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Christoph Brod

vor 2 Monaten

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Christoph Brod

dieses Buch hat mich tief beeindruckt . Es regt zum Nachdenken an und es zeigt beängstigtend klar wohin unsere Welt treibt, wenn wir uns alle nicht dramatisch in unserem Verhalten ändern .

Autor: Omar El Akkad
Buch: American War

Marc Settler

vor 1 Monat

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Marc Settler

Ein zwiespältiges Buch. Ein Buch dass man bis zum Ende lesen muss, das einen aber enttäuscht zurücklässt.

Der Autor versucht einen Zukunftsroman zu erschaffen und bleibt aber wie angekettet in der Gegenwart hängen. Er hat keine wirkliche Vision der Zukunft. Er kann sie nicht ausmalen, zum Leben erwecken. Er glaubt grosse neue Reiche auf dem Papier zu erschaffen reicht um den Leser in eben jene Reiche zu entführen. Er kann nicht mehr irren.

Hätte er doch die Geschichte Sarats in der Gegenwart angesiedelt. Irgendwo in Afrika, es hätte ein gutes Buch werden können. So aber versucht er einen bombastischen Konzertsaal zu schaffen der doch völlig leer bleibt und in dem nur eine kleine Flöte leise pfeift und völlig verloren ist. Jahrzehntelanger Krieg, apokalyptischer Klimawandel, Millionen Tote, ein ganzer Staat ummauert, eine Seuche, 100 Millionen Tote, drunter geht es nicht. Das ganz grosse Kino muss her und ist doch nur ein sekundenlanges Strohfeuer das sofort wieder in sich zusammenfällt.

Alles was die Zukunft betrifft ist entweder ungenau, falsch oder lächerlich. Eine Zukunft in der wichtige Dokumente immer noch aus Papier sind. Eine Zukunft in der Maschinengewehre die Waffen der Wahl sind. In der unerklärliche Schiffsladungen voller Hilfsgüter kommen und immer mehr nutzlose Decken bringen. Dass in 50 Jahren unnütze Lieferketten jahrelang bestehen bleiben ist einfach nur lächerlich. Dass Seuchen nicht innerhalb von Wochen unter Kontrolle sind, dass es immer noch Hafenarbeiter gibt die KISTEN ausladen sollen ist so atemberaubend dumm dass es weh tut.

Entweder bricht die Zivilisation komplett zusammen, dann gibt es aber auch keine Hilfslieferungen aus seltsamen Reichen von denen keiner weiss wie sie zustande kommen sollen, oder das Wissen und die Technik entwickelt sich exponentiell weiter und schafft einen völlig anderen Rahmen und Möglichkeiten als hier skizziert werden.

Man merkt dass es der erste Roman ist. Seltsam unausgegoren und überambitioniert. Wenn er nicht die überragende Kritik der NYT erhalten hätte, keiner würde über ihn schreiben, ihn lesen. Gute Lektoren hätten ihm den Weg weisen sollen, das ist wohl unterblieben oder er ist beratungsresistent.

Sarats Geschichte berührt, aber die Figur bleibt einem trotzdem fremd. Die Beweggründe sind unerklärlich, die letzte grosse Rache unverständlich. Eine Sarat der Gegewart wäre berührend gewesen, nachvollziehbar und aktuell. So bleibt sie eine unverständliche Person in einer nicht nachvollziehbaren Zukunft. Die Katastrophen die uns eventuell drohen sind sicherlich andere als beschrieben.

Schade dass dieser, im Ansatz gute Roman leider so schief gehen musste.

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