Olli Jalonen

 4,2 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor*in von Von Männern und Menschen, Vierzehn Knoten bis Greenwich und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Olli Jalonen, 1954 in Helsinki geboren, ist einer der bedeutendsten Autoren Finnlands. Er studierte Sozial- und Literaturwissenschaften an der Universität Tampere und hat viele Jahre in Schweden und Irland gelebt und gearbeitet. Seine Werke wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit Finnlands renommiertestem Literaturpreis Finlandia sowie dem Finnischen Staatspreis für Literatur.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Olli Jalonen

Cover des Buches Von Männern und Menschen (ISBN: 9783866482418)

Von Männern und Menschen

 (26)
Erschienen am 05.07.2016
Cover des Buches Vierzehn Knoten bis Greenwich (ISBN: 9783866481244)

Vierzehn Knoten bis Greenwich

 (7)
Erschienen am 09.03.2010
Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)

Die Himmelskugel

 (4)
Erschienen am 16.02.2021
Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783293209411)

Die Himmelskugel

 (3)
Erschienen am 11.07.2022
Cover des Buches Die Kunst, unter Wasser zu leben (ISBN: 9783866486799)

Die Kunst, unter Wasser zu leben

 (1)
Erschienen am 14.02.2023

Neue Rezensionen zu Olli Jalonen

Cover des Buches Die Kunst, unter Wasser zu leben (ISBN: 9783866486799)
Ritjas avatar

Rezension zu "Die Kunst, unter Wasser zu leben" von Olli Jalonen

Erst in den Himmel, dann unter Wasser
Ritjavor einem Jahr

Nachdem ich schon mit Angus und Herrn Halley in den Sternenhimmel schauen durfte, ging es nun unter Wasser. 

Olli Jalonen fordert wieder seine Lesenden heraus. Es ist ein historischer Roman mit vielen Fakten aus der Geschichte, aber auch aus den naturwissenschaftlichen Bereichen. Man sollte sich für Physik, Biologie und Technik interessieren, sonst wird es schnell anstrengend und wahrscheinlich auch zu trocken.

Ich lese diese Art der historischen Geschichten sehr gern, da man viele interessante Fakten und Einblicke in die damalige Forschung und Gesellschaft bekommt. Man lernt einiges dazu und erfährt sehr anschaulich beschrieben, wie anstrengend, gefährlich und kostenintensiv die Forschungen und Studien waren. Man erfährt von geheimen Absprachen, Neid und Missgunst. Der Druck mehr zu leisten, mehr zu erforschen, um der Erste zu sein, war für Herrn Halley sehr hoch. Viele Ämter blieben ihm verwehrt, weil andere Personen bessere Kontakte und Fürsprecher hatten. Frauen spielten in dieser Zeit keine Rolle in den Gremien. Sie waren für das Personal und den Hausstand zuständig. Das Forschungsfieber packte mich und zog mich durch die Seiten. Auch das Bangen um Angus, der in so manche brenzlige Situation kam, sorgte für Spannung. Angus ist erwachsen geworden und hinterfragt einige Ansichten, Arbeiten und Ansagen seines Mentors. Seine innere Unruhe und Angst, seine aufkeimende Unzufriedenheit und sein Bedürfnis nach Familie versucht er mit Gott zu klären und zu erklären. Doch es kommen immer wieder Zweifel.

Der Autor beschreibt alles so detailliert, dass man sich mittendrin fühlt. Die Charaktere entwickelten sich weiter und gingen immer mehr in die Tiefe. Wie beim ersten Teil "Die Himmelskugel" muss man sich Zeit nehmen und längere Passagen am Stück lesen. Es braucht seine Zeit bis man sich an den Sprachstil der Charaktere gewöhnt hat, aber aus meiner Sicht lohnt es sich.

Das Buch baut auf den ersten Band auf, so dass man für ein besseres Verständnis zuerst die "Die Himmelskugel" und dann "Die Kunst, unter Wasser zu leben" lesen sollte. Beide Bücher sind sind absolut lesenswert. 

Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783293209411)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Wie der Komet verglüht diese Biographie niemals
aus-erlesenvor 2 Jahren

Berühmte Wissenschaftler sind immer ein gern genommenes Thema für Autoren. Allein über Albert Einstein wurden so viele Bücher geschrieben, dass sie locker ein ganzes Fußballstadion füllen können. Und immer wieder tauchen neue Erkenntnisse über die Protagonisten auf, so dass es sich durchaus lohnt auch immer wieder ein neues Werk zu lesen. Den Fortschritt hält halt niemand auf. Sie ist die Treibfeder des Forscherdrangs.

So muss sich auch Angus fühlen. Der Junge lebt auf St. Helena, eine Insel, die erst über ein Jahrhundert später berühmt werden sollte. Als schlussendliches Exil von Kaiser Napoleon. 

Dieser Angus ist ein aufgeweckter Junge. Er beobachtet Vögel: Und weil er zählen kann – keine Selbstverständlichkeit im 17. Jahrhundert – darf/muss er sie auch zählen. Für wissenschaftliche Zwecke. Das ist seine Arbeit bei Tag. Hoch oben in den Bäumen, festgezurrt. Des Nachts hingegen beobachtet er die Sterne. Nicht aus Zeitvertreib. Auch hier wieder: Er kann zählen, und diese Fähigkeit soll er einsetzen.

Von Edmond Halley hat er gehört. Ein großer Wissenschaftler im weit entfernten England. Heute bekannt und immer wieder aus der Mottenkiste gekramt, wenn der von ihm entdeckte und nach ihm benannte Komet in Sichtweite rauscht. Schon allein die Tatsache, dass der Junge Angus von der Insel St. Helena im weit entfernten England (und damals war das eine fast unüberwindbare Entfernung, wenn man kein Seemann war) anlandet, ist ein echtes Abenteuer. Heute würde man ihn als illegal eingereisten Immigranten brandmarken. Kurzum: Als blinder Passagier reist er nach England, zu Halley. Angus ist am Ziel seiner Träume. Er soll Edmond Halley um Hilfe bitten. Denn auf St. Helena stehen die Zeichen auf Sturm. 

Nun beginnt für ihn die aufregendste Zeit seines Lebens. 

Olli Jalonen schreibt keine umfassende Biographie über einen der berühmtesten Wissenschaftler. Er seziert einen Teil seines Lebens bis ins Kleinste. Europa ist immer noch im Umbruch. Was in der Renaissance begann, wirkt bis heute nach. Die Allmacht der Kirche ist gebrochen. Wissenschaftliche Denkweisen und technische Errungenschaften lassen jahrhunderte alte Denkstrukturen und Dogmen in sich zusammenbrechen. Ein kleiner Junge als Denkanstoß, ein heller Geist und der Drang nach Erkenntnis kollidieren auf engstem Raum. Wer bisher mit Edmond Halley bisher nicht allzu viel in Verbindung brachte, liest man sich schnell in einen Rausch. Ganz behutsam, kein Detail außer Acht lassend, kreiert Olli Jalonen ein Universum, das in sich geschlossen ist, dennoch unendliche Weiten in sich aufnehmen kann. 

Cover des Buches Die Himmelskugel (ISBN: 9783866486096)
oceanlovers avatar

Rezension zu "Die Himmelskugel" von Olli Jalonen

Nicht der erhoffte Abenteuerroman...
oceanlovervor 3 Jahren

Leider konnten mich weder Handlung noch Figuren mitreißen - statt Abenteuerstimmung empfand ich - trotz anmutigem Schreibstil - häufig Desinteresse am Geschehen.


Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2021/04/die-himmelskugel.html

Lange habe ich nach den "richtigen" Worten für dieses Buch gesucht. Denn so schwer es manchmal sein mag, Begeisterung in Worte zu kleiden: Noch kniffliger ist es häufig, Enttäuschung angemessen und konstruktiv auszudrücken.

Gleich vorweg: Abgesehen davon, dass "gut" und "schlecht" keine adäquaten und aussagekräftigen Adjektive für Bücher sind, sind sie vor allem subjektive Empfindungen. Diese Rezension ist kein Verriss; kein pauschales Abraten von diesem Buch. Viel mehr eine Begründung, warum es mir keine Lesefreude bereitete.

An aller erster Stelle steht - mal wieder - die verflixte Erwartungshaltung. Nach einigen spannenden Büchern über Wissenschaft und Entdeckungen sowie Klappentext und Cover erhoffte ich mir eine Mischung aus Abenteuerroman, Wissenschaftsgeschichte, Sternenliebe und Segelfieber. Leider nein. Die Seereise findet erst in der Hälfte des Buches statt und verbindet eher zwei Erzählabschnitte, als dass sie eigene Bedeutung oder Schönheit entfalten konnte. Halley und seine Forschung kamen mir auch zu kurz, dazu jedoch später mehr.

Zunächst zur Handlung an sich, die für mich weit von einem Abenteuerroman entfernt war: Das über 500 Seiten starke Buch ist von vielen ausführlichen Schilderungen, ausschweifenden Gedankengängen und Reflexionen geprägt. Die Geschichte ist langsam; von vielen Alltäglichkeiten und Episoden geprägt, die Angus sicherlich prägten; die eigentliche Handlung jedoch nicht voranbrachten. Das Zusammentreffen von ihm und Halley geschieht denn auch erst nach Hälfte des Buches; dann erst bricht Angus überhaupt auf. Bis dahin lernen wir seinen Alltag; das harte Leben auf St. Helena kennen. Das mag auch seinen Reiz haben, war aber nicht meine Motivation, dieses Buch zu lesen. 

Zudem tat ich mich schwer mit Angus, der sicherlich ein Kind seiner Zeit und Umstände war - mich störte jedoch seine naiv-passive Art, die Welt zu betrachten und alles scheinbar ohne Emotionen hinzunehmen. Er wird zusammengeschlagen? Okay. Die Schwester vergewaltigt? Okay. Die Mutter verleumdet? Okay. Überhaupt, die Frauen dieses Buches sind ein weiterer Punkt, der mich störte: Außer einer passiven Opferrolle hatten sie überhaupt keine Bedeutung für die Geschichte, geschweige denn Form und Farbe. Egal ob Angus´ Mutter oder Schwester, die Ehefrau von Halley - sie alle waren einfach da. Und mussten Leid erfahren. Jaja ich weiß, "so war das halt eben damals"?! Das Narrativ gefällt mir dennoch nicht. Ein weiterer Punkt: Der omnipräsente Rassismus, das Klassendenken, die Legitimation der Hierarchien durch den Glauben. Angus (und auch Halley) kratzen zwar an der Oberfläche - "die Anfänge der Aufklärung" habe ich mir jedoch ausdrücklicher und kraftvoller vorgestellt und erhofft.

Zwischendurch habe ich öfters darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Auf Grund fehlender Bindung zu Angus war es mir schlichtweg egal, was (ihm) noch passieren würde. Ich hatte dennoch Hoffnung, dass die ausbleibende Spannung noch einsetzen würde, eine Art "Ziel" sich herauskristallisieren würde. Leider enttäuschte mich jedoch auch das Ende. Im letzten Abschnitt des Buches gefielen mir Angus und Handlung zwar besser, das offene Ende ließ mich jedoch unbefriedigt zurück. Wie bei Washington Black schwebte über meinem Kopf dieses große Fragezeichen - ja und? Was war jetzt die Botschaft, die Geschichte, die unbedingt hatte erzählt werden müssen? Zudem fehlte mir eine historische Einordnung, ein Nachwort des Autors - irgendwas, damit diese 544 Seiten nicht einfach so stehen bleiben. Leider Fehlanzeige.

Herrn Halley, das hatte ich schon angedeutet, lernen wir nur passagenweise kennen. Um ihn dreht sich zwar Angus´ ganze Welt; seine Forschung und Bedeutung wurde jedoch nicht so ausführlich thematisiert, wie ich mir das gewünscht hätte. Unterschwellig wird zudem immer wieder angedeutet, dass er keine so weiße Weste hat, wie Angus das stets glaubt - leider bleiben konkrete Auflösung und die gebührende Empörung hier jedoch aus. 

Während Figuren und Handlung mich also gar nicht zu begeistern wussten, konnte mich Olli Jalonen mit seinem Schreibstil durchaus berühren. Ja, viele Passagen und Gedankengänge waren mir bei Weitem zu ausschweifend, die Perspektive zu naiv-unhinterfragend und hinnehmend - die Wortwahl und Ausdrucksweisen jedoch haben einen gewissen Zauber. Passend zum ruhigen Verlauf der Geschichte ist auch die Sprache auf eine elegante Art träge und nachdenklich. Wer an poetisch anmutender Literatur Freude hat, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.

Erwähnenswert übrigens: Dieses Buch wurde nicht - wie so häufig - aus dem (Amerikanischen) Englisch übersetzt, sondern aus dem Finnischen. Leider fehlt mir der Vergleich zu anderer finnischer Literatur; das wäre sicherlich interessant...

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 66 Bibliotheken

auf 10 Merkzettel

von 1 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks