Olivier Roy "Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod"

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Inhaltsangabe zu „"Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod"“ von Olivier Roy

Der Tod ist das Ziel: Über den Nihilismus islamistischer Terroristen
Der globalisierte Terrorismus ist kein neues Phänomen. Neu ist, dass Terrorismus und Dschihadismus sich mit dem Todeswunsch des Attentäters verbinden. Olivier Roy, einer der weltweit führenden Islamismus-Experten, warnt davor, die Ursachen des Dschihadismus vor allem in einer Radikalisierung des Islam zu sehen. Nicht die Religion ist es, die die meist jungen Männer anfeuert – ihre Hinwendung zum Terrorismus ist vor allem Ausdruck eines besonders heftig ausgetragenen Generationenkonflikts und einer ausgeprägten Todessehnsucht.

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  • Der menschliche Kern des Dschihad

    "Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod"

    michael_lehmann-pape

    22. September 2017 um 13:40

    Der menschliche Kern des DschihadOb die Beweggründe vor allem junger, islamischer „Fanatiker“, „Terroristen“ und/oder „Gotteskrieger“ auf eine gemeinsame „Grundformel“ zu bringen sind, dass darf auch nach der Lektüre dieses (mit erfrischend anderem Zugang zum Thema versehen als viele andere „Verstehens-Ansätze) Werkes bezweifelt werden. Was aber in der Natur der Sache begründet liegt. Zigtausende von Menschen haben sich dem „radikalen Dschihad“ verschreiben, aus vielfach verschiedenen Prägungen und mit durchaus auch verschiedenen Motiven.Dennoch aber, die Grundthese Roys fordert zu Recht Beachtung und führt zu einer neuen Sichtweise auf das, was im Titel so schlagwortartig formuliert wird.Wer für sich selbst in die Verneinung sich bewegt, eine „gute Zukunft“, Möglichkeiten der konstruktiven Veränderungen für das eigene Leben nicht sieht, nicht sehen will und negiert, der wird, wie in allen Jahrhunderten und „Kriegsbewegungen“ (bis hin zum Willen, ein ganzes Land und Volk zu „zerstören“, wenn es den „Kampf nicht siegreich gestalten kann“ wie im dritten Reich), sich dem Ideal des Opfers, des Märtyrers, des „höheren Ziels“ der „Vernichtung des (jedes) Feindes“ deutlich leichter und mit deutlich mehr Vehemenz verschreiben, als Menschen, die bewegt werden durch Hoffnung auf ein Licht am Horizont. Zunächst des eigenen, dadurch aber auch des gemeinschaftlichen Lebens (zumindest im persönlichen Umfeld).Dieser psychologische Befund, diese „moderne „Disposition mancher Persönlichkeiten“ führt zu einer neuen Qualität des Kampfes, der in früheren Jahrhunderten und terroristischen Aktionen zwar vereinzelt ebenfalls vorhanden gewesen sein mag, sich nun aber in der Moderne in radikaler Breite zeigt.„Neu ist, dass Terrorismus und Dschihadismus sich mit dem Todeswunsch des Attentäters verbinden“. Dass eine Negierung des eigenen Lebens, so schlimm diese in einen darauf zulaufenden Suizid bereits in sich sein mag, nun mit einer plakativen Verachtung des Lebens anderer (durch krude Argumente und Schlagworte als „Schuldige“ gekennzeichnet), verbindet.„---und sie tun dies, ohne einen ernsthaften Fluchtversuch zu unternehmen und dass ihr Tod für die Durchrührung der Taten (Roy meint hier terroristische Anschläge nicht durch Selbstmordattentäter per se) zwingend nötig sei.Was Roy durchaus zurecht die Möglichkeit eröffnet, auch einen Blick auf politische Attentäter wie den engen Kern der Baader- Meinhof Gruppierung zu werfen, die ebenfalls weder ihren Kampf noch das Opfer ihres eigenen Lebens ab einem gewissen Zeitpunkt in Frage stellten.Was Roy zu der interessanten und aktuell noch wenig beleuchteten These führt, dass nicht der Islam radikalisiert und zu „Selbstmördern“ jedweder Form „erzieht“, sondern dass eine gewisse Neigung zur Radikalität samt Negierung des Wertes des Lebens anderer und gar des eigenen bereits psychologisch-pathologisch in zahlenmäßig beachtenswerten Teilen der „Jugend der Welt“ vorliegt. Diese Haltung, Neigung, Disposition dann ist es, die sich einen „Überbau“ schafft, die Versatzstücke aus Ideologien und Religionen sich für das eigene „Weltbild“ fast noch „zurecht zimmern“, im ihren radikalen Bruch mit der Welt und sich selbst zu begründen. So mag es auch aus dieser Haltung heraus so überaus schwierig sein, über anderes Aspekte des Islam mit „Islamisten“ zu diskutieren. Denn nicht das Gesamte und dann differenziert Betrachtete zählt, sondern eher die Schlagworte, die der vorher bereits verankerte emotionalen Haltung als Schlagworte Ausdruck verleihen.Dabei verhehlt Roy keineswegs die mörderische Strategie des IS auch in Bezug auf „Gehirnwäsche“ und den ständigen Versuchen, maximale Angst in der „saturierten Welt“ zu erzeugen.Betrachtet man die Dinge aber durch Roys Augen, dann wird es nicht reichen, den „äußern Terroristen“ zu bekämpfen. Selbst wenn es gelingt, den IS und andere „religiöse Terrorgruppen“ vollständig zu zerschlagen, änderst dass nichts am Vorhandensein des dafür notwendigen „Nährbodens“ in den, vor allem, jungen Menschen weltweit.Ohne eine Lösung fertig „anzubieten“, legt Roy damit den Finger auf eine offene Wunde aller modernen Gesellschaften. Das Versagen, den Menschen, vor allem den Jungen, gegenüber, Ideale, Perspektiven und Instrumente an die Hand zu geben, das eigene Leben mit einem tieferen Sinn zu füllen als nur mit der Teilnahme am Konsum. Das nämlich stand für nicht wenige radikalisierte Islamisten zuvor durchaus im Bereich der Möglichkeiten, hat aber eben nicht jene Antworten geboten, die Lust am Leben und Respekt vor dem Leben an sich genügend tief verankert hätte.Eine interessante Blickrichtung, die eines vertieften Nachdenkens und einer breiten Diskussion wert ist. Auch wenn nicht jeder alles an Roys Analysen und Folgerungen unterstreichen würde.

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