Orlando Figes Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne

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Inhaltsangabe zu „Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne“ von Orlando Figes

Fast wie in einem Roman erzählt der Russland-Historiker Orlando Figes die bewegende, vor allem aber wahre Geschichte von Sweta und Lew. Als Lew aus deutscher Kriegsgefangenschaft in die Sowjetunion zurückkehrt, wird er sogleich verhaftet und für zehn Jahre in das berüchtigte Straflager Petschora hoch im Norden verbannt. Was ihn im Gulag rettet, sind die zahllosen Briefe, die er und Sweta sich schreiben, seine große Liebe in Moskau, die er seit 1941 nicht mehr gesehen hat. Wie schon in seinem Meisterwerk „Die Flüsterer“ lässt Figes hinter den historischen Fakten die realen Personen lebendig werden, ihr Ringendarum, in einem unmenschlichen System die eigene Menschlichkeit zu bewahren.

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    Schick einen Gruß, zuweilen durch die Sterne

    Betsy

    19. May 2015 um 22:29

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von Lew und Sweta anhand ihrer geschriebenen Briefe. Beide lernen sich an der Universität in Moskau kennen und lieben, doch der 2. Weltkrieg trennt die beiden und nach dessen Ende wird Lew wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen für 10 Jahre in ein Arbeitslager (Gulag) in Sibirien geschickt. Trotz der Gefahren gelingt es beiden ihre Beziehung durch Briefe aufrecht zu erhalten. Der Einstieg fiel mir etwas schwer und ich habe mich kurz auf Wikipedia bezüglich den Revolutionen in Russland schlau gemacht (Februar&Oktoberrevolution), da dieses Hintergrundwissen zu Beginn des Buches nicht weiter vertieft wurde. Gewöhnungsbedürftig auch die vielen unterschiedlichen Namen und die manchmal nicht unbedingt chronologische Abfolge der Briefe zwecks passender Eingliederung. Dies stört nicht wirklich, wenn man sich einmal eingelesen hat, weil alles nachvollziehbar bleibt.Der Autor schafft es gekonnt um die einzelnen Briefpassagen die gesamte Geschichte der Beiden zu erzählen und lockert die zeitweise doch etwas schleppend vorangehende Erzählung mit Originalfotos der Personen auf, sodass man von den wichtigsten Leuten auch ein Bild vor Augen hat. Obwohl man einen Einblick in das Leben im Gulag erhält, wird in den Briefen und bei den Ergänzungen des Autors, eher sachlich über alltägliche Probleme und Abläufe dort geschrieben. Hauptsächlich geht es um das hoffen, warten, bangen und die Lasten des täglichen Alltags, aber auch die Leute aus dem Gulag und die Familie von Lew und Stewa werden immer wieder erwähnt. Besonders der Mut und die Hilfe einzelner Personen die die Briefe hinein- und hinausschmuggeln (zu der Zeit bestand eine Briefbeschränkung und Zensur) wird in Lews Briefen sehr deutlich. Ohne deren Hilfe hätte diese Liebe wohl keine Chance gehabt.Es wird gleich zu Beginn klar, wie wichtig diese Briefe für beide sind, da sie sich damit gegenseitig aufbauen und die Hoffnung nicht verlieren, doch noch ein gemeinsames Leben führen zu können."Wenn ich meinen Namen auf dem Umschlag sehe und er Deine Handschrift trägt, überkommt mich immer die gleiche Empfindung: eine Mischung aus Unglauben, Erstaunen, Freude und schließlich Gewissheit, sowie ich begreife, dass er wirklich für mich ist und wirklich von Dir." (Lew an Sweta)Für mich eine der schönsten Liebeserklärungen, die ich je gelesen habe und die mich wirklich zu Tränen gerührt hat:"Der Sinn von alledem ist, dass ich dir bloß drei Worte sagen möchte. Zwei von ihnen sind Pronomen, und das dritte ist ein Verb (zu lesen in allen Zeitformen gleichzeitig: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). (Sweta an Lew)Während Sweta sich ansonsten doch etwas schwerer tut ihre Gefühle auszudrücken, ist an Lew ein wahrer Poet verloren gegangen. Er weckt die Sehnsucht, selbst wieder von Hand geschriebene Liebesbriefe zu bekommen, denn er schreibt einem direkt ins Herz. "Ich stimme Dir zu, dass die Welt, egal wer ihr angehört, ein guter und interessanter Ort ist, jedoch nur im allgemeinsten Sinne. Nichts davon ist nämlich wahr, sofern es Dich betrifft, Sweta. Swet, die Welt ist fraglos gut, aber sie ist so viel schöner, wenn sie von Dir erleuchtet wird, dass ich sie mir nicht und niemals ohne die Helligkeit ansehen möchte, die Du ihr verleihst." Es gab so viele schöne Textstellen, dass ich gar nicht wusste, welche ich zitieren soll um einen kleinen Einblick in ihren Briefverkehr zu vermitteln, denn die außergewöhnliche Lebens-&Liebesgeschichte der Beiden ist einfach wirklich unglaublich und ein seltenes Beispiel dafür, dass wahre Liebe trotz körperlicher Trennung und widriger Umstände aufrecht erhalten werden kann.Fazit: Eine wirklich zu Herzen gehende Liebesgeschichte, die besonders durch die Briefe der beiden zeitweise wirklich zu Tränen rührt. Leider mit einigen Längen, da nicht wirklich viel aufregendes im Verlauf der Geschichte passiert. Besondere Konzentration erfordern außerdem die vielen russischen Namen, die oftmals ein wenig anders sind, aufgrund von Abkürzungen oder Spitznamen. Trotzdem für jeden empfehlenswert, der auf außergewöhnliche und wahre Geschichten steht und sich ein wenig in die Probleme Russlands, vor, während und nach dem 2. Weltkrieg anhand zweier Menschen hineinversetzen lassen will, ohne durch zu intensive brutale Schilderungen des Gulags abgeschreckt zu werden.Für die Geschichte von Lew und Sweta sollte man sich auf alle Fälle Zeit nehmen.

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