Osamu Tezuka

 4.4 Sterne bei 118 Bewertungen
Autor von Kirihito, Band 1, Adolf 1 und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Osamu Tezuka

Osamu Tezuka wurde am 3. November 1928 in Japan geboren. Er begann bereits im Grundschulalter zu zeichnen. Neben seinem Medizinstudium zeichnete und veröffentlichte Tezuka, der heute als „Urvater des Manga“ gilt, seine ersten Mangas. Die erfolgreichen Reihen „Der Ritter mit der Schleife“ und „Astro Boy“ entstanden in Tokyo, wo Tezuka nach seinem Studium lebte und arbeitete. Mit „Mushi Production AG“ gründete der Zeichner seine eigene Produktionsfirma und realisierte eigene Anime-Filme, sowie Realverfilmungen seiner Werke. 1989 starb Osamu Tezuka an einem Krebsleiden. Für die ersten vier Bände der weltweit erfolgreichen „Buddha“ Mangas, die den Lebensweg des Begründers des Buddhismus nacherzählen, wurde ihm posthum der renommierte Eisner Award für Comics verliehen.

Alle Bücher von Osamu Tezuka

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Buchformat:
Cover des Buches Adolf 1 (ISBN:9783551785718)

Adolf 1

 (9)
Erschienen am 22.10.2005
Cover des Buches Kirihito, Band 1 (ISBN:9783551791801)

Kirihito, Band 1

 (9)
Erschienen am 22.10.2009
Cover des Buches Adolf, Band 2 (ISBN:9783551785725)

Adolf, Band 2

 (6)
Erschienen am 22.01.2006
Cover des Buches Adolf 5 (ISBN:9783551785756)

Adolf 5

 (5)
Erschienen am 22.02.2007
Cover des Buches Adolf 4 (ISBN:9783551785749)

Adolf 4

 (5)
Erschienen am 22.08.2006
Cover des Buches Adolf 3 (ISBN:9783551785732)

Adolf 3

 (5)
Erschienen am 22.05.2006
Cover des Buches Buddha 1 (ISBN:9783551766311)

Buddha 1

 (4)
Erschienen am 30.04.2012

Neue Rezensionen zu Osamu Tezuka

Neu

Rezension zu "Pluto: Urasawa X Tezuka 1" von Osamu Tezuka

Manchmal kommt es anders ...
Christopher_Bvor 3 Monaten

Wenn eine Binsenweisheit eine Geschichte wäre, dann wäre sie langweilig und niemand würde sie hören wollen. »Manchmal kommt es anders, als man denkt.« Es scheint jedoch so, als ob Naoki Urasawa diese ganz spezielle Binsenweisheit immer ernst genommen hat. Seine Serie Pluto gibt es seit Oktober 2010 auf Deutsch zu lesen.

Hierzulande kennt man den Erzähler aus Japan mit internationalem Renommee wegen seiner Serien MONSTER und 20th Century Boys. Wenn überhaupt. Urasawa präsentiert eine Entwicklungslinie des modernen Mangas, die in Deutschland noch immer wenig wahrgenommen wird. Es sind anspruchsvolle Geschichten für Erwachsene mit einer komplizierten Erzählstruktur und einer schier endlosen Ruhe im Inneren.

Bei Urasawa hat es der Leser nicht leicht. Oft braucht es sehr lang, bis man eine ungefähre Ahnung davon bekommt, wohin die Reise gehen soll. Geschichten wie ein riesiges Geheimnis. Es gibt keine Gedankenblasen und keine erzählenden Texte, nur die Figuren, ihre Sprache und die Handlung. Fast wie ein Theaterstück. Beim Erzählen schlägt Urasawa Haken und überrascht, macht alles anders, als man es erwarten würde. Auch bei Pluto kommt es immer anders, als man denkt.

Obwohl Pluto Science Fiction ist, obwohl es um Roboter geht und obwohl es auf einem klassischen Boys-Manga basiert, bleiben die Actionsequenzen rar gesät. Die Welt von Pluto ist eine Zukunft, in der Roboter ein Teil des alltäglichen Lebens sind. Einige von ihnen sehen aus wie Menschen, andere sind noch immer klar als Maschinen zu erkennen. Alle Roboter in Pluto verfügen über eine Künstliche Intelligenz, die es ihnen erlaubt, selbstständig Entscheidungen zu treffen und sich weiterzuentwickeln.

Die Roboter sind keine Taschenrechner mehr in der Hand von Menschen, sondern eine Parallelgesellschaft, die unabdingbar für die menschliche Existenz geworden ist und eigene Wege geht. In dieser Welt treibt ein Mörder sein Unwesen. Wie es scheint, macht er Jagd auf die am höchsten entwickelten Roboter der Erde. Seinen besiegten Opfern pflanzt er Hörner an den Schädel, er selbst hat auch welche, was eine Anspielung auf antike Totengötter sein soll, zum Beispiel auf Pluto, den Totengott Roms, daher rührt der Titel der Serie. Die Serie ist also nach dem Mörder benannt, mysteriös und ohne zu verraten, wer er wirklich ist und was seine Motive sind.

Auf der anderen Seite stehen die Ermittler, zuvorderst Inspektor Gesicht von Europol, außerdem das Mädchen Uran und Astro Boy. Alle drei gehören zu den am höchsten entwickelten Robotern auf der Erde, sind also zugleich potentielle Ziele von Pluto.

Geschickt und ausdauernd verwebt Urasawa die Ereignisse, und man könnte es als Affront missverstehen, dass Astro Boy erst auf der letzten Seite von Band 1 auftaucht. Denn bei Pluto handelt es sich um die Neuinterpretation einer Episode aus der Serie Astro Boy von Osamu Tezuka. Astro Boy kennt in Japan jedes Kind. Er ist eine japanische Ikone, an Popularität vielleicht nur vergleichbar mit Mickey Mouse in den USA. Und Osamu Tezuka gilt ohnehin als »Gott der Manga«. Naoki Urasawa tritt mit Pluto also in gewaltige Fußstapfen.

Grund dafür war ein Jubiläum. Astro Boy ist eine Figur aus den 1950er Jahren. Nachkriegszeit, Technikbegeisterung, Öffnung zum Westen, Wiederaufbau, Neuanfang. Eine gute Zeit für Utopien. Im Manga feiert Astro Boy am 7. April 2003 Geburtstag. Als dieses Datum in der Wirklichkeit näherrückte, kam es zu ersten Gesprächen, wie und ob man Astro Boy in die Gegenwart überführen könnte. Naoki Urasawa selbst ist von Astro Boy stark beeinflusst worden, damals war er Rezipient, jetzt ist er selber Schöpfer. Die Bedingung, die Tezukas Sohn an die Wiedererweckung des Roboter-Jungen aus der Feder seines Vaters stellte, war, dass die Geschichte nicht bloß ein plattes Remake, eine Kopie, werden sollte.

Es sollte kein nachgemachter Tezuka werden, sondern ein waschechter Urasawa. Wer das Original Astro Boy und die Neuinterpretation Pluto kennt, wird verblüfft sein, wie sehr sich die beiden Fassungen voneinander unterscheiden. An die Stelle von Technikbegeisterung und optimistischem Blick in die Zukunft treten bei Pluto Nachdenklichkeit und eine tiefe Skepsis. Fortschritt wird nicht mehr gefeiert, er wird in Frage gestellt. Einen Retter wie Astro Boy aus den 1950er Jahren – mit Düsentriebwerken in den Füßen, Infrarotaugen und einem Super-Computer als Gehirn – könnte Japan jetzt, nach der Tsunami-Katastrophe und den Unfällen in Fukushima, Onagawa und Tokai, gut gebrauchen. Am Ende wird dann alles gut. Urasawa setzt dahinter ein Fragezeichen.

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Rezension zu "Buddha 1" von Osamu Tezuka

Religiöses Leben in Bildern
dominonavor 4 Jahren

Graphicnovels sind ein eigenes spezielles Buchgenre und sind je nach Zeichenstil und Thema leichte oder schwere Kost. Das Leben Buddhas ist ein heikler Stoff, hat aber alles, was eine Legende braucht, liest sich teils etwas sehr kitschig, vermittelt den Inhalt aber anschaulich, selbst wenn man mit der Religion selbst nicht viel anfangen kann. Zumindest Teil 2 werde ich mir definitiv noch anschauen.

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Rezension zu "Kirihito, Band 1" von Osamu Tezuka

Kirihito 1
Elmar Hubervor 4 Jahren

STORY

Die Belegschaft des Universitätsklinikum Tokio sieht sich mit einem außergewöhnlichen Patienten konfrontiert. Der Mann aus dem nahezu unzugänglichen Dorf Inugamisawa entwickelt einen Appetit auf rohes Fleisch, sein Knochenbau verändert sich rapide und er nimmt nach und nach die Physiognomie eines Hundes an. Die Ärzte nennen es die „Monmo Krankheit“. Während der Chefarzt Prof. Tatsugaura von einer ansteckenden Viruserkrankung überzeugt ist, vermutet der junge idealistische Kirihito Osanai eine durch Umwelteinflüsse verursachte endemische (andauernd gehäuftes Auftreten einer Krankheit in einer begrenzten Region oder Population) Ursache. Um weiteres Material zu sammeln soll sich Kirihito für einen Monat nach Inugamisawa begeben. Das bedeutet, dass er seine Verlobte, die sich eine Hochzeit wünscht, so lange alleine in Tokio zurück lassen muss.

Obwohl die Dorfbewohner, die keine Fremden gewohnt sind, Kirihito zunächst reserviert entgegenstehen, schicken sie die junge und schöne Tazu in seine Hütte, um mit ihm zu schlafen, Mit dieser Vereinigung des Blutes erlangt er das Recht, im Dorf zu bleiben. Auch Tazus Vater leidet an der Monmo-Krankheit und sie bittet Kirihito, ihm zu helfen. Dieser sieht zunächst nur das willkommene Studienobjekt, entwickelt jedoch mehr und mehr Gefühle für Tazu, die ihm bei seinen Studien behilflich ist. Schließlich zeigen sich auch bei Kirihito erste körperliche Anzeichen der Krankheit. Auf seinem Weg zurück in die Zivilisation wird Kirihito entführt und zum gedemütigten Schauobjekt eines reichen Geschäftsmanns, der sein Vergnügen aus den perversen Attraktionen zieht, die er mit seinem Geld kaufen kann. Gemeinsam mit einer Tänzerin gelingt Kirihito die Flucht.

In Tokio wurde Kirihito aufgrund seiner langen Abwesenheit inzwischen als verschollen erklärt und von der Ärzteliste des Universitätsklinikums gestrichen. Niemand ist dort mehr an seiner Rückkehr interessiert, insbesondere da Prof. Tatsugaura seine Theorie der Viruserkrankung vorstellen und damit zum Präsident der Ärztevereinigung werden will.

Unterdessen erfährt Kirihitos Tokioter Kollege und Freund Urabe, dass die Monmo-Krankheit auch in Rhodesien, und dort nicht nur an Einheimischen sondern auch an einer weißen Missionarin, aufgetreten ist. Urabe untersucht die Fälle dort und gerät damit in Lebensgefahr.

MEINUNG

Was wie ein „normaler“ Medizinthriller beginnt entwickelt sich für Titelheld Kirihito schon bald zu einer schonungslosen Tour de Force, gepaart mit der Ungewissheit, wo sein Weg überhaupt hinführt. Dabei vermengt Autor und Zeichner Osamo Tezuka die Thrillerelemente seiner Geschichte mehr und mehr mit Fragen der Ethik, der Philosophie und sogar der Religion. In der Charakterisierung seiner Figuren verzichtet Tezuka auf simple schwarz-weiß-Zeichnung, was der Geschichte eine angenehme Tiefe verleiht ohne den Hauptplot zu ersticken. Nahezu jede Person in KIRIHITO wird von inneren Dämonen – Neid, Gier und Hass – getrieben, die sie mehr oder weniger gut im Griff haben. Beispielsweise ist Kirihitos Freund Urabe seinerseits an dessen Verlobter interessiert und er nutzt die Gunst von Kirihitos Abwesenheit, sich ihr gegen ihren Willen zu nähern. Hier agiert Urabe also moralisch verwerflich, wenngleich er an anderer Stelle voller Überzeugung (und auch aus Loyalität) die Theorie seines Freundes zu beweisen sucht.

So wird Kirihitos Reise ins Ungewisse durch immer neu aufkeimende und oft unvorhersehbare Erzählstränge und Parallelhandlungen ergänzt, die insgesamt so brillant miteinander verwoben sind, das KIRIHITO sich schnell zu einem absoluten Pageturner entwickelt, der unaufhaltsam immer tiefer in ungeahnte Abgründe führt. Erzählerische Parallelen zu den Psychothrillern von Jean Christophe-Grangé sind hier nicht von der Hand zu weisen.

Die Zeichnungen von Osamo Tezuka, den viele als „Gott des Manga” verehren, wirken zu Anfang humoristisch und teilweise sogar slapstickhaft übertrieben, entwickeln im weiteren Handlungsverlauf aber eine fesselnde und bisweilen symbolträchtige Düsternis.

Carlsen Manga veröffentlicht KIRIHITO sehr schön gestaltet als schicke Klappenbroschur unter dem Label „Graphic Novel“ in drei Bänden mit je rund 280 Seiten. Im Gegensatz zu den „üblichen“ Mangaveröffentlichungen wurde das Buch der westlichen Leserichtung angepasst, indem die Seiten gespiegelt wurden.

FAZIT

Brillant konstruierter düsterer Thrillerauftakt, der auch knapp 45 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Wirkung verloren hat.

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