Meine Meinung:
Eine günstige Gelegenheit soll genutzt werden, denn warum sollte nicht die Überführung einer kleinen Luxusyacht auch gleichzeitig eine Hochzeitreise sein? Allerdings kommt oft alles anders als geplant.
Eine wertvolle Kette verschwindet, es gibt einen Toten und auch sonst ist alles merkwürdig. Paul wird von seiner Freundin Xéra eingeladen, da dies sehr kurzfristig geschieht, kann ihm nur noch ein Schlafplatz unter Deck bei der Mannschaft angeboten werden. Was sich hinterher als sehr nützlich erweist. Denn natürlich will Paul, der nicht nur ein Chefkoch ist, sondern sich auch als Amatuerdetektiv betätigt, all die sonderbaren Begebenheiten aufklären. Schließlich ist man auf einem Schiff und hat wenig Kontakt zur Außenwelt. Mit ihm rätsele ich ebenfalls, wer denn was gemacht haben kann. Geschickt präsentiert der Autor reichlich Verdächtige, die dann wieder rehabilitiert werden und später vielleicht doch in gewisser Weise schuldig sind? Ein Hin und her wird mir geboten. Ich bin mir einfach nicht sicher, denn ich bin der Meinung, dass sich eine Menge überhebliche Leute an Bord befinden und auch solche, die nicht das sind, was man von ihnen erwartet. Spannend wird es am Ende, als mir die überraschende Auflösung präsentiert wird.
Fazit:
Ein unterhaltsamer Krimi, der zum Miträtseln einlädt. Wer dies ebenfalls mag, wird sich am Buch erfreuen.
Orlando Murrin
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Orlando Murrin
Mit scharfer Klinge
Tod unter Deck
Neue Rezensionen zu Orlando Murrin
„Sie haben es geschafft, ganz allein die komplette Reise zu ruinieren, Paul.“ (S, 374)
Chefkoch Paul Delamare darf seine Freundin Xéra auf deren Hochzeitsreise auf einer Privatjacht in die Karibik begleiten. Außer ihm ist nur die Familie ihres Mannes, Sir Billy Hardcastle, mit an Bord, Xéra hat keine eigenen Verwandten mehr. Nebenbei wollen sie und Paul an ihrem nächsten Buch arbeiten, das sich um die Patisserie ihrer Familie drehen soll.
Doch schon am ersten Abend kippt die Stimmung: Als Xéra ihr Hochzeitsgeschenk präsentieren will – eine antike Halskette mit einem Padparadscha-Saphir, bekannt als der Schatz von De Lage – ist diese spurlos aus ihrer Kabine verschwunden. Sir Billy ist außer sich und lässt das ganze Schiff durchsuchen, doch die Kette bleibt verschwunden.
Paul, der vor einem Jahr bereits einen Mord bei einem Kochkurs aufgeklärt hat, beginnt eigene Nachforschungen. Doch die Lage spitzt sich zu, als beim Frühstück plötzlich eine Leiche am Tisch sitzt – anscheinend erstickt, doch Paul ist überzeugt, dass es sich um Mord handelt. Bald gerät er selbst unter Verdacht und bringt sich mit seinen Ermittlungen in Lebensgefahr.
Eigentlich wollte Paul auf dieser Reise zur Ruhe kommen. Der Tod seines Ehemannes liegt noch nicht lange zurück, und dessen Familie versucht, ihm das Cottage streitig zu machen, in dem er lebenslanges Wohnrecht hat. Auch finanziell steht er unter Druck, das Honorar für Xéras Buch käme ihm da sehr gelegen. Doch anstatt sich auf dem Sonnendeck zu erholen, wird Paul „gebeten“, in der Küche auszuhelfen. Die Köchin scheint kaum ein Rührei zustande zu bringen, und auch sonst wirkt die Crew merkwürdig unprofessionell.
Wie schon im ersten Teil der Reihe „Mit scharfer Klinge“ verbindet Orlando Murrin auch in „Tod unter Deck“ klassischen Whodunit-Charme mit kulinarischen Elementen und der Enge eines Kammerspiels. Die Handlung spielt sich vollständig auf dem Schiff ab, Pauls einzige Verbindung zur Außenwelt sind die Mails an seine Freundin Julie und deren Partner Declan, einen Polizisten, die ihm bei seinen Recherchen helfen sollen – sofern das schwächelnde WLAN mitspielt.
Die Geschichte entwickelt sich gemächlich, fast bedächtig. Paul hört sich unter den Gästen und der Besatzung um, versucht, Verbündete zu gewinnen und die zahlreichen kleinen Geheimnisse an Bord zu entwirren. Gegen Ende wird die Handlung durch die Vielzahl möglicher Motive und Verdächtiger etwas unübersichtlich, und auch der Showdown gerät ein wenig überzogen.
Trotzdem überzeugt „Tod unter Deck“ mit seinem sympathischen Ermittler, feinem britischem Humor und einer angenehm altmodischen Krimiatmosphäre. Orlando Murrin gelingt es, Spannung und Witz zu verbinden, ohne den Charme seiner Figuren zu verlieren. Wer klassische, gemütliche Krimis mit maritimem Setting und kulinarischer Note liebt, wird auch diesen zweiten Fall von Paul Delamare mit Vergnügen lesen.
„Mit scharfer Klinge“ macht als erstes richtig Lust auf einen Kochkurs, auf ein Erlernen neuer Techniken in geselliger Runde, aufs Kochen. Ich werde auf jeden Fall die „Funeral Potatoes“ nachkochen. Diese klingen sehr lecker.
Ich habe das Buch gerne gelesen und wurde auch gut unterhalten – sehr kurzweilig und auf jeden Fall was anderes. Paul war mir von Beginn an sympathisch und ich wollte gerne mit ihm kochen und ermitteln. Der Fall selbst findet nur in der Kochschule statt.
Paul fängt an zu ermitteln, da er selbst unter Mordverdacht gerät. Ich persönlich fand seine Art zu ermitteln nicht eingängig genug und damit auch nicht spannend genug. Die Geschichte kommt zwar kontinuierlich voran, aber langsam. Es geht hier mehr um die einzelnen Personen und ihre Hintergrundgeschichten.
Der Schreibstil hat es mir jedoch nicht immer leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Ich war zwar dabei, aber irgendwie nicht involviert. Ich habe die Charaktere vor mir gesehen, wenn es speziell um diejenigen ging, konnte aber teilweise die Namen im Laufe der Geschichte nicht richtig zuordnen.
Ich fand die Auflösung gut, in einer Sache überraschend, in der anderen hatte ich schon den richtigen Riecher. Das Buch eignet sich gut für zwischendurch – für kalte, regnerische Tage und für alle, die eher psychologische Kriminalromane mögen als actionreiche, die gerne Geschichten mit vielen verschiedenen Personen lesen und gerne miträtseln.
Wirklich lesenswert – hätte für mich jedoch noch etwas spannender sein können. Ich bin gespannt, was Paul in Band 2 erlebt und wie er sich in seinem zweiten Fall schlägt. Ich bin gerne dabei und freue mich ebenfalls auch auf weitere Rezepte.
3,5 Sterne von mir.
Weitere Rezensionen bei Sommerlese (4/5) und bei Soulbooks forever (3/5).
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