Ondjaki Die Durchsichtigen

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Inhaltsangabe zu „Die Durchsichtigen“ von Ondjaki

Mitten im Zentrum der angolanischen Hauptstadt Luanda steht das Maianga-Gebäude, ein heruntergekommenes Hochhaus, an einem riesigen Loch in der Außenwand zu erkennen. Im ersten Stock strömt pausenlos frisches Wasser aus maroden Leitungen. Es ist ein Ort der Magie, Treffpunkt der Hausbewohner, Straßenhändlerinnen, Journalisten, Tagediebe. Auf dem Dach wird ein illegales Kino betrieben, das bisweilen ganz ohne Leinwand auskommt. Korrupte Beamte, ein Hahn namens Camões und ein Briefträger, der seine Briefe meist selber schreibt, gehen ein und aus, sogar ein leibhaftiger Minister taucht plötzlich auf - rein privat selbstverständlich. Im Untergrund von Luanda wird derweil nach Erdöl gebohrt, Gerüchte um eine ominöse Erschließungsgesellschaft machen die Runde, Politiker wittern das große Geld, während Angola sich auf eine weltweit beachtete Sonnenfinsternis vorbereitet, die in letzter Sekunde von der Regierung schlicht abgesagt wird. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und Luanda brennt. Die Durchsichtigen ist eine poetische Satire auf das postkoloniale, postsozialistische, real existierende Angola, eine augenzwinkernde Liebeserklärung an die Bewohner Luandas.

Ein preisgekröntes Buch, das dem Leser eine faszinierende, uns wenig geläufige Gesellschaft zeigt. Vom Autor ad absurdum geführt.

— Bücherwurm
Bücherwurm

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    Die Durchsichtigen
    storiesonpaper

    storiesonpaper

    20. July 2016 um 14:34

    Sehr eindringlich und literarisch anspruchsvoll beschreibt der Autor das Leben in Angolas Hauptstadt Luanda. Es ist ein Roman, der zum Schmunzeln, aber auch zum Weinen einlädt und sich durch eine intensive Charakterdarstellung auszeichnet. Ich empfehle den Roman jeden, der sich für afrikanische Literatur interessiert!

  • bemerkenswert anders

    Die Durchsichtigen
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    09. September 2015 um 14:15

    "der Tod ist hart und in den meisten Fällen sehr anhaltend, das wissen die Menschen seit Jahrtausenden, trotzdem hoffen sie hartnäckig auf irgendeine Art Wiederkehr" "Die Durchsichtigen" ist der zweite Roman des Autors Ondjaki, ausgezeichnet mit dem Jabuti-Preis und dem Saramago-Preis. Erschienen ist das Buch im AfrikaundWunderHorn Verlag. Ondjaki erzählt von den Bewohnern Luandas, der Hauptstadt von Angola. Mittelpunkt ist ein ruinöses Hochhaus, das nie im Bau beendet wurde und von wenigen Bewohnern "besetzt" wurde. Im ersten Stock fließt Wasser ununterbrochen aus einer Leitung, das mit Eimern in die oberen maroden Etagen geschleppt werden muss. Die Bewohner sind einfache Leute. Sie versuchen durchs Leben zu kommen, mit kleinen Freuden und großen Verlusten. Sie hoffen, wünschen und planen in einer Gesellschaft, in der sie von Geburt dem Untergang bestimmt sind. Wie machtlose Ameisen unterliegen sie einer Regierung, die scheinbar kopflos unsinnige Entscheidungen trifft, unbeachtet dem Wohl der eigenen Bürger. Mich hat das Lesen der satirisch ausgerichteten Geschichte oft zum Lachen gebracht, aber eben auch nachdenklich gestimmt. Im Grunde vereint der Autor eine Gesellschaftskritik im Kleid der Satire, dem ad absurdum Führen der Situation in einem ehemals unterdrückten Staat, der plötzlich selbstständig existieren soll, mit einem Ökothriller, der durchaus reale Züge trägt. Ich liebe Romane, die mir eine fremde Welt und deren Probleme nahe bringen, denn ich kann nicht die gesamte Welt bereisen. Schon die Gestaltung des Buches und das Wortbild (Alle Anfangsbuchstaben im Satz sind kleingeschrieben) zeigt mir vor Beginn des Lesens, dass ich mich auf Neuland begebe, konfrontiert werde mit unüblichen Mustern. Ondjaki versteht es, Aufmerksamkeit zu wecken und im fröhlichen Mantel harte und bittere Missstände für Unwissende ans Licht zu bringen. Dazu in jedem Satz die Andersartigkeit zu wahren, die trotzdem bekannte Züge trägt, und dies noch mit einer sehr aktuellen und real existierenden ökologischen Warnung zu versehen, denn was derzeit auf vielen Kontinenten Alltag ist, wird zur Gefahr für uns alle.

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