Olivier Roy Der islamische Weg nach Westen

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Inhaltsangabe zu „Der islamische Weg nach Westen“ von Olivier Roy

Der terroristische Islamismus – eine Gewalt, die aus dem Westen kommt. - Olivier Roys international diskutiertes Buch, endlich auf Deutsch. KURZTEXT Die Radikalisierung des Islam halten viele für eine Antwort traditioneller muslimischer Gesellschaften auf die Moderne. Doch diese Deutung ist falsch. Der renommierte Islamforscher Olivier Roy zeigt, dass der islamische Fundamentalismus selbst ein Produkt der Verwestlichung ist. Nur wer die Krise des globalisierten, kulturell entwurzelten Islam begreift, wird gesellschafts- und sicherheitspolitisch erfolgreich handeln können. ZU DIESEM BUCH Nach den jüngsten Krawallen in Frankreich, den Bombenattentaten in London und der Ermordung des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh stellt sich verschärft die Frage nach der Radikalisierung des Islam. Olivier Roy zeigt, dass alle Versuche, den Islam als eine »Gemeinschaft der Gläubigen« staatlich zu verankern, gescheitert sind. Doch der islamische Fundamentalismus findet in Europa täglich neue Anhänger. Von seinen kulturellen und regionalen Ursprüngen hat sich dieser globalisierte Islamismus längst entfernt. Er ist zu einem Phänomen junger Muslime geworden, die in zweiter Generation in Gesellschaften leben, in denen sie sich als Fremde fühlen. Ihre Forderungen nach einem reinen und authentischen Islam, sind jedoch Ausdruck einer westlich inspirierten, individuellen Sinnsuche.

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  • Rezension zu "Der islamische Weg nach Westen" von Olivier Roy

    Der islamische Weg nach Westen

    StephanSchwarz

    06. May 2012 um 11:32

    Ein auf den ersten Blick sehr provozierender Titel, ein Titel den ich zuerst einmal als unmöglich abgelehnt habe. Der Islam auf den Weg nach Westen? Islam und westliche Werte passen nach landläufiger Meinung in ihrem Erscheinungsbild nun so gar nicht zusammen. Und genau darin liegt schon der erste Fehler, wie Olivier Roy sehr überzeugend darstellt. Er beweist, das wir falsch liegen, wenn wir im Westen annehmen, dass Demokratie und die Trennung der Religion vom Staat immer in ein Gesellschaftsmodell wie das unsrige führt. Laut dem Autor ist bei uns die Modernisierung und die Demokratie durch einen Wechsel vom Kollektiv zum Individuum getragen wurden, in den islamischen Ländern kann es aber ganz anders laufen, da kann die Individualisierung des Glaubens auch zum Fundamentalismus führen, als weiteres Beispiel hierfür nennt er hier die amerikanischen Protestanten und Freikirchen. Man mag das jetzt leichtfertig als französisch gefärbten Antiamerikanismus abtun, ich hingegen finde, das dieser Gedanke lohnt verfolgt zu werden. Roy sieht viele Parallelen zwischen konservativ christlichen Werten und Forderungen von Imamen, die im Westen wirken. Wenn ein solcher Imam die Scheidung verurteilt, dann ist das eher westlich als islamisch geprägt und ruht nicht mehr auf dem Konzept der Scharia, wo die Scheidung auf Antrag des Ehemanns eine der traditionellen Säulen dieses Konzepts darstellt. Roy stellt fest, dass der Neofundamentalismus den Islam an moderne Individualisierungsmodelle und den freien Markt anpasst. Indem er vorgibt, jeden kulturellen Kontext zu ignorieren, und einen Verhaltenskodex zur Verfügung stellt, der in jedem Teil der Welt auf ähnliche Weise funktioniert, ist er ein perfektes Werkzeug der Globalisierung. Roy beschäftigt sich auch mit den Wurzeln des islamistischen Terrornetzwerkes, der Al Qaida. Seiner Meinung nach sind die Terroristen entwurzelte Pessimisten, die wissen, das die sogenannten islamischen Staaten nicht ihrem Idealbild entsprechen. Ihr Kampf dient nicht mehr der Verteidigung eines Territoriums, sondern der Erschaffung einer neuen globalen und virtuellen Umma. Der Kampf ist jetzt eher eine spirituelle Reise, ja er ist der ultimative Beweis des reformierten Selbst. Als Beispiel führt Roy Mohammed Atta auf, der in seinem Testament festlegte, das er nicht auf die traditionelle Art beigesetzt werden wollte. Die Neofundamentalisten werden durch ihre Sorge um die Reinheit des Islams gezwungen das reale Leben, die bestehende Politik und die sie umgebenden Gesellschaften zu ignorieren. Die Religion wird objektiviert, als geschlossenes und ausdrückliches Set von Normen und Werten betrachtet, welches völlig losgelöst ist von der sie umgebenden und gelebten Kultur. Säkularisierung bedeutet also keinesfalls das Ende der Religion sonder nur das sich die Religion von den anderen Sphären des gesellschaftlichen Lebens trennt. Somit begünstigen die Neofundamentalisten die Trennung von Religion und Staat und damit sind sie auf dem Weg in den Westen. Ein anspruchsvolles Buch, das einem die Augen öffnet und auch über das Wirkungsbild unserer eigenen Kultur im Rest der Welt reflektieren hilft. Unbedingt lesenswert!

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