Ortwin Ennigkeit , Barbara Höhn Um Leben und Tod

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Inhaltsangabe zu „Um Leben und Tod“ von Ortwin Ennigkeit

Ein Ermittler trifft die schwerste Entscheidung seines Lebens Ein Kind ist verschwunden, und der Entführer weigert sich auch nach tagelangen Verhören, den Aufenthaltsort des Jungen zu verraten. Die Ermittler, die um das Leben des Kindes fürchten, drohen ihm schließlich Gewalt an, sollte er nicht endlich das Versteck preisgeben. Sie haben zwischen dem Recht des Opfers auf Leben und dem Recht des Täters auf körperliche Unversehrtheit abgewägt – und entschieden. Doch wie weit darf man gehen, um das Leben eines Kindes zu retten? Noch nie hat es einen Fall wie diesen gegeben: Nach tagelangen Vernehmungen hatte Kriminalhauptkommissar Ortwin Ennigkeit auf Weisung des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner dem Entführer des elfjährigen Jakob von Metzler die »Zufügung von Schmerzen« angedroht, falls er nicht endlich das Versteck des Kindes verrate. Zur tatsächlichen Anwendung von Gewalt kam es nicht, die Drohung genügte. Doch die Hoffnung, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen und Jakobs Leben zu retten, erfüllte sich nicht: Magnus Gäfgen hatte den Jungen bereits unmittelbar nach der Entführung getötet. In der Folge entbrannte eine beispiellose rechtspolitische Diskussion über »Folter«: In wahren Leserbrieffluten wurden die Ermittler als Helden gefeiert, während sie sich vor Gericht wegen Verletzung der Menschenwürde verantworten mussten. Zum ersten Mal erzählt der Ermittler Ortwin Ennigkeit von der schwersten Entscheidung seines Lebens: Was wiegt schwerer? Die Menschenwürde des Tatverdächtigen oder die Menschenwürde des entführten Kindes?

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    Um Leben und Tod
    monja1995

    monja1995

    09. August 2013 um 07:15

    Klappentext: Ein Ermittler trifft die schwerste Entscheidung seines Lebens. Ein Kind ist verschwunden, und der Entführer weigert sich auch nach stundenlangen Verhören, den Aufenthaltsort des Jungen zu verraten. Die Ermittler, die um das Leben des Kindes fürchten, kündigen ihm schließlich Gewalt an, sollte er nicht endlich das Versteck preisgeben. Sie haben zwischen Recht des Opfers auf Leben und dem Recht des Täters auf körperliche Unversehrtheit abgewägt – und entschieden. Doch wie weit darf man gehen, um das Leben eines Kindes zu retten. Mein Umriss: Der erste Teil des Buches beinhaltet alle relevanten Fakten in Bezug auf die Entführung und Ermordung des 11jährigen Jakob von Metzler am 27. September 2002, sowie die Ermittlungsarbeit der Polizei in der Phase der ersten 4 Tage, an denen der Junge verschwunden war. In diesem Teil erzählt Ortwin Ennigkeit, der damals zuständige Ermittlungsbeamte, den gesamten Ablauf der Entführung, ebenso die mit der Familie abgesprochenen Abläufe zur Lösegeldübergabe, sowie die Verfolgung des Abholers des Lösegeldes bis zu dessen Identifikation, Verhaftung und Vernahme. Hier geht Ennigkeit so in die Details des Falles ein, dass es nicht erforderlich ist, sich anderweitig über den Fall, der die ganze Bundesrepublik in Atem hielt, einzuarbeiten. Im zweiten Teil geht Ennigkeit auf die Entscheidung ein, die ihm Polizeivizepräsident Wolfgang Daschner zur möglichen Aufklärung des Falles vorschlug. Noch am vierten Tag der Entführung waren die Beamten davon überzeugt, dass Jakob noch am Leben ist, aber durch Kälte, Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel in Lebensgefahr schwebt. Daher sah er keine andere Möglichkeit, als Druck auf Gäfgen auszuüben, der mit immer mehr Lügen versuchte, sich aus dem Fall zu winden. Ihm wurde im Falle der weiteren Verweigerung, den Aufenthaltsort des Jungen mitzuteilen, damit gedroht ihm Schmerzen zuzufügen, um eine ehrliche Aussage zu bekommen. Jedoch nicht diese Drohung Ennigkeits auf den Vorschlag von Daschner hin, brachte den Täter zu seiner nun ehrlichen Aussage, viel eher Ennigkeits Zukunftsprognose, dass Gäfgen dieser Fall sein Leben lang verfolgen würde und er an der Erinnerung zerbrechen wird. Somit wurde der Fall durch das Auffinden der Leiche Jakob von Metzlers schlussendlich gelöst, jedoch nicht so wie es sich die Ermittler gewünscht hätten. Für die Ermittlungsbeamten stand fest, dass es nun zu einer Verurteilung Gäfgens kommen würde, sahen sich jedoch plötzlich mit Ermittlungen in ihre Richtung konfrontiert. Ihnen wurde zur Last gelegt, den Entführer und Mörder des Jungen durch Androhung härtester Folter, zur Aussage genötigt zu haben…. Mein Eindruck: Ortwin Ennigkeit geht intensiv auf den Fall Jakob von Metzler ein. Er gibt in diesem Buch einen tiefen Einblick in seine Arbeit als Ermittlungsbeamter, für den Recht und Gesetz an erster Stelle stehen. Nüchtern lässt er den Fall und die Folgen daraus noch mal Revue passieren. Durch das Zitieren der unterschiedlichen Auszüge aus dem Strafgesetzbuch und anderen Gesetzesschriften, wird klar, dass in diesem Fall das Gesetz zu Gunsten eines Verbrechers ausgelegt wurde und zwei rechtschaffende Polizeibeamte, die nicht mehr wollten, als das Leben eines Kindes retten, mit ihm auf eine Stufe gestellt wurden. Ennigkeit hat anhand der einzelnen Gesetzestexte versucht, die Gerichtsbarkeit und letztendlich die Verurteilung von sich und Daschner zu analysieren und zu verstehen. Dies jedoch kann keinem Menschen gelingen, der über nur einen kleinen Funken gesunden Menschenverstand und Unrechtsbewusstsein verfügt. Hier wird gezeigt, dass das Leben eines Verbrechers über das Leben eines Opfers, in diesem Fall eines wehrlosen Kindes, gestellt wird. Dies haben Ortwin Ennigkeit und Wolfgang Daschner nicht getan und dafür haben die beiden meinen vollen Respekt. Ein Zitat aus diesem Buch liegt mir ganz besonders am Herzen, denn es zeigt auf, was das Leben eines Kindes wert ist: „Am 20. Dezember 2004 starb Jakob von Metzler zum zweiten Mal, einen juristischen Tod, als die Frankfurter Justiz sein Recht auf Leben, Menschenwürde und Freiheit geringer wertete als das Wohlbefinden seines Entführers und Mörders. Um mit Professor Winfried Bruggert aus Heidelberg zu sprechen: „Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, hatte die Binde vor ihren Augen, das Zeichen des Urteilens ohne Ansehen der Person, abgenommen. Aber sie hatte nur ein Auge geöffnet, nämlich das Auge für den Mörder. Das andere – das Auge für sein Opfer – blieb geschlossen.“ Mein Fazit: Der Beweis, dass das Leben der Täter über dem der Opfer steht, sollte Anlass genug sein, dieses Buch zu lesen. Und zwar nicht nur mit dem Kopf, nein auch mit dem Herzen.

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