Olli Jalonen

 4,1 Sterne bei 34 Bewertungen

Lebenslauf von Olli Jalonen

Olli Jalonen, 1954 in Helsinki geboren, studierte Sozialwissenschaften und hat lange in Schweden und Irland gelebt. Er zählt zu den bedeutendsten Autoren Finnlands. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt. Für »Die Himmelskugel« erhielt er als erster Autor nach Bo Carpelan zum zweiten Mal den Finlandia-Preis, Finnlands renommiertesten Literaturpreis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Olli Jalonen

Cover des Buches Von Männern und Menschen (ISBN: 9783866482418)

Von Männern und Menschen

 (25)
Erschienen am 05.07.2016
Cover des Buches Vierzehn Knoten bis Greenwich (ISBN: 9783866481244)

Vierzehn Knoten bis Greenwich

 (6)
Erschienen am 09.03.2010
Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)

Die Himmelskugel

 (3)
Erschienen am 16.02.2021

Neue Rezensionen zu Olli Jalonen

Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)oceanlovers avatar

Rezension zu "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Nicht der erhoffte Abenteuerroman...
oceanlovervor 4 Monaten

Leider konnten mich weder Handlung noch Figuren mitreißen - statt Abenteuerstimmung empfand ich - trotz anmutigem Schreibstil - häufig Desinteresse am Geschehen.


Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2021/04/die-himmelskugel.html

Lange habe ich nach den "richtigen" Worten für dieses Buch gesucht. Denn so schwer es manchmal sein mag, Begeisterung in Worte zu kleiden: Noch kniffliger ist es häufig, Enttäuschung angemessen und konstruktiv auszudrücken.

Gleich vorweg: Abgesehen davon, dass "gut" und "schlecht" keine adäquaten und aussagekräftigen Adjektive für Bücher sind, sind sie vor allem subjektive Empfindungen. Diese Rezension ist kein Verriss; kein pauschales Abraten von diesem Buch. Viel mehr eine Begründung, warum es mir keine Lesefreude bereitete.

An aller erster Stelle steht - mal wieder - die verflixte Erwartungshaltung. Nach einigen spannenden Büchern über Wissenschaft und Entdeckungen sowie Klappentext und Cover erhoffte ich mir eine Mischung aus Abenteuerroman, Wissenschaftsgeschichte, Sternenliebe und Segelfieber. Leider nein. Die Seereise findet erst in der Hälfte des Buches statt und verbindet eher zwei Erzählabschnitte, als dass sie eigene Bedeutung oder Schönheit entfalten konnte. Halley und seine Forschung kamen mir auch zu kurz, dazu jedoch später mehr.

Zunächst zur Handlung an sich, die für mich weit von einem Abenteuerroman entfernt war: Das über 500 Seiten starke Buch ist von vielen ausführlichen Schilderungen, ausschweifenden Gedankengängen und Reflexionen geprägt. Die Geschichte ist langsam; von vielen Alltäglichkeiten und Episoden geprägt, die Angus sicherlich prägten; die eigentliche Handlung jedoch nicht voranbrachten. Das Zusammentreffen von ihm und Halley geschieht denn auch erst nach Hälfte des Buches; dann erst bricht Angus überhaupt auf. Bis dahin lernen wir seinen Alltag; das harte Leben auf St. Helena kennen. Das mag auch seinen Reiz haben, war aber nicht meine Motivation, dieses Buch zu lesen. 

Zudem tat ich mich schwer mit Angus, der sicherlich ein Kind seiner Zeit und Umstände war - mich störte jedoch seine naiv-passive Art, die Welt zu betrachten und alles scheinbar ohne Emotionen hinzunehmen. Er wird zusammengeschlagen? Okay. Die Schwester vergewaltigt? Okay. Die Mutter verleumdet? Okay. Überhaupt, die Frauen dieses Buches sind ein weiterer Punkt, der mich störte: Außer einer passiven Opferrolle hatten sie überhaupt keine Bedeutung für die Geschichte, geschweige denn Form und Farbe. Egal ob Angus´ Mutter oder Schwester, die Ehefrau von Halley - sie alle waren einfach da. Und mussten Leid erfahren. Jaja ich weiß, "so war das halt eben damals"?! Das Narrativ gefällt mir dennoch nicht. Ein weiterer Punkt: Der omnipräsente Rassismus, das Klassendenken, die Legitimation der Hierarchien durch den Glauben. Angus (und auch Halley) kratzen zwar an der Oberfläche - "die Anfänge der Aufklärung" habe ich mir jedoch ausdrücklicher und kraftvoller vorgestellt und erhofft.

Zwischendurch habe ich öfters darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Auf Grund fehlender Bindung zu Angus war es mir schlichtweg egal, was (ihm) noch passieren würde. Ich hatte dennoch Hoffnung, dass die ausbleibende Spannung noch einsetzen würde, eine Art "Ziel" sich herauskristallisieren würde. Leider enttäuschte mich jedoch auch das Ende. Im letzten Abschnitt des Buches gefielen mir Angus und Handlung zwar besser, das offene Ende ließ mich jedoch unbefriedigt zurück. Wie bei Washington Black schwebte über meinem Kopf dieses große Fragezeichen - ja und? Was war jetzt die Botschaft, die Geschichte, die unbedingt hatte erzählt werden müssen? Zudem fehlte mir eine historische Einordnung, ein Nachwort des Autors - irgendwas, damit diese 544 Seiten nicht einfach so stehen bleiben. Leider Fehlanzeige.

Herrn Halley, das hatte ich schon angedeutet, lernen wir nur passagenweise kennen. Um ihn dreht sich zwar Angus´ ganze Welt; seine Forschung und Bedeutung wurde jedoch nicht so ausführlich thematisiert, wie ich mir das gewünscht hätte. Unterschwellig wird zudem immer wieder angedeutet, dass er keine so weiße Weste hat, wie Angus das stets glaubt - leider bleiben konkrete Auflösung und die gebührende Empörung hier jedoch aus. 

Während Figuren und Handlung mich also gar nicht zu begeistern wussten, konnte mich Olli Jalonen mit seinem Schreibstil durchaus berühren. Ja, viele Passagen und Gedankengänge waren mir bei Weitem zu ausschweifend, die Perspektive zu naiv-unhinterfragend und hinnehmend - die Wortwahl und Ausdrucksweisen jedoch haben einen gewissen Zauber. Passend zum ruhigen Verlauf der Geschichte ist auch die Sprache auf eine elegante Art träge und nachdenklich. Wer an poetisch anmutender Literatur Freude hat, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

Erwähnenswert übrigens: Dieses Buch wurde nicht - wie so häufig - aus dem (Amerikanischen) Englisch übersetzt, sondern aus dem Finnischen. Leider fehlt mir der Vergleich zu anderer finnischer Literatur; das wäre sicherlich interessant...

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Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)MatthiasBreimanns avatar

Rezension zu "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Ein tolles, spannendes literarisches Werk von Weltniveau
MatthiasBreimannvor 5 Monaten

Ein tolles, spannendes literarisches Werk von Weltniveau, welches der Autor Olli Jalonen mit dem Buch “die Himmelskugel“ erschaffen hat und dem Leser vorliegt. Denn es hier mischt sich Geschichte und Astronomie in einem besonderen Kontext und Blickwinkel. Denn die Geschichte spielt in der Zeit des Kolonialismus und der Aufklärung. Doch das interesannte ist eben der Blickwinkel von dem es der Autor erzählt. Denn so wird die Geschichte von dem (zu Beginne) kleinen 8 Jährigen Angus erzählt der im Laufe der Geschichte natürlich mitwächst. So lernt man nicht nur ihn ganz genau kennen, sondern eben auch alle anderen Figuren, Landschaften und Abenteuer die er auf dem Weg zum Erwachsenwerden und seinem Traum erlebt. 

Hierbei ist eben jenes sehr faszinierend verfasst, da man es eben aus den Augen eines Kindes selbst sieht und mitbekommt was passiert und man als Leser somit auch zwischen den Zeilen lesen muss um Klarheit darüber zu erhalten was wirklich passiert, da eben ein Kind noch nicht jene Tragweite von manchem Geschehnissen begreift und es eben in kindliche Worte fasst. Was eben dem Leser zum mitdenken animiert und ihn gleichzeitig so in die Geschichte einbindet und fesselt. Welche eben zeigt wie das Leben im 17. Jhdt. war. Von den ersten Fortschritten der Wissenschaft, bis hin zur brutalen Sklaverei, Ausbeutung und die elenden Lebensumstände, sowie die Unterschiede zwischen Adel und Bürger. Zudem eben erlebt der Leser wie der kleine, wissbegierige, abenteuerlustige Angus seinen Traum verfolgt.

Zusammengefasst ein brillantes Werk, dass man nur empfehlen kann und zur absoluten Weltliteratur hinzugezählt werden muss.

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Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)Ritjas avatar

Rezension zu "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Es ist ein schönes und lesenswertes Buch.
Ritjavor 7 Monaten

"Die Himmelskugel"
hat mich aus der Komfortzone gerissen und mitgezogen ins Jahr 1679 auf eine kleine Insel, deren Frieden durch einen kaltherzigen, brutalen Gouverneur zerstört wird. Für Angus, einen kleinen Jungen, der sehr schnell laufen, noch besser klettern und am besten beobachten kann, werden die Zeiten hart. Die Freundlichkeit geht verloren, Gerüchte tauchen auf, die Gewalt nimmt zu und er hat immer weniger Zeit für seine Studien, die er für Herrn Halley durchführt. Diese Studien schärfen seine Augen, er muss die Bewegungen am Himmel beobachten und dokumentieren. Er lebt für diese Aufgabe und hofft eines Tages in London bei Herrn Halley arbeiten zu dürfen. 

Es dauert über die Hälfte des Buches bis er in London ankommt. Die Überfahrt auf einem Schiff startet er als blinder Passagier und beendet sie als Schiffsjunge, der geschlagen und gedemütigt worde. Doch irgendwann steht er auf sicheren englischen Boden und verfolgt mit zähem Willen sein Ziel.

Die Geschichte ist wunderbar und traurig zugleich. Sie nahm mich mit, machte es mir aber nicht leicht. Sehr viel wird über die Bibel, Gott und das Leben nach den Regeln der Bibel geschrieben und es gab lange Passagen, die nicht immer einfach zu lesen waren. Jedoch fand ich die Sätze teilweise sehr sehr gut und so passend. Man spürte die Kälte, den Hunger, aber auch den Eifer und die Zielstrebigkeit von Angus. Seinen Kampf, um die Briefe richtig und vollständig zu übergeben, das Nachhaken und vorsichtige Einfordern und seine Standhaftigkeit, fand ich beeindruckend. 

Ganz nebenbei erfuhr man von der Forschung aus dem 17. Jahrhundert. Die Anfänge der wissenschaftlichen Untersuchungen, die Vergleiche untereinander und die gesellschaftlichen Zwänge, die zudem durch den Willen des Königs beeinflusst wurden. 

Es ist ein schönes und lesenswertes Buch. Man muss der Geschichte Zeit geben, sich zu entfalten und dann bereit sein abzutauchen. Es ist kein Buch für mal zwischendurch 10 Minuten Lesezeit, aber es lohnt sich einige Zeit zu investieren, um die gelungenen Sätze zu genießen und mit Angus ans Ziel zu kommen.

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Gespräche aus der Community

Am Samstag haben die Finnen das Mittsommerfest gefeiert und damit den kurzen, aber intensiven finnischen Sommer eingeleitet! Passend dazu haben wir den richtigen Schmöker: Am 5. Juli erscheint der Roman »Von Männern und Menschen« von Olli Jalonen bei uns im mareverlag. Hier habt ihr die Möglichkeit, Euch um eins von 25 exklusiven Leseexemplaren zu bewerben.

Zum Buch:

Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, muss der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen die Kindheit hinter sich lassen und die Ferienmonate auf dem Bau verbringen. Zwischen den erwachsenen und nicht selten verschrobenen Männern taucht er ein in eine völlig neue Welt. Und in den langen und hellen skandinavischen Nächten erscheinen bald auch die Frauen in einem anderen Licht.

Hier geht’s zur Leseprobe.

Möchtest Du zu den 25 Vorablesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantwortet bis zum 4. Juli 2016 die folgende Frage:

Für den Protagonisten verändert der Sommer 1972 alles. Dieser Sommer der ersten Male befördert ihn binnen weniger Wochen in die Welt der Erwachsenen. Welche Ereignisse führten bei euch dazu, dass Ihr Euch ganz plötzlich erwachsen gefühlt habt?

Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen!

Euer mareverlag

* Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

378 BeiträgeVerlosung beendet
Booky-72s avatar
Letzter Beitrag von  Booky-72vor 5 Jahren
Hier fehlte noch meine Rezi. http://www.lovelybooks.de/autor/Olli-Jalonen/Von-M%C3%A4nnern-und-Menschen-1234447569-w/rezension/1323508740/ bei Amazon ab sofort unter Bookstar zu finden. Herzlichen Dank, dass ich dieses tolle Buch lesen durfte.

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