Olivier Guez

 4.4 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Olivier Guez

Ein Franzose erkundet die deutsche Geschichte: Olivier Guez ist ein französischer Journalist und Schriftsteller. Er wurde 1974 in Straßburg geboren und studierte dort zunächst Politische Wissenschaften. 1996 schloss er das Studium im Fach „Internationale Beziehungen“ an, ließ aber sofort verschiedene Aufbaustudien folgen, um 1998 seinen Master an der Universität Brügge abzulegen. Anschließend wurde er als Beobachter für die OSZE zu den Wahlen nach Bosnien-Herzegowina entsandt. Von Brüssel aus berichtete er sodann für die französische Tageszeitung Liberation über Europa, Lateinamerika und den Nahen Osten. Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit erhielt Guez ein Aufenthaltsstipendium für Berlin. Dort recherchiert er zwischen 2005 und 2006. Für sein anschließend erschienenes Buch über die Rückkehr der Juden nach Deutschland erhielt er 2007 einen französischen Literaturpreis. 2011 wurde der Band auf Deutsch unter dem Titel „Heimkehr der Unerwünschten“ veröffentlicht. Zuvor war bereits sein Tatsachenroman über den Berliner Mauerfall unter dem Titel „Die Mauer fällt“ im Piper Verlag erschienen (2009). Inzwischen hat Olivier Guez auch einen zweiten Roman auf Deutsch veröffentlicht, der sich ebenfalls der deutschen Geschichte widmet: „Das Verschwinden des Josef Mengele“ wurde 2018 vom Aufbau Verlag herausgegeben.

Neue Bücher

Das Verschwinden des Josef Mengele
Neu erschienen am 31.08.2018 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.
Das Verschwinden des Josef Mengele: Roman
 (2)
Neu erschienen am 11.08.2018 als E-Book bei Aufbau Digital.
Das Verschwinden des Josef Mengele
 (31)
Neu erschienen am 10.08.2018 als Hardcover bei Aufbau Verlag.

Alle Bücher von Olivier Guez

Olivier GuezDas Verschwinden des Josef Mengele
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Verschwinden des Josef Mengele
Das Verschwinden des Josef Mengele
 (31)
Erschienen am 10.08.2018
Olivier GuezDas Verschwinden des Josef Mengele: Roman
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Verschwinden des Josef Mengele: Roman
Das Verschwinden des Josef Mengele: Roman
 (2)
Erschienen am 11.08.2018
Olivier GuezDas Verschwinden des Josef Mengele
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Das Verschwinden des Josef Mengele
Das Verschwinden des Josef Mengele
 (0)
Erschienen am 31.08.2018
Olivier GuezLa disparition de Josef Mengele (French Edition)
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
La disparition de Josef Mengele (French Edition)

Neue Rezensionen zu Olivier Guez

Neu
Andrea-Pehles avatar

Rezension zu "Das Verschwinden des Josef Mengele" von Olivier Guez

Beklemmend, real und sehr packend!
Andrea-Pehlevor 21 Tagen

Der Journalist und Autor Olivier Guez hat mit fantastischer Recherchearbeit das Leben im Untergrund von Josef Mengele dokumentiert und in einem Roman veröffentlicht.
Mengele, auch bekannt als "Der Todesengel von Auschwitz" selektierte die Ankömmlinge im KZ an der sogenannten Judenrampe. Er schickte Abertausende Menschen in die Gaskammern und auf Schweiterhaufen. An Zwillingen, Kleinwüchsigen, Zigeunern und beeinträchtigen Menschen, ließ er von einem Team aus 20 Ärzten schauerhafte Experimente ausführen und dokumentierte die Ergebnisse.
Nach Kriegsende ist er dauerhaft auf der Flucht - hauptsächlich in Südamerika, wo ihm nur zeitweise ein gutes Leben vergönnt ist. Er ist ein Getriebener, der zwar wichtige gesellschaftliche Kontakte, jedoch keine Freundschaften pflegt.
Beziehungen zu Frauen sind Mittel zum Zweck. Auch nach fast 20 Jahren im Exil hat sich sein krankes Hirn nicht verändert: Er verabscheut beispielsweise die Brasilianer - Mischlinge aus Indianern, Afrikanern und Europäern (Zitat:"Rassenbastards") und bedauert die Abschaffung der Sklaverei.
Der Tatsachenbericht von Olivier Guez ist zum Teil schauderhaft und beklemmend - zumal die Geschichte in keinem Punkt fiktiv ist.
Für mich, die abgesehen von Büchern nur die Großeltern als Zeitzeugen ausfragen konnte, ist realistische Literatur über den 2. Weltkrieg sehr wertvoll und noch immer ein Mahnmal.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

Kommentieren0
0
Teilen
anushkas avatar

Rezension zu "Das Verschwinden des Josef Mengele" von Olivier Guez

Ein wichtiges Buch, das nicht einfach zu lesen ist
anushkavor einem Monat

Südamerika, 1949: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte Josef Mengele einige Zeit unbehelligt weiter in Deutschland leben, doch dann wurden die Verbrecher der Nazi-Zeit zunehmend entlarvt und rechtlich verfolgt. Josef Mengeles Verbrechen kamen nach und nach zu Tage und er musste aus Deutschland fliehen. Er floh dahin, wo Nazis noch immer gut und unbehelligt leben konnten: nach Argentinien. Doch die Nazi-Jäger haben sich an Mengeles Sohlen geheftet und sind ihm auf der Spur. Es bleibt ihm nichts übrig als weiter in den Dschungel hinein und durch Südamerika zu fliehen. Von seiner Familie in Deutschland wird er weiterhin unterstützt, er versucht sogar, eine Beziehung zu seinem Sohn und seiner neuen Frau aufzubauen. Er wird zunehmend paranoid, wartet darauf, dass Gesinnungsgenossen wieder an die Macht kommen und seinen Verdienst für das Volk anerkennen. Seinen Opfern wird niemals Genuugtung wiederfahren ...

Dieses Buch ist in Frankreich laut Verlagsankündigung ein Bestseller. So ganz kann ich das leider nicht nachvollziehen, aber vielleicht hat man dort auch ein anderes Verhältnis zur deutschen Geschichte. Ich habe mich anfangs sehr schwer getan, weil mich der Schreibstil überhaupt nicht erreichen konnte. Lange Zeit war mir der Stil zu beschreibend, Ich hatte eher das Gefühl, eine Biographie zu lesen und nicht einen Roman. Es wurden viele Namen und die jeweiligen Kurzbiographien aufgelistet, sodass es schwer war zu folgen und den Überblick zu behalten. Ich habe eher aus geschichtlichem Interesse weitergelesen. Ich kann gut nachvollziehen, dass man einem Menschen wie Mengele keinerlei Sympathie entgegen bringen und deswegen auch keine Empathie für ihn wecken möchte. Daher habe ich mich einige Zeit gefragt, ob nicht ein anderer Herangang an die Geschichte besser gewesen wäre. Mit fortschreitender Seitenzahl gelang es dem Autor jedoch zunehmend besser, auch mit Distanz ein deutliches Bild von Mengele zu zeichnen: einem überzeugten Übermenschen, herrschsüchtig und in keinster Weise einsichtig. Er tyrannisiert sein Umfeld und hält seinen Forschungen für berechtigt und bahnbrechend. Er leidet zunehmend unter der Situation, wird paranoid, depressiv und krank. Ein wenig Genugtuung verspürt man dann doch. Am Ende wirkte das Buch letztlich doch noch interessant und auch ein wenig spannend bei der Frage, wie nah die Nazi-Jäger Mengele letztendlich kommen werden. Und auch wenn dieses Buch wertvoll und wichtig ist, weil es versucht, einen Einblick in die Psyche eines der schlimmsten Nazi-Verbrecher zu geben und die Frage nach der politischen Deckung von Kriegsverbrechern aufwirft, so war es aufgrund des Stils nicht immer leicht zu lesen, eine Verbindung aufzubauen und an der Geschichte dran zu bleiben.

Kommentieren0
3
Teilen
leserattebremens avatar

Rezension zu "Das Verschwinden des Josef Mengele" von Olivier Guez

Ein unglaublich wichtiges Buch
leserattebremenvor einem Monat

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs muss Josef Mengele nach Südamerika fliehen. Als Kriegsverbrecher gesucht, taucht er dort in einer Gemeinschaft aus Alt-Nazis unter, die sich unter dem Schutz von Péron in Argentinien ein angenehmes Leben machen. Doch mit den Jahren nimmt der Druck immer weiter zu, die Gemeinschaft löst sich auf und Mengele fühlt sich immer verfolgter, auch Scheinexistenzen und die Unterstützung seiner Familie aus Deutschland sind kaum noch eine Hilfe. Doch bis zum Schluss zeigt er sich uneinsichtig und sieht sein Handeln als großen Vaterlandsdienst an.
„Das Verschwinden des Josef Mengele“ ist ein unglaublich spannendes, frustrierendes und gleichzeitig wichtiges Buch. Es zeigt sehr deutlich, wenn auch in fiktionaler Form, dass es in den 40er und 50er Jahren kaum Bemühungen gab, die Nazi-Verbrecher zu fassen, viele wurden sogar direkt wieder in das politische System integriert. Gleichzeitig gibt der Autor Olivier Guez einen Einblick in das mögliche Denken des Kriegsverbrechers Mengele, der zahlreiche grausame Experimente an lebenden Menschen durchführte, nur um sie am Ende direkt umzubringen. Es bedarf schon einer unglaublichen Kaltblütigkeit, um dieses Handeln auch Jahrzehnte später noch immer vor sich selbst als wichtig und nötig zu rechtfertigen. An vielen Stellen lässt einem die Geschichte eine Gänsehaut über den Rücken laufen angesichts des Grauens, oft hat mich das Buch aber auch wütend und frustriert zurückgelassen. Wie leicht wurde es den Mördern gemacht, in Südamerika unterzutauchen, wie wenig wurde getan, um sie einer gerechten Strafe zuzuführen. Auch über 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz müssen wir darüber diskutieren, warum ein Josef Mengele so lange untertauchen konnte, warum so wenig getan wurde, um ihn und viele andere zu finden.
Dieses so schwierige Thema hat Olivier Guez dennoch auf schon fast leichte Art umgesetzt, seine Sprache ist wunderbar flüssig, auch wenn der Roman stilistisch fast wie ein Sachbuch daherkommt. Doch kleine Elemente genügen, um einen immer wieder von der sachlichen auf die emotionale Ebene zu bringen, so nennt er bei der Einführung neuer Personen häufig eine Zahl von ihnen ermordeter Personen direkt in Klammern hinter dem Namen. Eigentlich eine Kleinigkeit, doch die Zahlen sind in ihrer Nüchternheit so beklemmend, dass man erst einmal durchatmen muss, um weiterlesen zu können.
Bei der Lektüre von „Das Verschwinden des Josef Mengele“ schwankte ich ununterbrochen zwischen Neugier und Grauen, war gefangen zwischen Spannung und Abscheu und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Ein großartiges Buch, dessen Thema in der heutigen Zeit absolut relevant ist und unbedingt gelesen werden sollte. 

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Community-Statistik

in 54 Bibliotheken

auf 13 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks