Oscar van den Boogaard

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Rezension zu "Julias Herrlichkeit" von Oscar van den Boogaard

Rezension zu "Julias Herrlichkeit" von Oscar van den Boogaard
DrGordonvor 7 Jahren

Ein männlicher Autor schreibt über die Sehnsüchte und sexuellen Wünsche einer Frau. Kann das gut gehen? Eindeutig ja!

Julia Caullebaut lebt mit Ihrem 17 Jahre älteren Ehemann Maurice und ihren beiden kleinen Kindern Vladmir und Veerle im Pajottenland ausserhalb von Brüssel.

Ihr Mann vergöttert sie und versucht Ihr alle Wünsche von den Augen abzulesen ist aber letzlich langweilig. Er benennt das Landhaus in dem sie leben sogar "Julias Herrlichkeit". Die beiden Kinder sind brav aber kühl. Julia liebt ihre Familie sehr aber die innere Vereinsamung wird immer stärker. Sie kommt aus der Stadt und ist wegen Ihres Mannes und der Kinder aufs Land gezogen. Als Kind sind ihre Eltern ohne Julia nach Südafrika ausgewandert. Sie selbst ist in einem katholischen Internat zur Schule gegangen.

Sie beginnt eine Affäre mit dem Nachbarn im Dorf, dem Bauern Omer. Dieser ist zu diesem Zeitpunkt 74 Jahre, Julia selbst 33. Also noch einmal fast 25 Jahre älter als Ihr Mann Maurice.
In der Beziehung lebt sie ihr Phantasien und Sexualität aus. Omer bricht die Beziehung nach einer Weile ab.

Julia zieht sich immer mehr zurück und verhält sich abwesend bzw. aggressiv gegebenüber ihrem privaten und auch beruflichen Umfeld in der Nationalbibliothek in der Hauptstadt.

Maurice will seiner Frau helfen und aus ihrem depressiven Schub befreien. Mit seinen Mitteln aber letzlichen erfolglos. Er will ein Wohnmobil kaufen, Julia aber nicht. Eines Tages kauft Julia in einer Galerie ein Glas Blütenstaub des schweizer Künstlers Wolfgang Laib. Der Preis des Blütenstaubes entspricht ungefähr des Wohnmobils.

Als Julia 48 Jahre ist fliegt sie zu Ihrem Sohn Vladimir nach Rio de Janeiro. Ihr Sohn hat einen sehr hohen Frauenverschleiss. Er kann mit seiner Mutter nicht mehr viel anfangen, so daß Julia oftmals allein unterwegs ist.

Sie fängt mit dem ca. Anfang 20 Jahre alten Gigolo Marcello eine sexuelle Affäre an. Sie zahlt für Marcellos "Dienste". Nichts desto trotz sind die Gefühle die beide für einander haben echt.

Marcello stirbt bei Unruhen in der Favela in der er lebt. Julia fliegt zurück nach Belgien und wird von Ihrem Mann Maurice freudig begrüsst. Sie ist zurück in ihrem alten Leben, beginnt noch einmal ein kurze sexuelle Affäre mit Omer.
van den Boogard beschreibt sehr lyrisch und niemals obszön die Sehnsüchte und Wünsche aus der Sicht einer Frau, nicht desto trotz merkt man an Kleinigkeiten dass der Autor ein Mann ist. Während der Beziehung mit Omer erfährt der Leser mehr über den Körper von Julia als über Omer und dass Omer während des Geschlechtsaktes mit Julia stirbt entspringt sicherlich mehr männlichen Wunschvorstellungen als von Frauen. Vor allem im Hinblick, dass Omer knapp 90 Jahre gewesen sein muss.

Andererseits ist das Buch eine Hymne an die Ekstase und sexuelle Begierde. Gerade die Altersunterschiede der Liebhaber Marcello und Omer wird vom Autor wie eine Selbstverständlichkeit dargestellt. Niemals moralisierend. Eine Ode an die sexuelle Liebe!

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