Osamu Dazai

 4.4 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Gezeichnet, The Setting Sun und weiteren Büchern.

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Osamu DazaiDas Gemeine und andere Erzählungen
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Das Gemeine und andere Erzählungen
Das Gemeine und andere Erzählungen
 (1)
Erschienen am 01.01.1992
Osamu DazaiAlte Freunde
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Alte Freunde
Alte Freunde
 (1)
Erschienen am 04.10.2017
Osamu DazaiDie Teufel des Tsurugi-Bergs
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Die Teufel des Tsurugi-Bergs
Die Teufel des Tsurugi-Bergs
 (0)
Erschienen am 01.09.2012
Osamu DazaiEinspruch der Dekadenz
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Einspruch der Dekadenz
Einspruch der Dekadenz
 (0)
Erschienen am 07.03.2011
Osamu DazaiGezeichnet
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Gezeichnet
Osamu DazaiThe Setting Sun
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The Setting Sun
The Setting Sun
 (3)
Erschienen am 01.06.1968
Osamu DazaiDie sinkende Sonne
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Die sinkende Sonne
Die sinkende Sonne
 (1)
Erschienen am 01.01.1958
Osamu DazaiNo Longer Human
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No Longer Human
No Longer Human
 (1)
Erschienen am 01.06.1973

Neue Rezensionen zu Osamu Dazai

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Rezension zu "Gezeichnet" von Osamu Dazai

Rezension: Gezeichnet
killmonotonyvor 3 Monaten

Erstmals 1948 erschienen, begeisterte Osamu Dazais „Gezeichnet“ bereits Generationen japanischer Leser. Jetzt erschien sein Werk in einer neuen, optisch sehr ansprechenden Ausgabe beim cass Verlag, der sich auf japanische Literatur spezialisiert hat. In diesem Büchlein geht es um Yozo, der sich nie richtig zugehörig fühlt und normales, menschliches Verhalten auch nie nachvollziehen kann. Er leidet unter einer sogenannten conditio inhumana, wie der japanische Originaltitel „Ningen shikakku“ — als Mensch disqualifiziert — auch bereits andeutet. In seiner großen Familie muss er um Aufmerksamkeit kämpfen, daher hat er sich bereits in seinen frühen Lebensjahren eine Maske als Clown zugelegt. Auch in der Schule kommt er mit seinen Albernheiten durch, lebt allerdings in der steten Angst, jemand könnte ihn durchschauen. Als er schließlich auch eine weiterführende Schule wechselt, mit dem Ziel, Künstler zu werden und Gemälde zu zeichnen, verfällt er dem dekadenten Leben der Großstadt, das ihm auch zunächst noch von seiner wohlhabenden Familie finanziert wird: Drogen, Prostitution und der Einsatz für die politische Linke, der zu der Zeit noch illegal war. Doch im Grunde genommen ist ihm alles gleichgültig, eigentlich möchte er nur Zeichnen. Frauen sind ihm suspekt, laufen ihm jedoch in Scharen hinterher, und mit einer begeht er gemeinsam einen Selbstmordversuch. Sie stirbt, er überlebt. Erst da beginnt sein Leiden so richtig.

Yozo Oba, als Mensch gewogen und für zu leicht befunden.

Durchgefallen.

Ich hatte aufgehört, als Mensch zu existieren.

Osamu Dazai erzählt mit „Gezeichnet“ erdrückend und deprimierend das Schicksal des jungen Yozo, der nie richtig in seinem Leben ankommt. Aus dem Klappentext erfahren wir bereits, dass er Comiczeichner ist — also wissen wir schon zu Beginn, dass aus seinen großen Träumen wohl leider nichts wird. Nichtsdestotrotz ist es faszinierend und zugleich traurig, diesen Charakter weiterzuverfolgen. Interessant ist, dass Dazai eine kleine Rahmenhandlung um die Geschichte Yozos gebaut hat: Ein Schriftsteller erhält von einem anonymen Mann drei Notizhefte, die die Aufzeichnungen Yozos enthalten. Er entschließt sich, diese zu veröffentlichen. Ob Dazai selbst dieser Schriftsteller war, erfährt der findige Leser erst im Nachwort zum Buch. In diesem findet sich eine detaillierte Analyse der Notizbücher und deren Inhalt. Das Nachwort sollte deshalb keinesfalls übersprungen werden.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: https://killmonotony.de/rezension/osamu-dazai-gezeichnet

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SaintGermains avatar

Rezension zu "Alte Freunde" von Osamu Dazai

japanischer Klassiker
SaintGermainvor 3 Monaten

Ein japanischer Schriftsteller bekommt Besuch von einem Bauern, der sich als alter Schulfreund ausgibt. Dieser benimmt sich allerdings alles andere als nett, der Schriftsteller akzeptiert dies aber stillschweigend.

Es handelt sich bei diesem Buch um einen Klassiker der japanischen Lyrik, der 1946 erstmals erschienen ist, 2018 das erste Mal auf deutsch.

Die meisten Bücher des Autors - wie auch dieses - sind Kurzgeschichten (dieses Buch hat mit Nachwort gerade mal 52 Seiten), die der autobiographischen Fiktion zugeordnet werden können. Vieles entspricht daher der Wahrheit, vieles aber auch der Fantasie des Autors.

Das Buch ist mit 7 Illustrationen versehen, die mich leider nicht wirklich ansprechen, da sie genau so grobschlächtig sind, wie der Bauer beschrieben wird. Auch erschließt sich von manchen Bildern nicht wirklich der Sinn. Die Rückseite der Illustrationen - die mehr Skizzen ähneln - sind frei gehalten.

Das Buch selbst ist von hochwertiger Qualität, der Inhalt konnte mich größtenteils überzeugen. 

Was mir allerdings fehlte war ein wenig eine Auflösung der Geschichte bzw. ein auflösendes Ende. So bleibt der Leser leider etwas spekulierend zurück, was aber wahrscheinlich die Absicht des Autors war.

Das Nachwort fand ich - im Gegensatz zu den Zeichnungen - sehr informativ und wertvoll.

Fazit: Ein japanischer Klassiker der autobiographischen Fiktion, das sich auch heute noch sehr gut lesen lässt und zum Nachdenken anregt.4/5 Sternen

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Gezeichnet" von Osamu Dazai

Wortgewaltiger Abgesang auf das Leben
aus-erlesenvor 6 Monaten

Yozo wurde in die Sorglosigkeit hineingeboren. Sorglos, was das Finanzielle angeht. Seine Familie hat Geld, kann ihm bieten, was er benötigt. Zumindest das, was man mit Geld kaufen kann. Im Familienverbund muss einen Weg finden sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Als Clown die anderen zum Lachen zu bringen, scheint ihm der geeignete Weg zu sein. Mit Erfolg.
Auch in der Schule sind seine Clownerien vom Erfolg gekrönt.
Doch das Leben hat sich einen perfiden Plan ausgeheckt. Yozo soll nicht – wie er es sich wünscht – der gefeierte Maler werden. Exzesse pflastern von nun an seinen Weg. Frauen sind ihm suspekt. Drogen und Alkohol seine ständigen Begleiter.
Der Autor Osamu Dazai – ein Pseudonym – wurde in die Sorglosigkeit hineingeboren. Sorglos, was das Finanzielle angeht. … Moment, das wurde doch eben über Yozo gesagt. Yozo und Osamu sind sich gleich. Wenn nicht sogar dieselbe Person. „Gezeichnet“ gehört in Japan zu den meistgelesenen Büchern. Die Düsternis des Textes wird durch die Vielfalt der Worte ins Unermessliche gesteigert. 
Es dauert seine Zeit bis man sich an die Bitternis des Autors, der sich selbst im Vexierspiegel betrachtet, annehmen kann. Dann aber öffnet sich ein Meer der Emotionen, eine Farbenpracht der Einsamkeit für den Leser, der einen nicht mehr loslässt. Bilder, die sich so schonungslos offen hinter wohl geformten Worten verbergen, brechen wie ein Tsunami über den Leser herein. 
Yozo / Osamu sind gequälte Seelen in einem starren System. Sie können niemals endgültig ausbrechen. Sie sind zum Scheitern verurteilt. Ohne jede Chance auf Begnadigung. Osamu Dazai unternahm in seinem Leben mehrere Selbstmordversuche. Woran sich scheiterten, ist nicht bekannt. Vielleicht hatte das Leben doch noch eine Hintertür einen Spalt weit geöffnet gelassen?! Doch Osamu Dazai sah das durchdringende Licht nicht, oder wollte es nicht sehen. An seinem neununddreißigsten Geburtstag fand man ihn. Tot. Keine vierzig Jahre alt, doch ein Werk, das seit sechzig Jahren immer wieder neue Leserschaften in seinen Bann zieht. 

Diese Buchbesprechung bezieht sich auf die Ausgabe des Cass-Verlages, ISBN 978-3-944751-03-0. 155 Seiten, 12,95€.

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