Oriana Fallaci Ein Mann

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Inhaltsangabe zu „Ein Mann“ von Oriana Fallaci

Roman. 565 S. (Quelle:'Fester Einband/01.01.1987')

Eine tragische Liebesbeziehung inmitten Niederlage, Folter und Tod - so literarisch wertvoll kann ein autobiographischer Roman sein.

— Kopf-Kino
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    Ein Mann
    Kopf-Kino

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    Mit einem schweifenden Blick über mein Buchregal sprang mir das aufrüttelnde Buch „Ein Mann“, geschrieben von der italienischen Journalistin Oriana Fallaci, wieder ins Auge und erinnerte mich wieder schlagartig daran, wie ergriffen ich mich damals beim erstmaligen Lesen fühlte. Dankbar bin ich, dass ich dieses großartige Buch geschenkt bekam, da der Titel zunächst sehr unscheinbar und unkreativ erscheint. Im Nachhinein kann ich sagen: Einen besseren hätte die Autorin nicht wählen können. Inhaltlich erzählt der autobiographische Roman beinahe minuziös den Lebens- und Leidensweg des griechischen Widerstandskämpfers und Dichters Alekos Panagoulis, der im Jahre 1968 an einem Attentat auf den damaligen Diktator Papadopolous zu Zeiten der Junta scheiterte. Gleichzeitig thematisiert und verarbeitet die Autorin ihre sowohl tiefe als auch dramatische Liebesbeziehung zu jenem Mann, der nach seiner Ermordung `76 zu einem unsterblichen Symbol Griechenlands erhoben wurde. Der Prolog beginnt mit einer Begräbnisszene, die den gesamten Roman umrahmt. Berührend, dass der Roman in der Du-Form direkt an den geliebten Verstorbenen gerichtet ist. Im Laufe der ca. 500 Seiten rekonstruiert Fallaci die Geschichte ihres Lebensgefährten, für den jahrelange Gefängnisaufenthalte (u.a. Einzelhaft in einer speziell für ihn gebauten Zelle, die ihm 5 Jahre das Sonnenlicht versagen sollte) mit Folter anstanden mit seiner bevorstehenden Hinrichtung im Nacken. Nach seiner Begnadigung und überraschenden Freilassung, gegen die er sich sträubte, lernte Alekos im Zuge eines Interviems die Journalistin Fallaci lernen und lieben. Mehr möchte ich nicht verraten. Hervorheben möchte ich, dass Fallaci es trotz ihrer seelischen Involviertheit gelingt, ein kritisches Bild von Alekos komplexer Persönlichkeit wiederzugeben. Sie reflektiert sowohl seine Schattenseiten als auch dunklen Momente und skizziert somit keinen glänzenden Romanhelden, was den Roman authentisch und den Protagonisten lebendig, greifbar macht. So zweifelt Alekos beispielsweise stellenweise an der Legitimität des Tyrannenmordes. Der Roman ist zart, erschreckend, politisch und philosophisch zugleich – der Leser bekommt Einblicke in die Gedankenwelt eines von Todessehnsucht getriebenen, sensiblen und fanatischen Kämpfers, Wissen über die griechische Geschichte und Politik der Neuzeit und den Umfang einer tragischen Liebe. Die Autorin hat es meiner Meinung geschafft, ein Drama über Menschlichkeit, Politik, Grausamkeit und die Psyche eines zerrütteten Menschen packend zwischen zwei Buchseiten zu verfassen. Mich persönlich hat der Roman sehr berührt. Oftmals legte ich das Buch zur Seite – nicht, weil es mir missfiel, was ich las, sondern aufgrund der Eindrücklichkeit und Intensität des Geschriebenen. Klare Leseempfehlung meinerseits. Die Sprache der Autorin wusste mich zu überzeugen. Um einen Einblick zu gewähren, möchte ich einen Leseprobe zur Verfügung stellen, damit eventuell leichter entschieden werden kann: „Widerstand in einem Verhör zu leisten, bedeutet nicht nur, heroisch zu sein... es bedeutet auch, das berufliche und geistige Tun des Inquisitors bloßzustellen, in ihm den Zweifel an sich selbst herauszufordern und an dem System, das er repräsentiert; es bedeutet, alle die zu rächen, die von seiner kultivierten Grausamkeit zermalmt wurden.“

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  • Rezension zu "Ein Mann" von Oriana Fallaci

    Ein Mann
    Lichtenberg

    Lichtenberg

    15. August 2010 um 01:30

    Ein Buch, das man auch nach so einer langen Zeit nicht vergessen sollte!