Oscar Wilde; The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens) by Oscar Wilde (2014-08-28)

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Inhaltsangabe zu „The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens) by Oscar Wilde (2014-08-28)“ von Oscar Wilde;

a masterpiece

— Ckika-Minako
Ckika-Minako

Ein großartiges Buch mit einer zugleich faszinierenden und gruseligen Grundidee.

— Darcy
Darcy
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  • Forever young - Schönheit und Jugend über alles

    The Picture of Dorian Gray (Alma Classics Evergreens) by Oscar Wilde (2014-08-28)
    Darcy

    Darcy

    11. November 2016 um 17:06

    "For what shall it profit a man, if he shall gain the whole world, and lose his own soul?" (Mark 8:36) "The Picture of Dorian Gray" ist ein Roman des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900), erstmals veröffentlicht im Jahr 1890. Es geht darin um einen zu Beginn jungen Mann, der sich einem lasterhaften und rücksichtslosen Lebensstil hingibt, nachdem er erkannt hat, dass sich sein Äußeres trotz allem niemals verändert und die Zeichen des Alters und seines Handelns stattdessen an einem Porträt von ihm ersichtlich werden. Die Geschichte beginnt mit einem Treffen von Lord Henry Wotton und dem Künstler Basil Hallward im Haus des letzteren. Basil berichtet von seiner Bekanntschaft mit dem unglaublich gut aussehenden und charmanten Dorian Gray, welcher eine Inspirationsquelle für seine künstlerische Arbeit darstellt. Kurz darauf taucht Dorian auf, sodass er und Henry sich kennenlernen. Basil vollendet ein Porträt von Dorian, welches er als sein Meisterwerk bezeichnet, und schenkt es diesem. Während er malt, unterhalten Dorian und Henry sich; Henry beklagt, dass Dorians Schönheit und Jugend, seine besten Eigenschaften, bald vergangen sein werden. Er steckt den jungen Mann mit seiner Überzeugung an, woraufhin dieser sich wünscht, das Bild solle anstatt seiner selbst die Zeichen des Alters und der Sünde zeigen. "'How sad it is!', murmured Dorian Gray, with his eyes still fixed upon his own portrait. 'How sad it is! I shall grow old, and horrible, and dreadful. But this picture will remain always young. It will never be older than this particular day of June ... If it were only the other way! If it were I who was to be always young, and the picture that was to grow old! For that - for that - I would give everything! Yes, there is nothing in the whole world I would not give! I would give my soul for that!'" Kurze Zeit später verliebt Dorian Gray sich in die Schauspielerin Sibyl Vane. Nachdem sie sich ihre Liebe gestanden haben, lädt Dorian seine Freunde Lord Henry und Basil zum gemeinsamen Besuch einer Theateraufführung ein, doch zu ihrem Entsetzen spielt Sibyl an jenem Abend äußerst schlecht. Später erklärt sie Dorian dies damit, dass ihr die Schauspielerei nun, da sie seine Liebe erfahren habe, nichts mehr bedeute. Empört entgegnet Dorian, er liebe sie nun nicht mehr und lässt sie am Boden zerstört zurück. Als er in dieser Nacht Basils Bild betrachtet, bemerkt er, dass dieses sich verändert hat: Sein Gesicht hat darauf einen grausamen Ausdruck angenommen. Erschrocken realisiert er, dass sich sein Wunsch von damals auf mysteriöse Weise erfüllt hat. Dorian beschließt, seinen Fehler wiedergutzumachen und verfasst einen leidenschaftlichen Brief an Sibyl. Doch dann erreicht ihn Lord Henry mit schrecklichen Nachrichten: Sibyl hat sich umgebracht. In den folgenden Jahren nimmt Dorian Gray einen hedonistischen Lebensstil an und beschäftigt sich ausschließlich mit schönen Dingen. Furchtbare Gerüchte über ihn kommen auf, gleichzeitig sind viele Leute angesichts seines unschuldigen Äußeren überzeugt er könne unmöglich ein schlechter Mensch sein. Wird es ihm noch gelingen, den Fluch zu brechen? Die Geschichte wird in der dritten Person von einem allwissenden Erzähler geschildert, der das Geschehen manchmal kommentiert. Dennoch begleitet der Leser die meiste Zeit über Dorian. Wilde verwendet eine sehr detailreiche und eloquente Sprache. Leider kamen doch öfter für mich unbekannte Wörter vor, aber diese jedes Mal im Wörterbuch nachzuschlagen oder eine Vokabelliste zu führen, hätte meinen Lesefluss zu sehr gestört; das Verständnis der Handlung an sich wurde hierdurch auch nicht beeinträchtigt. Lediglich die seitenlangen Beschreibungen der Objekte, die Dorian zu sammeln anfängt, fand ich etwas langweilig. Dorian Grays Charakter ist vielleicht nicht so schlecht, wie es seine Taten vermuten lassen. Die Überzeugung, dass Schönheit und Jugend im Leben wichtiger sind als alles andere, wird ihm erst durch Lord Henry eingeimpft, der insgesamt ein schlechter Einfluss für ihn ist. Sein Verhalten gegenüber Sibyl in jener Nacht, als er ihr ihre schlechte schauspielerische Leistung vorwirft, ist grausam und falsch, allerdings bereut er dieses bald, wenn auch bereits zu spät. Interessant ist hier und in anderen Situationen aber die Frage, inwiefern er sein Verhalten nur deshalb wiedergutmachen oder sich bessern will, weil er durch das Porträt erkannt hat, dass sich seine Seele dadurch noch weiter verschlechtert hat, also aus Eigeninteresse und nicht, weil er sich tatsächlich um andere Menschen sorgt. Sein Leben wäre ohne die Erfüllung seines Wunsches, den er scheinbar spontan und ohne Hintergedanken äußert, da er natürlich nicht daran glaubt, dass dieser jemals Wahrheit werden würde, sicherlich deutlich normaler verlaufen. Die Vorstellung, so wie er, jeden Fehler und die damit einhergehende Veränderung der eigenen Seele sofort wie im Spiegel durch ein Bild gezeigt zu bekommen, finde ich absolut gruselig, was sicherlich zu einem großen Teil die Faszination ausmacht, die von diesem Werk ausgeht. Lord Henry ist durchaus eine interessante und lebendige, für mich aber nicht besonders liebenswerte Figur, was vor allem an seiner fehlenden moralischen Einstellung, die er selbst ganz offen zugibt, liegt. Ihm scheint es schlicht Spaß zu machen, immer wieder durch seine paradoxen Aphorismen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Demgegenüber versucht Basil, nachdem er die schrecklichen Gerüchte über Dorian gehört hat, diesen wieder auf den rechten Weg zu bringen, da er sich offensichtlich um ihn sorgt. Selbstverständlich erzählt Dorian niemandem von den Eigenschaften seines Porträts, sondern versteckt es in einem verriegelten Zimmer im Dachgeschoss seines Hauses und entwickelt eine geradezu paranoide Angst davor, jemand könnte es entdecken und hinter sein Geheimnis kommen. Ich hätte vor dem Lesen vielleicht erwartet, dass die Verwunderung der Leute darüber, dass er mit fast vierzig Jahren keinen Tag älter aussieht als mit zwanzig, noch stärker thematisiert werden würde. Die vorliegende Ausgabe von Alma Classics enthält neben dem Buchtext einen Anhang mit Material zur Biographie des Autors und seinen weiteren Werken, den ich sehr hilfreich fand. Wilde geht in diesem Buch auch auf den Ästhezitismus ein, dem er selbst angehörte und der des Weiteren hier durch Lord Henry vertreten wird. Die Kunst sollte entsprechend der Meinung der Ästhetizisten für sich selbst stehen und nicht, wie es die Auffassung der übrigen viktorianischen Gesellschaft war, auch einen erzieherischen Charakter haben. Außerdem wird durch die Beziehung von Dorian Gray und Basil Hallward das Thema Homosexualität behandelt; dieser Aspekt war in der ersten Version des Romans deutlich stärker ausgeprägt als in der zweiten, überarbeiteten. Wilde selbst wurde wegen seiner relativ offen ausgelebten Homosexualität vor Gericht gestellt und von 1895 bis 1897 inhaftiert, wonach er sich in Armut und schlechter Gesundheit befand und sozial isoliert war. Es ist jedes Mal traurig darüber nachzudenken, dass viele Menschen früher aufgrund ihrer Sexualität und ohne ein echtes Verbrechen begangen zu haben, ein solches Schicksal ereilt hat. Insgesamt hat mir "The Picture of Dorian Gray" sehr gut gefallen, auch wenn es nicht ganz einfach zu lesen war, und ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen. Es wirft einige interessante Fragen auf und ich fand die Grundidee, seine eigene Seele und somit eventuell auch Wahrheiten über sich selbst, die man lieber nicht gewusst hätte, durch ein Bild gezeigt zu bekommen, faszinierend und unheimlich.

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