Oriana Fallaci

 3.7 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von Brief an ein nie geborenes Kind, Die Wut und der Stolz und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Oriana Fallaci

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Die Wut und der Stolz

Die Wut und der Stolz

 (11)
Erschienen am 01.09.2004
Die Kraft der Vernunft

Die Kraft der Vernunft

 (1)
Erschienen am 01.04.2006
Ein Mann : Roman.

Ein Mann : Roman.

 (1)
Erschienen am 01.01.1983
Wir, Engel und Bestien

Wir, Engel und Bestien

 (2)
Erschienen am 01.05.1991

Neue Rezensionen zu Oriana Fallaci

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Rezension zu "Brief an ein nie geborenes Kind" von Oriana Fallaci

Ehrliche Autorin
Liebes_Buchvor 2 Monaten

Oriana Fallaci ist eine streitbare Autorin, die mit ihrer schonungslosen Art aneckt. Sie hat Emotionen und drückt diese auch aus, ohne zu beschönigen. Deshalb war sie einerseits als Kriegsberichterstatterin berühmt und andererseits politisch verpönt. 

In diesem Buch spricht sie während einer ungeplanten Schwangerschaft mit ihrem ungeborenen Kind, das sie dann verliert.
Sie beschreibt den Schock, dann teilweise auch die Freude, dann die Ängste und die Wut. Die Schwangerschaft ist aber gleich problematisch und statt zu liegen muss sie für ihren Arbeitgeber reisen. Teilweise trinkt und raucht sie auch aus Frust.
In einem imaginären Prozess klagt sie sich selber an.Ob das Kind hätte überleben können, wissen wir aber nicht.
Fallaci zweifelt nicht nur den Nutzen des Lebens des Kindes an, sondern auch ihres eigenen. Das macht diesen Brief niederschmetternd.
Aber das ist Fallacis Art. Es ergibt sich auch aus ihrer Biographie.
Ein trauriges Buch, das aber ehrlich scheint und die Autorin angreifbar macht. 
Am Ende ist der Tod eines Menschen immer traurig, egal was für Gedanken man sich zurechtlegt.

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Rezension zu "Die Wut und der Stolz" von Oriana Fallaci

Emotional
Liebes_Buchvor 2 Jahren

Oriana Fallaci war eine weltberühmte Kriegsreporterin, die viele hohe Politiker interviewte wie z B Kissinger,  Golda Meir, Arafat, Gaddafi oder Brandt. Bei einem Gespräch mit Khomeini wurde sie fast erschossen wegen der Verschleierung, die sie sich ausserdem im Gespräch runterriss. Sie wurde Augenzeugin von Hinrichtungen in der islamischen Revolution, Palästinenser sperrten sie während eines Gefechts in ein Munitionslager und sie ist schuld an der Inhaftierung eines Frisörs, den sie dazu überredete, sich in seinem Salon das Haar zu waschen-das war verboten.  Schon in den 80er Jahren  hatte sie über die Greul in der islamischen Welt berichtet und war dafür so angefeindet worden, dass sie ihre Arbeit aufgab.  Sie lebte teilweise im Exil in Amerika, so dass sie die Terrorattacke gegen New York als Einwohnerin der Stadt miterlebte. In dem Buch „Die Wut und der Stolz“ schreibt sie sich das Grauen von der Seele, das die Radikalisierung der islamischen Welt in ihr auslöst. In einer Art offenem Brief schreibt sie an die Italiener und offenbart dabei ihre persönlichen Erlebnisse und Empfindungen. Es handelt sich also nicht um eine sachliche Studie oder ein politisches Geschwurbel einer Partei. Der emotionale Tonfall und die freche Ausdrucksweise wurden kritisiert. Z B sagt sie, Muslime würden sich wie Ratten vermehren, weil Osama bin Ladens Vater 22 Frauen und 54 Kinder hatte. Allerdings schreibt sie in gleichem Ton über sich selbst, über den Papst und über Politiker. Man merkt, dass sie das Grauen ohne eine Portion Galgenhumor nicht mehr aushält. Und auch ich musste beim Lesen lachen und weinen. Oriana Fallaci erlebte als Kind den 2. Weltkrieg und kämpfte mit ihrer Familie unter Einsatz ihres Lebens für  Frieden, Freiheit und Bildung. Diese Werte sieht sie durch die momentane Aggression in der islamischen Welt gefährdet.  Mit „Die Wut und der Stolz“ bricht sie ein Tabu, denn sie erlaubt dem Leser, entsetzt zu sein, zu trauern und wütend zu werden. Wir haben uns darauf geeinigt, bei  islamistischen Terroranschlägen nicht zu reagieren und Gefühle wie Trauer, Angst oder Verzweiflung in uns abzutöten, weil die Medien es uns verbieten. Wir dürfen zwar Empathie mit Muslimen haben, nicht aber mit ihren Opfern. Wir reagieren auf die entsetzlichen Greul in der islamischen Welt mit Gleichmut.  Aber ist Gleichgültigkeit eine Tugend? Anders als bei Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ gibt es hier keinerlei genetische Überlegungen. Fallaci richtet sich gegen keine Rasse, sondern gegen die Gewalt, derer sie Zeuge ist. Leider hat sich die Situation seit den Angriffen gegen New York nicht verbessert. Im Gegenteil.

 

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Die Wut und der Stolz" von Oriana Fallaci

Warum sollen wir tolerant gegenüber jemandem sein, der uns gegenüber keine Toleranz an den Tag legt?
R_Mantheyvor 2 Jahren

Dieses Zitat stammt nicht aus dem Buch, sondern vom gegenwärtigen tschechischen Außenminister Lubomir Zaorálek. Oriana Fallaci schrieb ihr Buch bereits vor fast 15 Jahren und zwar aus Wut über die freudige Reaktion vieler Muslime in den USA, Europa und natürlich erst recht in muslimischen Ländern über die Ereignisse am 11. September 2001. Schon 20 Jahre vorher fragte sie: "Welchen Sinn hat es, Leute zu respektieren, die uns nicht respektieren?" In 35 Jahren hat sich also im Westen nichts geändert, jedenfalls nicht im Sinne einer Hinwendung zur Vernunft. Deshalb kann man Fallacis Warnung in diesem Text durchaus mehr als ernst nehmen: "Das Schlimmste steht uns noch bevor: die Wahrheit. Und die Wahrheit liegt nicht notwendig in der Mitte. Manchmal ist sie ganz auf einer Seite."


Warum sollte man ein solches in Wut geschriebenes Buch nach 15 Jahren noch einmal lesen? Ganz einfach: Weil es zeigt, dass kluge und welterfahrene Menschen schon vor recht langer Zeit zu auf der Hand liegenden Erkenntnissen kamen, die heute immer noch von den selbsternannten Eliten aus welchen Gründen auch immer einfach geleugnet und mit einem Bannstrahl bedacht werden. Man kann es aber auch unter einem anderen Aspekt sehen: Dieses Buch wurde in einer Millionenauflage verkauft. Hat es irgendetwas geändert? Fallaci schreibt am Ende ihres Textes von 2001, dass es egal ist, ob Italien mit Kanonen oder Schlauchbooten erobert wird. Man kann über diese Weitsicht nur staunen.


Die 2006 verstorbene Fallaci war nicht irgendeine Schriftstellerin Italiens. Als Journalistin erlebte sie Kriege im arabischen Raum hautnah, ebenso wie die Verachtung, die dort Frauen entgegengebracht wird. Beispiele aus Fallacis eigenem Erleben findet der Leser in diesem Buch genug. Und Fragen, die sich immer wieder auf den selben seltsamen, hierzulande ebenso nicht thematisierten Widerspruch fokussieren: Von uns wird über alle Maßen Toleranz und Respekt erwartet, ohne dass auch nur ein Ansatz dafür gegenüber unserer Kultur vorhanden wäre.


Wenn man dieses Buch liest, dann sollte man keine intellektuelle Analyse erwarten. Es ist vielmehr ein wütendes Pamphlet gegen die europäische Selbstaufgabe und ein Bekenntnis des Stolzes auf die europäische und insbesondere die italienische Kultur.


Insbesondere geht Fallaci dabei der Frage nach, wieso ausgerechnet die Linken (und Grünen) und die christlichen Kirchen eine Unterwanderung Europas durch eine muslimische Masseneinwanderung mit allen Kräften unterstützen, wo doch nur ein Blick in die muslimische Welt ihnen ihr damit zu erwartendes Schicksal voraussagt. Rational kann man diese Blindheit wohl kaum verstehen.


Auch Ideologien sind nichts weiter als religiöse Verblendungen, die dazu beitragen, dass man die Welt nur noch so wahrnimmt, wie man sie sehen will. Vielleicht erklärt das auch, warum einige Zeitgenossen ernsthaft glauben, alle Menschen würden so denken wie wir Europäer und sich nach Freiheit und unserem Lebensstil sehnen. Sie sehen deshalb auch nicht, dass ihr entgegenkommendes und selbstverleugnendes Verhalten in anderen Kulturen als Schwäche angesehen wird, die man ausnutzen kann.


Fallacis Buch wird sicher niemanden dieser Gutgläubigen überzeugen. Für andere ist es gewiss eine Bestätigung und Ermunterung.



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