Olli Jalonen Von Männern und Menschen

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Inhaltsangabe zu „Von Männern und Menschen“ von Olli Jalonen

Der Sommer, in dem alles zum ersten Mal geschah Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, wird der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen in die Pflicht genommen – vorbei sind die unbeschwerten Tage seiner Kindheit. Anstatt Krebse zu fangen, verbringt er die Ferienmonate mit dem Bau von Regenrinnen und taucht ein in die bislang fremde und oft raue Welt der Erwachsenen. Doch der Arbeit am Tag folgen lange, warme Abende und Nächte, in denen heimliche Unternehmungen zu Abenteuern ganz anderer Art führen . . . Mit großer menschlicher Wärme, Weisheit und subtilem Witz erzählt der preisgekrönte Autor Olli Jalonen in seinem neuen Roman von einem finnischen Sommer in den Siebzigern, in dem Piratensender ihre Hochphase erleben, die ganze Welt von den Olympischen Spielen in München redet – und der unvergessliche Held der Erzählung zum Mann wird.

grandios!

— Booky-72
Booky-72

Wunderbar stimmige Geschichte über das Erwachsen werden im Finnland der 70er Jahre.

— leserattebremen
leserattebremen

Eine Jugend in Finnland der Siebziger, ein interessantes Thema, besonders für Leute, die diese Zeit in einem anderen Land erlebt haben.

— Tulpe29
Tulpe29

Ein Roman vom Erwachsen werden

— thesmallnoble
thesmallnoble

Ein Roman über einen Sommer 1972 in Finnland in dem ein Junge zum Mann wird um seine Familie zu unterstützen .

— jawolf35
jawolf35

Ein Sommer mit O geht vorbei. Nostalgisch, finnisch, melancholisch.

— ClaraOswald
ClaraOswald

Ein Roman über das Erwachsenwerden in Finnland im Sommer 1972 mit einem ebenso klugen wie braven Protagonisten.

— Barbara62
Barbara62

Prädestiniert dafür, den Glauben an das Gute im Menschen zurückzugeben - aber nur an geduldige Leser!

— TochterAlice
TochterAlice

Eine detaillierte Schilderung über das Erwachsenwerden in der finnischen Provinz 1972.

— hundeliebhaber
hundeliebhaber

Ein Sommer in Finnland und ein Junge, der versucht erwachsen zu werden - hervorragend und mit vielen Zwischentönen erzählt.

— louella2209
louella2209

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  • Von Männern und Menschen

    Von Männern und Menschen
    Booky-72

    Booky-72

    18. September 2016 um 21:59

    Finnland im Jahr 1972. Keine einfache Zeit für einen Jungen wie den Protagonisten, der im Buch einfach O. genannt wird. Gerade soll er die Entscheidung treffen: weiter zur Schule gehen mit der Möglichkeit kurzzeitig ins Ausland zu gehen oder beruflich Fuß zu fassen. Vorerst wird ihm die Entscheidung abgenommen, der er muss Geld verdienen, sein Vater ist krank und er muss nun zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Er muss sich rasant vom Kind zum Mann wandeln und dem sympathischen Protagonisten gelingt das richtig gut. Er fügt sich in die Männerwelt sehr gut ein und wird von seinen Kollegen als vollwertiger Kollege geachtet. Die Zeit der 70er Jahre, die auch politisch sehr prägend war, ist hier grandios beschrieben für jeden Interessierten und Kenner des Landes. Ich, selbst im Jahre 1972 geboren, aber noch nie in Finnland gewesen, bin sehr beeindruckt von diesem grandiosen Werk des Autors Olli Jalonen, das mich auf jeder seiner 533 Seiten überzeuge konnte. Absolute Weiterempfehlung und 5 Sterne.

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  • Von Männern und Menschen

    Von Männern und Menschen
    Blaustern

    Blaustern

    19. August 2016 um 12:40

    O. ist ein 17jähriger Junge aus Finnland, der in den 70er Jahren lebt. In einem kleinen Dorf wächst er bei seinen Eltern auf und hat ein recht angenehmes Leben. Seine Schulnoten sind bestens und ein Stipendium in den USA winkt. Doch leider wird sein Vater schwer krank, was alles ändert. Er kann nicht mehr arbeiten und hat Schulden. Für O. ist es selbstverständlich, dass er hilft und stellt seine Träume hintenan. So geht er in seinen Ferien auf dem Bau arbeiten, um die Schulden abtragen zu können. Seine Freunde hingegen können das unbeschwerte Leben weiter genießen und auch eine Tour durch Europa unternehmen. Für O. ist dies jedoch der Sommer des Erwachsenwerdens. Wir begleiten O. in seinem Leben der 70er Jahre in Finnland, erhalten Einblick in die Politik und in die junge Männerseele. Das macht sich hier besonders gut, da der Hauptdarsteller aus seiner Perspektive erzählt. O. ist ein ruhiger Mensch und steht für andere ein, besonders für seine Familie, die ihm richtig am Herzen liegt. So stellt er sich selbst hintenan und lernt, Verantwortung zu übernehmen, was ihn sehr sympathisch macht. So wie Os Charakter, wird auch die Geschichte erzählt. Sie besitzt einen eher ruhigen Schreibstil. Manchmal zu ruhig, was Längen entstehen lässt, denn der Umfang des Buches ist doch sehr beachtlich. Die Stimmung ist dabei etwas schwermütig, doch immer wieder blitzt ein trockener Humor durch. Lesen kann man es jedoch gut flüssig. Am Ende werden nicht alle Fragen geklärt.

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  • Ab wann ist man erwachsen?

    Von Männern und Menschen
    leserattebremen

    leserattebremen

    11. August 2016 um 15:17

    Erwachsen wird man nicht mit einem bestimmten Datum, sondern mit dem, was man tut und welche Verantwortung man übernimmt. Das zeigt Olli Jalonen am Beispiel seines Erzählers in dem Roman „Von Männern und Menschen“ sehr deutlich. Als sein Vater erkrankt und seine Arbeit verliert, beginnt sein 17-Jähriger Sohn in den Ferien zu arbeiten um die Familie zu unterstützen. Unausgesprochen schwebt darüber aber die Tatsache, dass er nach dem Sommer nicht wieder zur Schule gehen wird, da sein Vater die Familie jetzt nicht mehr versorgen kann. Während seiner Sommerarbeit findet er sich auf dem Bau in der Welt der Erwachsenen wieder und wird von Ihnen auch so behandelt. Schnell muss er Verantwortung übernehmen und wächst an seinen Aufgaben. Olli Jalonen ist eine großartige Geschichte über die abwechslungsreiche Zeit des Erwachsenwerdens gelungen, in der der Protagonist, der von ihm keinen Namen bekommt, immer zwischen Jugendlichem und Erwachsenem schwankt. Er trifft sich mit Freunden, verliebt sich in ein Mädchen aus der Schule und macht die typischen Dinge, die alle Jugendlichen in seinem Alter machen. Doch das ist nur sein Wochenende. Unter der Woche ist der Erwachsene, der Ernährer der Familie, der arbeitet, sich mit seinen Kollegen auseinandersetzt und sich weiterentwickelt. Diese Welten konkurrieren miteinander und überlappen sich, aber sie sind dennoch auf eine gewisse Art und Weise getrennt. Die ganzen Geschehnisse siedelt Jalonen im Finnland der frühen 70er Jahre an und verbindet sie mit Hinweisen auf die politische Situation im Land. Die Geschichte des Protagonisten ist dabei sehr offen gestaltet, so dass beim Lesen viel Platz für eigene Reflexionen und Interpretationen über den Protagonisten bleibt. „Von Männern und Menschen“ ist keine Geschichte, der man einfach runterliest, man sollte sich auf den Protagonisten einlassen und ihn wirklich begleiten, dann kommt er einem viel näher, als es auf den ersten Blick scheint. Mir hat „Von Männern und Menschen“ von Olli Jalonen ausgesprochen gut gefallen, es war ganz anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Eine wunderbare Geschichte mit einem großartig beschriebenen und in sich schlüssig aufgebauten Protagonisten, er einen mitnimmt auf die Reise in seine kleine Welt. 

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  • Finnischer Sommer

    Von Männern und Menschen
    Tulpe29

    Tulpe29

    10. August 2016 um 18:30

    Hier wird das manchmal turbulente, manchmal auch eintönige, schwere und schöne Leben eines jungen Mannes an der Schwlle zum Erwachsenwerden beleuchtet. Halb  noch pubertierender Jugendlicher, halb schon junger Mann, erlebt  er in einem Sommer viele Höhen und Tiefen. Kurz vor seinem 18. Geburtstag muß er bereits viel Verantwortung tragen und schwerwiegende Entscheidungen treffen. Er ist bereit, für seine Familie große Opfer zu bringen, aber sind sie auch wirklich nötig,  oder wird doch noch alles gut?

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  • Ein Roman vom Erwachsen werden

    Von Männern und Menschen
    thesmallnoble

    thesmallnoble

    06. August 2016 um 13:25

    „Von Männern und Menschen“ war für mich wie eine gedankliche Zeitreise, die mir große Freude machte und mich in eine Zeit und ein Land versetzte, die ich vorher noch nicht kennen lernen durfte. Olli Jalonen hat den Protagonisten, über den man nicht mehr als den Anfangsbuchstaben und den Fakt, dass er eine Brille trägt, erfährt, gut ausgearbeitet. Obwohl es manchmal unglaubwürdig wirkt, da die Hauptfigur fast schon makellos dargestellt ist, weckt er schnell mit seiner Großherzigkeit und seinem starken Charakter die Sympathien beim Leser. Besonders die beschriebenen Gedankengänge von ihm haben mir sehr gefallen und dem Roman einen leichten Hauch Melancholie verpasst. Etwas störend empfand ich es, dass einige Fragen am Ende des Romans offen blieben. Zum Beispiel, was es mit der anderen Frau und O's Halbschwester auf sich hat, denn dort gibt es sicher eine interessante Geschichte zu und wie es mit Karina und dem Protagonisten weitergeht. Natürlich lässt sich all das jedoch nicht in einem Sommer klären. Obwohl mir der Roman insgesamt gut gefallen hat, hatte ich immer wieder Probleme weiter zu lesen und dem Inhalt zu folgen. Es entstanden für mich einige Längen, vor allem in den für mich zahllosen Gesprächen der Männer über die finnische Politik. Für mich der mit Abstand uninteressanteste Teil des Romans, da ich es trotz der Informationen diesbezüglich im hinteren Teil des Buches nur schwer zu verstehen fand. Auch die Erzählweise erschien mir manchmal zu ruhig und nicht immer den Situationen und Emotionen angemessen, was sicherlich auch mit dem ruhigen Charakter des Protagonisten zusammenhängt. Für mich war diese stetige Ruhe jedoch teilweise ermüdend. Der Roman beinhaltet immerhin über 500 Seiten und hätte einen stärkeren Spannungsbogen sicher vertragen. Dennoch habe ich dem Roman 4 Sterne gegeben, denn er hat mir einige schöne Lesemomente beschwert, in denen Emotionen ohne affekthaschende Wörter hervorgerufen wurden. Die Themen Freundschaft, Menschlichkeit und Zusammenhalt sind sicherlich für die meisten Menschen interessant und wurden hier gut vereint, wodurch man keinesfalls das Lesen bereut. 

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  • Leise Töne aus Finnland

    Von Männern und Menschen
    Queenelyza

    Queenelyza

    04. August 2016 um 19:54

    Coming-Of-Age ist mittlerweile fast schon eine eigene Literaturgattung, denn über das Erwachsenwerden schreiben viele Autoren. Ist ja auch nicht verwunderlich, denn sie mussten da ja selbst auch schon durch! Auch der finnische Autor Olli Jalonen schickt einen namenlosen Siebzehnjährigen auf die Reise in Richtung Erwachsenwerden, und das im Jahr 1972.Der Junge muss im Sommer arbeiten, da sein Vater krank geworden ist und ein Auto abbezahlt werden muss. Obwohl wirklich intelligent, lässt er aus Verpflichtung der Familie gegenüber ein Stipendium sausen und begibt sich auf den Weg in die finnische Provinz...Eigentlich passiert so richtig viel nicht in diesem Buch, aber es bietet einen guten Einblick in die Zeit der siebziger Jahre. Der Leser erfährt einiges über die finnische Politik, begleitet den Hauptdarsteller bei seinen Arbeiten, seinem ersten Rausch und bei seinem ersten Mal. Ganz normale Dinge für einen Jungen eben. Dabei schwingt oft ein etwas melancholisch-lakonischer Unterton mit, wie er für finnische Autoren typisch ist, wie ich finde. Wenn man sich erst einmal auf die langsame Erzählweise des Romans eingelassen hat, wird man mit einem interessanten Sittengemälde der finnischen Gesellschaft belohnt, in dem der Hauptdarsteller versucht, seine Familie zu unterstützen und gleichzeitig sein Leben zu genießen. Die eine oder andere Passage hätte man durchaus ein wenig straffen können, über die Kollegen wurde mir des öfteren ein wenig zu viel und zu ausführlich erzählt. Aber sonst bot das Buch einen guten Einblick in die Seele eines jungen Kerls, der (vielleicht) ein bisschen früh und nicht ganz aus eiegenem Antrieb erwachsen werden muss...

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  • Ein Sommer in Finnland

    Von Männern und Menschen
    jawolf35

    jawolf35

    04. August 2016 um 18:46

    Die 70 er Jahre ,eine Zeit die mir als die Zeit der Hippies , der bunten Farben und der lockeren und aufgeschlossen Gesellschaft im Gedächtnis ist .Aber nicht in Finnland ,da scheint die Welt noch langsamer zu laufen und vieles von außerhalb bleibt einfach draußen .Zum Inhalt .O .lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in Finnland .Als 17 jähriger lebt er eigentlich ein lockeres Leben ohne große Verpflichtungen .Er hat sehr gute Noten und ein Stipendium für die USA in Aussicht .Doch dann ändert sich alles als sein Vater nach langer Krankheit seinen Job verliert .Um die Schulden des Vaters zu begleichen nimmt O. den Job eines Bekannten an .Und so beginnen seine Ferien mit einem Job auf dem Bau ,während seine Freunde ihr Leben genießen und durch Europa reisen .Ein Sommer der O. Erwachsen werden läßt und ihm viel neues bringt ......Zum Buch .Das Buch gehört sicherlich nicht zur "mal eben lesen" Fraktion ,denn es ist mit seinen 543 Seiten ein sehe ausführliches Exemplar .Der Schreibstil ist sehr locker und läßt sich flüssig lesen .Die Schriftgröße angenehm.Die ganze Geschichte  wird aus der Ich Perspektive des Namenlosen Protagonisten erzählt welcher nur hin und wieder als O. angesprochen  wird.Seinem Charakter entsprechend ist das ganze Buch sehr ruhig und gelassen streckenweise leicht emotionslos und auch der Humor ist ziemlich trocken .So kommt es das das Buch stellenweise etwas langatmig wirkt aber trotzdem nicht langweilig wird .Gerade der erste Abschnitt ist sehe detailliert geschildert und sicher nichts für ungeduldige Leser.Hier hätte man sicherlich auf das ein oder andere verzichten können meiner Meinung nach .Aber ab dem zweiten Abschnitt wurde es dann wirklich richtig interessant und ereignisreich.Meine Meinung :Ein wirklich gelungenes Buch ,welches einem viele ruhige und entspannte lesestunden bietet und einem ein Finnland in den 70ern zeigt .Für mich hätte es zwar an manchen Stellen etwas weniger ausführlich sein können und auch einige politische Themen weniger wären für mich von Vorteil gewesen .Etwas klarer wurde es für mich als ich die Erklärung des Autors zur politischen Lage am Ende gelesen habe ,das hätte ich mir am Anfang gewünschtAber allem in allem ein wirklich gelungenes Buch 

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  • Leserunde zu "Von Männern und Menschen" von Olli Jalonen

    Von Männern und Menschen
    Mare_Verlag

    Mare_Verlag

    Am Samstag haben die Finnen das Mittsommerfest gefeiert und damit den kurzen, aber intensiven finnischen Sommer eingeleitet! Passend dazu haben wir den richtigen Schmöker: Am 5. Juli erscheint der Roman »Von Männern und Menschen« von Olli Jalonen bei uns im mareverlag. Hier habt ihr die Möglichkeit, Euch um eins von 25 exklusiven Leseexemplaren zu bewerben. Zum Buch: Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, muss der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen die Kindheit hinter sich lassen und die Ferienmonate auf dem Bau verbringen. Zwischen den erwachsenen und nicht selten verschrobenen Männern taucht er ein in eine völlig neue Welt. Und in den langen und hellen skandinavischen Nächten erscheinen bald auch die Frauen in einem anderen Licht. Hier geht’s zur Leseprobe. Möchtest Du zu den 25 Vorablesern gehören?* Dann bewirb Dich und beantwortet bis zum 4. Juli 2016 die folgende Frage: Für den Protagonisten verändert der Sommer 1972 alles. Dieser Sommer der ersten Male befördert ihn binnen weniger Wochen in die Welt der Erwachsenen. Welche Ereignisse führten bei euch dazu, dass Ihr Euch ganz plötzlich erwachsen gefühlt habt? Wir sind sehr gespannt auf Eure Antworten und freuen uns auf viele Bewerbungen! Euer mareverlag * Bedingung ist, dass Ihr euch zeitnah am Austausch in allen Leseabschnitten beteiligt und abschließend eine Rezension zum Buch schreibt.

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    • 379
  • Interessante Geschiche, leider etwas langatmig

    Von Männern und Menschen
    Talitha

    Talitha

    04. August 2016 um 16:00

    Finnland, in den frühen 1970ern: Der fast volljährige Ich-Erzähler O. erzählt von seinem Leben in der Provinz, welches sich schlagartig ändert, als sein Vater einen Herzinfarkt bekommt, seinen Job verliert und die Raten für das Auto nicht zurückzahlen kann. Os unbeschwerte Jugend mit Schule und Freunde treffen endet jäh: O. beschließt, die Schulden seines Vaters bei einem dubiosen Unternehmen abzuarbeiten. Die neuen Erfahrungen sind dabei nicht besonders positiv, lassen O. aber dennoch zum Mann werden... Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant, da ich die Schicksale von Menschen, besonders in der Ich-Erzählform, gerne lese. Hier war der Alltag von O. jedoch so detailreich erzählt, und dazu in Wiederholungen und Nebensächlichkeiten verstrickt, dass das Erzähltempo sehr langsam war und ich zeitweise das Buch zur Seite legen musste, weil es einfach nicht mehr spannend war. Es passiert schon Einiges, auch Dramatisches in diesem Buch, jedoch hätten Kürzungen der Geschichte sehr gut getan. Daneben hätte ich gerne mehr über Os eigene Familie erfahren und weniger von der seines Kollegen. Mein Fazit: Insgesamt ein interessantes Buch, von der Dicke eher ein Wälzer, gut zu lesen, aber etwas Geduld muss man schon aufbringen. Für Leser, die sich für Finnland und Schicksale junger Menschen interessieren, auf jeden Fall lesenswert!

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  • Ein Ende kann stets ein neuer Anfang sein.

    Von Männern und Menschen
    LimaKatze

    LimaKatze

    03. August 2016 um 23:01

    Klappentext:Sommer 1972 in der finnischen Provinz: Als sein Vater erkrankt, muss der 17-jährige Erzähler von einem Tag auf den anderen die Kindheit hinter sich lassen und die Ferienmonate auf dem Bau verbringen. Zwischen den erwachsenen und nicht selten verschrobenen Männern taucht er ein in eine völlig neue Welt. Und in den langen und hellen skandinavischen Nächten erscheinen bald auch die Frauen in einem ganz anderen Licht. Zum Inhalt: Die Erlebnisse des jungen Erzählers, im Roman bleibt er ohne Namen, wurden vom Autor aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei lässt er den Leser tief in die Gedankengänge seines liebenswerten Hauptprotagonisten eintauchen und die Zeit der Siebziger Jahre wieder aufleben. Die Zeit der Schlaghosen und Hotpants, lange Haare bei Männern und Frauen, Farben und Muster in den mutigsten Kombinationen, und, und, und... Der Drang der Jugend nach Veränderung war in den Siebzigern so groß wie nie zuvor, auch wenn das den wenigsten Eltern gefiel. Es war die Zeit, in der sich eine Jugend emanzipierte, die sich gegen auferlegte Regeln zur Wehr setzte und die ihre Ideen ausleben wollte im buntesten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Für all diese Dinge hat der siebzehnjährige Erzähler allerdings kaum Sinn und Zeit. Als sein Vater im Sommer 1972 schwer herzkrank und arbeitslos wird, sieht er sich gezwungen seine Eltern finanziell zu unterstützen. Kurzentschlossen nimmt er einen Ferienjob an, um die Schulden seines Vaters abzuarbeiten. Dort lernt er auch Rekku kennen, einen geistig behinderten jungen Mann, dem nicht nur die Arbeitskollegen, sondern auch der eigene Vater das Leben sehr schwer machen. Dem Erzähler aus dem Buch geht Rekkus Schicksal sehr nah und deshalb hilft und unterstützt er ihn, wo er nur kann. Auf den Schultern des Siebzehnjährigen lastet mit alledem viel Verantwortung und er begreift sehr schnell, dass für ihn die Zeit der Kindheit mit diesem Sommer vorüber ist. Aus dem Jugendlichen wird ein Mann. Der Arbeitsalltag in der Firma und die neue Rolle innerhalb seiner Familie machen ihn selbstbewusster, eigenständiger und er lernt sich durchzusetzen. Gleichzeitig macht er in diesem Sommer der großen Veränderungen seine ersten Erfahrungen mit den Frauen. Doch nur eine ist es, die sein Herz erobern kann. Und ausgerechnet ihr gegenüber begeht er einen folgenschweren Fehler. … Mein Fazit: „Von Männern und Menschen“ war für mich wie eine gedankliche Zeitreise, die mir große Freude machte und eigene Jugenderinnerungen weckte. Der Erzähler und Hauptprotagonist, der im Buch nur „O“ genannt wird, wurde vom Autor Olli Jalonen sehr schön herausgearbeitet. Der Siebzehnjährige gewinnt mit seinem starken Charakter und seiner großherzigen Art sehr schnell die Sympathie des Lesers, auch wenn er manchmal beinahe schon zu perfekt erscheint. Gleichzeitig weht stets ein Hauch von Melancholie durch den Roman, verursacht durch die nachdenkliche und fast schon philosophische Art des Jugendlichen. Am Ende des Buches bleiben zwar ein paar Fragen offen, aber so ist es nun mal, nicht alle Angelegenheiten des Lebens klären sich für gewöhnlich im Laufe eines Sommers. Obwohl ich die Geschichte ansich und vor allem den Hauptprotagonisten sehr mochte, gelang es mir während der Lektüre nicht immer beim Inhalt zu bleiben. Das Buch hat für meinen Geschmack doch einige Längen, und so manche sehr detailreiche Schilderung hätte vielleicht gekürzt werden oder sogar wegfallen können. Weniger ist eben manchmal mehr. Hinzu kommt, dass der vom Autor geschaffene Romanheld durch seinen pragmatischen Charakterzug eine überaus ruhige Erzählform hat. Das kann für den Leser mitunter etwas ermüdend sein. Demzufolge hätte dem immerhin 544 Seiten starken Roman ein etwas größerer Spannungsaufbau vielleicht gut getan, oder aber etwas mehr Emotionalität. Trotz der von mir empfundenen Kritikpunkte möchte ich dennoch nur einen Stern abziehen, weil ich mit diesem Buch viele herzerwärmende Lesemomente hatte. Die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und Menschlichkeit wurden in diesem vielschichtigen Roman sehr schön zusammengebracht, und deshalb legt man das Buch am Ende mit einem guten Gefühl zufrieden zur Seite. Neben der eigentlichen Handlung erhält der Leser außerdem einen Eindruck von der politischen Situation Finnlands in 1972. Ein informativer Anhang stellt Wissenswertes zur Verfügung und macht das eine oder andere Gelesene verständlicher. Die Vorzüge überwiegen hier also insgesamt gesehen bei Weitem, und deshalb vergebe ich letztendlich sehr gerne vier Sterne. Die einfühlsame Übersetzung aus dem Finnischen und die Erläuterungen im Anhang stammen übrigens vom Autor Stefan Moster.

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    • 9
  • Ein langer finnischer Sommer

    Von Männern und Menschen
    ClaraOswald

    ClaraOswald

    31. July 2016 um 18:22

    Olli Jalonens Von Männern und Menschen ist ein ruhiger Roman über das Leben der 70er Jahre in Finnland. Wir begleiten den jungen Protagonisten den Sommer 1972 lang und lesen wie er erwachsen wird.O ist 17 Jahre alt und geht noch zur Schule. Eigentlich plant er sein Abi zu machen und seine Lehrerin empfiehlt ihm eine Bewerbung um ein Stipendium, damit er den Sommer in Amerika verbringen kann um sein Englisch zu verbessern.Doch es kommt anders; Os Vater wird krank, er erleidet mehrere Herzinfarkte und verliert seinen Job. Da die Familie nicht so viel Geld zur Verfügung hat, können sie das neue Auto nicht abbezahlen. Der Sohn soll es ohne Führerschein zurückbringen, doch das lässt der Verkäufer Lampinen nicht mit sich machen, also handeln sie einen Deal aus: O arbeitet den Sommer über bei seinem Bruder und zahlt so das Auto ab. Seinen Eltern erzählt O davon nichts.Auf dem Bau lernt er andere Männer und das Arbeitsleben kennen. Es ist für ihn etwas ganz neues. Fünf Tage die Woche wohnt er in einem Wohnwagen, den er sich mit einem Kollegen teilt. Er macht seine Erfahrungen mit dem Alkohol und den Frauen und bemüht sich seine große Liebe zu erobern.Mit seinem besten Freund gründet er einen Radiosender, sie stellen Sendungen zusammen, fahren durch die finnische Nacht und übertragen heimlich ihre Aufnahmen und stören die anderen Radiosender.O muss den Sommer über viele Entscheidungen treffen und reift damit.Am Anfang wirkt O eher wie ein Beobachter und wie jemand, der alles macht, was ihm gesagt wird, später setzt er sich für andere und sich selbst ein. Am Ende muss er sich entscheiden, ob er weiter zur Schule geht oder ob er sich Arbeit sucht. Jedes Kapitel wird mit einem politischen Interview eingeleitet. Es empfiehlt sich vorab (oder zwischendurch) den Anhang zur finnischen Politik im Sommer 1972 vom Übersetzer Stefan Moster zu lesen, damit ist einiges verständlicher.O ist ein einfacher junger Mann, er kommt aus ärmeren Verhältnissen, doch die Beziehung zu seinen Eltern ist innig. Für sie macht er alles, wenn es für ihn auch zum Nachteil ist. Er kann nicht so sorglos und egoistisch wie sein Freund Jukka sein. O muss Verantwortung übernehmen, nicht nur für sich selbst. Der Roman ist eher sachlich erzählt, nur selten gibt O seine Gefühle preis, das meiste scheint er einfach so hinzunehmen. Auch die Probleme in der eigenen Familie werden nur angerissen, das meiste wird verdrängt oder verschwiegen. Nicht nur die Eltern bemerken, dass sie nun einen erwachsenen Sohn haben, sie sehen wie er nun eigenständig arbeitet und entscheidet.Man muss vorsichtig lesen und sich Zeit lassen, denn es ist ein beeindruckender Roman.

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  • Die Sommer mit den Krebsen sind vorbei

    Von Männern und Menschen
    Barbara62

    Barbara62

    31. July 2016 um 11:10

    Ein Tipp vorweg: Hätte ich das Nachwort von Stefan Moster zur politischen Situation 1972 in Finnland vor der Lektüre des Romans gelesen, hätte ich manches besser verstanden. In ebendiesem Sommer spielt Von Männern und Menschen des 1954 in Helsinki geborenen, in seinem Heimatland sehr bekannten Autors Olli Jalonen. Der Held und Ich-Erzähler, von dem man nur erfährt, dass sein Name vermutlich mit einem „O“ beginnt, erzählt von den Sommerferien in diesem Jahr, die er nicht mit einem Stipendium in den USA und nicht mit seinen Freunden auf einer Interrailtour verbringt, denn sein Vater ist schwer herzkrank und hat deshalb seine Arbeitsstelle verloren. Die Familie lebt von den Putzarbeiten der fleißigen Mutter und O. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schulden, die durch den Kauf und die Rückgabe des Autos entstanden sind, beim Metallunternehmen Volles Rohr abzuarbeiten, auch wenn er von seinen Fähigkeiten her kein Handwerker, sondern eher Kopfarbeiter ist. Noch ist ungewiss, ob er, der begabte, wissbegierige Schüler nach den Ferien die Schule fortsetzen kann. Eine Wehmut liegt nicht nur deshalb über dem ganzen Roman, denn der Erzähler ahnt auch von Beginn an, dass die Kindheit vorüber ist: „Für mich sind die Sommer mit den Krebsen vorbei“ (S. 49). Einerseits übernimmt er Verantwortung für seine Eltern und fühlt, dass die Positionen innerhalb der Familie sich verschoben haben, andererseits ist er aber auch sehr leicht lenkbar, sei es, wenn der Vater oder der Chef ihn Auto fahren lassen, obwohl er noch keinen Führerschein hat und das eigentlich nicht möchte, sei es beim Alkoholkonsum mit den Kollegen oder den Freunden, als sein Freund Jukka ihn dazu überredet, verbotenerweise einen Piratensender zu betreiben, oder als eine ältere Frau ihn verführt, obwohl er eigentlich die gleichaltrige Katinka liebt. Einerseits haben mir sein Fleiß, seine Gelassenheit und sein Anpassungsvermögen imponiert, andererseits hätte ich ihm mehr Ecken und Kanten gewünscht. Im Laufe des Sommers wird O. erwachsener, er beginnt, sich immer wieder gegen andere durchzusetzen, so z. B. beim Gespräch mit dem Arzt seines Vaters oder als er die enttäuschte Katinka zurückholt. Diese Entwicklung zu verfolgen, hat Spaß gemacht. Auch fand ich es schön, Os Verhalten gegenüber dem geistig zurückgebliebenen Kollegen Rekku zu verfolgen, bei dem er dasselbe Verantwortungsbewusstsein und Fingerspitzengefühl und denselben Pragmatismus wie bei seinen Eltern zeigt. Der Titel des Romans nimmt Bezug auf John Steinbecks Von Mäusen und Menschen aus dem Jahr 1937, in dem zwei amerikanische Wanderarbeiter, der geistig zurückgebliebene Lennie und der kluge George, den Traum von einem besseren Leben träumen. Dieses Buch, das O. bei Rekku findet, zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und weist immer wieder Parallelen zum Geschehen auf. Ich habe mich streckenweise nicht ganz leicht mit diesem Roman getan, der einige Längen und in mancher Hinsicht ein offenes Ende hat. Doch schließlich habe ich ihn mit dem Gefühl aus der Hand gelegt, dass O. seinen Weg gehen wird, mit oder ohne die Schule zu beenden, und dass er, wenn er seinen Weg weiter konzentriert beschreitet und sich noch mehr durchzusetzen lernt, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft wird.

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  • Einfühlsames Porträt des steinigen Weges erwachsen zu werden

    Von Männern und Menschen
    louella2209

    louella2209

    29. July 2016 um 10:26

    In „Männern und Menschen“ porträtiert der finnische Autor Olli Jalonen einfühlsam aber prägnant die Schwelle vom naiven Jugendlichen zum verantwortungsbewußten Erwachsenen. Der Leser begleitet den Protagonisten O. durch den Sommer 1972. Die schwere Krankheit seines Vaters zwingt ihn zur Arbeit auf dem Bau, um dessen Schulden abzuarbeiten. Ein Stipendium für ein Aufenthalt in der USA kann er nicht wahrnehmen. Seinen Eltern verschweigt er diese Umstände, er handelt einfach aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus. Die Arbeit ist hart für einen 17jährigen und seine Kollegen sind alle älter. Es herrscht ein rauer Umgangston und O. muss sich, in dem teils derben Klima, erst mal zurechtfinden. Dennoch entwickelt er sich in diesem Sommer zu einem bemerkenswerten jungen Mann mit einem starken Charakter. Er steht für Schwächere ein, beteiligt sich nicht an Intrigen, dient der Familie in schweren Zeiten als echte Stütze und begegnet dem weiblichen Geschlecht mit dem nötigen Respekt. Ein eher untypisches Verhalten für finnische Männer in den 70er Jahren. O. fungiert als Ich-Erzähler und an diese eindimensionale Perspektive musste ich mich erst gewöhnen. Der junge Mann erträgt alles mit stoischer Gelassenheit und genauso beschreibt er sein Umfeld und seine Erlebnisse. In seinem Alter agiert er zuweilen erstaunlich reif. Disziplin und Fleiß zeichnen ihn aus und er erledigt seine Tätigkeiten mit Fleiß und Elan. Selbst die erste Erfahrung mit einer Frau löst bei O. keineswegs eine Wucht an Gefühlen aus. Ein echtes Kunststück, das der Autor hier vollbrachte, trotz des ganzen Pragmatismus, dem Leser so viel Nähe zum Protagonisten einzugestehen, das er berührt ohne emotional zu sein. „Obwohl mein Vater geschrumpft ist und gealtert aussieht, kommt es mir andersrum vor, nämlich so, als wäre ich selbst älter geworden und an ihnen vorbeigezogen. Das Gefühl hatte ich früher schon mal, auch wenn es wahrscheinlich nichts anderes ist, als dass die eigene Zeit vergeht, und so etwas tut innerlich weh.“ Zitat S. 193 Eine der wenigen sentimentalen Momente von O.,welche aufzeigt, wie groß die Last auf seinen Schultern liegt und er sich für seine Eltern verantwortlich fühlt. Seine Entscheidung die Schule abzubrechen, um die Familie zu ernähren, rührt von der Sicht, die er momentan von seinem Vater hat und auch die Mutter ist zu schwach um die Umstände würdevoll zu ertragen. Sie belasten noch ganz andere Dinge aus der Vergangenheit. „An bestimmten Orten erinnert man sich immer an die gleichen Dinge, auf diese Weise werden solche vertrauten Orte zu Teile des Denkens. So als hätte sich ein kleines Stück der Gedanken nach draußen verschoben, um dort zu warten. Es liegt an dem jeweiligen Ort bereit und wartet nur darauf, wieder mit den anderen Teilen verbunden zu werden.“ Zitat S. 410 Olli Jalonen`s klare Sprache und zuweilen auch harte Ausdrucksweise verfolgt man mit Leichtigkeit und Vergnügen. Der ruhige Erzählfluss verbindet sich mit dem unaufgeregten Spannungsbogen, der es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung ist nicht immer greifbar, sondern sie liegt vielmehr im Gedankenspiel des Ich-Erzählers und fasziniert mit Erinnerung und Reflexion. Die aufwühlenden Ereignisse aus dem Jahr 72 spielen hier nur unterschwellig eine Rolle und werden in Dialogen nur angekratzt. Der Roman spiegelt nicht den Zeitgeist von damals wieder, sondern verinnerlicht die Mentalität und Ansichten der Finnen. Jedes Kapitel beginnt mit Ausschnitten politischer Reden, des damaligen umstrittenen Präsidenten Kekkonen. Ein kleiner Einblick der politischen Turbulenzen in Finnland, zu dieser Zeit, werden in die Handlung verwoben, bleiben aber nur Geschehen am Rande. Vielmehr steht hier die Menschlichkeit, Verantwortung, Vertrauen, Liebe und Hoffnung im Vordergrund. Ein steiniger Weg muss nicht immer das Ende der Möglichkeiten bedeuten. Rückschläge muss man einstecken, den Blick nach vorne richten und einen Neuanfang wagen. Erkenntnisse, die auch für das eigene Leben von Bedeutung sein können. Das Ende ist offen und lässt Raum für Spekulationen. Aber es ist auch ein Abschied von lieb gewonnen Figuren, die man gerne auf ihrem Weg begleitet hat. Ein gutes Buch zeichnet aus, wenn man nach langer Zeit bei seinem Anblick, Geschichte und Charaktere sofort wieder im Gedächtnis hat. Genau diese Prognose, kann ich diesem Buch ohne Umschweife stellen. 5 Sterne von mir

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    • 2
  • Aus Menschen werden Männer

    Von Männern und Menschen
    TochterAlice

    TochterAlice

    28. July 2016 um 18:17

    Jedenfalls in vorliegendem Fall. Der Roman schildert den Sommer aus der Sicht des in einem kleinen Ort lebenden O.: Finnland, 1972: O. (mehr Details zum Namen des Protagonisten erfahren wir nicht) ist 17, steht vor seinem letzten Schuljahr. Als gutem Schüler wird ihm ein Stipendium für einen Sommerkurs angeboten, ein verlockendes Angebot, gerade auch für einen Jugendlichen, der nicht gerade auf Rosen gebettet ist.  Sein Vater ist sehr krank und um dessen Lohnausfall zumindest ansatzweise zu kompensieren - und, wie sich herausstellt, seine Schulden abzuarbeiten, sieht sich O. gezwungen, den Sommer auf diversen Baustellen zu verbringen, statt Urlaub zu machen. Auch die Aussichten für die Zukunft sind nicht gerade rosig - er wird wohl die Schule nicht fortsetzen, sondern nahtlos zum Ernährer seiner Eltern werden.Eigentlich eine traurige Geschichte, die jedoch durch den erstaunlichen Pragmatismus des Protagonisten und sein besonderes Verhältnis zu den Eltern überrascht, ich könnte mir vorstellen, dass das für das Finnland der 1970er Jahre nicht gerade typisch ist, zumal wir im Romanverlauf Familien begegnen, in denen es ganz anders läuft. So wird es kein Sommer der Enttäuschungen, sondern einer des Erwachsenwerdens für O.Das  Buch endet mit einer Perspektive und zwar einer durchaus hoffnungsvollen, wie es bei einem Coming-of-age-Roman - und der vorliegende ist ein klassisches Beispiel für dieses Genre - nicht anders sein sollte.  Also kein "Happy End", aber durchaus ein "Promising End", denn O. erweist sich als junger Mann mit einer guten Prognose, finde ich, einer, der sich Gedanken über seine Umwelt und die Mitmenschen macht. Definitiv ein Sympathieträger, also sehr zu empfehlen für Leser, die diese warme Komponente favorisieren.Ja, ein rührender Roman - leider mit einer Menge Längen im Mittelteil, die Schuld daran waren, dass ich eine halbe Ewigkeit darin steckengeblieben bin, wenn auch mir das Buch insgesamt wirklich gut gefallen hat. Zum Abschluss wären ein paar mehr Anmerkungen hilfreich gewesen oder auch ein Glossar, denn es ging durchaus in die Tiefe, was die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Finnland zu jener Zeit betraf. Ich habe dann doch noch so einiges gegoogelt. Aber es ist ja nicht mehr 1972, wir haben diese Möglichkeiten, alles kein Problem!Insgesamt ein Buch, das man Menschen empfehlen bzw. schenken sollte, die jegliche Hoffnung an das Gute im Menschen, an die Wärme und Zuwendung in der Gesellschaft und vor allem an die wahrhaft wichtigen Werte im Leben aufgegeben haben, denn dieses Buch ist dafür prädestiniert, diese zurückzugeben - aber nur an geduldige Leser!

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  • Coming of Age auf finnische Art

    Von Männern und Menschen
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    26. July 2016 um 11:21

    Der mare-Verlag ist mir schon lange bekannt für seine dicken Bücher, die äußerst detailliert die Leben von spannenden Charakteren beleuchten. In diesem 543 Seiten starken Werk geht es um einen 17-jährigen Erzähler, der im Sommer 1972 erwachsen werden muss. Sein Vater erkrankt und er muss auf dem Bau arbeiten. Es eröffnet sich ihm eine ganz neue Welt. Auch mit den Frauen macht er so seine Erfahrungen. Da das Buch sehr dick ist bleibt nicht aus, dass alles sehr genau und detailliert beschrieben wird. Ich finde, es kratzt manchmal nah an der Langatmigkeit, aber es geht noch. Viel mehr wirkt die Sprache fast malerisch: "Die Nacht ist dunkel und blauviolett, und doch ist alles voller Farben." Ferner ist mir der junge Erzähler einfach zu sympathisch. Auch die Themen Finnland und die 70er Jahre finde ich total spannend und informativ. Fazit: Ausführlicher Coming-of-Age Roman für alle Fans der mare-Romane, jugendlicher Hauptfiguren und Finnland.

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