Olli Jalonen Vierzehn Knoten bis Greenwich

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Inhaltsangabe zu „Vierzehn Knoten bis Greenwich“ von Olli Jalonen

' So habe ich mir gedacht anzufangen, Maaria: Die Welt spült die Menschen auseinander. ' . aber die Welt spült die Menschen auch zusammen: Nach jahrelanger Funkstille bekommt Petr Järvi Post von seinem Studienfreund Graham aus Irland. Graham lädt ihn ein, an einem außergewöhnlichen Wettbewerb teilzunehmen. Innerhalb des Jahres 2007 sollen die Teilnehmer die Erde entlang des Nullmeridians umrunden, von Greenwich nach Greenwich, zu Fuß und im Segelboot. Mit zum Team der beiden Freunde gehören Grahams Frau Isla und Petrs Bruder Kari aus Finnland. Im Lauf der Weltumrundung verliert der Wettbewerb mehr und mehr an Bedeutung und die Spannungen zwischen den Reisenden nehmen zu. Während Graham immer eigensinniger wird und er und Isla sich voneinander entfernen, kommen Isla und Kari sich näher – bis am Ende der Reise für jeden der vier die Welt auf dem Kopf steht. Olli Jalonens Roman, der in Finnland ein großer Erfolg war und nominiert für den Finlandia Prize, ist eine tief greifende Reflexion über unsere Zeit, eine Reise hinaus in die Welt und in unser Innerstes. Seine Geschichte handelt von Freundschaft, Liebe, dem Verhältnis zwischen ungleichen Brüdern – und von dem Heim- und Fernweh, das jeder von uns spürt.

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  • Rezension zu "Vierzehn Knoten bis Greenwich" von Olli Jalonen

    Vierzehn Knoten bis Greenwich

    Lillief

    11. August 2011 um 16:07

    Das Buch ist entspannend und ein toller Ausgleich zum hektischen Alltag, da auch die Hauptfigur selbst erst langsam in die erzwungene Langsamkeit hineinwächst. Es geht darum, auf dem Nullmeridian einmal um die Welt zu reisen, dabei aber so wenig wir möglich motorisierte Verkehrsmittel zu benutzen. Es wird also gelaufen und gesegelt. Die Reise findet im Gedenken an den Astronomen Edmund Halley statt. Was mir nicht so gut gefallen hat ist, dass beim Leser Erwartungen geschürt werden. In Nebensätzen wird immer wieder eine scheinbare ungeheuerlichkeit angekündigt, die aber nie aufgeklärt wird. Eigentlich dachte ich, das Buch hat ein fulminantes Finale, aber eigentlich hört es einfach auf. Trotzdem lesenswert. Am besten mit einem Atlas auf dem Schoß...

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  • Rezension zu "Vierzehn Knoten bis Greenwich" von Olli Jalonen

    Vierzehn Knoten bis Greenwich

    Die Buchprüferin

    22. May 2011 um 10:21

    Wo mir in letzter Zeit so vieles zu schnell geht, kam mir dieses Buch gerade recht. Denn es ist langsam. Langsam ist dieses Buch, langsam will es gelesen werden, und langsam muss man auch einsteigen, sonst stolpert man im Perspektivendschungel über die eigenen Füße. Dabei lässt sich die Handlung in einem Satz zusammenfassen: Eine kleine Gruppe von Menschen umrundet innerhalb eines Jahres und im Rahmen eines Wettbewerbs mit möglichst einfachen Mitteln entlang des Nullmeridians die Welt. Olli Jalonen hat aus dieser Idee einen 460 Seiten starken Roman gemacht, der durch die – in ihrem Wechsel zunächst gewöhnungsbedürftigen, später selbstverständlichen – Perspektiven der TeilnehmerInnen an diesem unglaublichen Trip erzählt wird. Dabei stehen, trotz großer Kulisse, weniger die äußeren Ereignisse der Reise im Vordergrund als die inneren. Denn obwohl es sowohl für die Reisenden wie auch für die LeserInnen aufregend ist, wenn Luftschiffe bestiegen, Eismeere durchkreuzt, Stürme bestanden, Berge und Urwälder bezwungen werden, hängt doch letztlich alles an der Verfassung der Menschen und ihrer Beziehungen untereinander. Zu Beginn sind zwei davon Geschwister und zwei ein Liebespaar. Am Ende ... ist alles anders. Dieser Roman ist schön, etwas bedächtig, traurig, ehrlich und voll mit tiefen Themen, ohne darin zu versacken – dank der äußeren Handlung konnte dieses Kunststück gelingen. Stefan Moster, der Übersetzer, ist selbst Autor und hat den Roman hervorragend ins Deutsche hineininterpretiert. Olli Jalonen hat das auch mehr als verdient – er ist in Finnland ein bedeutender Autor, von dem nun endlich ein Roman auf Deutsch erschienen ist. Ich hoffe, das ist noch mit vielen seiner Bücher der Fall.

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  • Rezension zu "Vierzehn Knoten bis Greenwich" von Olli Jalonen

    Vierzehn Knoten bis Greenwich

    emeraldeye

    18. October 2010 um 12:16

    Der Verlag: Olli Jalonens Roman ist eine tiefgreifende, Reflexion über unsere Zeit, eine Reise hinaus in die Welt und in unser Innerstes. Seine Geschichte handelt von Freundschaft, Liebe, dem Verhältnis zwischen ungleichen Brüdern und von dem Heim-und Fernweh, das jeder von uns spürt. Ein ungewöhnlicher Titel, ein ungewöhnliches Thema. Geocaching als Grundlage eines Romans über eine Reise der besonderen Art. Nur die Beschreibung dieser "Reise um die Welt" hätte schon einen wahrhaft spannenden Roman ergeben. Aber offensichtlich hat dies dem Autor nicht gereicht. DIe Geschichte wird aus vier Perspektiven erzählt. In der deutschen Übersetzung hat jede/r Erzählerin/Erzähler seine eigene Schrifttype (um die Perspektiven besser auseinanderhalten zu können?). Eckige Klammern, viele Absätze, manchmal nur dreizeilige Anmerkungen der Reiseteilnehmer etc. verwirren zusätzlich und brechen die Spannung viel zu oft. Der Erzählfluss wird dadurch empfindlich gestört. Eine Reise auf den Spuren Edmund Halleys ist für sich genommen schon ein vielschichtiges und aufregendes Thema, es hätte nicht noch vier! Erzähler gebraucht, um dies dem Leser/der Leserin nahe zu bringen. Der Wirrwarr steigert sich noch auf den letzten hundert Seiten, wenn irgendwann die Realität nicht mehr mit den Notizen der Reisenden übereinstimmt. Dem andauernden Perspektivwechsel fallen leider auch Teile der Reisebeschreibung zum Opfer, über die zu lesen bestimmt interessant gewesen wäre, z.B. die Etappe von Gao (Mali) bis Tema (Ghana), die Graham, der Kopf des Teams und Petr allein und zu Fuß überwinden. Das wäre mindestens so spannend gewesen wie die sich bruchstückhaft entwickelnde Beziehung zwischen Kari und Isla zu verfolgen. Und warum Kari in seinen Aufzeichnungen immer mit einer "Maari" spricht, bleibt bis zum Ende des Romans offen..... Trotzdem fühlt man sich den Protagonisten nahe auf ihren beschwerlichen äußeren und inneren Wegen und wünscht ihnen, das die Mühsal, die sie auf sich genommen haben, ihr restliches Leben für immer verändert und bereichert.

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  • Rezension zu "Vierzehn Knoten bis Greenwich" von Olli Jalonen

    Vierzehn Knoten bis Greenwich

    HeikeG

    11. April 2010 um 14:01

    Die Schlange beißt sich in den Schwanz . "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen." (Matthias Claudius [1740-1815]). Viele Schriftsteller - so auch Johann Wolfgang von Goethe - fassten die Lust und den positiven Bildungseffekt einer Reise in Worte: "Die Reise gleicht einem Spiel; / es ist immer Gewinn und Verlust dabei, / und meist von der unerwarteten Seite; / man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. / Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: / sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet." . In Olli Jalonens neuem Roman, der für den Finlandia Prize nominiert war und dessen Werk nun erstmals kongenial von Stefan Moster ins Deutschen übertragen wurde, geht es gleichfalls um eine Reise oder eher um einen Wettbewerb, einen sehr ungewöhnlichen noch dazu. Zu Ehren des 350. Geburtstag des Astronomen und Kartografen Edmond Halley, der schon als 22-jähriger zu Ruhm und Ehren gelangte, als er auf St. Helena die Positionen von 341 Sternen des südlichen Himmels vermaß, machen sich zwölf Teams auf, entlang des Nullmeridians - „From Greenwich to Greenwich“ - die Erde in einem Jahr zu umrunden. Erlaubt sind dabei nur Fortbewegungsmittel, die es zu Halleys Zeiten gab: per pedes im Landesinneren, mit einem Segelboot auf dem Wasser und mittels Luftschiff für die unwegsamsten Gebiete der Polarregionen und politisch brisante Gebiete in Afrika. Außerdem ist es nicht erlaubt, elektronische Geräte zu benutzen. „Die Verpflichtung, sich von der modernen Zeit loszusagen, war eine Simulation des 18. Jahrhunderts und eine Huldigung an Halley.“ . Team Nummer 6, bestehend aus zwei finnischen Brüdern und einem britischen Ehepaar, begleitet der Autor auf dieser Erdumrundung, dem die zündende Idee zu seinem Roman auf Napoleons Verbannungsinsel St. Helena kam und der für die Recherche unglaubliche 90 000 Kilometer bewältigte. „Die Welt ist ziemlich klein. Man muss nur einen Entschluss fassen und aufbrechen.“, vermerkt Kari, der als letzter zu dem Team stößt, eigentlich um seinem Bruder Petr die Nachricht vom Tod ihres Vaters zu überbringen und die Erbschaft zu regeln, letztendlich aber die Reise bis zum Ende mit den anderen absolviert. Zwei Teammitgleider haben eine Schnur um den Hals, die eine feine Ortungselektronik enthält und deren 14 farblich unterschiedliche Knoten wie ein Stempelsystem beim Orientierungslauf fungieren. Mittels vager Andeutungen und Rätsel müssen nur noch die „Stempelstellen“ auf der Erde gefunden werden. Doch was anfänglich wie eine interessante Herausforderung ausschaut, wird schnell zum Grenzwert der eigenen Möglichkeiten. „Weit über die Hälfte der Strecke bestand aus Meer, mehr als ein Viertel aus Eis und Schnee. Bewohntes Land entfiel auf den Meridian am wenigsten, kaum siebentausend Kilometer, und Europa wurde von der Linie nicht einmal zu vier Prozent berührt.“ . Jalonen hat seine Erzählung als raffiniertes Konstrukt unterschiedlichster Sichtweisen entworfen. Mittels Logbucheinträge der Teammitglieder, Gedankenbruchstücken Petrs und den ausformulierenden Passagen Karis - ein Sammeln von Bedeutungssplittern, deren eigentliche Tragweite erst gegen Ende des Romans offensichtlich wird - bewegt er sich langsam und bedächtig Meile für Meile mit den vier Abenteurern und dem Leser auf dieser strapaziösen Tour voran. Gerade mit seiner unaufgeregten Erzählweise dringt er ganz tief in das Innere der Menschen und das Befremdliche mancher Gegenden ein. Stück für Stück entsteht dadurch eine eigene, logische Wahrheit. „Die Zeiten lagern sich Schicht für Schicht übereinander. Wenn man sich erinnert, erinnert man sich an Blätter auf einem Stoß: Es werden Löcher hineingebrannt, in immer anderen Formationen, und dann werden kurz unterschiedliche Teile sichtbar (...) die Dinge gerieten schneller miteinander in Zusammenhang“. . Der Duktus von Olli Jalonen offenbart wieder einmal mehr die typische Erzählweise vieler nordischer, vor allem finnischer Autoren. Ruhig, gelassen und neutral, öffnet er Räume und erschafft auf eine subtile Art und Weise Entfremdungsszenarien mitten in den Alltag und potenziert diese noch, obwohl sie zunächst realistisch und gänzlich neutral daherkommen. Meisterhaft schiebt er kleine Partikel von ganz weit hinten ins Bewusstsein, mischt und verrückt sie, sodass sie anders verstanden werden. Der Leser selbst befindet sich in der Mitte und die Gedankenpartikel strömen zusammen. Allerdings erfordert die Lektüre ein gewisses eigenständiges Innehalten und Eintauchen in die ungewöhnliche Erzählweise. Aber mit fortschreitender „Breitengradenüberschreitung“ gelingt dies immer besser. „Das Künftige kann man nicht sehen; dort, wo man sich gerade befindet, kann man nur Rand und Schleier des Kommenden greifen.“ . Fazit: Vier Menschen auf engstem Raum und ohne technische Hilfsmittel umrunden den Nullmeridian der Erde. Olli Jalonens Roman gewährt tiefe Innensicht in den Menschen als eigenes Individuum und zeigt auf, wie wenig wir uns doch eigentlich wichtig nehmen sollten im Gesamtkreislauf der Erde. „So schnell wird der Mensch ein bisschen ein anderer, auch wenn er von sich selbst nicht loskommt. (...) Von dem, was früher war, kommt man nicht los, aber man kann es zur Seite schieben, damit es keinen Schatten wirft, vorausgesetzt, im Neuen ist man bei sich und es gibt genügend Licht und Gutes.“ . „Sehnsucht ist die Summe der Welt.“ (aus „Vierzehn Knoten bis Greenwich“)

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