie Lebensweise dieser außergewöhnlichen Familie einen eher tragischen Hintergrund besitzt. Das durchaus schräge Setting könnte sogar dazu führen, den großen Erfolg des Buches komplett in Frage zu stellen, wäre da nicht der fulminante Einstieg ins zweite Kapitel, das Georges Sicht der Dinge zeigt und auch für den Leser einiges gerade rückt.

    “ »Nennen Sie mich, wie Sie wollen! Aber bitte unterhalten Sie mich, bringen Sie mich zum Lachen, hier mieft es nach Langeweile«, hatte sie gesagt und nach zwei Champagnerkelchen auf dem Büfett gegriffen.
    »Ich bin nur hier, weil ich nach meiner Lebensversicherung suche!«, erklärte sie und leerte den ersten Kelch in einem Zug, ihren leicht irren Blick in meinen versenkt.
    Und als ich gutgläubig meine Hand ausstreckte, um das zweite Glas entgegenzunehmen – ich dachte, es sei mir bestimmt – , hatte sie es auch schon in sich hineingeschüttet. Dann musterte sie mich, strich sich über das Kinn und sagte mit fröhlicher Respektlosigkeit:
    »Sei sind mit Abstand der hübscheste Programmpunkt dieser trostlosen Galaveranstaltung!«“

    Olivier Bourdeaut hat mit Warten auf Bojangles einen ungewöhnlichen, schönen und absolut einnehmenden Roman vorgelegt, der auf nicht einmal 160 Seiten alles auffährt, was ein Leben bereithalten kann und manchmal aushalten muss. Tiefe Liebe ebensosehr wie Verzweiflung über die Unmöglichkeit, jemand anderen zu retten, ihn tanzenderweise aus seinem Gefängnis zu befreien. Glanz und Wahnsinn liegen hier dicht beieinander. Und so sehr Georges und sein Sohn sich bemühen, die geliebte Frau und Mutter in ruhige Gewässer zu geleiten, gelingt es ihnen nicht. Die Kopfchemie spielt einfach nicht mit. Ob mit oder ohne Medikamente.

    „Leider begann Mamans Gehirn nach einer Weile wieder mit dem Umzug, in Schüben. Wegen nichts und wieder nichts überfielen sie aus heiterem Himmel aberwitzige Wahnanfälle, die nach zwanzig Minuten bis einer Stunde so schnell verflogen, wie sie gekommen waren. Dann war wochenlang nichts
    […]
    Papa und ich fühlten uns ganz und gar nutzlos angesichts dieses Zustands. Er konnte ihr sanft zureden und sie trösten, ich konnte sie streicheln und umarmen, aber in diesen Momenten nützte das alles nichts, sie war untröstlich, zwischen ihren Problemen und ihr war kein Fingerbreit für uns, der Platz war uneinnehmbar.“

    Ob es verantwortungslos ist, ein Kind in solchen Verhältnissen aufzuziehen – darüber ließe sich trefflich streiten. Bourdeaut stellt sich diese Frage nicht, denn es ist nicht sein Sujet. Sein Punkt ist die Liebe und bei allem Wahnsinn, der in dieser Familie zu Tage tritt, kümmern sich die Eltern doch sehr liebevoll um ihren Sohn. Georges und sein Sohn lieben diese Frau so sehr, dass sie sie weder verlassen noch ruhigstellen lassen können. Das ist für alle gleichermaßen schrecklich und vielleicht deshalb so anrührend. Und hier assoziiere ich wieder die Nähe zu meinem Lieblingsschriftsteller: So ähnlich muss es Fitzgerald und Zelda auch ergangen sein. Auch sie tranken Unmengen von Alkohol, auch sie schmissen große Gelage, auch sie versuchten, eine normale Familie zu sein – und Scott konnte sich genau so wenig wie Georges aus seiner Verantwortung gegenüber seiner Ehefrau davon stehlen. Vielleicht wäre es besser gewesen, möglich war es nicht. Solche Abhängigkeiten sind fatal und gehen selten gut aus, deshalb kann ich die Kritik und Zwiegespaltenheit in mancher Besprechung durchaus verstehen, wenn darauf hingewiesen wird, dass der Roman bei betroffenen Personen als Trigger funktionieren könnte. Der Klappentext lässt nicht darauf schließen, welch Tiefe in dieser Geschichte steckt und das Cover wirkt auch eher unbeschwert.

    Das aus Le Figaro stammende Zitat  „Eine schöne, eine verrückte, eine traurige Geschichte. Sie hat die Leichtigkeit eines Boris Vian und die Wucht eines J.D. Salinger.“ sehe ich etwas anders. Was Wucht und Leichtigkeit in Kombination angeht, ist Olivier Bourdeaut ein kleines Meisterstück gelungen, das ich nicht zwischen Vian und Salinger, sondern direkt neben Fitzgerald platziere – sicherlich auch dank der wunderbaren Übertragung aus dem Französischen durch Norma Cassau, die die sprachliche Schönheit, die das Original sicher enthält, großartig beibehält. Neben der Sprache sei auch die Konzeption des Romans hervorgehoben, die eine feine Entwicklung über die Darstellung der Geschehnisse aufzeigen. Wirkt das erste Kapitel tatsächlich wie von einem kleinen Jungen erzählt, so reift dieser Junge im Laufe der Geschichte heran und kann den Abschied, der da unweigerlich kommt, wenn auch traurig, so doch gefasst entgegentreten. Und das gelingt ihm nur, weil er sich stets aufrichtig geliebt fühlte.

    Mit Dank an den Verlag, der mir dieses Kleinod warm ans Herz legte – wo es auch direkt ankam.

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    KoschkaRs avatar
    KoschkaRvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Man verspürt die Sehnsucht sein Leben so zu leben, wie diese Familie.
    Wir packten im Viervierteltakt und irgendetwas vergaßen wir immer, aber wir lachten uns schief dabei

    Olivier Bourdeaut - Warten auf Bojangles

    Ein Debütroman, der an einen kleinen Verlag in Frankreich ging und sofort die Bestsellerlisten erklomm.

    Dieses Buch wurde in 20 Sprachen übersetzt und gewann in Frankreich schon etliche renommierte Preise. Bourdeaut (37) war Immobilienmakler, Hausmeister, Erntehelfer und zum Schluss arbeitslos und dann schrieb er in 7 Wochen dieses Buch.

    Als ich mich auf eine Buchvorstellung vorbereitet habe, musste ich feststellen, dass ich gar nicht weiß, wie ich diese ganzen großartigen Sätze, Absätze, Situationen und Anekdoten filtern soll und einen repräsentablen Teil finden soll, der einigermaßen den Zauber dieser Geschichte ausdrückt.

    Es fängt schon mit dem Vorwort an:

    "Das ist meine wahre Geschichte, richtig herum und falsch herum gelogen, weil das Leben häufig so ist."

    Ich habe die ersten Seiten gelesen und war sofort gefangen in dieser glücklichen und auch völlig verrückten Familie aus Mutter, Vater und Sohn.

    Beim vorbereiten wollte ich die ganze Geschichte nochmal lesen, um nochmal eintauchen zu können in dieses rauschende Fest vom Leben voller Originalität, Leichtigkeit und wahnwitziger Ideen.

    Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht des Vaters George, der seine Frau vergöttert und aus Sicht des Sohnes, der seine Maman liebt, weil sie so anders ist als andere Mütter und ihm immerzu das Gefühl gibt besonders und geliebt zu sein.

    Sie mixen sich Cocktails, sie tanzen zu Nina Simones ‚Mr. Bojangles‘, das dem Buch den Titel gegeben hat. Sie feiern zu dritt und mit vielen Freunden.

    Sie siezen sich, weil es viel vornehmer ist und erzählen sich die tollsten Phantasiegeschichten um das Leben interessant zu machen.

    Man verspürt eine Sehnsucht sein Leben so zu leben, wie diese Familie. Ohne sich um die Meinung anderer zu scheren, einfach weil es glücklich macht.

    Und das ganze in einer wunderschöne Sprache verpackt.

    Natürlich kann diese Seifenblase aus Glück, die diese Familie umgibt nicht ewig bestehen und man ahnt schon recht bald, dass sie platzen wird und so kommt die Katastrophe.

    Allerdings muss man sich nicht vor ihr fürchten, weil diese Familie so wunderbar mit der Tragödie umgeht.

    „Weil Maman ihren abendlichen Aperitif nicht mehr trinken sollte, nahm Papa seinen Cocktail und ging zur Kiefer. Und während er trank, goss er am Fuße des Baumes ein giftiges, explosives Gebräu in die Erde, und der Baum nahm es ahnungslos auf. Als ich Papa fragte, wozu er seinen Aperitif mit dem Baum teile, erzählte er mir eine Geschichte, wie nur er sie sich ausdenken konnte. Er sagte mir, dass er den Aperitif mit dem Baum trinke, um dessen Weggang zu feiern, denn bald werde der Baum frei sein, man erwarte ihn, anderswo. ... Ich fragte mich, woher er all diese Geschichten schöpfte. Ich wusste sehr gut, dass er den Aperitif bei seinem Baum trank, damit Maman nicht noch verrückter wurde, die Kiefer sollte ganz einfach verschwinden. Aber wenn ich mir vorstellte, wie der Baum auf seinem Schiff in der Karibik kreuzte, an Bord Piraten auf Entdeckungsfahrt zu geheimen Inseln, beschloss ich, seine Geschichten zu glauben. Es war wie immer, er log zu schön, aus Liebe." (S. 134ff.)

    Und ganz zum Schluss schließt sich der Kreis und die Geschichte bekommt nochmal einen ganz anderen Zauber.

     

    Ganz klar jetzt schon mein Buch des Jahres!

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    JuliBs avatar
    JuliBvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Anfänglich durch wechselnde Perspektive verwirrend, danach wusste ich was kommen wird. Für mich zu bemüht und anstrengend.
    Warten auf Bojangles

    Wieder gab es eine begeisterte Kollegen-Empfehlung und wieder muss ich sagen, das war leider nicht ganz meins.  


    Zu Beginn des Romans konnte ich nicht einordnen, in welcher Zeit das Drama rund um eine bipolar gestörte Mutter, die keinen Vornamen hat und von ihrem Mann deshalb beliebig angeredet wird, eigentlich spielt. Das Kind erzählt aus der Perspektive des Kindes ehrenrührig seine Abenteuer, fortwährend angehalten zu lügen, um das Leben bunter und schöner zu machen, als es eigentlich ist. Dann folgt plötzlich ein Tagebucheintrag des Vaters, der auch gern flunkert, aber nur um das Elend zu ertragen, welches sich in seiner Familie am Ende natürlich zu einem tragischen Höhepunkt steigern wird. 


    3 von 5 Sternen 
    Zu verrückt, zu chaotisch, zu bemüht dramatisch, irgendwie alles schon mal gelesen und das Ende in der Form fand ich selbstsüchtig banal. Vorhersehbar und trist. 
    Man rast beim Lesen förmlich durch den Roman, als wäre man geradewegs im Kopf dieser rastlosen Idee von Mutter, Vater und Kind, dessen Tempo nicht einmal von "Bojangles" gestoppt werden kann. 
    Sorry, das war leider nicht mein Buch.

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    Daniliesings avatar
    Es ist für uns schon eine liebgewonnene Tradition geworden und vielleicht für euch ja auch? Zum Ende des Jahres blicken wir auf unsere gelesenen Bücher zurück und jeder im LovelyBooks Team überlegt sich ein Buch, das ihn in diesem Jahr ganz besonders begeistern konnte. Die Lieblingsbücher des LB-Teams 2017 möchten wir euch hier verraten und ans Herz lesen. Es ist eine bunte Mischung verschiedener Genres und bestimmt für jeden was dabei.

    Auf einen von euch wartet dabei ein besonderer Gewinn!
    Wir verlosen ein großes Lieblingsbücher-Paket unter allen Teilnehmern dieser Verlosung. In diesem Paket wird jedes der hier genannten 17 Lieblingsbücher einmal vertreten sein.

    Und los geht es mit unseren Herzensbüchern des Jahres:

    diewortklauberin empfiehlt "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky
    Ein Okapi ist ein abwegiges Tier. Ebenso abwegig erscheint es, dass ein Traum von einem ebensolchen einen Todesfall ankündigen soll. Doch das ist nur eine der Kuriositäten, die dem Leser in diesem kleinen Dorf im Westerwald begegnen.
    „Was man von hier aus sehen kann“ hat mich besonders durch seine Unaufgeregtheit begeistert. Es ist eine Geschichte, die leise und schlicht daher kommt und die großen Themen bespricht, ohne sie anzusprechen: den Tod, der uns immer plötzlich trifft, obwohl er unweigerlich Teil des Lebens ist, die Liebe, auf die das Gleiche zutrifft, und den Mut trotzdem (oder eben deswegen) das Leben zu wagen.


    PiaDis empfiehlt "Die Blutschule" von Max Rhode
    Dieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Es ist wirklich verstörend, spannend und gleichzeitig richtig gut. Es steht zwar Thriller drauf, aber da ist schon auch ein wenig Horror drin. Nichts für schwache Nerven ;-) Ein Buch das mich wirklich immer noch ein wenig beschäftigt. Ich habe das Buch fast am Stück gelesen, weil es mich nicht los lassen wollte ...

    sarah_elise empfiehlt "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy Montgomery
    Er kann 16.000 Küsse auf einmal verteilen, Tricks lernen, Türen öffnen, miese Laune verbreiten und mit seinen Tiefseeaugen die Türen zu einer noch unbekannten Welt öffnen. Der Oktopus. Mein Buch des Jahres hat mich auf jeder Seite verzaubert und zugleich meinen Blick erweitert. Meinen Blick auf meine große Liebe, das Meer. Ein liebevolles und tiefgründiges Buch über die Seele der Ozeane für alle Tiefseetaucher, Hobbyaquanauten und jeden Literaturliebhaber.

    infinitejourney empfiehlt "Blade Runner" von Philip K. Dick
    Ein Klassiker, der hochaktuelle Fragen aufwirft: Was braucht ein Mensch um sich als Mensch zu fühlen, wie weit sollen Gefühle gesteuert werden, was ist künstliches Leben wert? Entworfen wird eine dystopische Zukunft, die theoretisch in erschreckend greifbarer Nähe liegt und zum Reflektieren anregt. In Verbindung mit dem filmischen Sequel mein persönliches Lesehighlight in diesem Jahr.

    Marina_Nordbreze empfielt "The Hate U Give" von Angie Thomas
    Selten hat mich beim Lesen ein Buch so wütend gemacht. Warum ist unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch immer so furchtbar rassistisch? Für mehr Wut auf die Missstände und mehr Kraft zur Veränderung empfehle ich ganz dringend die Lektüre von "The hate u give" von Angie Thomas, die ungeschont den Alltagsrassismus in den USA beschreibt. Vielleicht bewirkt das Buch auch hier in Deutschland ein Umdenken bei so manchem Leser. Wünschenswert wäre es.

    Malista empfielt "Warten auf Bojangles" von Olivier Bourdeaut
    Eine Liebeserklärung an das Leben in allen seinen Facetten! Voll Liebe, Hoffnung und Mut erzählt der Autor die Geschichte eines Familienlebens, das auf Grund der Krankheit der Mutter, eigentlich alles andere als leicht sein sollte. Dennoch erscheint das Leben dieser Familie beneidenswert liebevoll und leichtfüßig und es begleitet einem beim Lesen ein herrliches Gefühl, das alles möglich sein kann.

    SandraKath empfiehlt "Caraval" von Stephanie Garber
    Stephanie Garber hat mich beim Lesen komplett vergessen lassen, dass "Caraval" ihr Debüt ist. Man taucht ein in diese magische Welt und kann nicht mehr unterscheiden, was wahr und was nur eine Illusion ist, wem man vertrauen kann und wer lügt. Man folgt Scarlett in ein Spiel um Leben und Tod und sucht mit ihr gemeinsam nach den Antworten auf so viele Fragen. Und gerade, wenn man denkt, dass alle Rätsel gelöst sind, liest man die letzte Seite...

    markusros empfiehlt "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde
    Angestachelt und aufgerüttelt von meiner Tochter, die in der Schule das Thema Bienen und Bienensterben behandelt hat, habe ich mich im Urlaub auf den Roman gestürzt. Ein paar wenige laue Sommerabende am Campingplatz später hatte ich das Buch verschlungen. Neben viel Spannung und schöne Lesestunden hat mir das Buch auch beim aktuellen Thema „Insektensterben“ geholfen, einige aktuelle politische Diskussionen besser einordnen zu können, etwa rund um Glyphosat. Und um selber wenigstens im Kleinen was Gutes zu tun: Im eigenen Garten haben wir seit dem Herbst eine extra bienenfreundliche Wildblumenwiese gesät.

    kultfigur empfiehlt "1Q84" (Buch 1 & 2) von Haruki Murakami
    Ich habe in diesem Jahr für mich das erste Mal Hörbücher ausprobiert. Eigentlich war ich skeptisch, doch nachdem ich 1Q84 von Haruki Murakami (Buch 1 + 2) ungekürzt bei Spotify entdeckt und gehört habe, bin ich absolut fasziniert. Zur erzählerischen Qualität des Autors muss man, glaube ich, nichts sagen und die Geschichte hat, unaufgeregt gelesen von David Nathan, einen unglaublichen Sog. Noch nie waren Figuren für mich so real und zum Greifen nahe und als es zu Ende ging, war ich tieftraurig. Was für ein Glück, dass Buch 3 noch auf mich wartet :-)

    TanjaMaFi empfiehlt "Ein Gentleman in Moskau" von Amor Towles
    Einen klügeren, warmherzigeren und optimistischeren Charakter als Graf Rostov habe ich in einem Buch selten erlebt. 1922 wird er im Hotel Metropol in Moskau unter Hausarrest gestellt und durchlebt in diesem irgendwie sehr gemächlichen Mikrokosmos die nächsten 30 turbulenten Jahre im sich rapide ändernden Russland. Quasi durch das Fenster erlebt der Leser nicht nur einzigartige Figuren aber auch eine faszinierende Reise durch die Zeit. "Ein Gentleman in Moskau" ist definitiv das Buch, das mich dieses Jahr am meisten begeistert hat.

    Sharyssima empfiehlt "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff
    Ein Buch, das mich dieses Jahr vollkommen überrascht und überzeugt hat, ist "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff. Wer glaubt, ein ganz normales Science-Fiction-Buch vor sich zu haben, täuscht sich gewaltig. Die spannende Story wird nämlich mit einem bunten Mix aus Chats, Protokollen, Berichten, Funksprüchen und Bauplänen erzählt, die die Geschichte so plastisch und realistisch machen, dass man sich selbst auf den Raumschiffen im Weltall wähnt. Ein Buch, das geradezu nach einer Verfilmung schreit!

    NaddlDaddl empfiehlt "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson Giolito
    Endlich mal wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte! "Im Traum kannst du nicht lügen" fängt zwar eher ruhig an, zieht einen aber immer mehr in seinen Sog. Majas Gedanken rund um den Prozess sind absolut spannend, ich war wie gebannt von der Frage, was passiert ist, wer welche Rolle gespielt hat und wer die Schuld an den Geschehnissen trägt. Eine Geschichte, die nicht nur aus schwarz und weiß besteht – schon lange hat mich kein Buch mehr so nachdenklich hinterlassen.

    Daniliesing empfiehlt "Before they pass away" von Jimmy Nelson
    So wenige Romane, wie in diesem Jahr, habe ich wohl selten gelesen. Dafür durfte ich große Mengen an (Papp)bilderbüchern anschauen und ein paar interessante Sachbücher entdecken. Kurz vor knapp sind mir jedoch ein Buch und ein Fotograf begegnet, die mich nicht mehr losgelassen haben. Deshalb geht meine Empfehlung an den Bildband "Before they pass away" mit den atemberaubenden Fotos von Jimmy Nelson. Er hat es sich zur Aufgabe und Berufung gemacht, indigene Völker auf der ganzen Welt und in den entlegensten Winkeln der Erde zu entdecken, sie kennen zu lernen und natürlich zu fotografieren. Dieser kleine Einblick in ihren Alltag, der zugleich in starkem Kontrast zu unserer modernen, schnelllebigen Welt steht, macht dieses Buch für mich so eindrucksvoll!

    Cari_f empfiehlt "Nevernight - Die Prüfung" von Jay Kristoff
    Meine persönliche Entdeckung dieses Jahres sind die Bücher von Jay Kristoff. Sowohl "Illuminae", das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat, als auch "Nevernight - Die Prüfung" haben mich absolut in ihren Bann gezogen. Letzteres lässt die Leser in eine düstere Fantasywelt eintauchen und strotzt nur so vor Ironie, Schonungslosigkeit und Ideenreichtum. Dieses Buch ist zwar nichts für Zartbesaitete, lässt aber die Herzen all jener höher schlagen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit wunderbar unperfekten Protagonisten lesen. Eins meiner Highlights des Jahres 2017!

    aba empfiehlt "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von José Eduardo Agualusa
    Ein Buch, das mich zugleich berührt, unterhalten und auch zum Nachdenken gebracht hat, ist "Eine allgemeine Theorie des Vergessens" von dem angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa. In seinem Roman erzählt er die Geschichte einer Frau, die 30 Jahre lang allein und isoliert in der angolanischen Hauptstadt gelebt hat. In ihrer eigenen Wohnung! In derselben Zeit erlebt das Land große politische und wirtschaftliche Umstellungen. Die Protagonistin dieses Romans schafft es, das Schicksal vieler Menschen zu beeinflussen, und das während ihrer Isolation und ohne es überhaupt zu ahnen. Glaubhaft und höchst spannend erzählt Agualusa diese unglaubliche Geschichte, an die ich noch sehr sehr lange denken werde!

    Gexi empfiehlt "Götterblut" von Stella A. Tack
    Für Fantasy mit griechischer Mythologie bin ich eigentlich immer zu haben und Stella A. Tacks Buch war ein Volltreffer. Warrior ist eine eigenwillige und etwas kratzbürstige Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt und die einen oft zum Lachen bringt. Sie nimmt uns mit auf eine Taxifahrt durch die Hölle und auf ein Golfspiel der Götter im Olymp und richtet dabei einiges an Chaos an. Für mich wurde durch dieses Buch klar, dass deutsche Fantasy viel kann! Mein Fazit: einfach göttlich.

    Daria87 empfiehlt "Der Junge auf dem Berg" von John Boyne
    Dieses war mein erstes Buch des Autors und ich war vollends begeistert. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln. Meisterhaft beschreibt John Boyne wie leicht vor allem Kinder beeinflussbar sind und wie wichtig es ist, dass sie gute Vorbilder haben. Eine absolute Leseempfehlung!

    Wir hoffen an dieser Stelle natürlich, dass wir vielen von euch das ein oder andere - oder gleich alle ;-) - unserer Lieblingsbücher schmackhaft machen konnten.

    Wenn ihr also dieses schöne Buchpaket mit unseren 17 Top-Büchern des Jahres gewinnen möchtet, klickt einfach auf "Jetzt bewerben" und verratet uns folgendes:

    Mal angenommen, ihr dieses Jahr nur ein einiziges Buch zu Weihnachten verschenken, das für euch ein echtes Highlight war. Für welches Buch würdet ihr euch entscheiden und wieso?

    Bei dieser Verlosung könnt ihr bis einschließlich 3. Januar 2018 mitmachen! Wir wünschen euch schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Start ins neue Jahr!
    Kathleen1974s avatar
    Letzter Beitrag von  Kathleen1974vor 9 Monaten
    Herzlichen Dank :-)
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    Pressestimmen

    »Ein paar Cocktails, einen Tanz, eine wahnsinnige Frau mit Federhut, mehr hatte es nicht gebraucht, um mich verrückt zu machen nach ihr.«

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