Orna Donath Regretting Motherhood

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Inhaltsangabe zu „Regretting Motherhood“ von Orna Donath

Darf man es bereuen, Mutter zu sein? Ein Tabubruch "Regretting Motherhood" thematisiert, was bisher kaum ausgesprochen wird: Dass viele Frauen in der Mutterschaft nicht die "vorgeschriebene" Erfüllung finden. Dass sie ihre Kinder lieben und trotzdem nicht Mutter sein wollen. In ihrem bahnbrechenden Buch analysiert die engagierte Soziologin Orna Donath die Dimension des Tabus und lässt Mütter selbst von ihren Erfahrungen berichten.

Ein Thema, über das gesprochen werden sollte.

— buechermaus88
buechermaus88

Neigt zu Wiederholungen, ist es aber absolut wert, gelesen zu werden!

— melli_2897
melli_2897

Buch zur Studie der israelischen Soziologin Orna Donath über Bereute Mutterschaft. Hoffentlich sind die Wellen nachhaltig, die es schlägt.

— elane_eodain
elane_eodain

Ein sachlicher und lesenswerter Beitrag zu einer emotional aufgeladenen Diskussion.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

Ein wichtiges Buch, das sensibilisiert und Verständnis einfordert und verdient. Eine tolles Buch in dem mutige Frauen zu Wort kommen.

— TheLastUnicorn_
TheLastUnicorn_

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  • Das Muttersein bereuen

    Regretting Motherhood
    buechermaus88

    buechermaus88

    02. November 2016 um 18:19

    Ein heikles Thema und wird von der Gesellschaft immer noch ignoriert. Deshalb interessierte mich dieses Buch: Allgemeine Infos zum Buch: Geschrieben wurde dieses Buch von der israelischen Soziologin Orna Donath, die auch die Studie „Making a Choice“ über jüdische Frauen in Israel, die keine Kinder wollten, vornahm und im Jahr 2011 veröffentlichte. Sie geht in diesem Buch insbesondere auf die Frauen ein, die nie Mütter werden wollten, es aber aus den unterschiedlichsten Gründen wurden und wie diese damit umgehen. Meine Meinung: Das Buch behandelt ein sehr schwieriges Thema und ich, als Frau, die zwar noch keine Kinder hat, sich ein Leben ohne Kinder aber nicht vorstellen kann, ist dieses Thema ein wenig sonderbar. Um ehrlich zu sein konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass es Frauen gibt, die nicht gern Mutter sein wollen. Natürlich weiß ich, dass es Frauen gibt, die sich dagegen entscheiden, aber mir blieb immer ein Rätsel warum. Diese süßen kleinen Menschen, die von einem selbst stammen, in denen die eigenen Gene weitergetragen werden, die so viel Liebe brauchen und diese auch zurückgeben: Ich wollte nicht glauben, dass jemand auf so eine Erfahrung in seinem Leben verzichten möchte. Aber ich wollte wissen warum. Und deshalb machte mich dieses Buch so neugierig. Weil ich grundlegend eine andere Einstellung dazu habe. In diesem Buch kommen Frauen zu Wort, die nur eins oder mehrere Kinder haben, die unterschiedlichen Alters sind (von 26 bis 73 Jahren) und aus unterschiedlichen Gründen nie Kinder wollten und aus den unterschiedlichsten Gründen trotzdem Kinder haben. Den Frauen werden Fragen gestellt und diese beantworten sie in diesem Buch so gut es eben geht, denn manche können es nicht genau erklären. Interessant fand ich, dass viele Frauen Kinder bekamen, weil die Gesellschaft das verlangt. Man steht einfach unter Druck. Zudem kommen sie aus einer Gesellschaft, in der es als normal gilt, Kinder zu haben (und nicht nur eins). Die Gesellschaft versteht nicht, wenn eine Frau sagt, dass sie keine Kinder möchte. Man muss schon eine sehr starke Frau sein, um dazu zu stehen und sagen zu können: „Ich will kein Kind.“ Und man muss sich als Frau damit abfinden können, ja man muss damit rechnen, von der Familie verstoßen zu werden, wenn man so denkt. Nach dieser Lektüre habe ich meine Meinung nicht geändert. Ich möchte immer noch Kinder. Aber ich kann ein bisschen nachvollziehen wie schlimm es sein muss, wenn man das nicht will und die Gesellschaft einen trotzdem dazu zwingt. Einige Mütter zwangen sich gute Mütter zu sein. Sie versuchten auf das Kind einzugehen, sie versuchten eine gute Mutter zu sein. Manche Mütter versuchten es gar nicht erst und verließen den Mann und das Kind oder überließen die Erziehung von Anfang an anderen Familienmitgliedern. Es ist erstaunlich wie viel Einfluss die Gesellschaft auf Menschen hat. Es gibt in diesem Buch auch Frauen, die erst nach dem ersten Kind begriffen, dass sie keine Mutter sein wollen. Eines sagen fast alle Frauen: Sie lieben ihr Kind. Und doch wollen sie keine Mutter sein.  Diese Aussage scheint ein Paradoxon zu sein, aber wenn man sich damit auseinandersetzt kann man es nachvollziehen. Sie möchten keine Mutter sein. Aber trotz allem lieben sie diesen Menschen, der ihr Kind ist. Viele sagen sie würden die Zeit gerne rückgängig machen und keine Mutter mehr sein, aber sie beziehen es nicht explizit auf ihr Kind. Sie sagen nicht: Ich möchte, dass mein Kind tot ist oder nie gewesen ist. Ihre Aussage bezieht sich nicht auf den Menschen, auf die Person. Und ich muss sagen, dass mir diese Frauen sehr leid tun und ich finde, dass die Gesellschaft es akzeptieren sollte, wenn Frauen keine Mütter werden wollen. Was mir nicht gefallen hat, ist die Eintönigkeit. Glücklicherweise hat das Buch nur 272 Seiten, worüber ich froh bin, denn ich hatte mit der Zeit das Gefühl, dass sich Aussagen einfach wiederholten. Es gab nichts Neues zu berichten. Und obwohl es am Anfang des Buches gesagt wurde, war ich enttäuscht darüber, dass die Männer nicht zu Wort kamen. Bei Männern scheint es immer okay zu sein, wenn sie kein Vater sein wollen. Wenn Frauen das nicht wollen, dann sind viele Menschen entrüstet. Und für mich ein ganz wichtiger Punkt kam ebenfalls nicht zur Sprache: Die Sicht der ungewollten Kinder. Mich hätte interessiert wie sie damit umgehen, nicht gewollt zu sein. Ich glaube, dass Kinder so etwas spüren. Mein Fazit: Ein sehr wichtiges Thema, das in der Gesellschaft gemieden wird. Allerdings gibt es zu häufige Wiederholungen und meiner Meinung nach einfach kein Fazit. Außerdem fehlen mir, die im letzten Absatz genannten Punkte. Deshalb gibt es hierfür leider nur 3 von 5 Sternen.

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  • Wichtiges Thema!

    Regretting Motherhood
    melli_2897

    melli_2897

    05. May 2016 um 11:44

    "Es ist schon sehr anstrengend, aber wenn sie einen anlächeln, ist der ganze Stress vergessen." Einen so oder zumindest so ähnlich klingenden Satz hat jeder schon einmal beim Gespräch mit einer Mutter über das Thema Elternschaft gehört. Genauer hinterfragt werden solche Aussagen meist nicht, dabei ist es umso wichtiger, dass sich besonders junge Frauen die Frage stellen: Ist es das wirklich wert? Mit ihrer Studie "Regretting Motherhood" schneidet Orna Donath ein bisher absolut tabuisiertes Thema an: Mutterschaft macht nicht immer glücklich und ist nicht für alle Frauen erfüllend. Dabei geht es nicht um Mütter von Kriminellen oder ähnliches - bei der Studie wurden ganz normale Frauen befragt, die in der Elternschaft keine Erfüllung finden und sich nun endlich trauen öffentlich darüber zu sprechen. Dabei ist der wichtigste Punkt, der auch im Buch immer wieder betont wird, dass diese Frauen ihre Kinder lieben und deren Charaktere nicht bereuen, sondern ihre Rolle als Mutter und die damit verbundenen gesellschaftlichen Anforderungen. Die genauen Begründungen sind unterschiedlich und werden in diesem Buch nach für nach beschrieben. Über die Ausschnitte der Interviewprotokolle hat man direkt Zugang zu den einzelnen Probantinnen und kann ihre Argumentationen gut verstehen. Insgesamt dreht sich die Thematik oftmals im Kreis und neigt zu Wiederholungen. Bei den knapp 260 Seiten muss man hier unbedingt Interesse an der Materie und etwas Durchhaltevermögen mitbringen. Entgegen den Vorwürfen, es handle sich dabei nur um Gejammer über Stress und wenig Freizeit, schildern die Frauen ein großes gesellschaftliches Problem. Viele von ihnen beschreiben, ihre eigene Identität verloren zu haben und nur noch als Mutter angesehen zu werden. Sie sind nicht gestresst, weil ihr Kind gerade zahnt, sondern zutiefst unglücklich mit der Rolle, die ihnen aufgezwängt wird. Dabei muss man die unterschiedliche Rolle der Frau in Israel und Deutschland natürlich ebenfalls berücksichtigen! Für mich persönlich war besonders die Stigmatisierung von jungen Frauen, die keine Kinder haben wollen, von enormer Bedeutung: "In 20 Jahren wirst du es bereuen, keine Kinder bekommen zu haben". Wir dürfen dieser Generation von selbstbewussten Frauen nicht einreden, dass sie ohne Kinder niemals glücklich sein werden. Das ist wohl der Kerngedanke des Buches, der mich noch lange beschäftigen wird. Sehr zu empfehlen!

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  • Orna Donath - Regretting Motherhood

    Regretting Motherhood
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    31. March 2016 um 07:31

    Ein Buch, das beim Erscheinen in Israel einen Aufschrei ausgelöst hat, der sich gleich über die ganze Welt zog: wie können Mütter es wagen offen zuzugeben, dass sie ihre Mutterschaft bereuen? Die Autorin ist dieser Frage wissenschaftlich – sie ist Soziologin – nachgegangen und hat in zahlreichen Gesprächen mit unterschiedlichen Frauen diesem Phänomen nachgespürt. Dabei handelt es sich keineswegs nur um Frauen, die Kinder in besonders problematischen Lebensphasen haben, sondern sehr verschiedene Frauen, manche mit einem Kind, andere mit mehreren Kinder, manche sind Säuglinge, andere haben bereits eigene Familien gegründet.Nicht nur das mediale Interesse, sondern das Thema an sich hat mich zu diesem Buch geführt, vor allem, weil wie befürchtet die Berichterstattung deutlich verkürzt den Inhalt wiedergegeben hat. Es geht nicht um Frauen, die ihre Kinder hassen, ganz im Gegenteil, fast alle lieben sie und würden alles für sie tun, was sie bereuen ist die Mutterschaft als solchen und hier wird auch sehr scharf getrennt. Interessant vor allem die Gründe, wie es überhaupt zur Schwangerschaft kam, in einem dermaßen extrem pronatalen Land wie Israel ist der Druck immens größer als in Ländern mit tendenzieller Wahlfreiheit wie Deutschland. Es geht auch nicht um hedonistische Frauen, denen nur an Freizeitgestaltung läge, nein, ihre Argumente sind rational und sehr gut nachvollziehbar. Den Kindern geben sie nicht die Schuld daran, dass ihr Leben nicht so verlaufen ist, wie sie es sich erträumt hatten, sondern der Gesellschaft und den Umständen, die dies verhinderte. Ein sehr sachliches Buch bei einer hochemotionalen Thematik.

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  • Wichtiger Beitrag zur Debatte

    Regretting Motherhood
    Eva-Maria_Obermann

    Eva-Maria_Obermann

    Dass Frauen Mütter werden ist nicht nur in der israelischen Gesellschaft, sondern auch in Deutschland nicht nur Norm, sondern eine Selbstverständlichkeit, die für die eigentliche Frage, ob die Frau Mutter werden will wenig Raum lässt. Unter diesem Druck werden auch Frauen Mutter, die nie eine hatten werden wollen. Andere aber merken erst nach der Geburt ihrer Kinder, dass sie in der Mutterrolle zutiefst unglücklich sind. Orna Donath geht in ihrem Buch nicht nur auf die verschiedenen Gründe für eine „bereute Mutterschaft“ ein, sondern zeigt auch inwiefern diese Frauen unter der Mutterschaft leiden. Sehr gut finde ich, dass die Verfasserin betont, aus welchen Gründen ihre Studie in Israel durchgeführt wurde und welche Faktoren das Leben der israelischen Mütter bestimmen. Dadurch werden die Unterschiede zu Mutter in Deutschland klar. Auf eben diese Unterschiede geht Orna Donath ebenfalls ein und zeigt auch, dass dennoch auch hier ein gesellschaftlicher Druck auf der Frau lastet, Mutter zu werden. Gleichzeitig tritt gerade dieser wichtige Aspekt im Hauptteil des Buches in den Hintergrund, was zur Analyse der Studie verständlich ist, die Aussage als im Deutschen veröffentlichtes Buch verfälscht. Wichtig ist auch, dass Frau Donath den Unterschied zwischen der Ambivalenz der Mutterschaft, manchmal mit einer akuten Situation unglücklich zu sein, in anderen Moment aber durchaus glücklich mit dem Muttersein zu können, und der per se bereuten Mutterschaft zieht, die so weit geht, dass diese Mütter ihre Schwangerschaften sofort ungeschehen machen würden, wenn sie konnten. Ein gewisser Widerspruch besteht aber auch hier, denn zugleich beteuern diese Mütter, ihre Kinder zu lieben und alles für sie zu tun. Das Buch ist durchzogen von Zitaten, die eindrucksvoll zeigen, wodurch im Speziellen die bereuenden Mütter leiden und welche Faktoren eine Rolle spielen. Gleichwohl besteht die Verfasserin völlig zurecht darauf, dass ein Herunterbrechen des Unglücks, das diese Frauen empfinden, auf eben diese traumatischen, finanziellen oder beziehungstechnischen Probleme, den tiefen Wunsch, nicht mehr Mutter zu sein, herunterspielt und verkennt. Mitunter scheint mir Donaths Wille, der Frau einen Raum zum Bereuen der Mutterschaft zu erkämpfen, sehr dogmatisch. Die Möglichkeit, dass Frauen auch von sich heraus gerne Mutter werden oder dass die empfundene Reue zeitlich begrenzt ist, wird eher nebensächlich aufgezeigt. Gleichzeitig fehlte mir der Hinweis, dass die durchgeführte Studie aufgrund der wenigen Teilnehmerinnen keine repräsentativen Aussagen treffen kann. Vielleicht zeigt sich gerade hier, dass Mutterschaft so facettenreich ist, dass sie auch zum Unglück werden kann, dennoch hätte ein Hinweis dazu Platz haben müssen. #regretting motherhood ist meiner Meinung nach ein wichtiger Beitrag für die Debatte zur Mutterrolle und für die stetige Entwicklung dessen, was wir unter dem Begriff Mutter verstehen. Ein Schritt in die Richtung, die Mutter als Frau und Mensch zu verstehen und nicht als stetig geduldige und liebenswürdige Matrone zu verehren.

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