Orhan Pamuk

 3.7 Sterne bei 515 Bewertungen
Autor von Schnee, Rot ist mein Name und weiteren Büchern.
Orhan Pamuk

Lebenslauf von Orhan Pamuk

Orhan Pamuk ist ein türkischer Schriftsteller, der am 7. Juni 1952 in Istanbul, Türkei, geboren wurde. Er ist Teil einer Großfamilie, wo er schon sehr früh mit Büchern in Kontakt kam. Seine Großmutter, die in demselben Haus wohnte, brachte ihm Lesen und Schreiben bei. Von ihr hat er auch die kritische Haltung gegenüber dem politischen Islam. Seine Familie verfügte über eine sehr große Bibliothek. Orhan Pamuks Vater war, wie auch schon seine Vorfahren, Ingenieur. Von Orhan wurde ursprünglich erwartet, dass er ebenfalls Ingenieur wurde, weshalb er zunächst an der Istanbuler Universität Architektur studierte. Bei diesem Studium konnte er seine künstlerische Neigung miteinbringen. Pamuk wechselte jedoch sehr schnell sein Studium und studierte fortan Journalismus. In seine Werke fließen oft seine Erfahrungen mit seiner Familie und das türkische Leben ein. 1982 heiratete er seine Ehefrau Aylin, der er nach Amerika folgte, als sie dort für drei Jahre studierte. Gemeinsam mit ihr hat er eine Tochter. 2002 folgte die Trennung von Aylin. Die Tochter lebt bei ihrer Mutter. Pamuk verlässt seine Heimatstadt kaum, nur für kurze Recherchern bricht er in andere Gegenden auf. Pamuk gehört zu einem der wichtigsten Autoren der Türkei und hat 2006 den Literatur-Nobelpreis erhalten. Die Besonderheit seiner Erzählkunst ist die thematische Vermittlung zwischen modernen europäischen Stilen und der traditionell sagenumwobenen Erzählkunst des Orients.

Neue Bücher

Die rothaarige Frau

 (4)
Neu erschienen am 24.04.2019 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Orhan Pamuk

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Schnee

Schnee

 (145)
Erschienen am 01.09.2007
Rot ist mein Name

Rot ist mein Name

 (101)
Erschienen am 01.11.2003
Das Museum der Unschuld

Das Museum der Unschuld

 (71)
Erschienen am 12.08.2011
Istanbul

Istanbul

 (66)
Erschienen am 01.04.2010
Das schwarze Buch

Das schwarze Buch

 (37)
Erschienen am 01.11.2007
Das neue Leben

Das neue Leben

 (40)
Erschienen am 01.06.2008
Diese Fremdheit in mir

Diese Fremdheit in mir

 (21)
Erschienen am 24.05.2017
Die rothaarige Frau

Die rothaarige Frau

 (15)
Erschienen am 25.09.2017

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Neue Rezensionen zu Orhan Pamuk

Neu

Rezension zu "Die rothaarige Frau" von Orhan Pamuk

Vater-Sohn-Beziehungen
uli123vor 21 Tagen

Dieser Roman vermischt realen Alltag und Märchenhaftes.

Die Geschichte spielt zwischen etwa 1980 und 2015. Der 16jährige Cem, dessen Vater die Familie verlassen hat, verdingt sich, um sein Studium bezahlen zu können, bei dem Brunnenbaumeister Mahmut. Dieser wird für Cem zu einem strengen, aber gerechten Ersatzvater. In dem Dorf, in dem sie einen Auftrag ausführen, verliebt sich Cem in eine doppelt so alte rothaarige Schauspielerin, aus deren einziger gemeinsamer Nacht ein Sohn hervorgeht, wie Cem aber erst 30 Jahre später erfährt. Während der Arbeit am Brunnen kommt es zu einem mysteriösen Unglück. Cem geht vom Tode des Meisters aus und flüchtet Hals über Kopf mit zurückbleibenden starken Schuldgefühlen. Während der Folgejahre bringt er es zum erfolgreichen Bauingenieur und Immobilienspekulanten. Erst 30 Jahre nach seiner Tätigkeit als Brunnenbaulehrling erfährt er, dass aus seiner einzigen Nacht mit der Schauspielerin ein Sohn hervorgegangen ist. Es kommt zu einer folgenreichen Begegnung der beiden.

Die Geschichte ist reich an Symbolik. Wie ein roter Faden ziehen sich durch sie die Ödipus-Sage und ihre Umkehrung, die persische Sage von Rostam und Sohrab mit Vater- bzw. Sohnes-Mord. Sie lassen natürlich Deutungen zu auf die Beziehung Cems zu seinem eigenen Vater und zu seinem Sohn. Ein bisschen Interesse an Mythologie sollte man daher beim Lesen mitbringen. Es empfiehlt sich vielleicht auch, sich mit dem politischen System der Türkei im fraglichen Zeitraum vertraut zu machen. Mir persönlich erscheint Vieles etwas umständlich erzählt und es hätte gut auf einige Wiederholungen verzichtet werden können. Ein völlig überraschender Schachzug, der mir gut gefallen hat, befindet sich ziemlich am Ende und betrifft die Erzählperspektive.

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Rezension zu "Diese Fremdheit in mir" von Orhan Pamuk

Liebe, Freundschaft - und eine Weltmetropole im Wandel
BookishBonnievor 3 Monaten

Mevlut ist elf Jahre alt, als er die anatolische Provinz in der Region Konya verlässt, um seinem Vater beim täglichen Verkauf von Joghurt auf den Straßen Istanbuls zur Seite zu stehen. Was wie der Lebenslauf zahlreicher Emigranten aus der ländlichen Türkei in die urbane Gesellschaft klingt, ist der Beginn eines Meisterwerks der Weltliteratur, von niemand Geringerem verfasst als dem Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.

Den Rahmen der vielschichtigen Handlung bildet die Brautentführung von Rayiha, dem Mädchen, dem Mevlut während seines dreijährigen Militärdienstes berührende Briefe geschrieben und in dessen Augen er sich, buchstäblich auf den ersten Blick, verliebt hat - so glaubt er. Stattdessen schickt man ihm die ältere, ebenfalls noch unverheiratete Schwester seiner Angebeteten.
Eben dieser Umstand entwickelt sich im Laufe des Romans ganz anders als erwartet. Mit jeder überraschenden und dabei höchst tragischen Wendung wird der Leser in einen emotionalen Abgrund gerissen, um schließlich mit der Erkenntnis aufzutauchen, dass das vielbeschworene Gefühl der Liebe so viel tiefgreifender und weitaus komplexer zu sein scheint, als einen gängige Definitionen glauben lassen möchten.

Neben einer berührenden Liebesgeschichte bietet "Diese Fremdheit in mir" jedoch auch eine literarische, von 1969 bis 2012 reichende Chronik der faszinierenden und zugleich kaum greifbaren Metropole am Bosporus, deren stetige Veränderung sich im Leben des Straßenverkäufers Mevlut sowie seiner Freunde und Verwandten widerspiegelt. Über allem steht Mevluts nächtlicher Verkauf von Boza, einem Hirsegetränk mit einer Tradition, die weit hinein in die türkische Geschichte reicht - ein Symbol, das den Wandel überdauert.
Alle bedeutenden Nebencharaktere kommen zu Wort und treiben die Geschichte voran, während Mevluts Gefühle durch einen durch die Handlung (und zugleich durch die Jahrzehnte!) führenden Erzähler offenbart werden. Dieser konstante Perspektivwechsel ermöglicht den genialen Facettenreichtum, der Pamuks Roman für mich ganz besonders wertvoll werden lässt.
Anders lässt sich die so vom Widerspruch geprägte türkische Geselllschaft meiner Meinung nach auch nicht erfassen, ohne dabei eine grundlegende Ansicht außen vor zu lassen.
So bekommt besonders das konfliktreiche Leben in den Gecekondular, den, dem Wortlaut nach, "über Nacht" erschaffenen Stadtrandsiedlungen, einen besonders interessanten und auch informativen Charakter.

Wie meine bisherige Rezension zeigt, bin ich voll des Lobes für diesen Roman, der sich mit seiner berührenden Handlung tief in mein Herz gegraben hat. Gleichzeitig wurden mir die emotionalen Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels innerhalb einer Großstadt wie Istanbul bewusst, versinnbildlicht durch die vom Bozaverkäufer Mevlut empfundene, titelgebende "Fremdheit in mir".
Daher kann ich das Werk jedem Leser empfehlen, der Interesse daran hat, so tief wie nur möglich in die Irrungen und Wirrungen im Leben eines Straßenverkäufers und "seiner" Stadt einzutauchen. Begleitet wird er dabei unter anderem durch Stammbäume der wichtigsten Figuren sowie einer zusammenfassenden Chronik am Ende des Buches. So sollten auch die teils sehr ausschweifenden Schilderungen der einzelnen Charaktere eigentlich kein Wermutstropfen sein, helfen sie doch nur, das Potenzial dieses bedeutsamen Romans voll und ganz auszuschöpfen.
Somit gibt es von mir vollkommen verdiente fünf Sterne.

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Rezension zu "Die rothaarige Frau" von Orhan Pamuk

Die rothaarige Frau
Fornikavor 5 Monaten

Der junge Cem verdient sich als Aushilfe bei einem Brunnenbauer Geld, um anschließend seine Studien finanzieren zu können. Der Vater hat seine Familie schon lange im Stich gelassen, und so wird Meister Mahmut schnell zur Vaterfigur. Doch Cem findet in Öngören nicht nur einen Ersatzvater, sondern auch seine erste große Liebe: die rothaarige Frau, Mitglied einer kleinen Theatergruppe.

 Pamuks Roman lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Einerseits mochte ich die Geschichte über Väter und Söhne, über Liebe und Gleichgültigkeit. Andererseits hat mich quasi die komplette erste Hälfte kaum berührt. Pamuk lässt sich Zeit, viel zu viel Zeit. Das hätte ich in Ordnung gefunden, würde man so Cem als Hauptfigur besonders intensiv kennenlernen, doch das gelingt irgendwie nicht. Obwohl er als Ich-Erzähler dem Leser ständig Einblicke in seine Gedankenwelt gewährt, bleibt er mir fremd. Die Handlung ist recht gemächlich, auch über Land und Leute erfährt man nicht sonderlich viel. Erst in der zweiten Hälfte kommt etwas Schwung in die Sache, Legenden und Erzählungen spielen eine große Rolle, was ich sehr spannend fand. Trotzdem hat mich der Autor einfach nicht fesseln können, vielleicht bin ich auch einfach mit zu großen Erwartungen an die Lektüre gegangen.

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Gespräche aus der Community

Neu
Am 15.9. startet unser erstes "Preisträger"-Buch:

"Istanbul - Erinnerungen an eine Stadt" ist ein autobiografischer Roman des türkischen Schriftstellers Orhan Pamuk aus dem Jahre 2003, ins Deutsche übersetzt 2006. Im gleichen Jahr erhielt er den Literatur-Nobelpreis.

Pamuk, so heißt es in der Begründung der Friedenspreis-Verleihung, gehe wie kein anderer Dichter unserer Zeit den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen nach. Er sei einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründe (Wikipedia).

Außer den Mitgliedern der “Wir lesen Klassiker der Weltliteratur”-Gruppe, die für dieses Buch abgestimmt haben, ist natürlich auch jede(r) andere Mitleser herzlich eingeladen :)
Letzter Beitrag von  Apfelgruenvor 5 Jahren
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Zusätzliche Informationen

Orhan Pamuk wurde am 07. Juni 1952 in Istanbul (Türkei) geboren.

Orhan Pamuk im Netz:

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auf 79 Wunschlisten

von 47 Lesern aktuell gelesen

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